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Die Heiligkeit des Ehebandes

3. Februar 2017 in Schweiz, 25 Lesermeinungen
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Churer Bischof Huonder schreibt in seinem „Wort zum Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia“: „Der Empfang der heiligen Kommunion der zivil wiederverheirateten Geschiedenen darf nicht dem subjektiven Entscheid überlassen werden.“


Chur (kath.net/pbc) Einen Tag nach dem Wort der Deutschen Bischöfe hat sich auch der Churer Bischof Vitus Huonder zu Wort gemeldet.

kath.net dokumeniert das „Wort zum Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Amoris Laetitia“ des Churer Bischofs Vitus Huonder in voller Länge:

Liebe Mitbrüder im priesterlichen Dienst

In der Diskussion rund um das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris Laetitia kam das achte Kapitel mit der Frage der zivil wiederverheirateten geschiedenen Personen ins Zentrum zu stehen. Aus diesem Grund gebe ich dazu in meiner Verantwortung als Bischof zu Handen der Seelsorger (Beichtväter) einige Hinweise.

Vorgängig möchte ich das Folgende festhalten: Der Heilige Vater sagt in der Einleitung zu Amoris Laetitia, „dass nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden müssen“ (AL 3). Diese Aussage lässt den Stellenwert des Nachsynodalen Apostolischen Schreibens erkennen.

„Wenn man die zahllosen Unterschiede der konkreten Situationen … berücksichtigt, kann man verstehen, dass man von der Synode oder von diesem Schreiben keine neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art erwarten durfte. Es ist nur möglich, eine neue Ermutigung auszudrücken zu einer verantwortungsvollen persönlichen und pastoralen Unterscheidung der je spezifischen Fälle“ (AL 300), sagt der Papst im Zusammenhang der Unterscheidung bei irregulären Situationen. Das bedeutet jedoch auch, dass der Bischof umso mehr gefordert ist, ein richtungweisendes Wort zu sprechen, da die Priester die Aufgabe haben, „die betroffenen Menschen entsprechend der Lehre der Kirche und der Richtlinien des Bischofs auf dem Weg der Unterscheidung zu begleiten“ (AL 300). Des weitern „ist es notwendig, zur Reifung eines aufgeklärten, gebildeten und von der verantwortlichen und ernsten Unterscheidung des Hirten begleiteten Gewissens zu ermutigen und zu einem immer größeren Vertrauen auf die Gnade anzuregen“ (303). Dem entspricht ganz, was der Heilige Vater unter Amoris Laetitia 307 sagt: „Um jegliche fehlgeleitete Interpretation zu vermeiden, erinnere ich daran, dass die Kirche in keiner Weise darauf verzichten darf, das vollkommene Ideal der Ehe, den Plan Gottes in seiner ganzen Größe vorzulegen: ‘Die jungen Getauften sollen ermutigt werden, nicht zu zaudern angesichts des Reichtums, den das Ehesakrament ihrem Vorhaben von Liebe schenkt, gestärkt vom Beistand der Gnade Christi und der Möglichkeit, ganz am Leben der Kirche teilzunehmen.’ Die Lauheit, jeglicher Form von Relativismus oder der übertriebene Respekt¹ im Augenblick des Vorlegens wären ein Mangel an Treue gegenüber dem Evangelium und auch ein Mangel an Liebe der Kirche zu den jungen Menschen selbst“. Im Sinne all dieser Hinweise in Amoris Laetitia bitte ich die Priester das Folgende zu beachten:


1. Ausgangspunkt der Begleitung, Unterscheidung und Eingliederung muss die Heiligkeit des Ehebandes (die Bindung) sein. Aufgabe der Seelsorge ist es, den Menschen das Bewusstsein der Heiligkeit des Ehebandes zu vermitteln oder wieder zu vermitteln. Der Heilige Vater spricht von der „Seelsorge der Bindung“ (AL 211; in der italienischen Sprache vincolo). Die offizielle deutsche Übersetzung von vincolo mit Bindung ist zu schwach. Deshalb spreche ich hier ausdrücklich vom Eheband.

2. Das Eheband ist schon von der Schöpfung her heilig (Natur-Ehe), umso mehr von der Neuschöpfung her (Ordnung der Erlösung) durch die sakramental geschlossene Ehe (übernatürliche Ordnung). Die Bewusstseinsbildung bezüglich dieser Wahrheit ist ein dringender Auftrag in unserer Zeit (vgl. AL 300).

3. Diese Bewusstseinsbildung ist umso notwendiger, als ein Hirte sich nicht damit zufrieden geben kann, „gegenüber denen, die in ‘irregulären’ Situationen leben, nur moralische Gesetze anzuwenden, als seien es Steine, die man auf das Leben von Menschen wirft“ (AL 305). Das Eheband selber ist eine Gabe der Liebe, der Weisheit und der Barmherzigkeit Gottes, welche den Eheleuten Gnade und Hilfe verleiht. Deshalb muss der Rückbezug auf das Eheband beim Weg der Begleitung, der Unterscheidung und der Eingliederung an erster Stelle stehen.

4. Erkennt ein Beichtvater bei einer Beichte eines unbekannten Pönitenten (bei einer „Gelegenheitsbeichte“) Fragen bezüglich des Ehebandes, welche der Klärung bedürfen, wird er den Pönitenten bitten, sich einem Priester anzuvertrauen, welcher mit ihm einen längeren Weg der Umkehr und Eingliederung gehen kann, oder er wird sich mit ihm selber außerhalb der Beichte in Verbindung setzen.

5. Bei der seelsorglichen Begleitung von zivil wiederverheirateten Geschiedenen ist zunächst zu prüfen, ob die Eheschließung (die „erste Ehe“) gültig zustande kam, ob ein Eheband wirklich besteht. Diese Prüfung kann nicht der einzelne Priester vornehmen, schon gar nicht im Beichtstuhl. Der Beichtvater muss die betroffene Person an den Offizial des Bistums verweisen.

6. Wie es auch immer um die Gültigkeit der Eheschließung steht, eine gescheiterte Verbindung muss in jedem Fall menschlich und glaubensmäßig aufgearbeitet werden. Das bedeutet, dass ein längerer, Geduld verlangender seelsorglicher Weg beschritten werden muss. „In diesem Prozess wird es hilfreich sein, durch Momente des Nachdenkens und der Reue eine Erforschung des Gewissens vorzunehmen. Die wiederverheirateten Geschiedenen sollten sich fragen, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten haben, seit ihre eheliche Verbindung in die Krise geriet; ob es Versöhnungsversuche gegeben hat; wie die Lage des verlassenen Partners ist; welche Folgen die neue Beziehung auf den Rest der Familie und die Gemeinschaft der Gläubigen hat; welches Beispiel sie den jungen Menschen gibt, die sich auf die Ehe vorbereiten. Ein ernsthaftes Nachdenken kann das Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes stärken, die niemandem verwehrt wird“ (AL 300). „Die Hirten, die ihren Gläubigen das volle Ideal des Evangeliums und der Lehre der Kirche nahelegen, müssen ihnen auch helfen, die Logik des Mitgefühls mit den Schwachen anzunehmen und Verfolgungen oder allzu harte und ungeduldige Urteile zu vermeiden“ (AL 308).

7. Der Empfang der heiligen Kommunion der zivil wiederverheirateten Geschiedenen darf nicht dem subjektiven Entscheid überlassen werden. Man muss sich auf objektive Gegebenheiten stützen können (auf die Vorgaben der Kirche für den Empfang der heiligen Kommunion). Im Falle von zivil wiederverheirateten Geschiedenen ist die Achtung vor dem bestehenden Eheband ausschlaggebend.

8. Wird bei einem Gespräch (bei einer Beichte) die Absolution eines zivil wiederverheirateten Geschiedenen erbeten, muss feststehen, dass diese Person bereit ist, die Vorgaben von Familiaris consortio 84 anzunehmen (JOHANNES PAUL II., Apostolisches Schreiben Familiaris consortio vom 12. November 1981). Das heißt: Können die beiden Partner aus ernsthaften Gründen … der Verpflichtung zur Trennung nicht nachkommen (vgl. AL 298), sind sie gehalten, wie Bruder und Schwester miteinander zu leben. Diese Regelung gilt nach wie vor schon deshalb, weil das neue Apostolische Schreiben Amoris Laetitia ausdrücklich keine „neue gesetzliche Regelung kanonischer Art“ vorsieht (vgl. AL 300). Der Pönitent wird den festen Willen bezeugen müssen, in Achtung vor dem Eheband der „ersten“ Ehe leben zu wollen.

9. Halten wir bei der Vorbereitung und Begleitung der Traupaare, Eheleute und der Familien immer das Wort des heiligen Paulus vor Augen: „Dieses Geheimnis ist groß. Ich beziehe es auf Christus und die Kirche (Eph 5,32)“ – Sacramentum hoc magnum est, ego autem dico in Christo et in Ecclesia.

Mit meinem Dank für die Treue zum Herrn und seinem Auftrag, grüße ich herzlich, verbunden mit meinem bischöflichen Segen

Chur, 2. Februar 2017

+ Vitus Huonder, Bischof von Chur

¹Das Schreiben meint damit wohl die allzu große Vorsicht oder Rücksichtnahme, so dass die Wahrheit verdunkelt würde.

Zum Thema:

JOSÉ GRANADOS, STEPHAN KAMPOWSKI, JUAN JOSÉ PÉREZ-SOBA, Amoris laetitia, Accompagnare, discernere, integrare. Vademecum per una nuova pastorale familiare, Siena 2016. Eine deutsche Übersetzung ist von der fe-medienverlags GmbH, D-88353 Kisslegg in Aussicht gestellt.

Archivfoto Bischof Huonder (c) Bistum Chur


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Lesermeinungen

 Marollein 8. Februar 2017 
 

Wenn ich daran denke.. wie viele Gläübigen
die Kommunion empfangen...
Gedankenenlos als Mitläufer
Diese ganze Diskussion ist sinnlos


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 Eremitin 6. Februar 2017 
 

Die katholische Ehelehre geht auf Christus

zurück , da gibt es eigentlich kein Rumrütteln und Selbst-Auslegen. Danke Herr Bischof Huonder für die klaren Worte.


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 Stefan Fleischer 3. Februar 2017 

@ Kathole

Richtig. Solche Priester stehen in einem echten Gewissenskonflikt. Schlussendlich habe sie ihrem Bischof den Gehorsam gelobt. Und eine offene Auflehnung gegen den Bischof dürfte nicht nur ihnen selber schwer schaden, sondern auch ihren Gemeinden. Ich glaube, dies ist ein Fall, indem wir ihnen einen Gewissensentscheid zubilligen müssen auch dort, wo wir selber vielleicht anders handeln würden.
Ich weiss nicht, was ich tun würde. Vielleicht würde ich versuchen ganz bewusst in der Verkündigung die immer noch gültige Lehre der Kirche zu verkünden und zu begründen und ganz besonders sowohl "von der Kanzel" wie im Einzelgespräch den ganzen Ernst eines Gewissensentscheides darzulegen, in welchem ja niemand einfach seinem eigenen Gutdünken folgen darf, sondern dem von ihm - nach reiflicher Prüfung - als solchen erkannten Willen Gottes -folgen muss.


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 lesa 3. Februar 2017 

Freut euch und jubelt

Michael und laus Deo: Was anderes hat Jesus denen vorausgesagt, die treu sein Wort treu verkünden als Verfolgung und Verleumdung? Das ist normal. Er hat ihnen ja auch herrliche Belohnung versprochen! Viel schlimmer muss es sich anfühlen, wenn jemand nicht seinem Gewissen folgt, obwohl er spürt, dass er "zur Sache" stehen sollte!


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 Ischi 3. Februar 2017 
 

@baumeister vielen Dank

@Sefa: Vielen Dank für Ihre Beiträge. Dem möchte ich mich gerne anschlißen.
@baumeister:
Der Hinweis auf die Bedeutung des Wortes "Fleisch" ist mehr als überfällig und wird fehlerhaft immer nur auf das materiell-körperbezogen gelesen. Die Biebel versteht darunter jedoch den Menschen als leiblich-seelische Einheit oder auch den gesamten Bereich des Irdischen, Leiblichen, Menschlichen.


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 Kathole 3. Februar 2017 
 

Was erwartet aber Priester, deren Bischof AL im Gegensatz zur Lehre der Kirche interpretiert?

AL läßt völlig offen, ob die Richtlinien des Bischofs an die Lehre der Kirche gebunden oder ihr ebenbürtig sind.

Im Bistum Chur haben die lehramtstreuen Priester nun das Glück, daß die "Richtlinien des Bischofs" zu den heißen Themen von AL mit der "Lehre der Kirche" übereinstimmen.

Doch was ist mit den Priestern in den deutschen Diözesen, auf Malta usw., bei denen nun die "Richtlinien des Bischofs" der "Lehre der Kirche", ja sogar dem nach wie vor geltenden Kirchenrecht ganz klar widersprechen?

Letztere werden, halten sie an der Lehre der Kirche und dem Kirchenrecht fest, durch die Unbestimmtheit und Zweigleisigkeit von AL schon jetzt zum Freiwild für jedermann erklärt, innerhalb wie außerhalb der Kirche. Jeder kann diese Priester nun, im Hinblick auf die "Richtlinien des Bischofs" als "ungehorsam" beschimpfen, obwohl gerade sie die gegenüber der Lehre der Kirche und dem Kirchenrecht Gehorsamen sind. Disziplinarischer Willkür in der Diözese ist damit Tür und Tor geöffnet.


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 Kathole 3. Februar 2017 
 

AL läßt vieles unbestimmt, auch das Verhältnis von "Richtlinien des Bischofs" zu "Lehre der Kirche"

Sehr geschickt zitiert Bischof Huonder die Abschnitte 3 und 300, in denen AL ihr eigenes lehramtliches Gewicht zumindest relativiert, wenn nicht sogar ganz annulliert. Darauf zielte auch schon die erste Reaktion von Kardinal Burke nach Erscheinen von AL ab.

Wenn "von diesem Schreiben keine neue, auf alle Fälle anzuwendende generelle gesetzliche Regelung kanonischer Art" erwartet werden darf, sondern "nur möglich [ist], eine neue Ermutigung auszudrücken zu einer verantwortungsvollen persönlichen und pastoralen Unterscheidung der je spezifischen Fälle", dann ist damit die Verantwortung ganz auf die Bischöfe und Priester abgeschoben, wie sie diese "neue Ermutigung" konkret auffassen und ob sie diese ggf. überhaupt umsetzen wollen sowie welche "persönliche und pastorale Unterscheidung" sie dabei evtl. für "verantwortungsvoll" halten.

AL verweist für die Begleitung der "betroffenen Menschen" einerseits auf die "Lehre der Kirche" und andererseits auf die "Richtlinien des Bischofs".


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 Ginsterbusch 3. Februar 2017 

Lieber Bischof Algermissen,

ich bitte Sie von Herzen unser Bistum Fulda vor Übel zu bewahren und sich Bischof Huonder anzuschließen.
Vergelt's Gott!


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 Kathole 3. Februar 2017 
 

@Stefan Fleischer: AL klar? Das Bischofswort zeigt doch gerade das Gegenteil!

Bischof Huonders Wort zeigt doch gerade, daß AL in keiner Weise aus sich heraus klar ist, sondern durch ein glaubenskonform interpretierendes und nicht bloß präsentierendes Bischofswort erst entgiftet werden muss.

Bischof Huonder tut dies einerseits durch eigene interpretative Gewichtung divergierender Aussagen des Dokuments selbst und andererseits durch Neutralisierung bzw. Korrektur der zum Irrtum verleitenden AL-Passagen durch Hinzufügung eigener klarer Kriterien, die so nicht im Dokument ausgedrückt sind. Letzteres ist besonders klar an 7. zu sehen, trifft aber auch auf 5. und 8. zu.

Da die "Masche" von AL gerade die ist, immer wieder -mal mehr, mal weniger subtil- zu einer neuen, nicht lehramtskonformen Praxis zu verführen, ohne diese aber explizit zu definieren oder kanonisch zu etablieren und weil AL auch immer wieder Passagen enthält, welche lehramtstreue Leser beruhigen soll, damit sie das Gesamtpaket schlucken, ist Bischof Huonders Vorgehensweise überhaupt erst möglich.


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 chiarajohanna 3. Februar 2017 
 

@Baumeister - Den weiteren Text stimme ich voll zu !


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 chiarajohanna 3. Februar 2017 
 

@Baumeister - Ihr hinweislicher Vergleich hat mich erschrocken

Das Wort "sie werden ein Fleisch"
fasse ich wie folgt auf:

1. kommt das Wort aus der Bibel
2. bezieht es sich auf Mann + Frau
3. kann nur der Ehebund gemeint sein
4. hat Gott diesen Ehebund gesegnet
5. soll die hl. Familie Kinder zeugen
6. ist dafür die Vereinigung notwendig
7. Sie werden 1 Fleisch sein
8. Eva = aus Adams Rippe entnommen
im göttlichen Ursprung waren sie 1
9. In diesen göttlichen Ursprung
sollen M + F wieder zurückfinden
10 Das GÖTTLICHE IM NÄCHSTEN SEHEN,
GEMEINSAM GOTT ENTGEGEN GEHEN:

als LEBENDIGER LIEBES-BUND,
der einst vor dem ALTAR geschlossen.

als STARKER LIEBES-BUND,
der den Partner mit GOTTES HILFE TRÄGT

als LEBENDIGER LIEBES-BUND,
der die Kinder im RELIGIÖSEN FÖRDERT

PS:
Ein Fleisch sein heißt soviel!!!
Begrifflich in Worten heißt es:
Wertschätzung - Liebe - Gottesdienst Verantwortung - Treue - Gehorsam
tägliche Erneuerung in Glaube, Hoffnung, Liebe!

Es heißt auch "MIT-EINANDER" REDEN,
stets EIN-ANDER NAHE BLEIBEN,
sich nicht VERLIEREN !


3

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 Sefa 3. Februar 2017 
 

@Raspunatz

Die Katholische Ehelehre ist nicht identisch mit dem 9. Gebot. Dort steht: Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib, und das richtet sich auch an Unverheiratete und umfasst bereits den Wunsch nach Sexualität. Das Ehegelübde geht weiter. Die Ehepartner versprechen sich fortwährende Treue, nicht nur in sexueller Hinsicht, sondern in allen Lebenslagen, "guten wie schlechten".

Also: Ich kann gegen das 9. Gebot sündigen, ohne verheiratet zu sein, und ich kann die Ehe brechen, ohne gegen das 9. zu verstoßen.


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 baumeister 3. Februar 2017 
 

@Raspunatz

Das stimmt dann aber nur, wenn mann "und sie werden ein Fleisch" auf die sexuelle Vereinigung verengt. Das ist der gleiche Fehler wie wenn "das ist mein Leib" auf das verengt wird, was unter der Lehre der Transsubstanziation verstanden wird. Mit dieser Verengung wird man Jesus Messias in keiner Weise gerecht. Wenn er in den o.g. Beziehungen das Wort "Fleisch" verwendet, meint er den GANZEN Menschen.
Man könnte es umschrieben auch übersetzen: "und sie werden in ihrem Denken und Handeln, in ihrem Leben, in dem was sie für Andere sein werden wie ein Mensch sein!"


13

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 Savanorola 3. Februar 2017 

Trennung von Tisch und Bett

Diese vom Kirchenrecht vorgesehene Möglichkeit bei bestehendem Eheband die Verpflichtung zum gemeinsamen Leben aufzugeben, findet leider kaum Beachtung. Es ist gut, dass Bischof Huonder darauf hinweist, dass der, der wiederverheiratet geschieden ist und die Absolution erbittet, den festen Vorsatz haben muss, enthaltsam zu leben. Wird die menschliche Konkupiszenz jedoch wieder einmal stärker sein, so wird sicher das Hl. Bußsakrament der geeignet Ort sein, den Weg erneut zu beginnen und den festen Vorsatz zu erneuern.


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 lesa 3. Februar 2017 

Pastoral und Lehre in einem

In diesem einfühlsamen, klärenden Bischofswort sind Pastoral und Lehre verbunden. Man kann davon träumen, bzw. darum beten, dass die Antwort auf die vier Dubia des Heiligen Vaters so ausfält, inklusive Punkt sieben.


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 nurmut 3. Februar 2017 
 

Liebe Sefa und Baumeister

ich stimme ihnen völlig zu!
Alles, was mit Sünde im Rahmen von Ehebruch zu tun hat, wird ausschließlich auf Sex reduziert.
Es wäre hoch an der Zeit, die bestehende (Sünden)Lehre hinsichtlich des 6. Gebotes zu überdenken und zu korrigieren.


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 Raspunatz 3. Februar 2017 
 

baumeister: Was Sefa sagt ist völlig richtig. Aber Jesus sagte auch "und sie werden ein Fleisch" Und das wird man eben nicht bei Freunden oder wenn man geschwisterlich zusammenlebt. Ein Ehebrecher ist man so eben nicht.


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 Sefa 3. Februar 2017 
 

@baumeister: Sehr richtig!

Unauflöslichkeit der Ehe bedeutet nicht nur, nicht mehrmals zu heiraten, sondern vor allem, dem Partner (und besonders den Kindern!) die Treue zu halten, gerade in Zeiten der Versuchung.
Er ist allgemein bekannt, dass eine Familie mit Mann und Frau die besten Voraussetzungen für das Aufwachsen von Kindern bietet. Somit ist es vielleicht die schwerere Sünde, seine Familie im Stich zu lassen, als danach unkeusch zu sein oder irgendwelche gesetzlichen Partnerschaften einzugehen. Ohne letzteres zu verharmlosen, versteht sich.
In der Bibel heißt es: "Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden" und nicht "Die Menschen sollen sich nicht mehrmals zusammenfügen".


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 Laus Deo 3. Februar 2017 

Bischof Vitus, unser Bischof auf den stolz bin!

ich bin dankbar für diesen treuen Bischof der in den Medien immer und immer wieder verleumdet wird. Danke Bischof Vitus für ihren Mut


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 Michael72 3. Februar 2017 
 

Man lese was unsere Dekanate so über Bischof Vitus denkt

Es ist traurig was ich eben in der Zeitung gelesen habe:
http://www.nidwaldnerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/nidwalden/Angst-vor-falschem-Bischof-ist-gross;art9649,957461

Bischof Vitus Huonder ist ein grossartiger Bischof, das durfte ich auch in vielen Begegnungen erfahren.


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 baumeister 3. Februar 2017 
 

unverständlich

Es ist für mich nach wie vor unverständlich, warum permanent der Ehebruch am Sex festgemacht wird. Die Feststellungen in Punkt 8. sind haarsträubend.
Ein Ehepartner, der seine Familie verläßt und mit einem anderen zusammen lebt und sei es noch so geschwisterlich (sexuell enthaltsam, ist EHEBRECHER, ober er dabei Sex hat oder nicht ist doch dann völlig belanglos. Das macht für den verlassenen Partner keinen Unterschied.


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 hl_neri 3. Februar 2017 
 

klare Auffassung der Gebote Gottes und der Lehre seiner Kirche

Vielen Dank an den Bischof für seine Interpretation! Mir ist allerdings immer noch nicht klar, welche Beweggründe den Papst veranlasst haben, in einer derart gesicherten Angelegenheit ein interpretationsbedürftiges, weil zweifelbehaftetes Schreiben überhaupt herausgegeben zu haben?


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 ulrichmoskopp 3. Februar 2017 


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 Stefan Fleischer 3. Februar 2017 

Herzlichen Dank!

Es ist also durchaus möglich, AL sachlich, ruhig und ohne Polemik und persönliche Interpretationen dazulegen. Aus einer solchen Sicht kann man durchaus davon sprechen, dass AL klar ist. Schön wäre es, wenn unser heilger Vater dies bestätigen würde.


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 ulrichmoskopp 3. Februar 2017 

Zweifel eines treu im Ehesakrament stehenden Familienvaters

Dieser Schweizer Bischof dokumentiert gut, wieweit zur Zeit mein Horizont reicht. (Vor allem Punkt7.) Bin ich jetzt beschränkt oder vielleicht doch auf der richtigen Spur?


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