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Sag ihnen, dass der Tod vernichtet ist

22. Juli 2017 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Gedanken von Romanos Melodos über Maria Magdalena, die Gesandte zur Verkündigung der Auferstehung


Rom (kath.net)
Er, der auf Herz und Nieren prüft (Ps 7,10), wusste, dass Maria seine Stimme erkennen würde, und rief als guter Hirte sein Lamm bei seinem Namen (Joh 10,4): „Maria!“ Sie sagte sogleich: „Ja, es ist mein guter Hirte. Er ruft mich, damit ich von nun an zu den neunundneunzig anderen Schafen seiner Herde gehöre (Lk 15,4). Hinter ihm sehe ich Legionen Heiliger, Armeen Gerechter [...] Ich weiß sehr wohl, wer es ist, der mich ruft. Mein Herr ist es, er, der den gefallenen Menschen die Auferstehung schenkt.“

Von der Glut ihrer Liebe geleitet, wollte die junge Frau den anfassen, der die ganze Schöpfung erfüllt [...] Aber der Schöpfer [...] hob sie empor zur göttlichen Welt mit den Worten: „Berühre mich nicht; hältst du mich denn lediglich für einen Sterblichen? Ich bin Gott, berühre mich nicht [...] Blicke auf und betrachte die himmlische Welt; dort sollst du mich suchen. Denn ich gehe hinauf zu meinem Vater, den ich nie verlassen habe. Ich war immer in Gemeinschaft mit ihm, sein Thron ist der meinige, seine Ehre gehört auch mir, der ich den gefallenen Menschen die Auferstehung schenke.“


„Deine Lippen sollen in Zukunft das alles verkünden und den Söhnen des Reiches auslegen, die darauf warten, dass ich erwache, ich der Lebende. Schnell, Maria, versammle meine Jünger. Ich habe an dir eine machtvoll tönende Posaune; lass ein Friedenslied an die verängstigten Ohren meiner Freunde in ihren Verstecken dringen. Wecke sie auf, wie aus einem Schlaf, sie sollen mir entgegengehen. Sag ihnen: ‚Der Bräutigam ist aufgewacht, er steigt aus dem Grab empor. Ihr Apostel, verscheucht die tödliche Traurigkeit, denn er, der den gefallenen Menschen die Auferstehung schenkt, hat sich erhoben‘“ [...]

Maria ruft: „Plötzlich hat sich meine Trauer in Tanzen verwandelt, alles ist auf einmal Freude und Frohsinn. Ich sage es frei heraus: es ist mir die gleiche Herrlichkeit zuteil geworden wie Mose (Ex 33,18ff.). Ich habe ihn geschaut, nicht auf den Bergen, sondern im Grab, nicht von einer Wolke verhüllt, sondern von einem Leib. Ich habe geschaut den Herrn der körperlosen Wesen und der Wolken, der ihr Herr ist gestern, heute und auf immer. Er hat zu mir gesagt: ‚Maria, beeil dich, verkünde wie eine Taube, die einen Ölzweig trägt, den Nachkommen Noachs die gute Nachricht (Gen 8,11): Sag ihnen, dass der Tod vernichtet ist und der auferstanden ist, der den gefallenen Menschen die Auferstehung schenkt.‘“


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