16 September 2017, 10:45
Russland ist gültig geweiht!
 
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Ein Kommentar von Michael Hesemann zum Artikel „Das Ringen um die Weihe Rußlands“, in der Tagespost.

Düsseldorf (kath.net)
Noch immer wird im Kreis der Fatima-Freunde darüber gestritten, ob die von der Gottesmutter gewünschte Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz von Papst Johannes Paul II. am 25. März 1984 gültig vollzogen wurde oder nicht. Um diese Frage zu klären müssen wir die Aussagen der Gottesmutter und der Seherin, Schwester Lucia, sowie die Ereignisse nach dieser Weihe einer kritischen Prüfung unterziehen.

Im zweiten Teil des Geheimnisses, offenbart am 13. Juli 1917, heißt es wörtlich: „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.

Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“ Wie Hauke ganz richtig schildert, haben die drei Seherkinder damals nicht verstanden, worum es ging. Sie kannten nur eine Eselin namens „Russa“, die sich unmöglich bekehren konnte und dachten daher, „Russia“ sei eine sündige Frau. Von einem Land namens Russia (Rußland auf Portugiesisch) hatten sie noch nie etwas gehört.

Wenn wir den Zeitpunkt der Offenbarung – drei Monate nach der Aprilrevolution und der erzwungenen Abdankung des Zaren, keine vier Monate vor der Oktoberrevolution – sowie die weiteren Prophezeiungen der Gottesmutter betrachten, wird deutlich, welche „Irrlehren Russlands“ gemeint sind. Die russische Orthodoxie ganz sicher nicht, die gerade vor ihrer größten Unterdrückung stand.

An keinem der prophezeiten und wahr gewordenen Ereignisse, den Kriegen und Christenverfolgungen des 20. Jahrhunderts, hatte sie Anteil, im Gegenteil, sie wurde ihr Opfer. Auch ohne die spätere Deutung von Schwester Lucia können wir also rein textimmanent folgern, dass die Gottesmutter mit „Russlands Irrtümern“ nur den atheistischen Bolschewismus gemeint haben kann. Die verheißene „Bekehrung“ ist also eine Abkehr von dieser unheilvollen Doktrin. Von einer Konversion der orthodoxen Russen zum katholischen Glauben oder einer zukünftigen Union ihrer Kirche mit Rom ist in dem Geheimnis keine Rede.

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Am 13. Juni 1929 erschien die Gottesmutter Schwester Lucia erneut (Jacinta und Francisco waren zwischenzeitlich verstorben), als diese in der Kapelle ihres Klosters in Tuy betete. Hier erklärte sie, dass jetzt „der Augenblick gekommen ist, wo Gott den Heiligen Vater darum bittet, zusammen mit allen Bischöfen der Welt, Russland meinem Unbefleckten Herzen zu weihen und es so zu erretten.“ Auch dieser Zeitpunkt macht nur einen Sinn, wenn man die „Irrlehren Russlands“ mit dem Bolschewismus identifiziert: 1929 war das Jahr, als Joseph Stalin vom 5. Sowjetkongress mit diktatorischer Vollmacht ausgestattet wurde und der orthodoxen Kirche offen den Krieg erklärte. Leider wurde die „Privatoffenbarung“ der Seherin von Fatima von Papst Pius XI. ignoriert; erst Pisu XII., der am Fatima-Tag zum Bischof geweiht worden war, versuchte, ihr zu entsprechen.

Dass die Weihe von 1942 durch Papst Pius XII. von der Gottesmutter nicht vollständig anerkannt wurde, lag laut Schwester Lucia an der fehlenden Mitwirkung des Weltepiskopats. Es war eine überraschende Aktion des Papstes, unangekündigt, im Rahmen einer Radioansprach an das portugiesische Volk. Zwar wurde die Weihe am 8. Dezember im Rahmen der Feiern zu Mariä Empfängnis im Petersdom wiederholt, aber wieder ohne zuvorige Einladung an die Bischöfe. Die Folge war zwar eine überraschende Wende im Zweiten Weltkrieg und das Ende der brutalsten Christenverfolgung durch Stalin, aber eben nicht die verheißene Bekehrung Russlands.

