Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  2. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  3. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  4. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  5. Liebe Kirche, Du behandelst Deine Gläubigen als wären sie Aussätzige
  6. Unsolidarisch, egoistisch und verletzend
  7. Der Neoprotestantismus bricht sich seine Bahn
  8. Schwaderlapp: Forumsmehrheit ist auf Treibsand gebaut
  9. Synodaler Weg: Voderholzer protestiert gegen autoritäre Alleingänge des Präsidiums
  10. Kardinal Müllers „Corona-Verschwörungstheorie“ im Kreuzverhör

Scorsese: 'Mein Weg war und ist der Katholizismus'

2. März 2017 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Starregisseur Martin Scorsese über neuen Film "Silence"- "Nachdem ich jahrelang über andere Dinge nachdachte und mich hier und da ausprobierte, fühle ich mich nun als Katholik vollkommen wohl."


Wien-München, 28.2.2017 (KAP) Die Frage "Wie kann ein Priester sein Ego überschreiten? Seinen Stolz?" war Ausgangspunkt für den neuen Film "Silence" des US-Starregisseurs Martin Scorsese. Dessen Hauptfigur, der Jesuit und Japan-Missionar P. Sebastiao Rodrigues, dessen Glaube durch die damalige grausame Christenverfolgung und das vermeintliche "Schweigen" Gottes dazu auf eine harte Probe gestellt wird, beschäftige sich mit genau dieser Frage, erklärte Scorsese in einem ausführlichen Interview, das in deutscher Übersetzung in der Münchner Jesuiten-Zeitschrift "Stimmen der Zeit" (3/2017) erschien.

Die fast drei Jahrzehnte umfassende Beschäftigung mit der Buchvorlage des Films, dem Roman "Chinmoku" ("Schweigen", 1966) des christlichen japanischen Schriftstellers Shusaku Endo, verglich Scorsese mit einer langen inneren Pilgerreise. Den letztendlichen Abschluss dieses seines Herzensprojekts kommentierte der renommierte 74-jährige Regisseur mit den Worten: "Ich habe eine unfassbare Gnade darin empfangen, diesen Film jetzt, zu diesem Zeitpunkt meines Lebens machen zu können."

Der am 2. März in den österreichischen Kinos anlaufende Spielfilm "Silence" handelt von dem Konflikt zwischen dem Jesuitenpater Sebastiao Rodrigues (Andrew Garfield) und P. Cristovao Ferreira (Liam Neeson), der unter dem Druck des christophoben Regimes im Japan des 17. Jahrhunderts seinem Glauben abschwor. Seinem jungen Gegenüber Rodrigues, der sich ihn unter Lebensgefahr auf die Suche nach seinem ehemaligen Mentor machte, rät der inzwischen zum Kollaborateur gewordene, historisch belegbare Ferreira ebenfalls zum Formalakt des Glaubensabfalls durch einen Tritt auf ein Christusbildnis. Dadurch würde er vom Foltertod bedrohten geheimen Christen das Leben retten.

"Wir wissen nichts über den Glauben des historischen Pater Ferreira, aber in Endos Roman scheint es, als verliere er ihn", erläuterte Scorsese im Interview. Eine andere These sei, "dass er über die Scham, seinen Glauben verraten zu haben, nicht mehr hinwegkam, selbst wenn er es tat, um anderen das Leben zu retten". Rodrigues hingegen verrate seinen Glauben "und gewinnt ihn genau dadurch wieder zurück". Darin liegt für den Regie-Altmeister das Paradox: "Um es ganz einfach zu formulieren: Rodrigues hört, wie Jesus zu ihm spricht, Ferreira nicht - das ist der Unterschied."

Der Roman Endos sei für ihn "ein immer gegenwärtiger Ansporn, um über die Fragen des Glaubens nachzudenken", gewesen, erzählte Scorsese, "über das Leben und darüber, wie es gelebt wird; über Gnade und darüber, wie sie empfangen wird; und darüber, wie - so denke ich - am Ende das Leben und die Gnade beide eins sind".

"Mein Weg war und ist der Katholizismus"

Der in Little Italy in New York aufgewachsene Spross sizilianischer Auswanderer habe ein lebhaftes Interesse daran, wie Menschen Gott bzw. "die Welt des Ungreifbaren" wahrnehmen. "Es gibt viele Wege, und welchen wir wählen, hängt von der Kultur ab, der wir zugehören", sagte Scorsese: "Mein Weg war und ist der Katholizismus. Nachdem ich jahrelang über andere Dinge nachdachte und mich hier und da ausprobierte, fühle ich mich nun als Katholik vollkommen wohl." Er sei "kein Theologe, der die Trinität verteidigen könnte", aber die Idee der Auferstehung, der Inkarnation und die "machtvolle Botschaft des Mitgefühls und der Liebe" betrachte er als "Schlüssel".

Wenn er gefragt werde, ob er praktizierender Katholik sei, müsse er als nicht regelmäßiger Kirchgänger "Nein" antworten, bekannte Scorsese. "Aber schon früh habe ich erkannt, dass 'Praxis' nicht notwendig bedeutet, zu einer bestimmten Tageszeit an einem geweihten Ort bestimmte Riten durchzuführen. Praxis geschieht 'da draußen', und zwar immer."

Von der Vorstellung, dass alles naturwissenschaftlich beschrieben werden kann, grenzte sich der Filmemacher ab. Eine solche Sichtweise sei zwar nicht lachhaft, wohl aber "ziemlich naiv". Scorsese erinnerte an die lateinische Inschrift, die der Psychoanalyse-Pionier Carl Gustav Jung an der Tür seines Hauses in der Schweiz anbrachte: "Vocatus atque non vocatus deus aderit - Gerufen oder nicht gerufen, Gott wird kommen. Damit ist alles gesagt."

Silence (Official Trailer) - Paramount Pictures - Regisseur Martin Scorsese (deutsch)


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stephaninus 3. März 2017 
 

Ich freue mich auf den Film

und finde es gut, dass endlich wieder einmal eine christliche Thematik und eine aus der Kirchengeschichte, die sich nicht im üblichen "Pfaffenbashing" ergeht, ihren Weg auf die Leinwand findet. Wir haben viel zu wenige Künstler und Intellektuelle, die sich in positivem Sinne zu ihrer Auseinandersetzung mit Glauben und Kirche öffentlich äussern. Da finde ich Scorsese schon bemerkenswert.


2

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Film

  1. Disney-Zeichentrickfilm: Russische Version ohne lesbische Polizistin
  2. Erster Disney-Zeichentrickfilm mit offen homosexueller Figur
  3. Der Kampf des Gewissens und die Psychologie der Angst
  4. Weihnachtsfilm mit Lebensschutz-Botschaft
  5. Medien uneins: Wie "authentisch" ist Film "Die zwei Päpste"?
  6. Film zum Glaubensmanifest von Kardinal Müller
  7. Katholischer Hintergrund im Film ‚Der dritte Mann’
  8. Tiroler Film erhält gleich zwei begehrte Awards in Florida
  9. Hollywood stellt Abtreibungen verstärkt als selbstverständlich dar
  10. Netflix droht US-Bundesstaat Georgia








Top-10

meist-gelesen

  1. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!
  2. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  3. Der Neoprotestantismus bricht sich seine Bahn
  4. Synodaler Weg: Voderholzer protestiert gegen autoritäre Alleingänge des Präsidiums
  5. Liebe Kirche, Du behandelst Deine Gläubigen als wären sie Aussätzige
  6. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  7. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  8. Wegfall der 10-Quadratmeter-Regel pro Person - Maskenpflicht fast abgeschafft!
  9. Schwaderlapp: Forumsmehrheit ist auf Treibsand gebaut
  10. 'Dass aus dem Gebetshaus nicht eine neue Art von Kirche entsteht'

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz