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Orthodoxie erwartet von Franziskus Durchbruch in Primatfrage

3. August 2017 in Weltkirche, 27 Lesermeinungen
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Emeritierter Grazer Ökumeniker Larentzakis auf orthodoxer Website: Paul VI. hatte schon vor 50 Jahren Patriarch Athenagoras Lösung zu Papstdogmen des Ersten Vatikanischen Konzils angeboten


Graz (KAP) Mit dem gerade beim aktuellen Dialog von Katholiken und Orthodoxen wieder sperrigen Thema des päpstlichen Primats hat sich der emeritierte orthodoxe Grazer Theologe Grigorios Larentzakis auf der patriarchatsnahen Website "amen.gr" beschäftigt. Von Papst Franziskus könne diesbezüglich ein Durchbruch erwartet werden.

Unter dem Titel "Die Sache mit dem Primat des Papstes" erinnert Larentzakis daran, dass Paul VI. schon vor 50 Jahren - beim Istanbulbesuch am 25.7.1967 - Patriarch Athenagoras eine Lösung zu den Papstdogmen des Ersten Vatikanischen Konzils (1870) über den globalen Jurisdiktionsprimat und die Unfehlbarkeit des Bischofs von Rom angeboten hatte. Dies gehe nicht nur aus den Ansprachen in der Kirche Hagios Georgios hervor, sondern sei vor allem im Päpstlichen Breve - eine kürzere Papsturkunde - enthalten.


Das Breve hatte Paul VI. beim zweiten Treffen am Abend des 25. Juli in der Nuntiatur verlesen. Im Anschluss war es Athenagoras I. überreicht wurde. Dieses Breve sei in der Folge eingehend von Emmanuel Lanne OSB (1913-2010) von der belgischen Abtei Chevtogne analysiert worden.

Larentzakis kommt zu dem Schluss, dass dieser "Rundum-Ökumeniker" - er war auch einer der ersten katholischen Mitarbeiter beim Weltkirchenrats-Gremium "Glaube und Kirchenverfassung" - dabei zu der Überzeugung gelangte, dass bei beiderseitiger Rezeption der Aussagen dieses Päpstlichen Kurzdokuments "schon tags darauf die volle Kirchengemeinschaft zwischen Rom und Konstantinopel wieder aufgenommen werden könne".

Auf diesem Fundament stehe auch die von Joseph Ratzinger 1974 gewagte Aussage, die Larentzakis in "amen.gr" erneut zitierte: "Rom muss vom Osten nicht mehr an Primatslehre fordern, als auch im ersten Jahrtausend formuliert und gelebt wurde. Wenn Patriarch Athenagoras 1967 beim Besuch des Papstes im Phanar diesen als Nachfolger Petri, als den ersten an Ehre unter uns, den Vorsitzenden der Liebe, benannte, findet sich im Mund dieses großen Kirchenführers der wesentliche Gehalt der Primatsaussagen des ersten Jahrtausends. Und mehr muss Rom nicht verlangen."

Larentzakis bedauert, dass es Ratzinger als Papst Benedikt XVI. nicht vergönnt war, ekklesiologische und kirchenrechtliche Konsequenzen aus dieser seiner Einsicht zu ziehen. Er habe das als Erbe seinem Nachfolger Franziskus hinterlassen: "Von ihm aber erwarten wir Orthodoxen nun aber umso mehr."


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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