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Aufbruch in Augsburg - Raus aus den alten Strukturen!

12. Jänner 2017 in Kommentar, 38 Lesermeinungen
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„Ich wurde selbst gestärkt und ermutigt durch die Tage in Augsburg.“ Gastkommentar über die #MEHR-Konferenz des Gebetshauses Augsburg von Gabriele Kuby


Augsburg-München (kath.net) Seit zehn Jahren wird gebetet im Augsburger Gebetshaus an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich. Bei Gott fängt alles klein an - ein kleines Häuflein junger Leute, die alles auf Gott gesetzt und einfach nur gebetet haben, hauptberuflich! Wagnisse für Gott mit reinem Herzen und großer Vision segnet Gott. Zehn Jahre später füllen 10.000 junge Leute die Kongresshalle von Augsburg, loben und preisen Gott und hören von Donnerstagnachmittag bis Sonntagmittag zehn „Teachings“, wie man zu einem Jünger Jesu wird. Sieben davon hält Johannes Hartl, 38 Jahre alt, verheiratet, vier Kinder, promovierter Theologe. Schmal, wie er ist, mit kurz geschorenen Haaren, gestyltem Outfit, bunten Schnürsenkeln in den Turnschuhen und einer Sprache, die sich von hochdeutschen Gepflogenheiten nicht begrenzen lässt, gelingt es ihm, die zehntausend Menschen zu fesseln, sozusagen auf Duzfuß mit ihnen zu kommen. Johannes Hartl brennt für Gott und er entzündet für Gott.

Die Menschen sind durstig wie dürres lechzendes Land ohne Wasser, oft ohne zu wissen, wonach sie eigentlich dürsten. Dieser Durst wird kaum mehr gestillt in unseren Gemeinden, wo die ganze Botschaft unseres liebenden Gottes nur noch selten verkündet wird. Man müsse den Menschen entgegenkommen, ist die stereotype Rechtfertigung; aber dieses Entgegenkommen löscht das Feuer, das Jesus auf die Erde werfen will, durch Anpassung an den Zeitgeist. Etwa eine halbe Million Menschen pro Jahr finden das unerquicklich und verlassen die Kirchen. Kein Erschrecken, keine Umkehr, kein Aufbruch, statt dessen Verwalten der Existenzkrise.

Auch hier in Augsburg kommt man der jungen Generation entgegen mit poppiger, rockiger Lobpreismusik. Schon immer musste das Evangelium inkulturiert werden. Die Leute da abholen, wo sie sind. Wenn wir sie abholen, wo sie nicht sind, funktioniert es nicht. Seit Woodstock sind die Leute daran gewöhnt, ihren Körper rhythmisch unter Strom zu setzen und zwar laut, sehr laut. Dann fühlen sie sich lebendig. Gregorianische Musik würde einer Generation, die so geprägt ist, tot erscheinen. Also geht hier die Post ab mit Rock und Pop und Lightshow zum Lobpreis des Herrn.

Abholen heißt, ich gehe da hin, wo du bist, um dich auf einen Weg mitzunehmen. Abholen heißt nicht, ich komme zu dir ins Gefängnis und bleibe da. Wer abholt zu Gott, muss eine lebendige Beziehung zu Gott haben, er tritt in den Riss zwischen Gott und seinen geliebten Kindern, die kaum mehr etwas von ihm wissen. In den Teachings spricht Hartl biblischen Klartext. Er, dem das Bistum gerade bestätigt hat, dass er katholisch ist, hat Katholiken, Protestanten, Evangelikale vor sich. Ut unum sint ist ihm ein zentrales Anliegen, denn es war Jesu letzte Bitte an den Vater: „Sie sollen eins sein, wie wir eins sind, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinigen ebenso geliebt hast wie mich“ (Joh 17,22-23). Hartl will keine Universalkirche. Am Freitag gibt es eine katholische Messe mit dem päpstlichen Hofprediger Raniero Cantalamessa, der auch einen Vortrag über Heiligkeit durch die Gnade Jesu hält: Be holy to be happy, ist seine Botschaft. Am Samstag wird Abendmahl gefeiert, am Sonntag, dem Fest der Taufe Jesu, heilige Messe mit Weihbischof Wörner. Alle Sprecher wollen, dass wir unseren Glauben leben und offen sind für das Wirken des Heiligen Geistes, der allein die dogmatischen Gegensätze überwinden kann.


Allen Christen gemeinsam ist das Wort Gottes. „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ (Mt 24,35). Darauf baut Hartl, wenn er über Vaterschaft redet und uns auffordert, den Status des Waisenkindes endlich zu überwinden, das nie genug kriegt, weil nie genug da war, und deswegen Ersatzstrategien der Selbstversorgung entwickelt, deren Kern die innere Leere ist. Nein, wir sind reich, wir haben einen Vater, „dem alle Ölquellen der Welt gehören“, der den Überfluss liebt und Feste mit uns feiert. Sechshundert Liter Wein beschert Jesus einer Hochzeitsgesellschaft, der der Wein ausgegangen ist; dem verlorenen Sohn eilt der Vater entgegen, kleidet ihn neu ein, erneuert den Bund mit einem Ring, zieht ihm Schuhe an, damit er laufen kann, und schlachtet das Mastkalb für ein Fest mit Musik und Tanz.

Die Selbsterkenntnis und innere Arbeit, die nötig sind, um den Waisenkindstatus abzulegen, Sohn zu werden und als Sohn Verantwortung zu übernehmen und Vater zu werden oder Mutter, ist für jeden Christen dieselbe, in welcher der christlichen Kirchen er seinen Weg auch gefunden haben mag. Hartl stört sich nicht daran, dass in der Bibel oft nur von Söhnen und nicht von Töchtern die Rede ist. Er müsse schließlich auch damit zurechtkommen, dass er als Mann Braut Christi sei.

„Lieben heißt, den anderen stehen lassen.“ Wer das als Absage an die Mission hört, hat den Satz missverstanden. Wieviel von unserem Eifern für die eigene Dogmatik hat seine Wurzeln in einem Sicherheitsbedürfnis, das danach verlangt, von den Mitmenschen bestätigt zu werden? Möge die Wahrheit leuchten, weil sie getan wird (Joh 3,31), und selbst der Magnet sein, der andere anzieht.

Ein gewaltiger Magnet ist in Vorbereitung in Augsburg: Mission Campus - „ein Ort der Hoffnung“. Die Baupläne liegen fertig auf dem Tisch für ein Trainingszentrum für Tausende. Sie sollen zuerst und vor allem beten lernen, denn dann kann Gott wirken - das ist für die Gebetshaus-Crew die überwältigende Erfahrung. Sie glaubt, „dass es Zeit ist für einen geistlichen Klimawandel in Europa“. Für dieses Projekt wird zu Spenden aufgerufen, Spenden, die ein echtes Opfer sind, nämlich mindestens 1000 Euro. Hier sind Söhne am Werk, keine Waisenkinder.

Hartl spricht über den „Duft der Hoffnung“ - nicht zu glauben, wie viel in der Bibel über Duft zu finden ist. Maria gießt es in verschwenderischer Fülle über Jesus aus, Judas, „der ein Dieb war“, nimmt daran Anstoß. Wir sollen Jesus nicht kleinlich lieben, kleinlich mit unserer Gebetszeit, kleinlich mit unserem Ja zu Gott, das nur in großherziger Hingabe zu einem Baum werden kann, in dem die Vögel nisten. Europe shall be saved, skandiert der Saal. Europa soll gerettet werden und es wird gerettet werden.

Die Hoffnung setzt Kraft frei, Kraft ein Held zu sein. In seinem letzten Vortrag „Erwecke den Helden“ ruft Hartl zum Kampf auf - kein Kampf gegen Menschen, kein Kampf für die Ersatzbefriedigungen von Waisenkindern, sondern Kampf der Söhne und Töchter Gottes für den Herrn. Die Essenz des Helden besteht darin, dass er wagt, den status quo zu durchbrechen, dann kommen die anderen nach. Die Bibel ist voll von Heldengeschichten, z. B. der von Ester, die mit einer Heldentat ihr Volk rettet: „Wenn ich umkomme, dann komme ich eben um (Est 4,16).“

Ich selbst wurde gestärkt und ermutigt durch die Tage in Augsburg, ermutigt zu „siegreichem Glauben“, der immer auf der eigenen Umkehr beruht. Die Bereitschaft zur Umkehr ist das, was Einheit stiftet und uns öffnet für die fortschreitende Erkenntnis der ganzen Wahrheit. Überall auf der Welt beruft Jesus heute, in der Bedrängnis unserer Zeit, Menschen zu seinen Jüngern, er stellt keine dogmatischen Vorbedingungen. Sie erkennen sich am Duft der Nachfolge und sie wollen die rettende Botschaft Jesu in die Welt bringen.

Es war laut in Augsburg. Wunderbar wäre es, wenn auch akustisch und visuell ein Weg beschritten würde, der zehntausend Menschen immer einmal wieder in die Stille führt - in die stille Anbetung, über die Raniero Cantalamessa in seiner Predigt gesprochen hat. Mein stärkster Eindruck auf dem Weltjugendtag in Rom im Jahr 2000 war die Erfahrung der Gegenwart Gottes, als ein Mönch mit der Monstranz in der Hand das Stadion abschritt - in völliger Stille. Eine solche Erfahrung überschreitet dogmatische Differenzen und eint. Auch die Augen können Ruhe finden, wenn ihnen Gelegenheit gegeben wird, auf große christliche Kunst zu blicken, etwa den Altarraum einer romanischen Kathedrale. Vielleicht könnte dann sogar ein gregorianischer Choral heilige Resonanz in den Herzen erzeugen.

Foto Gabriele Kuby


Johannes Hartl: Heilige Faszination - #MEHR2017 / Gebetshaus Augsburg


Johannes Hartl - Erwecke die Helden - Katechese auf der #MEHR2017



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Lesermeinungen

 chiarajohanna 16. Jänner 2017 
 

@jabberwockey: "INHALT + FORM" = ein bereichernder Beitrag: DANKE :-)


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 chiarajohanna 16. Jänner 2017 
 

@Waldi - Danke für den Gnaden-Bericht des Busfahrers !


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 chiarajohanna 16. Jänner 2017 
 

@wandersmann - Danke für die Ausschnitte aus dem Tagebuch der Faustyna

Leider weiß ich nicht ob wir das eine
mit dem anderen - vergleichen können?

Das eine sind junge Menschen,
die gerade den Weg gefunden haben
und das andere ist Faustyna,
die Auserwählte + Heilige Gottes!

Wie aus den Tagebüchern zu erspüren ist, steht sie in tiefer persönlicher Beziehung zu Gott. Diese Nähe zieht Leiden, Versuchungen + das persön-liche Kreuz nach sich!

Die jungen Menschen bei der "MEHR"
sind zwar auch wie Faustyna Christen,
aber sie stehen nach meinem Empfinden noch auf einer anderen Reife-Stufe,
nämlich am Anfang.

Mit anderen Worten:
Alles, was Sie schreiben ist richtig!
Nur: Ich weiß nicht wie ich mein Gefühl ausdrücken soll: Aber wir
können den jungen Menschen das Leiden nicht "abverlangen"! Damit meine ich,
und das ganz vorsichtig oder auch ehrfürchtig ausgedrückt: Das Leiden trägt in religiösen Dingen immer den Charakter der Freiwilligkeit.

Die Menschen sind jung: Schütten wir die Kinder nicht mit dem Bade aus!

"BESSER MEHR - ALS NIX"! :-)


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 christine.mm 13. Jänner 2017 
 

Gegenwart Gottes - Anbetung - Kreuzesopfer - Erlösung - Jubel

David tanzte und spielte und sang den Lobpreis im Angesicht und Besitz der hl.Lade mit dem Gottesbund in Gestalt der steinernen Tafeln mit den 10 Geboten des Bundes. Heil oder Verderben bergen diese Gebote. Annahme oder Ablehnung. Der Mensch hat die Wahl.
Beim letzten Abendmahl und der Einsetzung der beiden Eucharistischen Gestalten von Brot - wahrhaft hingegebener Leib. Und Wein - wahrhaft vergossenes Blut bis in den frei auf sich genommenen grausigen Kreuzestod : das ist jetzt im Ablauf des Heiligen Messopfers die Vergegenwärtigsetzung von Golgotha, da verkünden wir den Tod Christi, bis ER wiederkommt. So Paulus. Dieses in fortwährender Gegenwart vor dem Vater stehende einmalig vollbrachte blutige Opfer Seines Sohnes als vollkommene Sühne für unsere Abtrünnigkeiten kann von unserer Seite aus nicht mit glücklich jauchzendem Jubel besungen werden. Betrachte die ungeheure Größe dieses Geschehens und liebe IHN dafür, wirklich liebe. Und du verstummst in tiefer Scham.


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 Johann Martin 13. Jänner 2017 
 

@ Antonius Bacci

Auch Palästrina hat in seinen Messen damals populäre Melodien aufgegriffen. Und als die Orgel aufkam, hat es viele gegeben, die dieses Instrument als absolut ungeeignet für den Gottesdienst ansahen.


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 frajo 13. Jänner 2017 

Gibt es für die

Gestaltung der MEHR nicht ein sehr eindeutiges biblisches Vorbild?

Hat nicht König David bei ihrem Einzug in Jerusalem vor der Bundeslade (ich vermute ausgelassen) getanzt, und seine Leute haben sich für ihn - weil angeblich unpassend - geschämt.

Gott sieht auf das Herz, und nicht wie wir Menschen auf das, was uns vor Augen ist. Wie kann ein Mensch, der entzündet ist, bei seinem Lob Gottes ruhig bleiben. Einige wahrscheinlich schon, aber ich glaube die meisten nicht. Ich meist auch nicht. Stille Anbetung und Lob Gottes sind nicht das Gleiche - auch wenn so Mancher es vielleicht gerade umgekehrt bevorzugt. Jesus warnt uns eindringlich davor, nicht zu urteilen.


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 horologius 13. Jänner 2017 
 

@Antonius Bacci

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Genau das wollte ich zum Ausdruck bringen. Leider fehlt mir die Zeit, mich mehr mit kath.net zu beschäftigen....


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 horologius 13. Jänner 2017 
 

@martellini

"dann muss es damals im Gottesdienst schon Vorläufer von Gitarren und Schlagzeug gegeben haben".
Klar, aber auch damals wußte man klar zwischen Kult und Welt zu unterscheiden.


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 jabberwocky 13. Jänner 2017 

@Antonius Bacci: Form vs.Inhalt

Mit Ihnen möchte ich in dieser Sache gar nicht herumstreiten, weil ich Ihren Post zur Sache positiv bewertet habe, der mir sehr gut gefallen hat, in dem Sie sinngemäß so etwas schrieben wie: "Warum sollten nicht verschiedene Formen nebeneinander bestehen? Solange ich nicht dazu gezwungen werde, an dieser Art Gottesdienst teilzunehmen, kann es das ruhig geben".
Von daher ist die Form natürlich nicht egal, da haben Sie recht. Gemeint ist: Ich sollte meiner persönlichen Präferenz folgen hinsichtlich der Form, nur ist mein persönlicher Geschmack nicht Maßstab für alle.

Zum Bild des Trauerrandes: Wir sind am Samstag, an dem es nur eine evangelische Abendmahlfeier gab, in eine Vorabendmesse in Haunstetten gegangen. Das war eine Hl. Messe mit Trauerrand. Es herrschte eine Atmosphäre, als wäre Gott gerade gestorben und wird zu Grabe getragen. In der MEHR hingegen wird genausowenig Trauerrand getragen wie in der Hl.Messe im klassischen römischen Ritus in der Münchner Damenstiftskirche.


