Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  3. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  12. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

'Barmherzigkeit schafft keinen Wohlstand'

28. Februar 2017 in Chronik, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Philosoph Martin Rhonheimer kritisiert Wirtschaftssaussagen von Papst Franziskus – Kritik am Kirchensteuersytem: "Da wird die Kirche integriert in staatliche Strukturen, was sie von diesen abhängig macht und verweltlicht."


Rom (kath.net)
Martin Rhonheimer, katholischer Priester beim "Opus Dei" und Wirtschaftsexperte, kritisiert in einem Interview mit der FAZ gewisse Wirtschaftssaussagen von Papst Franziskus. Die Aussage "Diese Wirtschaft tötet" könne er als Philosoph und Ökonom nicht nachvollziehen. So eine Aussage helfe auch nicht den Armen, sondern verschlimmere ihre Situation nur noch. Für Rhonheimer sind "Kapitalismus und Marktwirtschaft" die Quellen des Wohlstandes. Diese töten nicht, sondern "machen frei" und "schaffen Wohlstand".

Rhonheimer erklärte dann, dass mit Caritas allein sich in der Tat kein Wohlstand schaffen lasse. Dazu brauche man Unternehmertum und freie Märkte. Der Papst sehe nicht, dass Gewinnstreben an sich gut sei und in einer freien und rechtlich geordneten Marktwirtschaft Wohlstand für alle schaffe. Der Philosoph erinnerte dann an den Hl. Franziskus, der auch Patron der Kaufleute sei. Von Franziskanermönchen seien sogar Banken gegründet und Kredite an Bedürftige gegen Zinsen vergeben worden. Franziskaner waren auch erfolgreiche Immobilienbesitzer in der Kirchengeschichte.


Kritisch sieht Rhonheimer auch die Entwicklung einer eigenen Soziallehre der Kirche, weil es im Evangelium eben keine eindeutigen Angaben dazu gäbe und diese daher immer ein Kind der Zeit gewesen sei. "Jeder einzelne Christ hat natürlich eine soziale Verantwortung, und dazu sollen Papst und Bischöfe die Gläubigen immer wieder aufrufen. Die Aufgabe des kirchlichen Lehramtes ist es, den offenbarten Glauben auszulegen, weiterzutragen und vor Verfälschungen zu bewahren", betont Rhonheimer.

Allerdings gäbe es in Fragen der Soziallehre nichts weiterzutragen, was über einige Grundprinzipien hinausführte. Katholiken können bei allen Fragen, die nicht den Glauben oder die katholische Moral betreffen, wie beispielsweise die Welt- und Wirtschaftsordnung auch unterschiedlicher Meinung sein. "Ich würde niemals behaupten, Sozialdemokraten seien die schlechteren Christen. Ich würde nur sagen, sie sind im Irrtum. Wer in Mathematik einen Fehler macht, irrt. Aber er ist deswegen kein böser Mensch oder schlechter Christ", betont Rhonheimer.

Kritisch sieht der Wirtschaftsexperte auch das Sozialstaatskirchensystem, weil sich die Kirche in die Strukturen des umverteilenden Steuer- und Sozialstaates derart eingebunden haben, dass sie daher nicht mehr frei sei, ein System in Frage zu stellen.

Auch das Kirchensteuersystem sieht Rhonheimer problematisch. Er sehe hier eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dem heutigen steuerfinanzierten Sozialstaatskirchensystem und dem Reichskirchensystem des Frühmittelalters. Die Kirche werde dadurch abhängig gemacht und verweltliche. "Es muss aus meiner Sicht wieder mehr gelebtes Christentum geben und weniger Staatskirche und Staat. Papst Benedikt XVI. hat völlig zu Recht von der Notwendigkeit einer „Entweltlichung“ der Kirche gesprochen."

Link zum FAZ-Interview in voller Länge: Priester Martin Rhonheimer: „Barmherzigkeit schafft keinen Wohlstand“

Prof. Martin Rhonheimer: Charakterbildung zwischen Willensfreiheit und neuronaler Vernetzung (rpp-Institut)



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wirtschaft

  1. Woke und erfolgreich? Experten warnen Unternehmen vor falschen Erwartungen
  2. Neu an der Börse: Ein ‚katholischer’ MSCI-World-ETF
  3. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  4. Wegen LGBT-Produkten: Konservativer Investmentfonds verkauft Target-Aktien
  5. Großinvestor BlackRock warnt vor wirtschaftlicher Instabilität und Inflation
  6. Wir brauchen Spitzenleistungen statt Stakeholder-Kapitalismus.
  7. Ölmulti Exxon Mobil verbietet LGBT- und Black Lives Matter Flaggen vor seinen Niederlassungen
  8. Nick Vujicic will Pro-Life Bank gründen
  9. "Ein Armutszeugnis, Herr Bischof!"
  10. Verluste bei Pandemie-Anleihen: Märkte erwarten weltweite Ausbreitung







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  3. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  4. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  5. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  6. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  7. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  8. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  9. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  10. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  11. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  12. Eine Stadt im völligen Ausnahmezustand: Hohe Sicherheitsstufe für Papstbesuch in Paris
  13. Priester bei Messer-Attacke in polnischem Kloster getötet
  14. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  15. 'Jesus macht alles und ich nichts'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz