Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Wir machen da was mit Medien
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

Papst: Ermordeter Priester Hamel ist ein 'Märtyrer unserer Zeit'

27. Juli 2017 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Instagram-Würdigung des französischen Terroropfers für sein "Leben im Dienst an den anderen" - Präsident Macron bei Gedenkmesse: Kirche Frankreichs fand nach dem Mord die "Macht der Vergebung"


Vatikanstadt-Paris (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat den französischen Priester Jacques Hamel am ersten Jahrestag seiner Ermordung gewürdigt. "Gedenken wir heute P. Jacques Hamel, der sein Leben wie viele andere Märtyrer unserer Zeit ganz in den Dienst der anderen gestellt hat", hieß es am Mittwochabend in einer Instagram-Botschaft auf dem "franciscus"-Account des Papstes. Begleitet ist die in mehreren Sprachen verbreitete Kurznachricht von einem Foto, das Papst Franziskus im stillen Gebet vor einem Bild Hamels zeigt.

Der 85 Jahre alte Priester Hamel war am 26. Juli 2016 während eines Gottesdienstes in seiner Kirche Saint-Etienne-du-Rouvray von zwei Islamisten brutal ermordet worden, kath.net hatte berichtet. Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat für sich. Bereits bei einer Gedenkmesse im Vatikan Mitte September 2016 hatte Papst Franziskus den Geistlichen als Märtyrer bezeichnet, der "schon jetzt selig" sei. Schon unmittelbar nach seinem Tod hatte Franziskus zudem die vorgeschriebene Fünf-Jahres-Frist bis zum möglichen Beginn eines Seligsprechungsverfahrens ausgesetzt. Im April diesen Jahres wurde das Verfahren für Hamel dann auch offiziell eröffnet.

Mit einer Grußbotschaft war Papst Franziskus auch bei der offiziellen Gedenkmesse für Hamel in der Kirche von Saint-Etienne-du-Rouvray präsent, an der auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron teilnahm. "Der Herr möge alle Vordenker der Versöhnung und Brüderlichkeit in dieser neuen Prüfung inspirieren", hieß es in einem Telegramm, das von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichnet und vom Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, bei der Messe verlesen wurde. Besonders beunruhigt sei der Heilige Vater darüber, "dass dieser Gewaltakt in einer Kirche während eines Gottesdienstes stattfand - in einer Feier, in der Gott darum gebeten wird, der Welt seinen Frieden zu geben".


Erzbischof Lebrun sagte bei dem Gedenkgottesdienst zur Stunde des Mordes, Hamel feiere weiterhin Tag für Tag die Messe in der Kirche von Saint-Etienne-du-Rouvray mit. Der Märtyrerpriester sei ein "echter" Vater für die Gemeindemitglieder gewesen und lebendiger als je zuvor. Hamel sei zudem nicht alleine gestorben, sondern mit Jesus Christus. Er habe sich für die anderen hingegeben, so der Erzbischof, der zudem vor Ideologien warnte, die junge Menschen in einen "Kreis der unkontrollierbaren Gewalt" bringen könnten. Lügen, Neid, Ungerechtigkeiten und der Wunsch nach Aufmerksamkeit seien eine Bedrohung für den Wunsch nach friedlichem Zusammenleben.

Macron: Kirche wurde zum Vorbild

Besondere Aufmerksamkeit hatte bei der Gedenkmesse die Teilnahme von Präsident Macron hervorgerufen. Das Staatsoberhaupt lobte die Kirche für den Umgang mit der Ermordung Hamels. "Ich bedanke mich bei der Kirche in Frankreich dafür, dass sie in ihrem Glauben und den Gebeten die Macht der Vergebung gefunden haben", sagte er im Anschluss an die Gedenkmesse. Indem sie sich geweigert habe, Rache und Vergeltung walten zu lassen, sei die Kirche zum "Vorbild in ganz Frankreich" geworden und bleibe auch in den "schwierigen Zeiten" des Leides am Terrorismus eine "Verfechterin des Friedens".

Macron betonte zudem, dass Frankreich die Freiheit garantiere, zu glauben oder nicht zu glauben. "Die Republik muss keine Religion bekämpfen", so der Präsident. Doch jede Religion müsse sich dafür einsetzen, dass der Hass niemals triumphiere. Das sei ein langer Kampf, der jeden Tag geführt werden müsse.

Weiter betonte er, dass das Martyrium von Hamel nicht umsonst geschehen sein werde. Nach der Messe wurde zu Ehren Hamels ein Gedenkstein für Frieden und Brüderlichkeit vor der Kirche geweiht. Am Abend fand eine Vesper in der neun Kilometer entfernten Basilika Notre-Dame von Bonsecours in Rouen statt.

Schwester: Hamels Botschaft weitertragen

Unter den Teilnehmenden war auch Jacques Hamels Schwester Roselyne. Im Interview mit dem katholischen Nachrichtenportal "Crux" (Mittwoch) berichtete sie, seit dem Tod ihres Bruders sei es zu ihrer Lebensaufgabe geworden, die von ihm zeitlebens vorgelebte Botschaft weiterzutragen. Dazu gehörten häufige Treffen mit Muslimen-Vertretern in Frankreich, um damit "Begegnung und besseres Verständnis" sowie die Offenheit füreinander zu fördern, erklärte Roselyne Hamel. Nicht vergessen werden sollte auch, dass Jacques Minuten vor seiner Ermordung noch für den Frieden in der Welt und unter den Menschen gebetet habe.

Der Gedanke an den von Papst Franziskus geförderten Seligsprechungsprozess für ihren Bruder sei für dessen Familie noch etwas ungewohnt, gab Roselyne Hamel an. Jacques sei "einfach, friedlich und schüchtern" gewesen und hätte es nie auf Komplimente oder Auszeichnungen abgesehen gehabt, sondern wollte nur seine Arbeit gut erfüllen und anderen Gutes tun. Durch seinen Umgang mit der eigenen Ermordung habe er ein starkes Signal sowohl an Gläubige als auch an Nicht-Gläubige aller Nationalitäten und Kulturen gegeben. "Man kann sagen, dass Jacques nach dieser Tragödie ein Bruder aller geworden ist", so die Schwester des Märtyrerpriesters.

Erzbistum Rouen - Gedenkmesse Priester Jacques Hamel am Jahrestag seiner Ermordung


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  2. UN-Experten: Christliche Frauen und Mädchen in Nigeria besonders von Gewalt bedroht
  3. Bischof Robert Barron: Krieg gegen Christen ist real – Welt darf nicht länger schweigen
  4. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  5. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  6. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  7. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  8. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  9. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich
  10. Mexiko: Historiker fordern mehr Bewusstsein für Cristero-Krieg







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. Fatima-Tag in Berlin
  4. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  5. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  6. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  7. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  10. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  11. Im Licht der Liebe
  12. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  13. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  14. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  15. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz