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Gänswein: 'Papst Benedikt XVI. ist ein Kirchenlehrer'

12. April 2017 in Buchtipp, 4 Lesermeinungen
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Kurienerzbischof Gänsweins Vorwort zu „Über den Wolken mit Papst Benedikt XVI. - Gespräche mit Journalisten“ in voller Länge – Leseprobe 1


Kissleg-Vatikan (kath.net) Vorwort von Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär von Papst em. Benedikt XVI., Präfekt des Päpstlichen Hauses in voller Länge

Papst Benedikt XVI. ist ein Kirchenlehrer. Und mein Lehrer ist er bis heute geblieben.

Lehren war immer seine Leidenschaft. Wie der heilige Paulus in Athen hat aber auch dieser Völkerapostel niemals die Agora gescheut und die freimütige Verteidigung der Wahrheit auf dem Markt der Meinungen. Die Liebe zu dieser Berufung lässt sich auch aus vielen seiner oft prophetischen Antworten herauslesen, die er „über den Wolken“ den Journalisten gab, die ihn stets kritisch begleiteten. Auch in schwersten Zeiten bewahrte er sich die Heiterkeit seines Herzens wie in jenen Momenten, wenn er auf dem Petersplatz die Fragen von Kindern beantwortete, natürlich ohne Manuskript oder Notizen, immer völlig frei. So war es auch hier. Und so schwierig konnten die Fragen der kritischsten Medienvertreter nie sein, dass er sie nicht immer ebenso präzise wie furchtlos und druckreif beantwortete, wie diese Sammlung dokumentiert.

Ja, der Papst aus Bayern hat das intellektuelle Abenteuer eines freien Austauschs mit der säkularen Welt nicht gescheut.

Als diese Gespräche nach seinem Amtsverzicht im Jahr 2013 zuerst auf Italienisch erschienen sind, schrieb ich noch, sie seien ein Verständnisschlüssel zur oft unterschätzten Menschlichkeit des Heiligen Vaters und zu dem, was er auf seinen verschiedenen Reisen in verschiedene Länder auf seine sehr persönliche Weise gesagt habe.


Das stimmt auch jetzt noch. Heute sehe ich in dieser Dokumentation aber auch noch einmal, wie schwer ihm im Jahr 2012 die Entscheidung zu seinem Rücktritt und zum Abschied von dieser Welt des großen Dialogs gefallen sein muss, als ihn die Kräfte verließen und ihm nicht in weiteren Gesprächen mit Vertretern internationaler Medien, sondern im intensiven Zwiegespräch mit dem Herrn selbst bewusst wurde, dass die Zeit näherrückte, in einem letzten großen und souveränen Akt Platz zu machen für einen Nachfolger. Das war ihm wahrlich nicht leicht gefallen.

Doch er wusste: Die universale Weltkirche lässt sich heute nicht mehr aus der Zurückgezogenheit der päpstlichen Gemächer leiten. Die Kirche braucht nicht nur das prophetische Wort, sondern auch das offene Gespräch wie die Luft zum Atmen. Päpste müssen daher auch reisen wie die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Und die Herde der Christen braucht einen Oberhirten, der unermüdlich darauf schaut, dass sie sich nicht zerstreut.

Aber – und auch das dokumentiert diese Chronik öffentlicher Begegnungen Benedikts XVI. mit den Medien wunderbar – das oberste Hirtenamt war für ihn bis dahin nicht nur schwere Last, sondern auch Erfüllung und Seelenfreude, auf alle Herausforderungen auf der Höhe der Zeit und freimütig im Licht der Menschwerdung Gottes zu antworten.

Von diesem Licht leuchtet dieses Feuerwerk fröhlicher Frömmigkeit heute vielleicht noch mehr als im Schock und Staunen des Jahres 2013, als Angela Ambrogetti die Gespräche der Reisen des Papa emeritus für dieses Buch zusammenstellte.

Mich erfreut deshalb auch sehr der neue Titel, den der Verlag dieser Sammlung nun im Deutschen gegeben hat, weil er in der deutschsprachigen Welt ja unwillkürlich auch die Melodie eines populäres Liedes in Erinnerung ruft, wie ich mir von dem Verleger habe sagen lassen, wo es heißt: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“

An den Papst wird der Liedermacher Reinhard Mey dabei gewiss nicht gedacht haben. Und dennoch, von der Leichtigkeit genau dieser genuin katholischen und grenzenlosen Freiheit wird dieses Buch noch in vielen Jahren atmen und in unverbrauchter Frische von dem unvergessenen Pontifikat Benedikts XVI. erzählen – in jener Klarheit des Lichts, wie sie hier auf Erden vielleicht nur in 10.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel zu finden ist.

kath.net-Buchtipp
Über den Wolken mit Papst Benedikt XVI.
Gespräche mit Journalisten
Von Angela Ambrogetti
Übersetzt von Crista Kramer von Reisswitz
Nachwort von Federico Lombardi
Vorwort von Georg Gänswein
Hardcover. 254 Seiten
2017 Fe-Medienverlag
ISBN 978-3-86357-175-7
Preis Österreich: 13.20 EUR

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

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Titelblatt - Über den Wolken mit Papst Benedikt XVI. - Gespräche mit Journalisten



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Lesermeinungen

 kirche3000 13. April 2017 
 

Cooperatores veritatis

Diesem seinem Bischofswahlspruch ist Papst Benedikt immer treu geblieben und scheute sich während seines Pontifikats nicht, alle unangenehmen Aufräumarbeiten in Angriff zu nehmen: Vatikanbanksanierung, Aufdeckung und Aufarbeitung der innerkirchlichen Missbrauchskandale, Beseitigung von liturgischen Missständen etcpp.
Von unschätzbarem Wert sind alle seine geistigen - mündlichen und schriftlichen Hinterlassenschaften; seine Fähigkeit, spontan - ohne jegliches Konzept - eine freie, druckreife Rede zu halten, ist legendär. Stets konnte er jedem und allen - perfekt in Ausdruck und Stil, mit weisen und gewählten Worten - Rede und Antwort stehen, ohne jemals etwas zurücknehmen zu müssen! Kein Theologe vor ihm - und auch nach ihm - wird ihm je das Wasser reichen können.
Für mich ist dieses Pontifikat - das noch längst nicht beendet ist (weil ein nicht unerheblicher Teil des Petrusdienstes das Leiden für die Kirche ausmacht)- das größte Geschenk des Himmels!
Tanti auguri Papa Benedetto! Ad


5
 
 DonGiovanni 12. April 2017 
 

Papst Benedikt XVI. ist ein Kirchenlehrer

Na endlich sagt das mal jemand von offizieller Seite!
Ich hoffe, er bleibt uns - wenn auch als Papa Emeritus - noch lange erhalten und wünsche ihm zum 90. Geburtstag "Ad multos annos" in Gesundheit und in der Freude am Herrn, die er vor allem den Priestern immer wieder vermittelt hat.


13
 
 padre14.9. 12. April 2017 

Papst Benedikt XVI. Danke und nochmals Danke!

für alles.


14
 
 jabberwocky 12. April 2017 

Chapeau, B16

In aufrichtiger Wertschätzung und Hochachtung verneige ich mich vor Papst Benedikt dem Großen.
Danke für alles!


13
 

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