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Krenn: Gottlosigkeit ist problematischer als der Islam

28. August 2003 in Interview, keine Lesermeinung
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Der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn im KATH.NET-Interview über Priesternachwuchs, Islam, Atheismus und Gott in der EU-Verfassung.


St. Pölten (www.kath.net)
KATH.NET: In der Diözese St. Pölten wird es auch heuer 15 oder 16 Neueintritte in das Priesterseminar geben. Was ist das "Geheimnis" von St. Pölten?

Krenn: Die Jahre davor waren sehr dürr. Ich kann nicht sagen, woran es lag. Nur wir freuen uns jetzt, dass es so viele sind. Es werden heuer 15 sein, vermutlich sogar noch mehr. Ich glaube, dass man merkt, wenn die jungenLeute von der Kirche geliebt und gebraucht werden. Dann kommen sie auch. Man soll sich in dieser Frage nicht auf Trends verlassen.

KATH.NET: Sie haben sich in der letzten Zeit immer wieder sehr kritisch zum Islam geäußert.Ist der Islam wirklich so schlimm bzw. was ist Ihre Kritik daran?

Krenn: Der Islam ist in seiner moralischen Substanz aggressiv und unversöhnlich. Man soll nicht glauben, dass es hier eine Art Frieden geben kann. Wir können zwar in Frieden mit den Moslems leben, aber ich bin gegeneine Verbündung, wie es in der EU zum Teil geplant ist.

KATH.NET: Neben dem Islam scheint der Atheismus in Europa immer mehr zuzunehmen. Was kann die katholische Kirche tun, um hier gegenzusteuern?

Krenn: Die Antwort ist unsere Bekehrung zu Gott, und dann glauben uns die Leute, dass Gott wirklich ist. Es geht um die Wirklichkeit Gottes. Das wird sicherlich irgendwie gelingen, wenn wir uns bekehren. Nicht aber, wenn man dumm herumredet, wie manchmal auch auf den theologischen Fakultäten, wo man meint, das Reich Gottes neu und falsch zu konstruieren. Ich meine, dass der Islam problematisch ist, aber die Gottlosigkeit ist noch viel schlimmer.

KATH.NET: In den deutschsprachigen Ländern liegt die theologische Ausbildung zum Teil im Argen. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Krenn: Ich war ja selber Professor. Es ist leider nicht besser geworden. Auch hier braucht man eine Bekehrung und im Notfall muss man die Verbindung der Fakultäten mit dem Staat aufgeben. Das ist wahrscheinlich auf Dauer nicht haltbar.

KATH.NET: In Europa wird seit Monaten über die Verankerung des Gottesbegriffes in der EU-Verfassung diskutiert. Der Papst und die katholische Kirche haben klar dafür plädiert. Jetzt hat sich die Evangelisch-lutherische Kirche gegen einen Gottesbezug in der neuen österreichischen Verfassung ausgesprochen. Was sagen Sie dazu?

Krenn: Das mögen sie so sehen, wir sehen das ganz anders. Wenn die Evangelischen keinen Gott brauchen, dann mögen sie auch zeigen, warum sie keinen Gott brauchen. Gott ist nicht nur eine Sache der Liebe und Verehrungsondern auch ein hoher Nutzen. Wenn wir uns an Gott halten und die sittlichen und menschlichen Grundordnungen in Gott festschreiben, dann haben wir einen festen Punkt, den alle anderen nicht haben.

KATH.NET: Danke für das Gespräch.

Foto: (c) www.kath.net



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