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 Eremitin 13. Jänner 2017 
 

Hier wird Katholisches mit Evangelikalem

und mit Charismatik vermischt-die MEHR will vor allem jungen Menschen gefallen und sie missionieren. Ich stehe dem kritisch gegenüber. Sie steht eher in den Reihen von Willow Creek, Anskar Kirche etc. als in den Traditionen der katholischen Kirche. Die heiligen Messen habe ich eher als aufgesetzt erlebt und mir gefällt eine alte Messe auch besser als dieser Tingeltangel. Das Gebetshaus ist gewöhnungsbedürftig für entschiedene Katholiken mit seinem schlichten Kreuz , den trendigen Farben etc. Na ja, wems gefällt. man muss ja nicht hingehen.


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 Micha1984 13. Jänner 2017 

Warum nicht ein MEHR an Formen!

Ich begrüße solche neuen Formen, wie ich sie von der MEHR mitbekommen habe. Wichtig ist, dass die Herzen der Menschen angerührt und das Interesse für den Herrn geweckt wird. Ohne einen Impuls, sei es in einem guten Gespräch oder einem Großereignis, öffnen sich die wenigsten Menschen für die Frohe Botschaft.

Wichtig ist bei neuen Formen nur, dass man mit dem Bestehenden umsichtig umgeht. Kirchlich festgeschriebene Liturgie ist wichtig und es muss auch Ziel von neuen Formen sein, bei den Menschen Sinn für diese theologisch fundierten althergebrachten Weisen und die Feier der Sakramente zu wecken.

Es muss ein Mehr an Formen sein, keine Verengung auf wenige neue, zeitangepasste Formen. Dann kann ich problemlos mitgehen. Auch mal mit Musik, die ich nicht ganz so andächtig finde, wie ich sie mir in manschen Situtationen wünschen würde.


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

@Johann Martin II

Wenn man sich an weltliche Musik angelehnt hat, dann doch wohl an die hochentwickelte Kunstmusik der jeweiligen Zeit. Das Konzil von Trient hat untersagt, dass Organisten über Trinklieder improvisieren. Das Bewusstsein, dass dies nicht dahin gehört, war im offiziellen kirchlichen Bereich ungebrochen, und nicht anders als heute gibt es Missbrauch mit diesen Dingen. Die große Kirchenmusik war niemals populär im Sinne heutiger Popmusik, aber sie wurde von den Gläubigen als genuiner Ausdruck des Heiligen und des Anderen gegenüber der Welt vielfach geschätzt. Heute möchte man diese Differenz zwischen Profanem und Heiligem gerne einreißen, was sich nicht zuletzt in der Musik äußert. Doch welch ein grober und schmerzhafter Missklang ist es, wenn ein Priester den Altar zu Klängen einer Musik inzensiert, die man in ihrer Formensprache auch im nächsten Kaufhaus oder in der großen Samstagsabendshow hören kann. Man holt das Alltägliche und Banale in den heiligen Raum hinein...


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 Bernardo 12. Jänner 2017 
 

... Geschmackssache (2)

(Forts.)
Musik mit vielleicht niedrigerem künstlerischen Niveau, dargebracht aber mit großer Liebe zum Herrn (wie bei der MEHR) führt wesentlich besser zum liturgischen Geschehen als umgekehrt. Und wer keine Rock- und Popmusik mag: Das ist doch völlig ok. Der möge gerne in Messen mit Orgel, Gregoranik oder sakraler Orchestermusik gehen. Nur soll er nicht anfangen die Lobpreismusik abzuwerten. Übrigens zuhause ist bei mir Musik von Bach über Bruckner bis hin zu Bernstein angesagt.


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

@Johann Martin

Ich wäre aus historischer Perspektive skeptisch: War Palestrina wirklich "populär" in seiner Zeit in dem Sinne, dass seine Musik in breiten Schichten des Volkes beliebt waren? Seine Melodien wurden kaum im Wirtshaus gesungen; die Menschen der Zeit pflegten zur Zerstreuung und Unterhaltung ganz andere Melodien. Der Vorwurf einer zu großen Opernhaftigkeit mag übrigens auch bei Mozart-Messen hier und da berechtigt sein und es lässt sich trefflich darüber streiten, ob wirklich jede Komposition der Musica sacra von ihrem Wesen für die Liturgie geeignet war und ist. Die Parodienmessen, in denen weltliche Cantus firmi verwendet wurden, wurden von der kirchlichen Gesetzgebung nicht gerne gesehen und bekämpft; und dennoch sind selbst diese etwas anderes, da sie in ihrer musikalischen Ausdrucksform weitgehend den klass. polyphonen Strukturen der musica sacra folgen. Die teils derbe Musik der fahrenden Leute wird man allerdings kaum in Kirchen gehört haben...


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 Bernardo 12. Jänner 2017 
 

über (Musik-)Geschmack lässt sich trefflich streiten

Wenn ich mir das Gloria- oder Heiliglied anhöre, wie es bei der So-Messe mit Wb Wörner gesungen wurde: Da hab ich 100% mehr Andacht und Hingabe wahrgenommen, als in meiner heimatlichen Pfarrgemeinde, wenn der renomierte Organist Gottesloblieder spielt, z.T. recht modern begleitet und mit zeitgenössischen Dissonanzen garniert. Das ist vom musikalischen Können her sicher eine anerkennungswürdige Leistung, klingt auch manchmal recht interessant. Mitsingen ist allerdings oft nicht so erbaulich und die Andacht fördert es bei mir trotz des Könnens auch nicht immer. Vor allem möchte ich aber ausdrücken: Es kommt bei der Musik im Gottesdienst auf den Geist an. Musikrichtung und verwendete Instrumente sind für mich sekundär. Musik mit vielleicht niedrigerem künstlerischen Niveau, dargebracht aber mit großer Liebe zum Herrn (wie bei der MEHR) führt wesentlich besser zum liturgischen Geschehen als umgekehrt. Und wer keine Rock- und Popmusik mag: Das ist doch völlig ok. Der möge gerne in Messen mit Orgel, G


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

@Jabberwocky

Form und Inhalt kann aber doch nicht beliebig auseinanderreißen. Wenn man einen Brief schreibt, in dem man jemand zum Geburtstag einlädt, wird man dies auch nicht mit einem Trauerrand tun. Für Kirchenmusik genügt nicht schon ein religiöser Text, sondern die Musik, ihr Stil und Gestus muss dem Text und seiner Erhabenheit und Würde entsprechen. Hierzu können auch moderne, zeitgenössische Stilelemente verwendet werden, aber der Stil von Pop- und Rockmusik ist hierfür nicht geeignet. "Fetzig", "poppig", "heiße Rhythmen" sind doch wirklich keine Attribute, die zur Liturgie passen; könnte man sich Popmusik in der älteren Form oder im byzantinischen Ritus vorstellen? Nein? Aber warum denn in der röm. Liturgie im ordentlichen Usus? Es gibt übrigens sehr interessante Überlegungen von Papst Benedikt zum Thema, in denen er die Problematik von Rockmusik in liturgischen Kontexten genau darlegt.


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 Smaragdos 12. Jänner 2017 
 

Mein Weg zu Maria

Ach, wie schön wär's, wenn Frau Kuby auf einer MEHR-Konferenz einmal Zeugnis von ihrem Weg zu Maria geben könnte! Wenn DAS nicht "mehr" wäre...


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 Johann Martin 12. Jänner 2017 
 

2 Alle Kirchenmusik war einmal "populär"

@ horologius
In meiner oberbayrischen Landgemeinde haben wir solche freudigen Lieder in Jugendgottesdiensten gesungen, und oft kamen alte Leutchen zu mir mit der Frage: "Wann haben wir denn wieder einmal einen Jugendgottesdienst?" Sie haben gerne und freudig diese Lieder mitgesungen, denn Gott zu loben erhebt das Herz.


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 Johann Martin 12. Jänner 2017 
 

Alle Kirchenmusik war einmal "populär".

@ horologius
Sie meinen: "Nie war populäre Musik in der Kirche zu hören- Kirchenmusik war in allen Jahrhunderten etwas Eigenständiges, gerade um diesen Bereich vom Weltlichen abzugrenzen". Das stimmt nicht. Wer die Geschichte der Kirchenmusik kennt, weiß. dass diese immer wieder weltliche Melodien und Stile aufgegriffen hat - und immer wieder gab es deshalb Kritik seitens derer, die das als zu "weltlich" empfanden. Zur Zeit Bachs meinte man, seine Kantaten wären zu opernhaft - und so etwas gehöre doch nicht in den Gottesdienst.
Und wer den Lobpreis als "fetzigen Popgesang kritisiert, dem würde ich empfehlen, doch selbst oder mit anderen Gott freudig und mit lauter Stimme zu loben. So etwas funktioniert in kleinen Gruppen und überschaubaren Gemeinden noch besser als in Massenveranstaltun- gen.


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 jabberwocky 12. Jänner 2017 

Form vs. Inhalt - Wahrheit vs. subjektiver Geschmack

Es gilt zu unterscheiden zwischen Form und Inhalt. Ist der Inhalt Jesus Christus, gilt das augustinische Wort: Liebe, und dann tu was du willst (und zwar in dieser Reihenfolge und keineswegs umgekehrt). Ist der Inhalt nicht Jesus, so lehne ich auch die Form ab. Es gibt ja z.B. auch im Buddhismus Stille und "Kontemplation".
Mit objektiver Wahrheit und subjektivem Geschmack verhält es sich ähnlich. Ich persönlich freue mich über geistliche Früchte, die wachsen, und zwar nicht nur dort, wo ich spirituell zuhause bin, sondern überall dort, wo das Lob Gottes erschallt. Dort, wo der Hl. Geist weht, ist das Vaterhaus.
Als Träger des Skapuliers ULF vom Berge Karmel gehe ich zur Mehr, und spüre dort die Kraft Gottes. Denn wer einen Raum der Stille wirklich in seinem Herzen trägt, der kann auch, wenn 10000 Menschen dem Herrn singen und jubeln, still werden und sich versenken. Ich habs gemacht; es funktioniert. Wär ja auch seltsam, wenn das Lob Gottes mich beim inneren Gebet stören könnte.....


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 jabberwocky 12. Jänner 2017 

@Stefan Fleischer Es gibt zwei Gruppen von Christen, die "Raus aus den alten Strukturen!" wollen.

Die einen wollen verweltlichte "alte Strukturen" durch andere, verweltlichte und zeitgeistkonforme Strukturen ersetzen. Sie wollen im Grunde in den Gremien und Sitzungen die personelle Zusammensetzung sowie ggf. die Themen ändern. Mit böser Zunge könnte man sagen: Die Sesselfurzer sollen neue Sessel bekommen.

Die anderen wollen genaugenommen nicht "raus" aus den Strukturen, sondern rein in die Strukturen, nämlich in Strukturen des Hl. Geistes, getragen von Menschen, die es gelernt haben, zum Himmel zu schauen, weil sie gelernt haben zu beten.

Meine Frau und ich fahren manchmal von München nach Augsburg ins Gebetshaus und haben den dortigen Alltag gesehen, von daher darf ich Sie bestätigen: Ich bin mir zu 100% sicher, daß dort nicht eine Absicht verfolgt wird, die Sie zu recht aufgeschreckt hat.

Und man darf getrost festhalten, daß die stillen Freunde des klassischen Ritus und die feurigen Lobpreiser auf der MEHR sich geistlich näher stehen als beide dem Sitzungskatholizismus.


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 Stefan Fleischer 12. Jänner 2017 

Aufbruch in Augsburg - Raus aus den alten Strukturen!

Ohne in dieser Diskussion Stellung nehmen zu wollen: Diese Titelsetzung hat mich aufgeschreckt. Bei uns gibt (oder gab - ich weiss es nicht) eine Zeitschrift mit dem Titel "Aufbruch" welche sich dieses "Raus aus den alten (verkrusteten) Strukturen" unserer Kirche auf die Fahnen geschrieben hatte mit allen Forderungen einer "zeitgemässen" Kirche, Frauenpriestertum etc., etc. Ich glaube aber nicht, dass das Gebetshaus einen solchen Aufbruch anstrebt.


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

Toleranz, aber auch eine gewisse Vorsicht vor Überschätzung

Was im Rahmen der MEHR funktionieren mag, muss dieses darüber hinaus nicht unbedingt. Die MEHR spricht ein ganz bestimmtes Publikum an, von daher kann ich dem Unternehmen tolerant gegenüberstehen, es betrifft mich ja nicht, ich bin kein Adressat der MEHR. Gegen die Propagierung als dem gesamtkirchlichem Ideal einer Neuevangelisierung würde ich mich strikt aussprechen, da der Charismatismus eher etwas gruppenspezifisches ist, was für viele andere so nicht nachvollziehbar ist und stellenweise skurril wirkt. Der Katholizismus wird sich in Zukunft wahrscheinlich immer mehr in solche Gruppen zersplittern, und man wird sehen, wie im Laufe der Zeit die Einheit gewahrt werden kann. Denn schon jetzt liegen zwischen Charismatismus und etwa den Freunden der außerordentlichen Liturgie einige Welten. Ob dies dauerhaft unter dem Aspekt "versöhnt in Verschiedenheit" halten wird, wird die Zukunft zeigen...


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

Inkulturation

Bei aller Bedeutung der Inkulturation frage ich mich, ob wir hier nicht vorsichtiger sein müssen. Die Inkulturation etwa des Christentums in die antike Welt besteht im wesentlichen in der Orientierung an den hervorragendsten Elementen einer hochentwickelten Kultur. So inkulturiert sich auch die Gebetssprache, orientiert sich hierbei an Elementen der klassischen Kunstprosa. In späteren Zeiten besteht durchaus eine Verbindung von "Profanmusik" und musica sacra, Bezugspunkt ist aber hierbei nicht die Musik des Jahrmarkts, sondern eine hochentwickelte, meist höfische Musik. Warum sollte sich eine Inkulturation in heutiger Zeit an Formen einer Subkultur orientieren, die durch gänzlich andere Ideale geprägt ist. Der Raum des Heiligen verliert so seine besondere Aura und driftet in das Banale und Langweilige ab. Zur Liturgie gehört doch auch eine gewisse Würde und im guten Sinne Vornehmheit und nicht ein Benehmen in Gestus und Habitus, das durchaus einem Popkonzert alle Ehre machen würde.


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 Antonius Bacci 12. Jänner 2017 
 

Christliches Woodstock?

Wenn die heutige Generation tatsächlich aufgrund ihrer Prägung nur noch einen Sensus für Popmusik haben sollte, wäre das eine große Verarmung und ein kultureller Niedergang im großen Stil. Es würde auch zeigen, dass das Bewusstsein der Angemessenheit einer heiligen, d. h. dem profanen weitgehend entzogenen Handlung völlig verloren gegangen wäre. Zu einem gewissen Teil mag das auch stimmen, aber - davon bin ich überzeugt - nicht flächendeckend. Schließlich sollte man auch scharf zwischen "Woodstock" und der römischen Liturgie differenzieren, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. In ihrem jeweiligen Kontext hat Pop- und Rockmusik natürlich ihre Berechtigung, aber als Ausdruck des Heiligen als einer transzendenten, mystischen Wirklichkeit kaum geeignet, da sie den Menschen eher in der materiellen Welt hält und die Transzendierung, die Erhebung der Seele zum Göttlichen hin nicht fördert. Das Banale ist der Feind eines Kultes, der auf Vergeistigung hin ausgelegt ist.


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 martellini 12. Jänner 2017 
 

@ wandersmann

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Phil 4,4

Ob der Weg zur Heiligkeit nur über eine Form von Leidensmystik möglich ist? Ich meine, es gibt Berufungen zu diesem Weg, zweifle aber daran, dass man aus diesem Blickwinkel heraus alles in wahrhaftiger Weise beurteilen kann.


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 martellini 12. Jänner 2017 
 

@ horologius

"In der Kirche wurden aber auch diese früher nie mit Drehleier, Dudelsack und Fiedel zum Besten gegeben, sondern dem Rahmen entsprechend."
Womit Sie natürlich recht haben. Aber wenn wir weiter zurückgehen in Richtung AT, dann muss es damals im Gottesdienst schon Vorläufer von Gitarren und Schlagzeug gegeben haben, hießen damals nur "Pauken, Zymbeln und Harfen" ;-)


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 cooperator veritatis 12. Jänner 2017 
 

"Tut dies zu meinem Gedächtnis"

Als Jesus Christus mit diesen Worten die Eucharistie eingestzt hat, waren außer ihm nur zwölf (und nach dem Weggang des Judas nur noch elf) Menschen anwesend. Auch gab es keine musikalische Untermalung, weder durch Gregorianischen Choral noch durch "fetzige" Popmusik.
Wenn ich mir das vergegenwärtige - etwa unter dem Blickwinkel "back to the roots" -, dann befällt mich ein mulmiges Gefühl, ob "Pop-Messen" mit 10.000 "rockenden" Jugendlichen tatsächlich im Sinn des "Erfinders" sein können.
In meinem Alter erinnere ich mich noch sehr gut an "Stille Messen" mit einer Anzahl von Teilnehmern ungefähr wie vor 2.000 Jahren im Abendmahlsaal. Und ich kann nicht umhin zu gestehen, dass ich diese Art von Messen geliebt habe.


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 hape 12. Jänner 2017 

Back to the roots

Zu einem Nebenaspekt im Artikel von Gabriele Kuby: „Gregorianische Musik würde einer Generation, die so geprägt ist, tot erscheinen.“
Die von mir sehr geschätzte Autorin beschreibt, wie es auf der diesjährigen MEHR-Konferenz erfolgreich gelungen ist, mit Pop-Musik die junge Generation zu Anbetung Gottes hinzuführen und dass dies ein tragfähiger Aufbruch aus blassen kirchlichen Strukturen sein könne.
Dem stimme ich gerne zu. Allerdings scheint mir der gefühlsbetonte charismatische Lobpreis nicht der einzige vielversprechende Aufbruch zu sein.
Manchmal führt der Weg in die Zukunft auch über die Rückbesinnung, „back to the roots“ sozusagen. So ist für mich die Entdeckung der Missa Tridentina eine große Bereicherung. Angesichts der säkularen Pop-Kultur erlebe ich dort eine lebendige sakrale Gegenkultur. Dort ist gregorianische Choral wahrhaftig nicht tot, sondern quicklebendig. Mein Eindruck ist, dass sich gerade junge Menschen heute gerne davon ansprechen lassen.


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 Waldi 12. Jänner 2017 
 

Liebe @Kraftquelle,

seien Sie auch von mir herzlich gegrüßt. Ich freue mich über die von Ihnen bezeugte Wertschätzung von diesem herrlichen Wallfahrtsort Maria Vesperbild. Bekannt geworden ist mir dieser wunderbare Gnadenort durch einen Bericht in der Bildzeitung aus dem Jahr 1986, der die Heilung von einem Augsburger Busfahrer beschreibt, der nach vier schweren Kopfoperationen, Tumor bösartig, am 23. Dezember 1984 als hoffnungsloser Fall aus dem Klinikum Großhadern in München entlassen wurde. Am 24. Dezember, Heilig Abend, fuhr ihn seine Frau zur Fatimagrotte nach Maria Vesperbild. Gehunfähig und fast blind, kniete er betend um Heilung vor der Statue. Dort vernahm er eine Frauenstimme die zu ihm sprach: "Du hast gelitten genug, du wirst wieder gesund. Und so geschah es! Er hat sogar wieder seinen Beruf als Busfahrer ausüben dürfen. Ich, selber Linienbusfahrer in München, habe oft mit ihm telefoniert und seine Heilungsgeschichte aus erster Hand erfahren. 30 Jahre zieht es mich immer wieder dort hin.


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 Paddel 12. Jänner 2017 

Waisenkind/Vater

Herr Hartl ist Vater von vier Kindern. Ich hoffe diese werden keine Waisenkinder zugunsten des Gebetshauses. Ich betrachte jedenfalls mit Sorge das immer noch mehr, noch größer, noch weiter. Manchmal "ist weniger mehr". Was bringt es, wenn Herr Hartl Tausende bekehrt, aber die eigene Familie dabei hops geht? Ich hoffe sehr, dass sein erstes Apostolat seiner eigenen Familie gilt. Sicher ist das manchmal eine Gratwanderung (das Gebetshaus ernährt ja auch die Familie). Ich freue mich sehr über das Gebetshaus, über die MEHR, über die inspirierenden Vorträge usw. und im Grunde denke ich auch, dass Herr Hartl vernünftig genug ist um diese Gefahr zu erkennen. Ich wünsche ihm und seiner Familie von ganzem Herzen Gottes Segen und seinem Gebetshaus weiterhin viel Frucht. Ich denke die Quelle sind auch dort die Sakramente und zwar neben Beichte und Eucharistie auch das Ehesakrament! Dieses muss an erster Stelle stehen, nicht das Gebet, auch wenn es sich gegenseitig befruchtet.


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 wandersmann 12. Jänner 2017 
 

"Leiden ist der größte Schatz auf Erden" - Faustyna

Oh, wenn eine leidende Seele wüsste, wie sehr sie von Gott geliebt wird, sie würde vor Freude und übermäßigem Glück sterben. Wir werden eines Tages erkennen, was Leiden bedeutet, aber dann werden wir nicht mehr leiden können. Die Gegenwart gehört uns (TB 963).

Das Leiden ist der größte Schatz auf Erden – es läutert die Seele. Im Leiden erfahren wir, wer unser wahrer Freund ist. Wahre Liebe misst man mit dem Thermometer der Leiden (TB 342).

Wenn wir viel leiden, haben wir die große Gelegenheit, Gott zu beweisen, dass wir ihn lieben. Wenn wir wenig leiden, ist auch weniger Gelegenheit gegeben, Gott unsere Liebe zu zeigen; falls wir aber gar nicht leiden, ist unsere Liebe weder groß noch rein. Mit Gottes Gnade können wir so weit gelangen, dass Leiden sich für uns in Wonne umwandelt, denn Liebe vermag in reinen Seelen solches zu bewirken (TB 303).

Es kann sich ja jeder selber fragen, ob der Weg zur Heiligkeit von Faustyna dem entspricht, wie es/er auf der MEHR implizit rüberkommt.


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 noone 12. Jänner 2017 
 

@ Kraftquelle

Als Ergänzung zum "Rheinischen Grundgesetz" gilt: Jede Jeck is anders!


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 Kraftquelle 12. Jänner 2017 
 

Vortrag, Lobpreis, Vortrag, Lobpreis.............

Ich bin genauso alt wie Herr Hartl und habe drei Kinder und bin eine Frau (Hausfrau). Ich habe nur wenig mitbekommen von der Mehr. Für mich ist das einfach zu viel. Vortrag, Lobpreis, Vortrag, Lopreis........3 Tage lang. Da würde mein Kopf platzen, ich bin aber auch kein Prof. Dr. theol. Mir reicht jeden Tag meine hl. Messe in Maria Vesperbild oder beim mir am Heimatort, auch mal ohne Orgel und ohne Gesang, Hauptsache der Herr ist Gegenwärtig. Grüße an Waldi ein echter Kenner von Maria Vesperbild. Ich bin auch sehr gerne katholisch und nicht ökumenisch.


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 priska 12. Jänner 2017 
 

Ich beobachte schon in den Kirchen wenn ein guter Chor in den Messen geboten wird sind die Kirchen voll,und da ist es den meisten Kirchgänger egal ob es Kirchenlieder sind oder Musikandenstadel Angebote wird ...Hauptsache ein Musikangebot wo nachher geklatscht wird,es stimmt mich nachher oft traurig !


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 gebsy 12. Jänner 2017 

Da kann ich nur zustimmen:

"Die Menschen sind durstig wie dürres lechzendes Land ohne Wasser, oft ohne zu wissen, wonach sie eigentlich dürsten. Dieser Durst wird kaum mehr gestillt in unseren Gemeinden, wo die ganze Botschaft unseres liebenden Gottes nur noch selten verkündet wird. Man müsse den Menschen entgegenkommen, ist die stereotype Rechtfertigung; aber dieses Entgegenkommen löscht das Feuer, das Jesus auf die Erde werfen will, durch Anpassung an den Zeitgeist."
Der Durst wird auf schrecklichsten Abwegen zu stillen versucht; dieser HIMMELSCHREIENDEN NOT tatenlos zuzusehen, ist das Verbrechen unserer Zeit. Selbstanklage: http://www.kathtube.com/player.php?id=41154


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 martellini 12. Jänner 2017 
 

Auch Stille hätte es gegeben...

im gleichnamigen Raum, sogar mit der Möglichkeit zur eucharistichen Anbetung.
Was die Musik betrifft: auch innerhalb des Lobpreises gab es ruhige Passagen, die ich besonders intensiv erlebte.
Ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob horologius nicht irrt: wenigstens bei der der Nummer 213 im Gotteslob ist die Melodie weltlichen Ursprungs.
Es ist auch nicht so, dass für den Lobpreis weltliche Melodien mit spiritellen Texten "aufgebrezelt" werden. Vielmehr ist es so, dass die Melodien aus dem gesungenen Gebet heraus entstehen.


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 horologius 12. Jänner 2017 
 

Musik und Stille

Einig bin ich mit Fr. Kuby, sowohl was das Lob als auch die leise Kritik/Anregung angeht. Auch wenn ich nur per Webstream bei der MEHR anwesend war- diese eine Sache gibt mir immer wieder zu denken: schön, wenn man die Jugend mitreißen kann mit fetziger Lobpreismusik und eingängigen Rhythmen, aber ich habe manchmal meine Zweifel, ob das der Erhabenheit einer Hl. Messe würdig ist.
Hr. Hartl irrt auch, wenn er sagt, jede Zeit hat eben ihre eigene Musik- Chorgesang, Orchestermessen, jetzt eben Popmusik. Nie war populäre Musik in der Kirche zu hören- Kirchenmusik war in allen Jahrhunderten etwas Eigenständiges, gerade um diesen Bereich vom Weltlichen abzugrenzen!Allein schon der liturgische Sprechgesang war diametral anders als Wirtshauslieder und Bänkelsänger.....


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