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Spiegel: Jetzt gehen sogar Papst-Anhänger auf Distanz zu Franziskus

27. Dezember 2016 in Weltkirche, 54 Lesermeinungen
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"Spiegel" übt Kritik an Franziskus: "Den Bergoglio, den sie 2013 gewählt haben, erkennen viele im Franziskus von 2016 nicht wieder" - Kardinal Brandmüller: Wiederverheiratete Geschiedene "geht es hier salopp gesagt" um die Wurst


Rom (kath.net)
"Franziskus wirkt zunehmend einsam, vom Widerstand in der Kurie und vom mangelnden Mut zur Veränderung an der Basis zermürbt." So kritisch beschreibt der "Spiegel" in einem Weihnachtsartikel das Auftreten von Papst Franziskus. "Den Bergoglio, den sie 2013 gewählt haben, erkennen viele im Franziskus von 2016 nicht wieder", lässt das Magazin einen Vertrauter des Papstes zu Wort kommen. "Spiegel"-Rom-Korrespondent Walter Mayr erklärt dann, dass jetzt sogar Papst-Anhänger auf Distanz gehen. Laut dem Magazin sei auch das vergangene Heilige Jahr in Rom bei den Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, der Umbau der Kurie kommt nur stockend voran. Aus einzelnen Ämtern werde derzeit "Chaos pur" vermeldet. Kritisch sehe man im Vatikan laut dem Magazin die ungebrochene Redseligkeit des Papstes, vor allem weil er den Medien und ihrem Publikum zuletzt eine "Neigung zur Koprophagie" dh. zum Verzehren von Exkrementen unterstellte. Dies befremdete sogar Anhänger von Franziskus.


Laut dem "Spiegel" bleibe Franziskus nicht mehr viel Zeit zur Veränderung, weil die maximale Zeit, die er sich selbst verordnet habe, bald abgelaufen sei. Im kleinsten Kreis soll Franziskus sich selbstkritisch schon so erklärt haben: "Nicht ausgeschlossen, dass ich als derjenige in die Geschichte eingehen werde, der die Katholische Kirche gespalten hat."

Auch Kardinal Brandmüller meldet sich im Spiegel zu Wort. Beim Thema "Wiederverheiratete Geschiedene "geht es hier salopp gesagt um die Wurst - nämlich um den Kern des Ganzen, um die Glaubenslehre". Brandmüller kritisierte, dass der Papst und Kardinal Kasper dazu neigten, die zentralen Gebote des katholischen Glaubens aufzuweichen und die Auslegung den Ortskirchen zu überlassen. Dies greife die Weltkirche an. "Wer fortgesetzten Ehebruch und den Empfang der Heiligen Kommunion für vereinbar hält, ist Häretiker und treibt das Schisma voran." Die Heilige Schrift sei laut Brandmüller kein Selbstbedienungsladen: "Wir sind laut dem Apostel Paulus Verwalter der Geheimnisse Gottes, nicht aber Verfügungsberechtigte."


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