Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  2. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  3. Papst Leo gratuliert der neuen Erzbischöfin von Canterbury
  4. "Vaccine Amen"
  5. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  6. Spanien am moralischen Abgrund
  7. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  8. Christliche Werte unerwünscht - Einschränkung der Meinungsfreiheit in Finnland!
  9. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  10. Panik in Magdeburg
  11. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  12. Dienst, Ordnung, Sendung: Die hierarchische Gestalt der Kirche
  13. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  14. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  15. Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“

Missbrauch: Stift Klosterneuburg weist Vertuschungsvorwurf zurück

20. September 2017 in Österreich, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Verantwortliche hätten nach Bekanntwerden der Vorwürfe innerhalb von sechs Tagen reagiert und den beschuldigten Chorherren suspendiert - Auf Wunsch der Mutter keine Anzeige erstattet


Wien (kath.net/KAP) Das Stift Klosterneuburg hat am Dienstag den medial aufgekommenen Vorwurf der Vertuschung eines Missbrauchsvorfalles aus dem Jahr 1993 zurückgewiesen. Die damals Verantwortlichen hätten nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort gehandelt und sich nichts zuschulden kommen lassen, so die Grundaussage der Stellungnahme des Stifts. "Jeglicher Missbrauch, und erst recht der von Kindern oder Jugendlichen, ist nicht zu entschuldigen und gehört geahndet", so der heutige Propst des Stiftes, Generalabt Bernhard Backovsky, wörtlich.

Das Nachrichtenmagazin "profil" hatte in seiner Montag erschienenen Ausgabe darüber berichtet, dass sich ein Augustiner-Chorherr des Stifts 1991 an einem minderjährigen Ministranten vergangen hatte. Laut dem Stift fand dieser Vorfall allerdings nicht 1991 sondern 1993 statt, wie eigene Recherchen ergeben hätten.

Als der Missbrauch am 2. Oktober 1993 im Stift bekannt wurde, habe man innerhalb von sechs Tagen reagiert und den beschuldigten Chorherren W. Veix bereits am 8. Oktober suspendiert, heißt es in der publizierten Stellungnahme. Unmittelbar danach sei er aufgefordert worden, aus dem Orden auszutreten. Dies bedeutet, in Rom um Dispens seiner im Orden abgelegten Gelübde anzusuchen. Andernfalls wäre ein kirchenrechtliches Entlassungsverfahren eingeleitet worden, das allerdings eine längere Vorgehensweise bedeutet hätte.


Bis zu seinem Austritt, der per Weisung aus Rom erfolgen muss, sei das Stift jedoch kirchenrechtlich für seinen Unterhalt verpflichtet. Deshalb habe man den Chorherrn aus dem Stift "entfernt" und in einer Wohnung in Wien untergebracht. Diese Verantwortung des Stifts für den Chorherren habe mit dessen Austritt 1994 geendet.

Das Stift Klosterneuburg teilte weiters mit, dass man sich vor dem Eintritt von Herrn Veix über diesen im Priesterseminar in Trier erkundigt hatte, wo er zuvor gewesen war. Von Trier habe man aber keine negative Auskunft erhalten, die eine Aufnahme in das Noviziat des Stiftes in Frage gestellt hätte. Während seiner Zugehörigkeit zum Stift habe es bis zum Bekanntwerden des Missbrauchs auch keine Vorfälle gegeben, die eine Beendigung seiner Zugehörigkeit erfordert hätte.

Zum Vorwurf der nicht erfolgten Anzeige des Missbrauchs hielt das Stift wörtlich fest: "Es wurde zwar Rom von dem Vorfall informiert, aber keine zivilrechtliche Anzeige erstattet, da die Mutter des Kindes dies nicht wollte, um ihr Kind nicht weiter zu belasten und den Missbrauch nicht öffentlich bekannt werden zu lassen." Es sollte jedoch unbedingt sichergestellt werden, dass Herr Veix aus dem Stift entfernt wird, was auch innerhalb von sechs Tagen "mit aller Konsequenz des Kirchenrechtes" erfolgt sei.

Der Ex-Chorherr wurde schließlich 1996 in der griechisch-katholischen Diözese Oradea (Rumänien) zum Priester geweiht und war in Folge u.a. in Basel und schließlich in der Diözese Würzburg seelsorglich tätig, wo er sich an einem Buben verging und dafür zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde.

Von seiner Priesterweihe durch den Bischof von Oradea habe das Stift nichts gewusst, heißt es in der aktuellen Stellungnahme. Man sei von Seiten der Diözese Oradea auch nicht kontaktiert worden. Es sei zudem festzuhalten, "dass der damalige Novizenmeister und heutige Generalabt Propst Bernhard Backovsky keinerlei Bemühungen unternahm, um eine Priesterweihe des Herrn Veix in irgendeiner Weise zu ermöglichen". Hätte sich die Diözese Oradea im Stift Klosterneuburg erkundigt, "wäre Herr Veix nie zum Priester geweiht worden".

Auch später seien weder von der Diözese Basel noch von der Diözese Würzburg Anfrage im Stift betreffend Veix eingegangen. "Da das Stift von dieser Priesterweihe ebenso wenig wusste wie von seiner Beschäftigung in Basel und Würzburg, hatte das Stift auch keine Möglichkeit, die Diözesen Basel und Würzburg zu warnen", heißt es wörtlich.

Keine Anfragen an Erzdiözese Wien

Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, betonte gegenüber "Kathpress", dass es von Seiten des Stiftes Klosterneuburg niemals eine Anfrage gegeben habe, Herrn Veix zum Priester zu weihen. Auch von anderen Diözesen, sei es Oradea, Basel oder Würzburg, habe es nie Anfragen bezüglich der Person des Ex-Chorherren gegeben, "und wenn, dann hätte die Erzdiözese Wien diese Anfragen an das Stift Klosterneuburg weitergeleitet", so Prüller. Nachsatz: "Und das Stift hätte sicher den Missbrauch zur Sprache gebracht."

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 landpfarrer 21. September 2017 
 

@Schlegl

Lieber Mitbruder !
Ja sehe da trotz Erklärung des Stiftes Klosterneuburg noch manche Fragen offen. Habe den Artikel im "profil" gelesen. Dort wird der Name des Bischofs in Rumänien genannt. Anders als das Stift behauptet, soll man gemäss "profil" durchaus seitens des Stiftes sich bemüht haben, dass er anderswo geweiht wurde bzw. dann nach der Priesterweihe in Rumänien eine Anstellung im deutschen Sprachraum bekommen hat.


1
 
 SCHLEGL 21. September 2017 
 

Erstaunlich

Der betreffende Kleriker gehörte doch dem LATEINISCHEN RITUS an? Wie konnte er in einer griechisch katholischen Diözese Rumäniens zum Priester geweiht werden? Das geht überhaupt nicht! Hier müsste nicht nur Rücksprache mit der frühere Diözese des Betreffenden gehalten werden, sondern es wäre auch Rom (Ostkirchenkongregation) involviert. Der ganze Vorgang, wie es in Rumänien überhaupt zur Weihe kommen konnte, wäre kirchenrechtlich genau zu untersuchen!Msgr. Franz Schlegl


2
 
  20. September 2017 
 

Hätte, hätte. ....Fahrradkette....

Eine Schande, dass bei solch' zwielichten Kandidaten die Vergangenheit nicht besser überprüft wird. Manche Bischöfe wollen auch nicht genauer hinsehen und weihen so ziemlich alles was ihnen in die Quere kommt - zum Leidwesen der Kirche.


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  2. Papst spricht drei Stunden mit Missbrauchsopfern aus Belgien
  3. Causa Rupnik: Papst bittet um Geduld für laufenden Vatikan-Prozess
  4. Massive Kritik am „Spiegel“ nach skandalösem Artikel über „Dragqueen“ Jurassica Parka
  5. „Kardinal Marx und Bischof Bätzing werden voraussichtlich in der Trierer Studie berücksichtigt“
  6. Vatikan ernennt Richterinnen und Richter im Fall Rupnik
  7. New Mexico klagt Meta, Mark Zuckerberg wegen Ermöglichung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
  8. Synode über Synodalität verwendet Bilder von Marko Rupnik
  9. Missbrauchsexperte Zollner: ‚Keine Kultur der Rechenschaftspflicht’ in der Kirche
  10. Bistum Basel: Bischof Gmür räumt Fehler bei Missbrauchsfall ein






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE DIESE WOCHE - 25. MÄRZ!!!
  2. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Euthanasie-Skandal in Spanien: Wurde Noelia Castillo Ramos der Widerruf verweigert?
  4. Spanien am moralischen Abgrund
  5. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  6. Leo XIV. möchte bei "Alter Messe" "konkrete und großzügige Lösungen"
  7. Panik in Magdeburg
  8. 'Erzieherischer Unterton': Harald Schmidt rechnet mit Tagesthemen und Heute Journal ab
  9. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  10. Brasilien: 26-jähriger Seminarist stirbt – hinterlässt beeindruckendes geistliches Testament
  11. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  12. Ein Champion am Galgen – und die Welt sieht weg
  13. DBK kritisiert ZDF-Kinderformat „Logo“ wegen Christentum-Beitrag
  14. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  15. Wenn das künftige nominelle Kirchenoberhaupt mit dem eigenen Glauben fremdelt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz