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,Hat Gott sich wohlgefühlt in diesem Gottesdienst?‘

9. Jänner 2017 in Spirituelles, 35 Lesermeinungen
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Über Parfum, unverzwecktes Beten und einen „geistlichen Klimawandel“ sprach Johannes Hartl am Samstagabend bei der MEHR-Konferenz 2017 in Augsburg. Von Petra Knapp-Biermeier.


Augsburg (kath.net/pkb) Wie können wir einen Gottesdienst so gestalten, dass Gott sich wohlfühlt? Diesen geistlichen Denkanstoß gab der Augsburger Gebetshaus-Leiter Johannes Hartl bei seinem vorletzten Vortrag auf der MEHR-Konferenz 2017. Wir sollten nach dem Gottesdienst nicht darüber grübeln, wie es den Menschen wohl gefallen habe, sondern vielmehr fragen: „Glaubst du, Gott hat sich wohlgefühlt hier?“
Immer wieder kommt es nach Gottesdiensten zu Kommentaren wie „Naja, aber das Lied hat mir nicht gefallen.“ Die folgerichtige Antwort sei: „Wir haben es nicht für Sie gesungen!“ Jeder Gottesdienst, jeder Lobpreis habe einen klaren Adressaten, nämlich Gott.
Er plädierte für ein „unverzwecktes Gebet“. Oft würde Gebetszeit zu persönlicher Entspannung verwendet oder um „Listen“ durchzubeten. Es gehe jedoch vor allem darum, Zeit mit Gott zu verbringen, unverzweckt, „einfach weil es schön ist“. Man könnte auch sagen „Länger beten als nötig“, meinte Hartl.
Für den westlichen Lebensstil mit seinem vermeintlichen chronischen Zeitmangel sei dies eine echte Herausforderung. Wir haben es verlernt „im Gebet zu verharren“ und neigen dazu, unseren Fokus auf das Äußerliche zu lenken, bemerkte Hartl. Jedoch: „Alles Echte wird im Gebet geboren.“ Der Leiter des Gebetshauses Augsburg plädierte für einen Lebensstil, „der mehr innen als außen ist“.
„Es wird immer Dringenderes kommen, als Jesus um seiner selbst willen zu leben“, meinte der Theologe und Familienvater. Es werde nie genug Zeit sein, um in Ruhe zu beten. Die Floskel „Jetzt beten wir noch schnell“ nach organisatorischen Treffen von Christen bezeuge, dass hier ein echter Mangel ist.
„Der Duft des Heiligen Geistes flieht, wenn es nur um den Zweck geht, um das, was unbedingt sein muss“, meinte Hartl in seinem Vortrag, bei dem es um den geistlichen „Duft“ und biblische Referenzen dazu ging. Die Bibel spreche häufig vom Duft, erklärte der Theologe. Paulus schreibe über den „Duft der Erkenntnis Christi“.
Wesen eines Duftes, eines Parfums sei es, dass es „nicht notwendig“ sei, ein Geschenk. „Es ist etwas, das einfach nur schön ist.“ Hartls Folgerung: Der Heilige Geist sei seinem Wesen nach Überfluss, überfließende Liebe zwischen Vater und Sohn, in einem solchen Ausmaß, „dass sie selber wieder Person ist“. Aus diesem Grund fühle sich der Heilige Geist „nicht so wohl“, wo wir nur nach dem Prinzip gehen „was ist nötig“.
Der Gebetshaus-Leiter plädierte außerdem für ein Herauskommen „aus dem Kreisen um dich selber“. Hartl: „Jesus ist nicht nur gekommen, um dich glücklich zu machen. Er beruft dich zu etwas Größerem, als dass es dir nur gut geht!“ Als primären Auftrag der Christen sieht er derzeit die Einheit.
Er kriege in Städten manchmal zwei Einladungen von zwei verschiedenen christlichen Gruppen für Konferenzen, die sich gegenseitig gar nicht kennen, erzählte er. Wenn er den Vorschlag mache, die Treffen eventuell miteinander zu machen, höre er den Kommentar „Dann kommen unsere Leute nicht…“ Er sehne sich nach Einheit, „nach diesem duftenden Salböl über unseren Städten in Europa“, bekannte Hartl.


Das Jahr 2017 ist für den Leiter des Gebetshauses Augsburg ein „Jahr der Hoffnung“. „Hoffnung hat auch einen Geruch. Hoffnung ist ansteckend wie ein Virus. Es ist Zeit, einen Duft des Lebens und der Hoffnung über Europa riechbar zu machen. Ich glaube, dass es Zeit ist für einen geistlichen Klimawandel.“

Dr. Johannes Hartl während einer Katechese auf der MEHR



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