23 Mai 2017, 10:00
1984: Weihe Russlands an Maria nur indirekt – diplomatische Rücksicht
 
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Die Berater Johannes Pauls II. hätten ‚diplomatische Konflikte’ befürchtet. Der Papst sei schließlich ihrer Empfehlung gefolgt, sagt Kardinal Cordes.

Karaganda (kath.net/jg)
Papst Johannes Paul II. habe Russland bei der Weihe der Welt an Maria im Jahr 1984 ausdrücklich erwähnen wollen. Seine Berater hätten ihm jedoch dringend davon abgeraten und er sei schließlich deren Ansicht gefolgt. Das sagte Paul Josef Kardinal Cordes in der Predigt bei der Abschlussmesse des Marianischen Kongresses in Karaganda (Kasachstan), wie kath.net bereits berichtet hat.

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In den Botschaften von Fatima hat Maria davor gewarnt, Russland werde „seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören“. Dies würde geschehen, wenn Russland nicht ihrem Unbefleckten Herzen geweiht würde.

Papst Johannes Paul II. hat die Weihe am 25. März 1984 auf dem Petersplatz durchgeführt, dabei Russland aber nicht namentlich erwähnt. Vatikanische Diplomaten hätten ihm dringend davon abgeraten, weil sie nicht näher genannte „politische Konflikte“ befürchtet hätten. Der Papst habe lange um die Entscheidung gerungen, sich aber letztlich doch an die Empfehlung seiner Berater gehalten, erinnerte sich Cordes.

Einige Zeit nach der Weihe habe der Papst bei einem Mittagessen im kleinen Kreis davon erzählt, berichtete der Kardinal. Mit strahlendem Gesicht habe Johannes Paul II. hinzugefügt, dass das, worauf er verzichtet habe, dennoch erfüllt worden sei. Über Freunde habe der Papst erfahren, dass einige Russisch-Orthodoxe Bischöfe seine Weihe zum Anlass genommen hätten, Russland namentlich der Gottesmutter zu weihen, sagte Cordes.

Die Erinnerungen von Kardinal Cordes entsprechen dem Bericht des 2016 verstorbenen Priesters und Exorzisten Gabriele Amorth. Dieser hat im Dezember 2015 in einem Interview mit LifeSiteNews gesagt, Johannes Paul II. habe Russland ausdrücklich dem Unbefleckten Herzen der Mutter Gottes weihen wollen. Seine Berater hätten ihn aber davor gewarnt, dies könne die Russisch-Orthodoxe Kirche vor den Kopf stoßen.

Der Papst habe Russland „indirekt“ geweiht, indem er die Welt dem Herzen Marias geweiht habe. Dabei habe er eine Ergänzung hinzugefügt, die in den offiziellen Dokumenten nicht aufscheine. Die Weihe beziehe sich „besonders auf jene Nationen, um deren Weihe Du (Maria, Anm.) gebeten hast.“ Er sei bei diesen Worten in unmittelbarer Nähe von Johannes Paul II. gewesen, erinnerte sich Amorth. Eine direkte Weihe Russlands durch den Papst habe nicht stattgefunden, könne jedoch jederzeit durchgeführt werden. Er sei sich sicher, dass sie noch durchgeführt werde, sagte er 2015.

Link zur Predigt von Kardinal Cordes in Kasachstan in voller Länge: 'Es ist etwas Wunderbares um unsern katholischen Glauben'

© Foto: Kirche in Not

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