Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  7. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  12. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  13. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  14. Fast der gleiche Glaube?
  15. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten

'Jesus war ein Erdbeben und nicht nur ein lieber Mann'

11. Juli 2017 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Stefan Oster: „Wenn wir einen Jesus verkünden, der Wellness lehrt, dann werden wir irrelevant“. Man müsse wieder vertreten, dass es um unser Heil gehe und nicht um einen „Humanismus der Nettigkeit“.


Augsburg(kath.net/pba) Der Passauer Bischof Dr. Stefan Oster SDB hat heute in der Basilika St. Ulrich und Afra an den Inhalt und die Mitte unseres Glaubens erinnert: „Nicht etwas, sondern jemand, nämlich unser Herr Jesus Christus“, betonte Bischof Oster. Ihn in unserem Leben wirklich werden zu lassen, sich an Jesus festzumachen, ein Diener Christi zu sein, gebe uns erst die Freiheit Gott und den Nächsten zu lieben. „Nur wenn uns das nahe geht, spüren wir, er ist die Mitte von allem.“ Mit dem feierlichen Pontifikalamt begann der „Tag der Priester und Diakone“ im Rahmen der Ulrichswoche, der sich heuer mit dem Thema „Berufung“ beschäftigte.

Ausgehend von der Frage, wo das Problem liege, dass es gegenwärtig eher weniger als mehr junge Menschen gibt, die eine geistige Berufung in sich spüren, näherte sich Bischof Oster in seinem Vortrag zum Thema „Jugend, Glaube und Berufungen“ vom christlichen Menschenbild her. Vor rund 100 Priestern und Diakonen beschrieb er die Erfahrung des Seins, die Sinnerfahrung und die Erfahrung einer Christusbeziehung als drei Wege der Berufungsfindung. Diese müssten nicht nacheinander abgelaufen werden, sondern seien meist ineinander verwoben. „Berufung ereignet sich in der konkreten Wirklichkeit.“ Letztlich sei es aber erst durch die Begegnung mit dieser Wirklichkeit möglich, dass die Fähigkeit zur Entscheidung für einen bestimmten Berufungsweg wachse.


Was verwandelt also den Menschen, darf Christus in mein Leben hineinkommen, fragte Bischof Oster. Seine Antwort: Die Erfahrung von Sinn, Beziehung und Leid. „Menschen entwickeln Leidenschaft für andere Menschen, Geschöpfe, Dinge, Tätigkeiten und Ziele. Sie entdecken, was für sie Sinn und Freude macht und was Erfüllung schenkt.“ Für junge Menschen sei es daher wichtig, das zu entdecken und darin sich selbst, Prioritäten zu setzen und diese zu verändern. Letztlich gewinne aber alles in unserem Leben seinen Sinn durch Christus. Erst die Begegnung und Beziehung mit ihm mache uns liebes- und leidensfähig. „Bei Jesus daheim sein, verwandelt alles andere.“

Warum es dennoch immer weniger gelingt, junge Menschen für Gott und die Nachfolge Christi zu gewinnen, machte der Bischof an mehreren Punkten fest und stellt diese als drängende Herausforderungen für die Zukunft der Kirche heraus. Bischof Oster ermutigte dazu, wieder den ganzen Jesus zu verkündigen und dadurch eine neue Leidenschaft für Christus zu entfachen: „Jesus war ein Erdbeben, nicht nur ein lieber Mann!“ Dass es um unser Heil gehe und nicht um einen „Humanismus der Nettigkeit“, gelte es aber auch mit Überzeugung zu vertreten, so der Bischof. „Wenn wir einen Jesus verkünden, der Wellness lehrt, dann werden wir irrelevant“. In der Nachfolge Christi zu leben, bedeute nämlich, sich die Jüngerschaft zum Lebensthema zu machen. Nur wenn wir im, mit und vom Herrn lernen, könnten wir ihn auch lieben. „Das ist unsere Herausforderung“, wandte er sich an die Priester und Diakone, die er gleichermaßen zu echtem, intensivem treuem geistlichem Leben bestärkte: „Wir sind berufen, Gott zu lieben, weil er so großartig ist, und müssen die Sehnsucht nach ihm wecken.“

Bestätigung erhielten seine Aussagen im anschließenden Podiumsgespräch, das Schwester Dr. Theresia Mende OP vom Institut für Neuevangelisierung moderierte. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass es das gute Beispiel und Vorbild von authentischen Priesterpersönlichkeiten ist, das in jungen Menschen heute noch die Sehnsucht nach einem Leben in der Nachfolge Christi wecken kann.

Vor der Pontifikalvesper mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa in der Ulrichsbasilika hatten die Priester und Diakone in sechs Gesprächsrunden die Möglichkeit, sich über Themen der Berufungspastoral auszutauschen. Dabei stand die Frage „Kann man Berufungen machen?“ ebenso im Raum wie die kirchliche Jugendarbeit als Quelle für Berufungen, die Berufungspastoral aus der Sicht von Papst Franziskus, die geistliche Begleitung von jungen Priestern und die Erfahrungen von Anbetungsinitiativen.

Bischof Stefan Oster/Passau bei der Predigt zum Einkehrtag der Priester und Diakone des Bistums Passau



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  2. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Fast der gleiche Glaube?
  7. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  8. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  9. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  10. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  11. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  12. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  13. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  14. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"
  15. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz