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Bischöfe: Mutter Teresa ist 'Mittel' gegen religiösen Fundamentalismus

23. September 2003 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Die künftige Selige habe eine starke symbolische Ausstrahlung und könne als Instrument der Aussöhnung dienen, sind die Bischöfe des indischen Unionsstaates Gujarat überzeugt.


Ahmedabad (www.kath.net / Fidesdienst) Mutter Teresa ist nach Ansicht der vier Bischöfe des indischen Unionsstaates Gujarat ein Gegenmittel gegen religiösen Fundamentalismus. Die Bischöfe haben anlässlich der Seligsprechung von Mutter Teresa von Kalkutta auf dem Petersplatz in Rom am 19. Oktober eine Reihe von liturgischen Feiern und öffentlichen Veranstaltungen organisiert, an der auch hinduistische und muslimische Missionsführer teilnehmen werden. In den vergangenen Jahren war der indische Unionsstaat Gujarat wiederholt Schauplatz interreligiöser Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen Hindu und Muslims geworden, bei denen tausende Menschen starben.

Auch die Episode der Gewalt, zu der es im Februar 2002 zwischen Hindu und Muslimen gekommen war, hat tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Im Gespräch mit dem Fidesdienst erklärt Bischof Thomas Macwan von Ahmedabad: "Heute nimmt der Fundamentalismus aus politischen Gründen zu, denn er wird für den politischen Wahlkampf instrumentalisiert. Jahrelang haben Hindu, Muslime und Christen friedlich zusammengelebt. In den letzten zehn Jahren scheint es Veränderungen gegeben zu haben. Politische Gruppen haben in Gujarat Hindus und Muslime zur Auseinandersetzung getrieben, weil sie sich davon politische Vorteile versprechen".

Nach Ansicht des Bischofs hat der Fundamentalismus auch auf institutioneller Eben Einfluss: die Anti-Bekehrungs-Bewegung konnte in Gujarat und in anderen Staaten der Union bereits Fuß fassen und in den vergangenen Jahren verübten extremistische Hindu-Gruppen mehrmals Anschläge auf christliche Einrichtungen und Personen. Die Figur von Mutter Teresa hat nach Ansicht der Bischöfe eine starkesymbolische Ausstrahlung und kann deshalb auch als Instrument der Aussöhnung zwischen den von religiösen Konflikten zerrissenen religiösenGemeinschaften dienen.

Am 19. Oktober wird Bischof Macwan in der Diözese Ahmedabad einen Festgottesdienst zelebrieren in dessen Anschluss eine öffentliche Feier stattfinden wird, an der auch Vertreter der weltlichen Behörden und der Bürgermeister der Stadt, Anishabegam Mirza teilnehmen werden. Außerdem wurden auch die Mitglieder des Rates für Interreligiöse Einheit Ekta Samiti und Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften eingeladen. Auch in der Erzdiözese Gandhinagar soll auf Initiative von Erzbischof Stanislaus Fernandes ein interreligiöses Gebet im Rathaus der Stadt stattfinden. Außerdem wurden die Gemeinde Pfarrer und die Leiter der Schulen der Erzdiözese gebeten, geeignete Programme für Kinder und Jugendliche zur Weitergabe der moralischen und geistlichen Werte vorzubereiten.

Dies soll auch im Rahmen von Initiativen des interreligiösen Dialogs, des kulturellen Bildungsangebots und karitativen Aktionen geschehen.Bischof Godfrey Baroda wird am Tag der Seligsprechung in den Städten Vadodara uns Surat jeweils eine Heilige Messe feiern, zu der auch Vertreter anderer Religionen eingeladen sind. Wie Bischof Gregory Karotemprel von Rajkot gegenüber dem Fidesdienst erklärt wird in seiner Diözese anlässlich der Seligsprechung eine Feier im Auditorium der St. Mary School stattfinden, zu der die Gläubigen aller Religionen eingeladen sind. In diesem Rahmen soll die Botschaft von Mutter Teresa gewürdigt werden: Frieden, Versöhnung und Achtung der Menschenwürde stehen dabei im Mittelpunkt. Rund 90 Prozent der Einwohner des Staates Gujarat sind Hindus. Der Anteil der Christen liegt bei 0,42 Prozent und die Zahl der katholischen Gläubigen beträgt 150.000.

Reise zur Seligsprechung von Mutter Teresa: 18. bis 20. Okt.



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