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Nur schwer zu ertragen: Die Eucharistie

12. April 2017 in Kommentar, 25 Lesermeinungen
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„Unverständlich ist es, warum man von Seiten der Bischöfe nicht aufmerksamer auf das Acht hat, was die Priester und hauptamtlichen Laien tun.“ Kommentar von Peter Winnemöller


Aachen (kath.net/Katholon/pw) In einem Interview mit der Aachener Zeitung gab der scheidende Leiter der Citypastoral, Dieter Spoo, an, mit der Eucharistie nicht viel anfangen zu können. „Wenn zum Beispiel jetzt wieder die Bedeutung der Eucharistie ins absolute Zentrum des Glaubens gerückt wird, stelle ich dem entgegen, dass viele Menschen das als Hokuspokus empfinden und dem nichts abgewinnen können“, antwortet er auf die Frage, warum er „Römisch katholisch“ nur mit Humor ertragen kann. Er fährt fort, dass es schwierig sei, wenn daran das ganze Christsein festgemacht werde, da die Bedeutsamkeit dieses Ritus für viele so vage sei. Natürlich geht es nicht ohne Seitenhieb gegen Priester, denn, so betont der Pastoralreferent, wenn die Eucharistie so wichtig sei, dann gehe es nicht ohne Priester. Der Rest der Antwort ist nicht weiter relevant, es handelt sich um das übliche Einhacken auf die Kirche und kirchliche Praxis.

Dem Satz hingegen, dass es nicht ohne Priester gehe, ist eindeutig zuzustimmen. Es geht in der Tat nicht ohne Priester. Man muss sogar dabei zustimmen, dass die Eucharistie für viele, ja vielleicht wirklich für die meisten Menschen nur schwer zu ertragen ist. Seien wir froh, dass wir bei der Elevation nach der Konsekration nur eine kleine runde Scheibe Brot sehen. Ließe uns der Herr schauen, was der Priester wirklich in der Hand hält, die wenigsten könnten es ertragen.

Wir feiern es in dieser Woche: Die Einsetzung der Eucharistie. Wir hören den Einsetzungsbericht in jeder Hl. Messe bei der Wandlung. Wir hören, was Jesus tat. Er nahm das, was sich am kommenden Tag ereignen sollte, für seine Apostel vorweg, damit diese es über alle Zeiten hinweg bewahren und tradieren. Das Opfer, das Jesus selbst am Kreuz gegeben hat, sich selbst, sein Leiden und sein Sterben für die Sünden der Menschen zu allen Zeiten, das hat er auf eine wundersame Weise den Aposteln am Abend vor seinem Tod anvertraut. Das Kreuz und das heilende Handeln Jesu, der das Kreuz auf sich nimmt, liegt nun in den Händen der Apostel, ihrer Nachfolger und darüber in der Hand eines jeden Priesters.

Man kommt nicht umhin, Dieter Spoo zuzustimmen. Das ist kaum zu ertragen. Das ist so abgehoben – im wörtlichen Sinn – dass der Priester, der diese Handlung vollzieht, im Augenblick der Wandlung nicht weniger einsam ist als Jesus am Kreuz. Bis an die Stufen des Altars können wir noch mitgehen, sagte mir mal ein Ministrant, der häufig in der außerordentlichen Form des römischen Ritus ministriert. Dann, so fuhr er fort, steigt der Priester die Stufen hoch und ist allein. Da können wir nichts mehr für ihn tun. Das ist sehr zutreffend beschrieben die Situation von Golgotha. Maria, Maria von Magdala und Johannes konnten bis unters Kreuz mitgehen. Am Kreuz war der Herr allein.


Welch eine Gnade ist es, dass uns Gott dies alles bewahrt hat, doch niemand von uns dabei selber körperlich leiden muss oder das Leiden mit den körperlichen Augen mit ansehen muss. – Nehmen wir hier mal die Leidensmystik bewusst aus. – Das Leiden Christi, das dieser in seiner vollen Grausamkeit durchlitten hat, um uns zu erlösen, ist verklärt. Das ist nun wahrlich kein Hokuspokus, das ist die Macht Gottes, die das vollbracht hat. Wir wissen es und wir bekennen es im Glauben: Auferstanden am dritten Tag. Ostern hat alles verändert. Der Gründonnerstag und der Karfreitag sind also nur von Ostern her zu verstehen, ansonsten wären sie wirklich gar nicht auszuhalten.

Und nun bekommt die Haltung einen Pastoralreferenten wie Dieter Spoo seinen Sinn. Hokuspokus – übrigens tatsächlich eine Verballhornung der Einsetzungsworte – wird die Eucharistie für den, der sie nur aus der karfreitäglichen Perspektive betrachten kann. Um das abzumildern, wurde die stärkere Betonung des Mahlcharakers der Eucharistie erfunden. Eine geniale Idee. Opfer! So etwas Archaisches brauchen wir nicht. Der liebende Gott verlangt doch kein Opfer. Also halten wir ein Gedächtnismahl. Feiert man aber die Eucharistie, so kommt man aber dennoch am Opfer einfach nicht vorbei. Man kann die konsekrierte Hostie drehen und wenden wie man will, die Eucharistie ist die unblutige Gegenwärtigsetzung des blutigen Kreuzesopfers Christi. Es passiert immer dann, wenn ein Priester am Altar die heiligen Handlungen vollzieht.

Schon bekommt auch der antipriesterliche Reflex einen Sinn. Ist ein Priester da, gibt es die Eucharistie. Ist kein Priester da, gibt es keine Eucharistie. Erst ohne Eucharistie kann man so Kirche machen, wie es sich Dieter Spoo erträumt. In bester konstruktivistischer Manier erfindet der Pastoralreferent sich und Kirche zu allen Phasen seines Wirkens immer neu. Da kommen dann sicher allerlei interessante Events heraus. Blitzschach ist dann plötzlich eine spirituelle Erfahrung. Nun gut, wenn man nichts anderes mehr hat, dann kann einen vielleicht der Weiße König erlösen. Das Kreuz ist dann nicht mehr der Ort des Leidens Christi, das Opfer haben wir ja längst abgeschafft, das Kreuz ist dann eine Kreuzmuffe aus dem Klempnergroßhandel, weil es als Symbol für etwas dient, was Leute zusammenführt. Man kann sich das nicht ausdenken.

Nun möchte der Pastoralreferent in die Predigtausbildung wechseln. Dabei komme es ihm nicht darauf an, dass theologisch hochkorrekt gesprochen werde, sondern dass es mit Überzeugung, einem inneren Feuer gepredigt werde. Kurz gesagt, jeder Blödsinn ist gut genug, wenn er nur mit genug Verve vorgetragen wird. Eine gute Predigt funktioniert auf diese Weise auch dann, wenn es Gott nicht gibt. Eine prima Idee ist das, nur leider ist es in der Kirche nicht so angezeigt. Allenfalls als Einschlafhilfe mag so etwas taugen.

Erstaunlich ist, dass sich Mitarbeiter wie Dieter Spoo in einem katholischen Bistum an leitender Stelle halten können. Das funktioniert eben nur in einer Körperschaft öffentlichen Rechts, die über reichlich Mittel aus Zwangsabgaben ihrer Mitglieder verfügt. Deckt der Vorgesetzte das Tun eines solchen Mitarbeiters, kann dieser lange und in Frieden die Kirche von innen inhaltlich aushöhlen. Selten nur erhebt sich nennenswerter Protest gegen fehlverwendete Steuermittel. Das ist im Staat nicht anders als in der Kirche. Was so geschaffen wird, mag für viele Menschen interessant sein. Doch es ist am Ende nur Augenwischerei. Eine Religion, die so innerweltlich verharrt und niemals auf das Größere, nicht mehr Verstehbare verweist, verkommt am Ende zur reinen Nabelschau wider alle Vernunft. Glaube und Vernunft gehören untrennbar zusammen. Darum kann der Glaube, auch der Glaube an die Eucharistie, durchaus vor der Vernunft bestehen. Wer in Unvernunft verharrt und darin nur „Hokuspokus“ sieht, wird sie tatsächlich nicht ertragen können.

Die Okkupation einzelner Bereiche deutscher Bistümer durch im Sinne der Kirche faktisch Ungläubige ist nichts, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Ist eine Gemeinde oder eine sonstige Einrichtung erst einmal vom Glauben abgefallen, kann sie nur sehr schwer wieder in die volle Gemeinschaft mit der Kirche integriert werden. Allein schon die Feststellung, dass ein Glaubensabfall stattgefunden hat, ist gar nicht so ohne weiteres möglich. Er sollte daher auch keinesfalls von irgendjemandem behauptet werden. Im Zweifel wäre das Verleumdung. Unverständlich ist es, warum man von Seiten der Bischöfe hier nicht aufmerksamer auf das Acht hat, was die Priester und hauptamtlichen Laien tun. Sollte das, was ein Mitarbeiter wie Dieter Spoo im Interview mit der Aachener Zeitung gesagt haben, die Zustimmung seines Bischofs finden, dann gäbe es in der Tat Grund zur Sorge. Bis dahin darf man sich getrost zurücklehnen und gelassen bleiben. Es ist allerdings durchaus so, dass Praktiken wider den Glauben zumeist im Verborgenen blühen und niemand darüber spricht.

In Zeiten der Anfechtung – von innen wie von außen – gibt es ohnehin nur einen guten Rat: katholisch bleiben. Wie das geht, steht im Katechismus. Die Glaubensvertiefung macht man mit Schriftlesung, Gebet und Empfang der Sakramente. Irgendwo in Autoreichweite gibt es immer den einen oder anderen guten Priester, der einen im Glauben nähren kann. Wir haben alle einen eigenen Verstand erhalten. Niemand ist gezwungen irgendwelchen Pastoralgenies auf die Leim zu gehen. Man kann, wie hier gezeigt, zumeist sogar sehr leicht nachvollziehen, auf welche Weise und aus welchem Grund eine neue Art Kirche konstruiert wird. Spannend ist das allemal. Aber es kann für einen Katholiken allenfalls ein Gedankenexperiment sein.

Halten wir uns im Glauben allerdings besser an dem fest, was wir nur schwer ertragen können, nämlich der Eucharistie!

Eines ist klar und man erkennt es auch zuweilen, die Erneuerung der Kirche geht ebenso wie die persönliche Bekehrung immer wieder von der Eucharistie aus.




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