Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  6. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  7. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  8. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  9. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  10. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  11. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  12. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  13. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  14. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix
  15. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv

Orthodoxe Bischöfe fordern Ende des Lenin-Kultes

17. März 2017 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Russisch-orthodoxe Kirche gedenkt der Ereignisse des Jahres 1917 - Metropolit Hilarion tritt dafür ein, dass Straßennamen, die an sowjetische Funktionäre erinnern, geändert werden sollen


Moskau (kath.net/KAP) Im russischen Kolomenskoje hat am Mittwoch ein Gedenkgottesdienst zum 100. Jahrestag der Abdankung von Zar Nikolaus II., der 1918 erschossen wurde, stattgefunden. Die Liturgie wurde von Patriarch Kyrill I. geleitet. Die Marienikone von Kolomenskoje gilt als Beschützerin Russlands in schwierigen Zeiten; insbesondere im Revolutionsjahr 1917, im anschließenden Bürgerkrieg und in der Zeit der Kirchenverfolgung Lenins und Stalins. Unterdessen fordern russische Bischöfe in der Diaspora vehement die Entfernung des Leichnams Lenins aus dem Mausoleum am Roten Platz in Moskau und dessen Umwidmung.

Es wäre "ein Zeichen der Versöhnung des russischen Volkes mit Christus", wenn der Leichnam Lenins, "des größten Christenverfolgers des 20. Jahrhunderts", vom Roten Platz verschwinden würde, heißt es in einem Schreiben der mit dem Moskauer Patriarchat in voller Kirchengemeinschaft stehenden Russischen Auslandskirche (ROCOR). Es wurde in allen Gottesdiensten am vergangenen Sonntag in mehr als 450 russisch-orthodoxen Kirchen in 43 Ländern verlesen. Die ROCOR-Bischöfe fordern weiter, dass auch alle Lenin-Denkmäler zerstört werden sollen. Städte, Provinzen und Straßen in Russland sollten auch ihre historischen vorrevolutionären Namen zurückerhalten.


Weiter beklagt die ROCOR-Synode den moralischen und wirtschaftlichen Niedergang Russlands, den die sowjetische Herrschaft zu verantworten habe, sowie eine "fortwährende Verunglimpfung" Russlands seitens des Westens, die heute wie vor hundert Jahren herrschen würde. Die Bischöfe fordern die Gläubigen "im Vaterland und in der Diaspora" auf, den orthodoxen Glauben als Geschenk Gottes "wie den eigenen Augapfel" zu bewahren.

Stalins Leichnam bereits entfernt

Die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland wurde nach der Oktoberrevolution 1917 von russisch-orthodoxen Gläubigen gegründet, die vor religiöser Verfolgung durch die Bolschewiken aus der Sowjetunion geflohen waren. 1927 erklärte sie sich für unabhängig vom Moskauer Patriarchat, nachdem Patriarch Sergius I. eine Loyalitätserklärung gegenüber der Sowjetunion abgegeben hatte. Seit 2007 bestehen wieder kanonische Verbindungen mit dem Moskauer Patriarchat, dem die Auslandskirche mittlerweile als autonome Kirche verbunden ist. Heute umfasst die Auslandskirche etwa 450 Gemeinden in Amerika und Europa. Der Sitz des Metropoliten und der obersten Kirchenverwaltung ist seit 1957 New York.

Zwischen 1953 und 1961 war im Lenin-Mausoleum auch der Leichnam Stalins aufgebahrt, bis er im Zuge der Entstalinisierung auf den Ehrenfriedhof dahinter umgebettet wurde. Die Entfernung des Leichnams Lenins aus dem Mausoleum am Roten Platz wird bereits seit der Endphase der UdSSR immer wieder diskutiert. Bisher einzige Konsequenz war 1993 der Abzug der Ehrenwache unter Präsident Boris Jelzin.

In der Sendereihe "Kirche und Welt" des TV-Senders "Rossija-24" trat der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, ebenfalls dafür ein, dass Straßennamen, die an sowjetische Funktionäre erinnern, geändert werden sollen. Aber man dürfe nichts übereilen, denn die Umbenennungen müssten von der Bevölkerung akzeptiert werden. Er hoffe aber - so Hilarion-, dass "früher oder später alle einsehen werden", dass viele jener Namen Terroristen, Mörder und Henker bezeichneten, die "mit negativem Vorzeichen in die Geschichte eingegangen" seien. Derzeit gebe es aber zur Frage der Umbenennungen noch unterschiedliche Auffassungen in der Bevölkerung, ebenso im Hinblick auf die Entfernung des Leichnams Lenins auf dem Roten Platz.

Als "demagogisch" bezeichnete der Metropolit das von den Gegnern der Umbenennung oft herangezogene Argument, neue Straßentafeln würden die Steuerzahler viel Geld kosten. Freilich müsse man auch die Macht der Gewohnheit in Rechnung stellen. Er selbst habe sich auch erst an die neuen Bezeichnungen der wichtigen Metro-Stationen in Moskau gewöhnen müssen. Das sei eine geringfügige Belastung, wenn dafür "die Namen der Mörder und Kriminellen von unseren Straßen, Plätzen und Metro-Stationen verschwinden".

Hilarion hatte vor einem Monat in der Moskauer Erlöser-Kathedrale eine Ausstellung zum Gedenken an die Märtyrer aus der Zeit des Bolschewismus und Stalinismus eröffnet. Bestimmte Namen dürften nicht aus dem Gedächtnis schwinden, betonte der Metropolit: "Es gab Repressionen, Millionen schuldloser Menschen wurden ermordet. Die Kirche hat ihre Meinung über das 20. Jahrhundert zum Ausdruck gebracht, als sie im Jahr 2000 mehr als 1.700 neue Märtyrer und Bekenner, deren Namen bekannt waren, und viele tausende, deren Namen niemand mehr kennt, heilig sprach."

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 mphc 20. März 2017 

@ SCHLEGL

Entschuldigung, das habe ich übersehen. Ihre Kommentare lese ich sehr gerne, weil sie klug, einsichtig und weise sind. Außerdem sind Sie ein kompetenter Führer in der ostkirchlichen Welt.
Mit großem und herzlichem Respekt.


1
 
 SCHLEGL 18. März 2017 
 

@ mphc

Wenn sich jetzt das Patriarchat von Moskau und Erzb.Hilarion einmal zur Kollaboration seiner Kirche mit den Kommunisten seit Stalin GEGEN die kath. Kirche,besonders des byz. Ritus in der Ukraine,mitsamt Genozid an 8 Mill. ukrainischer Bauern im Hungerwinter (Holodomor)1932/33,die Ermordung von 16 kath. Bischöfen der byz. Kirche der Ukraine äußern könnte,würde seine Glaubhaftigkeit erheblich steigen!Wenn er gar noch die in Russland kritisierte Abhängigkeit seines Patriarchen Kyrill und der ganzen Kirche von Putin ansprechen würde, dann würde ihm Respekt gebühren!Jetzt kämpft er nur gegen eine Leiche, sieht aber die Mitschuld der russ.-orth. Kirche an der Aufhebung der kath. Kirche des byz. Ritus in der Ukraine zwischen 1946 u. 1989 nicht als Verbrechen gegen die Religionsfreiheit und Menschlichkeit! Erst wenn der Putinismus mit AggressionIn Ostukraine/Krim beendet ist, sind die Herren ernstzunehmen!Jetzt sind sie höchstes Trittbrettfahrer Putins und seiner Politik.Msgr.Erzpr.F.Schlegl


5
 
 mphc 18. März 2017 

Volle Zustimmung

Da die "glorreiche Oktoberrevolution" in Wirklichkeit nur ein gemeiner Putsch war. Die Kommunisten umstellten die Duma (russisches Parlament) und bedrohten die Abgeordneten, sie zu erschießen. Wie bekannt, folgte ein langwieriger Bürgerkrieg.


5
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Orthodoxe Christen feiern am kommenden Sonntag Ostern
  2. Papst Leo XIV. wirbt für engere Zusammenarbeit mit Ostkirchen
  3. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  4. Ökumenisches Patriarchat weist Vorwürfe Russlands zurück
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  7. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  8. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  9. Einladung aus orthodoxer Mönchsrepublik Athos für US-Präsident Trump
  10. Katharinenkloster-Abt Simeon zum Bischof geweiht







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Christus, das Licht der Jugend und der Familien
  4. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  5. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  6. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  7. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  8. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  9. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  10. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  11. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  12. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  13. Der 6. Münchner Marsch fürs Leben setzt ein starkes Zeichen für das Lebensrecht
  14. Bischof Ivo Muser: "Der größte Mangel, den wir in unserer Diözese haben, ist der Gläubigenmangel"
  15. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz