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Keine Arme, kurze Beine, große Stimme

13. März 2017 in Jugend, 6 Lesermeinungen
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14-Jährige holt den ersten Preis im Halbfinale der Gesangsshow „Rumänisches Talent“. Wer ist Lorelai Moşneguţu, Rumäniens ungewöhnlichster Nachwuchsstar? - VIDEO - kath.net-Bericht von Petra Lorleberg


Bukarest (kath.net/pl) Als klare Siegerin verwies im Halbfinale der Show „Rumänisches Talent“ eine ungewöhnliche 14-jährige Sängerin alle Konkurrenten hinter sich: Lorelai Moşneguţu überzeugte mit ihrer großen Stimme. Zum ersten Platz gehört, dass die junge Frau nun musikalisch noch weiter gefördert wird. Doch der große Erfolg war ihr an der Wiege nicht vorgezeichnet gewesen: Von ihrer leiblichen Mutter war Lorelai nach der Geburt wegen ihrer augenfälligen Behinderung verstoßen worden. Lorelais Auftritt rührte Jury und Publikum zu Tränen. Ihre Adoptivmutter wurde mit stehenden Ovationen geehrt.

Das Baby hatte keine Arme und ihre Beine waren stark verkürzt. Ärzte gaben dem Kind nur wenig Überlebenschancen. Immerhin wurden Adoptiveltern für das kleine Mädchen gesucht, sogar im Fernsehen, als niemand die Kleine wollte. Dadurch wurde Viorica Parvan aufmerksam und besuchte das Kind im Krankenhaus. Sie fand ein endlos brüllendes Kind voller roter Flecken vor und konnte zunächst zu keiner Entscheidung finden.


Doch in der folgenden Nacht träumte Viorica Parvan. Darüber erzählte sie später selbst: „Ich sah eine Szene in einer großen Halle, Lorelai war gerade mit etwas fertig. Dann begann der Applaus. Alle Zuschauer standen auf und jubelten. Sie [Lorelai] zeigte ein scheues Lächeln und ihre Augen waren auf mich gerichtet. Ich war hinter der Bühne und war begeistert.“ Soweit der Traum nach der Schilderung von Viorica Parvan. Zwar hatte sie zu jener Zeit bereits eine Tochter mit Down-Syndrom und empfand sich als „spezialisiert auf Kinder mit Behinderungen“, doch damit sie dieses zweite Kind aufnahm, brauchte sie offensichtlich noch diesen Traum, daran „erkannte ich, dass Gott mir meine Aufgabe geben hat: ich sollte mich um das Kind kümmern. Ich gebe zu, dass dies die Herausforderung meines Lebens war.“ Eine der ersten Aktionen der Adoptivmutter war es, dem kranken Kind die Nottaufe zu spenden.

Die Kleine überlebte und entwickelte sich hervorragend. Die Adoptivmutter ließ dem Kind eine breite Förderung zukommen. Schon mit sechs Monaten gab sie dem Kind erstmals einen Malstift zwischen die Fußzehen. Inzwischen – mit vierzehn Jahren – zeichnet die junge Frau detailreiche Bilder, schreibt in einer gestochen regelmäßigen Schönschrift, bedient selbstständig den Computer via Tastatur und Maus und hat bereits mehrere selbstgeschriebene Geschichten veröffentlicht. Außerdem spielt sie E-Piano mit einer selbstentwickelten „Wenige-Zehen-Methode“. Ihre berufliche Zukunft wird aber vermutlich im Gesang liegen. Mit ihrer wohlklingenden und bereits hervorragend ausgebildeten Gesangsstimme kann sie gegen jeden Konkurrenten antreten, in Gesangswettbewerben räumte sie bereits viele Preise ab.

Nach Lorelais überwältigenden Halbfinal-Sieg in der wichtigsten rumänischen Talentshow vor wenigen Tagen mag dem einen oder der anderen die Frage kommen: Die leibliche Mutter hat dieses Kind nach der Geburt verlassen. Unter besserer medizinischer Vorsorge hätte man die körperliche Behinderung des Mädchens schon vorgeburtlich im Ultraschall erkannt - wäre das Kind (wie so viele seiner Schicksalsgenossen) dann abgetrieben worden? Dann wäre eine große Begabung verloren gegangen, obendrein würde eine sympathische junge Frau mit anmutigen Lächeln und wachen Intellekt fehlen! Kinder werden heutzutage bereits wegen kleinerer Defekte aussortiert, oft reichen dafür schon das Fehler einiger Finger oder ein Klumpfuß – und die Gaben, die diese Kinder für ihr Leben bekommen haben, werden mit ihnen ausgelöscht. Wollen wir das wirklich?

Die 14-Jährige Lorelai Mosnegusu ist Rumäniens ungewöhnlichstes Gesangstalent



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