Erst Papst Johannes Paul II. vollzog die Weihe am 25. März 1984 unter Einbeziehung der Bischöfe; er hatte sie zuvor schriftlich dazu eingeladen und ihnen den Weihetext geschickt. Bischof Pavlo Hlinica gelang es sogar, sie, als Tourist „verkleidet“, im Kreml selbst vorzunehmen. Dabei wurde zwar aus diplomatischen Gründen darauf verzichtet, Russland expressis verbis zu nennen, aber der verwendete Weihetext ließ keinen Zweifel daran, dass es gemeint war: „Auf besondere Weise vertrauen wir dir an und weihen dir jene Individuen und Nationen, die insbesondere dieser Anvertrauung und Weihe bedürfen. Lasse dein Licht insbesondere über jenen Völkern leuchten, von denen du selbst unsere Heiligung erwartest.“ Da konnte Papst Johannes Paul II. „in pectore“ die Worte „insbesondere Russland“ einfügen.

Die immer wieder kolportierte Behauptung, Schwester Lucia habe diese Weihe als ungültig bezeichnet und erst 1989 nach Aufforderung durch Kardinal Casaroli de facto gelogen und ihren Auftrag durch die Gottesmutter verraten, ist eine Verschwörungstheorie, die durch nichts zu halten ist. Sie ist genauso absurd wie die Behauptung von Autoren aus dem Umfeld der Piusbruderschaft, alle Briefe Schwester Lucias, die die Gültigkeit der Weihe bestätigen, seien gefälscht, weil mit Schreibmaschine geschrieben; die Seherin habe „ihre Briefe immer von Hand“ verfasst. Tatsächlich gibt es sogar Fotos von Sr. Lucia an ihrer geliebten elektronischen Schreibmaschine, die sie 1977 zu ihrem 70. Geburtstag geschenkt bekommen hatte (siehe Sr. Maria Celina de Jesus Crucificado OCD, Schwester Lucia. Die Erinnerung, die wir an sie haben, Coimbra 2005, S. 22). Was also erklärte Sr. Lucia schriftlich wie mündlich zur Weihe von 1984?

• „Sim, esta feita, tal como Nossa senhora a pediu, desde o dia 25 de Marco de 1984“ – „Ja, es ist so geschehen, wie es Unsere Liebe Frau am 25. März 1984 erbeten hatte“, schrieb sie am 8. November 1989 an Papst Johannes Paul II. (zitiert in: Kongregation für die Glaubenslehre: Die Botschaft von Fatima, Rom 2000, S. 8)

• Am gleichen Tag bestätigte sie in einem Brief an Walter N. Noelker: „Ja, seit dem 25. März 1984 ist sie so vollzogen, wie es Unsere Liebe Frau erbeten hatte.“ (Aura Miguel, Fatima. Ein Geheimnis begleitet den Papst, Jestetten 2001, S. 104)

• Schon Anfang April 1984 hatte sie dem Nuntius Msgr. Portalupi, der sie im Auftrag des Papstes fragte: „Ist Russland nun geweiht?“, erklärt: „Ja, nun ist es das.“ (ebd.)

• Auch dem Postulator der beiden Seherkinder Jacinta und Francisco, Pater Luis Kondor, hatte sie gesagt, „dass der Heilige Vater jetzt alles getan habe, was er tun konnte, so wie es Unsere Liebe Frau erbeten hatte.“ (ebd.)

• Am 21. November 1989 schrieb sie an Pater Paul Kramer, „dass die Weihe, so wie sie von Unserer Lieben Frau erbeten wurde, (vor 1984) nicht vollzogen war. Dies geschah erst durch den jetzigen Papst Johannes Paul II. am 25. März 1984.“ (ebd.).

• Am 11. Oktober 1992 empfing sie Kardinal Padiyara aus Indien, der sie fragte: „Die Weihe wurde also tatsächlich von der heiligen Jungfrau anerkannt?“, woraufhin Sr. Lucia klar und deutlich antwortete: „Ja!“ Weiter erklärte sie damals: „Der Papst dachte an Russland, als er 1984 im Weiheakt ‚dieses Volk‘ erwähnte. Diejenigen, denen die Forderung nach der Weihe Russlands bekannt war, wussten, worauf er sich bezog. So wie Gott weiß, der alles weiß, weil er die Gedanken der Menschen lesen kann. Gott wusste, was die Absicht des Papstes war und dass er Russland mit der Weihe meinte. Wichtig ist die Absicht… Es gibt keine Notwendigkeit, Russland noch einmal zu weihen.“ (Carlos Evaristo, Zwei Stunden mit Schwester Lucia, Lippstadt 1998, S. 10 f.)

• Ein Jahr später, am 11. Oktober 1993, besuchte Kardinal Ricardo Vidal Schwester Lucia im Karmel von Coimbra. Dieses Mal hatte ihr Dolmetscher Carlos Evaristo eine Videokamera mitgebracht, um ihre Aussage zu dokumentieren. Wieder erklärte Sr. Lucia, jetzt vor laufender Kamera: „Der Heilige Vater vollzog die Weihe und diese Weihe ist gültig.“ Die Form der Weihe habe die Gottesmutter dem Papst überlassen. „Sie sagte nichts über eine Formel. Noch sagte sie etwas darüber, dass der Heilige Vater bei der Weihe das Wort ‚Russland‘ erwähnen müsse.“ Mit den „Irrlehren Russlands“ seien „die Irrtümer des atheistischen Kommunismus in der ganzen Welt“ gemeint. (Ebd., S. 30 f.)

• Auch als Papst Johannes Paul II. den damaligen Sekretär der Glaubenskongregation, Erzbischof (heute Kardinal) Tarcisio Bertone, am 27. April 2000 zu Schwester Lucia nach Coimbra schickte, um die Veröffentlichung des „Dritten Geheimnisses“ vorzubereiten, bestätigte die Seherin von Fatima die Gültigkeit der Weihe – und deutete an, dass ihr diese um 1988/9 in einer Vision von der Gottesmutter selbst bestätigt worden war: „Schwester Lucia bestätigte persönlich, dass dieser feierliche und universale Weiheakt dem entsprach, was Unsere Liebe Frau wollte… Bei unseren Treffen hat sie mir nur ein paar Daten genannt, alle zwischen 1985 und 1989, als versuchte sie von ihrer himmlischen Gesprächspartnerin die Bestätigung zu bekommen, ob das, was getan worden war, einem höheren Plan entsprach.

Als sie sich sicher war, schrieb sie und bestätigte es. Hätte sie noch den geringsten Zweifel gehabt, hätte sie geschwiegen.“ (Kardinal Tarcisio Bertone/Giuseppe De Carli, Die Seherin von Fatima, München 2007, S.122 f.) Mir selbst erklärte Bertone dazu in einem Interview, das wir am 3. Juli 2000 in den Räumen der Glaubenskongregation führten: „Die Visionen oder Einsprechungen, die Schwester Lucia von Unserer Lieben Frau empfing, dauerten möglicherweise bis nach 1984 an. Sie sagte, dass die Gottesmutter zufrieden gewesen sei mit der Weihe an ihr Unbeflecktes Herz vom 25. März 1984, weil es dem entsprach, was sie selbst gewollt hatte.“ (Michael Hesemann, Das letzte Geheimnis von Fatima, Rottenburg 2016, S. 387).

• Als Antwort auf die vielen Fragen, die man ihr stellte, verfasste Sr. Lucia selbst ein Büchlein, das leider unvollendet blieb und von ihren Mitschwestern posthum veröffentlicht wurde. Auch darin stellt die Seherin explizit fest: „Diese Weihe erfolgte öffentlich am 25. März 1984 vor dem Gnadenbild Unserer lieben Frau, welches in der Erscheinungskapelle in der Cova da Iria in Fatima verehrt wird… (Johannes Paul II.) hatte … die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens, die von Unserer Lieben Frau in Fatima erbeten worden war, vollzogen.“ (Sr. Lucia, Die Botschaft von Fatima, Coimbra 2006, S. 53 f.).

Damit müsste eigentlich das letzte Wort in dieser Frage gesprochen worden sein.

Der beeindruckendste Beweis für die Gültigkeit der Weihe von 1984 aber ist, dass mit ihr jene welthistorische Wende eintraf, die von der Gottesmutter versprochen worden war. Mit Konstantin Tschernenko war im Februar 1984 ein Hardliner in der UdSSR an die Macht gekommen, der auf die strikt antikommunistische Politik der USA unter Ronald Reagan die militärische Option offen hielt. Die Beziehungen zum Westen hatten schon mit dem NATO-Doppelbeschluss von 1979 und der Stationierung neuer Atomraketen auf deutschem Boden ab Dezember 1983 einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Doch ausgerechnet am ersten Fatima-Tag nach der Weihe, am 13. Mai 1984, ereignete sich in der UdSSR eine Katastrophe, die mit einem Schlag alle Kriegspläne zunichtemachte. Erst im Jahr 2000 wurde bekannt, dass die Sowjets für den Fall eines Erstschlags das gesamte Arsenal der Halbinsel Kola einsatzbereit gemacht hatten. 2000 Raketen aller Kategorien lagerten in den zum Teil unterirdischen Schutzräumen von Seweromorsk bei Murmansk. Doch am 13. Mai 1984 kam es dort zu einer gigantischen Explosion, der ein fünftägiger Brand folgte. Eine pilzförmige Wolke bildete sich, etwa 200 Soldaten kamen durch ihre giftigen Dämpfe ums Leben.

Dabei wurden 80 % des Raketenbestandes vernichtet, was einem Drittel des Gesamtbestandes der russischen Nordflotte entsprach. Tschernenko blieb nichts anderes übrig, als den USA neue Abrüstungsverhandlungen anzubieten. Doch noch bevor die Großmächte sich in Genf am Verhandlungstisch trafen, verstarb der Generalsekretär überraschend nach nur dreizehnmonatiger Amtszeit. Als sein Nachfolger wurde jetzt ein Mann des Dialogs gewählt: Michail Gorbatschow. Damit war nicht nur die Gefahr eines Atomkrieges gebannt; mit seiner „Perestroika“ begann der geistige Wandel, der schließlich 1989 zum Fall der Mauern führte. Damit wurde wahr, was Schwester Lucia 1995 im Gespräch mit Kardinal Vidal behauptete: „Die Weihe von 1984 hat einen Atomkrieg verhindert, der im Jahre 1985 ausgebrochen wäre.“ (Evaristo 1998, S. 36)

1988 wurden der Kirche in Russlands erstmals wieder umfangreiche Rechte eingeräumt, 1991, nach dem Putsch ausgerechnet am Fatima-Jahrestag, dem 19. August, brach die kommunistische Sowjetunion zusammen. Ein Radiosender, der eingeschmuggelt worden war, um ein christliches Radioprogramm für Russland aufzubauen, diente damals Boris Jelzin, um die Bevölkerung zum Widerstand gegen die Putschisten aufzurufen. Am 22. August 1991 war der Putsch niedergeschlagen – ausgerechnet am Festtag Mariä Königin, der bis 1969 als „Fest des Unbefleckten Herzens Mariens“ gefeiert wurde. Weist das nicht eindeutig auf die Prophezeiung hin, in Russland würde „mein Unbeflecktes Herz triumphieren“?

Was folgte, war das größte Wunder unserer Zeit. Das atheistische, materialistische Sowjetrussland bekehrte sich und wurde wieder orthodox!

Die Fakten dazu sind beeindruckend. So erklärte Metropolit Hilarion Alfejew, der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, 2016: „Wir haben in einem Zeitraum von nur 28 Jahren 29.000 Kirchen neu eröffnet. Das sind mehr als 1000 Kirchen im Jahr oder drei pro Tag. […] Früher gab es drei theologische Seminare oder Akademien, heute sind es mehr als fünfzig… ich kenne kein Beispiel für das, was bei uns geschieht, in der gesamten Menschheitsgeschichte.“

Das bestätigten Papst Franziskus und der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill in ihrer auf Kuba unterzeichneten gemeinsamen Erklärung vom 12. Februar 2016: „Indem wir den hohen Wert der Religionsfreiheit bekräftigen, danken wir Gott für die noch nie dagewesene Erneuerung des christlichen Glaubens, die gerade in Russland und in vielen Ländern Osteuropas geschieht, wo über Jahrzehnte hinweg atheistische Regime vorgeherrscht haben. Heute sind die Ketten des militanten Atheismus zerbrochen, und die Christen können an vielen Orten ihren Glauben frei bekennen. In einem Vierteljahrhundert sind Zehntausende von neuen Kirchen gebaut sowie Hunderte von Klöstern und theologischen Schulen eröffnet worden.“

1989 unterstanden dem Moskauer Patriarchat 3451 Gemeinden, 2012 waren es 30.142. Die Zahl der Diözesen stieg von 38 auf 160, die Zahl der Klöster von 15 auf 788, die der theologischen Lehrstühle von 5 auf 200. Seminare und Klöster platzen aus allen Nähten wegen der vielen Berufungen. Die Zahl der Gläubigen verdoppelte sich von unter 50 Mio (1990) auf über 113 Mio (2012). Heute bezeichnen sich 82 % der Russen als „orthodoxe Christen“. Der russische Staat wendet jedes Jahr etatmäßig 100 Mio Dollar für den Bau und die Restauration von Kirchengebäuden auf, übrigens auch von katholischen Kirchen wie der Mariä-Heimsuchungs-Kirche in St. Petersburg, die von den Steyler Missionaren betreut wird. Ausgerechnet am 19. August 2000, dem 83. Jahrestag der vierten Erscheinung von Fatima, wurde in Moskau die neu errichtete Christus Erlöserkathedrale eingeweiht, die Stalin einst sprengen ließ, um an ihrer Stelle einen gigantomanischen „Palast der Sowjets“ als höchstes Haus der Welt – einen wahrhaft babylonischen Turm - zu bauen, was freilich nie gelang, angeblich, weil das Gelände zu sumpfig war.

Ich kann diese unvorstellbare Bekehrung nur bestätigen, seit ich im vergangenen Jahr St. Petersburg und Moskau besuchte. Ich hörte orthodoxe Gesänge direkt am Roten Platz. Die von Stalin zerstörte Kathedrale Unserer Lieben Frau von Kazan war in den 1990er Jahren wieder aufgebaut worden und überträgt heute alle Liturgien und Gebete mehrmals an Tag mit Lautsprechern direkt auf den Roten Platz. Man hört sie noch am Mausoleum von Lenin, der sich bestimmt jedes Mal in seinem Grab umdreht. Es ist, als würde ihm der Teufel ausgetrieben!

Schwester Lucia selbst widersprach der Behauptung, die Gottesmutter habe eine Bekehrung zur katholischen Kirche gemeint. Darauf angesprochen, erklärte sie am 11. Oktober 1992 im Beisein von Kardinal Padiyara: „Das hat die heilige Jungfrau niemals gesagt. Es wird viel Missverständliches verbreitet. Tatsache ist, dass Russland, die Kommunisten, die atheistische Macht, die Leute daran gehindert hat, ihren Glauben auszuüben. Jetzt hat das Volk die Möglichkeit der Entscheidung, zu bleiben, was sie sind, oder sich zu bekehren.“ (Evaristo 1998, S. 12).

Russland hat sich also längst bekehrt, die Gottesmutter hat Wort gehalten. Jetzt ist es wichtiger, dafür zu beten und daran zu arbeiten, dass auch Deutschland und der Westen sich bekehren!

Dr. h.c. Michael Hesemann, Autor „Das letzte Geheimnis von Fatima“








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