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Wider die Mutlosigkeit und die Feigheit in der Kirche

9. Juni 2017 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
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Hirten biedern sich dem Zeitgeist an und allzuviele Oberhirten (nicht alle!) leisten dem Druck der Gremien, der Politik und den Medien keinen Widerstand mehr. Das Salz ist schal geworden. Kommentar von Michael Schneider-Flagmeyer


Saarlouis (kath.net/Blog „Forum Deutscher Katholiken) „Es gärt in der Kirche gewaltig“, sagte ich einem Freund. Er antwortete: „Du musst doch als Historiker wissen, dass es immer in der Kirche gegärt hat.“ Das ist so wahr wie auch platt. Aber zu keiner Zeit, sehen wir einmal von dem Sturm des Arianismus ab, wurde von so vielen Bischöfen, Theologen, Priestern und Diakonen, Ordensleuten und Gremienkatholiken und vor allem von der Kirche angestellten Laien und natürlich in deren Nachfolge auch bei so vielen Katholiken Aussagen der Heiligen Schrift, des Konzils – trotz allem Geschwätz vom „Geist des Konzils“- in Frage gestellt oder gar verneint wie heute. Viele Menschen, darunter auch gute Priester, haben resigniert oder sich zurückgezogen. Der Mut hat sie verlassen. Papst Benedikt XVI. hat wiederholt von der Selbstsäkularisierung der Kirche gesprochen und als Theologie-Professor schon in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts von einer nahezu heidnischen Kirche gesprochen. Schon diese Aussage macht uns deutlich, dass lange vor dem Konzil es um die Glaubensfragen und um das Glaubenswissen schlecht in der Kirche bestellt war.

Spätestens seit der Würzburger Synode gab es einen immer mehr zunehmenden Dissens zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und Rom, der zu der erschreckenden Aussage des derzeitigen Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Marx, führte, man sei schließlich keine Filiale von Rom.

Kein Wunder, dass ein Mitglied des ZdK auf einer der „Dialog“-Konferenzen zu einem Vertreter des Forums Deutscher Katholiken sagte: „Der Unterschied zwischen uns beiden ist: ich bin katholisch und Sie sind römisch-katholisch“, kath.net hat berichtet.


Die Bischofskonferenz betont zwar immer wieder die Einheit mit dem Nachfolger Petri, lässt aber das Wort der Päpste und Weisungen aus Rom weitgehend unbeachtet.

Hier eines der jüngsten Beispiele: Der Bischof von Osnabrück Dr. Bode will viri probati zu Priestern geweiht wissen, sagt aber zur Priesterweihe der Frau, dass diese NOCH NICHT zu verwirklichen sei. Damit stellt er sich gegen das päpstliche Lehramt, in dem er so tut, als sei diese Frage in der Schwebe zu halten.

Papst Franziskus, auf den man sich so gerne auch in deutschen Amtskirchenkreisen beruft, hat unmissverständlich erklärt, dass die Frage der Priesterweihe der Frau durch den heiligen Papst Johannes Paul II. verbindlich für alle Zeiten für unmöglich erklärt wurde. Damit ist natürlich auch die Diakonenweihe der Frau ausgeschlossen, da das Weiheamt dreifach geteilt in Diakonen- Priester- und Bischofsweihe aufeinander bezogen ist. Alle theologischen Klimmzüge können daran nichts ändern. Das Dilemma der Bischöfe besteht nun darin, dass sie von Seiten der Theologie mit den Medien (auch einigen „katholischen“) im Rücken und durch Priester, die das päpstliche Lehramt nicht mehr achten aber das Kirchenvolk negativ beeinflussen, ständig unter Druck gesetzt werden. In dieser Phalanx spielen die machtvollen Strukturen in den Ordinariaten eine übermächtige Rolle, gegen die sich die Bischöfe kaum noch wehren können. Und wenn sie es denn tun, geht es ihnen wie den Bischöfen Mixa und Tebartz- van Elst.

Also müsste man doch Verständnis aufbringen für die schwierige Situation der Bischöfe. Es waren aber die Bischöfe, die den Fakultäten erlaubten, Grundaussagen der Kirche in Frage zu stellen, die Katechese über Jahrzehnte einzustellen und den Religionsunterricht weitgehend verkommen zu lassen, so dass ganzen Generationen der christliche katholische Glaube vorenthalten blieb. Sie ließen die Ordinariate mit ihrer Bürokratie ins Uferlose wuchern.

Beispiel München. Beim Amtsantritt von Kardinal Wendel waren 14 Leute im Ordinariat beschäftigt. Als er starb waren es 45 und drei Nonnen. Heute sind es gegen 1.000. Und wie ein Ordinariatsdirektor einer der großen deutschen Diözesen mir sagte, hätten aus diesen Apparaten 75 % nichts mehr mit Christus und seiner Lehre zu tun.

Ähnliche Verhältnisse herrschten nach Aussagen von Teilnehmern in der Trierer Synode, zu deren Gunsten Bischof Ackermann so gut wie abgedankt hat; denn deren Beschlüsse werden nun Zug um Zug umgesetzt. Die große Diözese wird in Zukunft nur noch 35 Pfarreien haben, was die Diözesanen immer noch nicht begreifen können und wollen. Aber es wird so kommen, wenn Rom hier nicht einen Riegel vorschiebt.

Und hier kommt es nun auf die Gläubigen an, die noch fest zur Kirche stehen. Nicht Mutlosigkeit und Resignation ist die Lösung. Christus hat uns vorausgesagt, dass der Glaube schwindet („Wird der Menschensohn bei seiner Wiederkunft noch Glauben vorfinden?“). Glaube und Glaubenswissen sind zugunsten von Strukturen, Finanzen und Bürokratien ins Hintertreffen geraten. Hirten biedern sich dem Zeitgeist an und allzuviele Oberhirten (nicht alle!) leisten dem Druck der Gremien, der Politik und den Medien keinen Widerstand mehr. Das Salz ist schal geworden. Und die Feigheit zum mutigen Bekenntnis hat in allen Ständen der Kirche um sich gegriffen.

Eines der jüngsten Beispiele ist das erbärmliche Handeln des Berliner Diözesanrates, der einen Antrag auf Unterstützung des Marsches für das Leben ablehnte mit jämmerlichen Argumenten, die einen Kotau vor dem Zeitgeist darstellten. Zwei Mitglieder waren für den Antrag, neun enthielten sich der Stimme und obwohl nicht alle Mitglieder anwesend waren, fand sich doch eine Mehrheit gegen den Antrag, obwohl Erzbischof Koch beim letzten Lebensmarsch mitmarschierte und auch dort sprach. kath.net hat berichtet, siehe hier auch weitere Links.

Hier wird einmal deutlich, dass die Laien doch einer klaren Führung durch die Bischöfe und Priester bedürfen, wenn es sich um Fragen des Glaubens und der Moral handelt.

Dass die Welt uns hasst, hat der Herr uns vorausgesagt. Zu keiner Zeit wurde das so deutlich wie in unseren Tagen. Aber Christus hat mit dieser Voraussage auch seine Verheißungen verbunden wie z.B. in der Geheimen Offenbarung: „Wer siegt, der darf mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich gesiegt habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.

Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“ (Apk.3, 21-22). Diese Verheißung macht der im Himmel erhöhte Christus der erbärmlichsten der sieben Gemeinden, der von Laodizea. Wir sollen und wollen weder mutlos noch feige sein sondern an dem Bekenntnis festhalten (Paulus) und an der Lehre der Kirche und diese mutig denen gegenüber vertreten, die japsend dem Zeitgeist hinterherlaufen, ohne ihn jemals einzuholen.

„Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden: sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. Nicht, dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.“ (Paulus an die Philipper 3, 10-12)

Foto von Dr. Michael Schneider-Flagmeyer, Gründungsmitglied des ´Forum Deutscher Katholiken´



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