Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  8. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  9. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  10. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  11. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  12. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  13. Realitätsverlust im Bistum Chur
  14. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Was ist mit Dir los, Europa?

15. Mai 2017 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Jahr 2017 könnte zum Schicksalsjahr für die Europäische Union werden, vermuten viele Politiker. Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Fulda (kath.net/pbf) „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut“ (Psalm 127,1). Dieser Psalmvers, der einst die Balken von alten Fachwerkhäusern zierte, kommt mir in den Sinn, wenn ich auf Europa schaue. Das Jahr 2017 könnte zum Schicksalsjahr für die Europäische Union werden, vermuten viele Politiker. „Was ist mit der EU los?“, so fragen viele, die wissen, dass bei einem Kollaps mehr als Ökonomie und Euro auf dem Spiel stehen, vielmehr auch das Friedenswerk der Europäischen Gemeinschaft, das mich als pax christi-Präsident besonders berührt, weil die Länder der Gemeinschaft seit über siebzig Jahren keinen Krieg gegeneinander führen: Ein Wunder nach zwei blutigen Weltkriegen im letzten Jahrhundert, durch Emotionen und Ideologien entstanden, die im Bewusstsein der Menschen zuvor vergiftend gewirkt haben. Durch Achtung vor der Würde des anderen, gemeinsame Ziele und Zusammenarbeit wird das so nicht mehr möglich sein.

Drei Generationen haben am europäischen Haus gebaut. Und es waren profilierte katholische Politiker, die nach der großen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs das Fundament gelegt haben. Der Einsatz der Gründerväter Alcide de Gasperi, Robert Schuman und Konrad Adenauer mündete in die europäischen Einigungsprozesse, auf denen die heutige EU beruht.

„Ich denke an ein Europa ohne selbstsüchtige Nationalismen“, so lautete der leidenschaftliche Appell von Papst Johannes Paul II., als ihm 2004, ein Jahr vor seinem Tod, der außerordentliche Karlspreis für die Einheit Europas verliehen wurde. Jener Papst aus Polen war einer der großen Brückenbauer, der maßgeblich mitgewirkt hat, die Mauern zwischen Ost und West zum Einsturz zu bringen. Seine Leidenschaft galt einem solidarischen Europa, über dem das Angesicht Gottes leuchtet. Wörtlich sagte er: „Dies ist mein Traum, den ich im Herzen trage und den ich den kommenden Generationen anvertrauen möchte.“ Ernüchterung macht sich unterdessen breit. „Was ist mit Dir los, humanistisches Europa, Du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit?“, so ließ sich Papst Franziskus, Karlspreisträger des Jahres 2016 vernehmen (Rede zur Verleihung des Karlspreises am 6. Mai im Vatikan). Er beklagte, dass „wir Kinder dieses Traumes versucht sind, unseren Egoismen nachzugeben… und Zäune zu errichten“. Tatsächlich, woraufhin haben sich die Länder Europas entwickelt? Verschlossen und zerstritten, wo es um gemeinsame Zukunftskonzepte und entschlossenes Handeln ginge statt um nationale Egoismen. Ängstlich und kleinlich, wo doch Großherzigkeit und Menschlichkeit angesagt wären.

Es muss wohl erst ein Papst vom anderen Ende der Erde kommen, um daran zu erinnern, dass Europa endlich zu sich selbst finden muss: in der Besinnung auf das Gemeinwohl und in der Solidarität der Tat, für Dialog und Menschlichkeit in einer Zeit, in der nationalistische Thesen propagiert werden, Populismus und Pragmatismus die Wahrheitsfrage vertreiben.

„Die Hölle, das sind die anderen“, stellte einst Jean-Paul Sartre in seinem Drama „Geschlossene Gesellschaft“ fest. Wie es scheint, durchlebt die europäische Gesellschaft eben jenes Drama der verschlossenen Türen und hochgezogenen Mauern, gefangen in gegenseitigem Misstrauen und in Angst. Es bräuchte tatsächlich den Mut, Europa neu zu denken, nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung. Es käme darauf an, einander vorurteilsfrei zu begegnen, nicht naiv und blauäugig, aber doch mit einem Vorschuss an Wertschätzung, Sympathie und Vertrauen. Hier wären die Christinnen und Christen an vorderster Stelle gefordert, ihre universale Sicht des Menschen und der in Gott geeinten Menschheitsfamilie einzubringen. Was wir dringend brauchen, ist eine Rückbesinnung auf die fundamentalen Werte, die sich aus dem jüdisch-christlichen Menschenbild ergeben. Hat die Politik den Mut und die Kraft dazu? Wie kann die Kirche als einheitsstiftende Institution dabei helfen?


Bischof Heinz-Josef Algermissen, Fulda



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 15. Mai 2017 
 

Der Knackpunkt

"Und es waren profilierte katholische Politiker, die nach der großen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs das Fundament gelegt haben". That's it!. Und es sind deren politische Enkel, die die EU durch Unfähigkeit, aggressive Ideologien (Gender, Homo, Abtreibung, Anti-Familie etc.) und Zentralismus sprengen. Dazu die verheerende Finanzpolitik. Die EG hatte doch wunderbar funktioniert. Aber nein, man wollte einen leicht regierbaren Einheitsstaat. Dass sich das die Osteuropäer nicht bieten lassen, war kurz nach den Sowjetzeiten klar. Und dann der un-endliche Alleingang Merkels, die ihre Schützlinge den anderen aufzwingen will, während diese die Horrormeldungen aus Deutschland ungefiltert lesen dürfen, da sie keinen Pressekodex und andere Zensurmaßnahmen haben. Die EU ist vielleicht tot, Europa möge noch lange und in Frieden leben. Auf christlich-abendländischem Fundament. Bad times create good men, good times create weak men, weak men create bad times (you are here)...


6
 
 Makkabäer 15. Mai 2017 
 

Psalm 127,1

Schade, nach dem eingangs zitierten Schriftwort hätte es ein guter Artikel werden können - so aber... Nennen Sie mir ein Brüsseler Gesetz das im christlichen Sinn erfreulich gewesen wäre. Im Gegensatz dazu fallen mir viele Gesetze ein die definitiv antichristlich sind.


5
 
 hortensius 15. Mai 2017 
 

Folgt auf die Diagnose eine Therapie?

Eine klare Diagnose! Nur sind die Mehrheiten, vor allem die Massenmedien, nicht mehr therapiefähig. Große Aufbrüche waren in der Geschichte immer nur nach blutigen und tränenreichen Katastrophen möglich. Auch Adenauer und Robert Schuman hatten ihre Chance nur, weil eine Katastrophe vorausgegangen war. Die heutigen Europa-Kleisterer werden keinen Erfolg haben, denn " was sie (ohne Gott) vereinen, wird sich wieder spalten. Was sie erneuern, über Nacht veralten. Und was sie stiften, Not und Unheil bringen." Reinhold Schneider


12
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. EU-Bischöfe zu „My Voice, My Choice“: „Eine Entscheidung, die ernsthafte Bedenken aufwirft“
  2. Bischofskonferenzen Europas beten in der Fastenzeit für Frieden
  3. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  4. Menschenrecht auf Abtreibung?
  5. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  6. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  7. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  8. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  9. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"
  10. P. Wallner: Weltmission Schlüssel für Aufbruch der Kirche in Europa






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  15. Der entschärfte Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz