Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  3. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  12. Die Stunde der Heuchler
  13. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  14. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  15. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition

Vatikanist: Papst hält seit DBK-Besuch keine Ad-Limina-Ansprachen mehr

31. Jänner 2017 in Deutschland, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sandro Magister: Die nur schriftlich an Deutsche Bischofskonferenz ausgeteilte Ad-Limina-Ansprache „Erosion des Glaubens in Deutschland“ hat einen solchen Aufruhr ausgelöst, dass der Vatikan seither keine Ad-Limina-Ansprachen mehr veröffentlicht.


Vatikan (kath.net/pl) Nach dem Ad-Limina-Besuch der Deutschen Bischofskonferenz hat der Vatikan die jahrzehntelange Praxis aufgegeben, die Rede des Papstes an die Bischöfe zu veröffentlichen. Darauf macht der italienische Vatikanist Sandro Magister in einem Beitrag in der Zeitschrift „L´Espresso“ aufmerksam. Dies sei bei den Ad-Limina-Besuchen der Bischöfe von Irland, Kambodscha sowie der gemeinsam empfangenen Bischöfe von Serbien, Montenegro, Kosovo und Mazedonien zu beobachten gewesen.

Zuvor waren, so Magister, „die Ad-Limina-Besuche über Jahrzehnte hinweg regelmäßig mit einer Papstansprache abgeschlossen worden, die danach sofort veröffentlicht wurde. In ihr fanden sich häufig Hinweise zu den drängendsten Problemen der jeweiligen Ortskirche“, für die Kenner seien diese Reden „ein römisches Fieberthermometer für den Gesundheitszustand der Kirche in den verschiedenen Regionen der Welt“ gewesen.

Dies habe sich unter Papst Franziskus schnell geändert, so die Darstellung von Magister. „Er schrieb die Reden nicht selbst, auch wenn sie weiterhin veröffentlicht wurden, und mehr und mehr ließ er sogar das Vorlesen wegfallen“, vielmehr wurden sie in schriftlicher Form an die anwesenden Bischöfe ausgeteilt. Der Papst „bevorzugte es, mit ihnen spontan umzugehen, hinter geschlossenen Türen und unter der Voraussetzung, dass das, was gesprochen wird, vertraulich bleibt“.


Dies habe sich nach dem Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe geändert, schrieb der Vatikanist. Die Doppelsynode zum Thema Familie sei zum Zeitpunkt ihres Besuches gerade beendet gewesen, dort habe Papst Franziskus in deutschen Bischöfen „Verbündete“ für seine Offenheit bezüglich der Frage des Kommunionempfangs für zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene gefunden. „Allerdings ist die deutsche Kirche kaum ein Spitzenmodell der Weltkirche. Im Gegenteil, sie stellt in zu vielen Bereichen ein abschreckendes Beispiel dar. Und in der Rede, die Franziskus“ während des Ad-Limina-Besuches „in seinen Händen vorfand, wurden die vielen Dinge, die darin falsch laufen, schonungslos angeprangert“.

Zwar habe Franziskus diese Diagnose der katholischen Kirche in Deutschland nicht vorgelesen, „denn sie hätte effektvoll ein schlechtes Licht auf das Bündnis, das er mit dem progressiven Flügel der deutschen Kirche geschmiedet hat, geworfen“, so die Darstellung Magisters. Doch als sie hinterher veröffentlicht wurde, hat sie in Deutschland zu einem Aufschrei geführt, so dass sich Kardinal Marx hinterher zum Pressesprecher des Papstes machte und ihn mit folgenden Worten zitierte: „Ich habe sie [diese Rede] nicht geschrieben, ich habe sie nicht gelesen, schenkt ihr keine Beachtung“. Seit diesem Vorgang hat der Vatikan keine Ad-Limina-Ansprache des Papstes mehr veröffentlicht.

kath.net hatte die aussagekräftige Ad-Limina-Ansprache im Artikel Papst: Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland in voller Länge veröffentlicht. Die schriftlich ausgeteilte Rede hatte vom zu dürftigen kirchlichen Engagement für den Lebensschutz bis zum „Sentire cum ecclesia“ der theologischen Hochschullehrer, vom Wert der Beichte bis zum Profil karitativer Einrichtungen ein breites Spektrum in den Blick genommen.

Vgl. dazu auch: kath.net-Interview mit Kardinal Cordes: Papst-Mahnworte an deutsche Bischöfe durch Totschweigen bewältigen?

Archivfoto Papst Franzikus



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  2. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  3. Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza
  4. Kurienerzbischof Gallagher: Leihmutterschaft ist eine „neue Form des Kolonialismus“
  5. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  6. Vatikan hebt Pfarraufhebungen in US-Diözese Buffalo auf
  7. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  8. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  9. Vatikan kündigt bevorstehende Veröffentlichung eines Dokuments zu Monogamie an
  10. Bemerkenswert großer Andrang bei „Alter Messe“ im Petersdom - Kard.-Burke-Predigt in voller Länge!






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  7. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  8. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  11. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  12. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  15. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz