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Hommage an einen hingebungsvollen Lehrer

8. September 2017 in Kommentar, keine Lesermeinung
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BeneDicta am Freitag mit Isabella Gräfin von Kageneck


Linz (kath.net)
Haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt, welche Lehrer Sie am meisten beeinflusst haben in Schule oder Ausbildung und warum? Es ist ein unglaublich großes Glück und ein Segen, wenn man diese Frage grundsätzlich mit Ja beantworten kann. Ja, es gab diesen einen Lehrer, der sich einfach in allem von den anderen unterschied. Der nicht nur Dienst nach Vorschrift machte, sondern seinen Beruf als das sah, was er war: seine Berufung.

Der Lehrer, bei dem man seine Liebe und Hingabe zu seinem Beruf spürte. Da war etwas Echtes, etwas Authentisches, etwas, auf das man als Schüler bauen und vertrauen konnte. Vertrauen des Schülers zu seinem Lehrer ist eine der Grundvoraussetzungen, damit Lehren und Lernen gelingen kann. Erst wenn ich meinem Lehrer vertraue, bin ich als Schüler auch bereit ihm zu folgen. Auch dann, wenn es anstrengend, schmerzhaft und beschwerlich wird. Denn das wird es. Ich bin bereit, diese Mühen und Kraftanstrengungen hinzunehmen, weil ich meinem Lehrer vertraue, dass es zu meinem Besten ist und dass er mich an einen guten Ort geleiten wird. Im besten Fall hin zu mir selbst, zu dem, der ich werden kann. Damit ist der gute und rechte Lehrer eine Hilfe, die Gott uns an unsere Seite stellt. Gesegnet ist der, der diese rechte Hilfe geschenkt bekommt und sie auch erkennt.


Oft denke ich in voller Dankbarkeit an meine Lehrer zurück. Die, die meine Horizonte erweitert haben, mir Ozeane des Wissens und der Erkenntnis geöffnet haben und mir zeigten, nach welchem Koordinatensystem ich sicher hinübergleiten kann. Die Lehrer, die einen die richtigen (kritischen) Fragen lehrten. Die durch die Frankfurter Schule beeinflusste moderne Pädagogik und Didaktik irrt, wenn sie sagt, man dürfe einem Schüler keine vermeintlich „vorgefertigten“ Antworten und angeblichen ewigen Wahrheiten lehren. Freilich ist es im Zeitalter des Relativismus’ geradezu ein Affront dies zu tun. Jedoch ist es unerlässlich, denn Schüler w o l l e n Antworten. Antworten auf ihre existenziellen Fragen. Hier muss ein Lehrer Farbe bekennen und darf sich nicht durch die Hintertür auf Zehenspitzen aus dem politisch korrekten Klassenzimmer, aber auch nicht aus dem Hörsaal hinausstehlen. Ein solcher Lehrer flieht vor seiner Verantwortung. Das ist keine höhere Lehrkunst, das ist ein pädagogischer Offenbarungseid. Auch solche Lehrer habe ich erlebt und sie haben mich vor allem eins: gelangweilt.

Wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Dinge, die heute noch Gültigkeit und Wert besitzen, sind morgen schon vergessen. Wie kann uns der Lehrer dagegen wappnen? Indem er uns Kenntnisse und Werte vermittelt, die sich über Jahrhunderte bewährt haben und nicht veralten können. Indem er uns Schätze zu sammeln lehrt, die – um in der Sprache des Neuen Testaments zu bleiben – „Rost und Motten nicht zerfressen können.“ Ein Schüler, der das gelernt hat, wird niemals wirklich in seinem Leben scheitern.

Geliebt und verehrt habe ich den Lehrer, der mein Herz in der Brust brennen und der meinen Geist lebendig werden ließ und mit dem ich noch Stunden nach der Unterrichtsstunde oder nach dem Seminar an der Uni hätte weiterdiskutieren können. Der mich aus meinem Kleinklein des Alltags hinausgehoben hat in die Welt des Wissens, der Erkenntnis und vor allem in die Welt der Wahrheitsfindung. Dies ist ein Lehrer, der – ob es ihm bewusst ist oder nicht – Anteil hat an der göttlichen Vollendung seines Schülers. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gottes einziger Sohn auch unser Lehrer war, ein Lehrer, der wahrlich unsere Herzen bis heute brennen lässt und dessen Feuer kein noch so tobender Sturm der Hölle auszulöschen vermag.


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