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Ein neuer Weihbischof für Wien - Erinnerung an Kurt Krenn, 1987

26. April 2017 in Buchtipp, 7 Lesermeinungen
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Anlässlich des 30. Jahrestages der Weihe von Bischof Kurt Krenn am 26. April 1987 im Wiener Stephansdom erinnern sich Zeitzeugen in einem Buch an die damaligen Ereignisse. Ein Buch von Rudolf Födermayr


Linz (kath.net)
Vor 30 Jahren, am 3.März 1987, wurde der Regensburger Universitätsprofessor Dr. Kurt Krenn, gebürtiger Oberösterreicher, zum Weihbischof von Wien ernannt. Diese seine Ernennung mit der Bestimmung, dass er für die Bereiche Wissenschaft, Kunst und Kultur zuständig sei, wurde am 7. März öffentlich gemacht. Die Situation der Katholischen Kirche in Österreich zu diesem Zeitpunkt und davor, aber vor allem den noch nie da gewesenen „Sturm der Entrüstung“, den die Ernennung Krenns auslöste, schildert der Beitrag dieses Sonderdruckes.
P. Dr. Ildefons Fux OSB hat diese auch kirchenhistorisch wertvolle Zusammenschau als Beitrag für die Festschrift zum 70. Geburtstag von Bischof Krenn „Der Wahrheit verpflichtet“ erstellt. Mit einer Präzision, die größer nicht sein könnte, beschreibt er die Ereignisse nach dem Bekanntwerden der Ernennung Krenns.

War es schon bei der Bischofsweihe von Dr. Alfred Kostelecky (Militärbischof) im Dezember 1986 zu Demonstrationen vor dem Stephansdom gekommen, konstatiert der Verfasser jetzt „unliebsame Ereignisse“, „verletzende Vorkommnisse“, „krasse mediale Fehlleistungen“, „Unmutsäußerungen“ und die Erkennbarkeit einer „aggressiven Verteidigungsbereitschaft“! Er stellt eine Radikalisierung der Sprache fest; ja, man ist „befremdet“, „fassungslos“, „bestürzt“ und vor allem „betroffen“ von der „Art der Ernennung“, man fühlt sich „entmündigt“ und ist „empört“ über den „römischen Zentralismus“! Man vermisst „Freiraum“, „Dialog“, „Geschwisterlichkeit“ und „nachkonziliare Offenheit“ - und dies alles aus „Sorge um die Einheit“ und aus „Liebe zur Kirche“!

Dieses Betroffenheitsvokabular kann hier nicht vollständig wieder gegeben werde. Heftige Angriffe richten sich nun gegen „Rom“; Papst Johannes Paul II. wird vom Oberen der Cursillobewegung in Österreich, P. Josef G. Cascales, mit Stalin verglichen, auch greift jener den Nuntius an und verdächtigt ihn des Verrates! Cascales schreibt auch einen persönlichen Brief an Krenn (23.3.1987) und fordert ihn auf, auf die Ehre, Bischof zu sein, zu verzichten und er fügt die Drohung an: „Seien Sie vorsichtig! Viele von uns wissen genug über Sie, über Ihre Vergangenheit, über Ihre Familie, um hinreichenden Grund zu haben, Sie als Bischof abzulehnen.“


Andere Stimmen nennen Krenn „Aufpasser“, „österreichischen Ratzinger“, er habe keine wissenschaftliche Befähigung und „vorkonziliares, fundamentalistisches Denken“. Ein Wiener Priester, der selbst nie über den Wienerwald hinausgekommen war, stellte fest, Krenn komme „aus dem Wald“.

Zwei andere Mitbrüder im Priesteramt fanden es weder zu blöd, noch zu kindisch, öffentlich über „Würstel mit Kren“ zu reden und zu schreiben. Auch die Diözesanleitung der Katholischen Jungschar als Vertretung 10- bis 14jähriger Kinder (!) bekundete ihren Protest. Ursachen für diesen vielstimmigen Aufschrei lassen sich viele benennen. Krenn war konservativ und befähigt, sein Glaubens- und Kirchenverständnis nachdrücklich zu vertreten. Kardinal König bezeichnete ihn einmal in einem privaten Gespräch als den Intelligentesten in der österreichischen Bischofskonferenz.
Krenn war auch „streitbar“, was viele bewusst oder unbewusst mit „streitlustig“ oder „streitsüchtig“ verwechselten.

Er wich weder aus Angst, noch aus Harmoniebedürfnis von der ganzen Wahrheit ab, betonte immer, diese liege nicht in der Mitte und verurteilte Toleranz mit verschwommenen Standpunkten und ein angepasstes und bekenntnisschwaches Christentum. „Er hat oft ganz bewusst den Dogmen des Zeitgeistes widersprochen, dem Druck standgehalten und die Last des Widerspruchs getragen. Bischof Krenn wurde von einfachen Gläubigen geliebt, hatte erstaunlich viel Sympathie bei Fernstehenden und stieß auf Wertschätzung bei intellektuellen Kontrahenten. Vom zeitgeistigen innerkirchlichen Establishment wurde er gehasst.“ (Steinwender, Festschrift)

Krenn sprach nie vom „Geist des Konzils“, aber er konnte viele Passagen der Texte des Konzils auswendig, lag doch das „Kleine Konzilskompendium“ von Rahner/Vorgrimler immer griffbereit auf seinem Schreibtisch. Und er war nie feige oder auch nur ängstlich. Nach der Liturgie der Bischofsweihe von Wolfgang Haas in Chur, als längst alle Würdenträger bei der Agape waren, stand Krenn noch lange am Kirchenvorplatz, umringt von einer großen Anzahl junger Männer, die zum Teil schwarze Mundbinden trugen. Geduldig reagierte er auf ihre Angriffe und Fragen und bat zuletzt um eine Mundbinde als Erinnerung, wie er sagte „an diese interessante Begegnung“. Seine Sprachgewandtheit und Intelligenz machten seinen Gegnern oft schwer zu schaffen, manchen blieb nur zornige Gehässigkeit.

Er erhielt aber auch viele zustimmende Anrufe und Schreiben, in denen ihm versichert wurde, man „stehe ganz hinter ihm.“ Das entlockte ihm, der nie wehleidig jammerte, einmal die Bemerkung, er würde sich manchmal wünschen, dass sich jemand „vor ihn“ stellt.
Als Grundursache der Ablehnung Krenns ist jedoch der damals schon tiefe und breite Riss in der Kirche, der durch jede Diözese, jede Pfarre, jeden Orden, ja sogar durch manche Familien ging. Viele wollten eine „offene“, „dialogfähige“, Kirche „von unten“, die in ihrer Struktur und in ihrer Glaubenslehre der Zeit angemessen sei. Der Bischof sollte sich als „Lobbyist“ seiner Diözese in Rom verstehen, nicht als Vertreter der Weltkirche in seiner Diözese.

Zentrale Glaubensinhalte, wie Gottheit Christi, Jungfrauengeburt, Transsubstantiation und Realpräsenz in der Eucharistie und Unsterblichkeit der Seele werden offen durch viele Theologen geleugnet – mit verheerenden Folgen und immer unterstützt von antikirchlichen Medien und deren Drahtziehern.
„Die Kirche ist unterwandert“ stellte Kardinal Ratzinger schon 1988 fest. Und Papst Paul VI. hat von der „Selbstzerstörung der Kirche“ gesprochen: „Der Rauch Satans ist in die Kirche eingedrungen!“ Der Riss in der Kirche scheint heute zu einem Abgrund zu werden. Der Bitte des Priesters nach dem Hochgebet in der Hl. Messe „ ... schenke deiner Kirche Einheit und Frieden“ sollten sich daher alle Gläubigen anschließen. Der Apostel Paulus schreibt an die Bischöfe Titus und Timotheus: „So predige, ermahne und weise zurecht mit allem Nachdruck!“- Das hat Bischof Krenn befolgt.

kath.net Buchtipp
Ein neuer Weihbischof für Wien – Erinnerung an die Ernennung und Konsekration von Kurt Krenn, 1987
Ildefons M. Fux
Eigenverlag Rudolf Födermayr
Preis: EUR 7,00

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