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'Dürfen Verkündigung nicht weichspülen'

24. Dezember 2016 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Kölns Weihbischof Dominik Schwaderlapp: "Wenn wir niemanden zum Widerspruch reizen, werden wir auch niemanden zur Zustimmung führen."


Köln (kath.net)
"Wir beten zu wenig, und das auf allen Ebenen, angefangen bei uns Bischöfen und Priestern. Beten allein reicht natürlich nicht aus, aber ohne Beten ist alles, was wir tun, fruchtlos und hohl, Aktivität wird zum Aktionismus." Mit diesen kritischen Worten hat sich der Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp in der "Tagespost" zu Wort gemeldet. "Nur wer selbst bewegt ist, kann andere bewegen. Die Menschen müssen an mir authentisches Christ-Sein spüren.", betont Schwaderlapp in dem Interview, der sich überzeugt zeigt, dass auch Menschen auch weiterhin für den Glauben ansprechbar seien. "Aber gerade junge Menschen haben ein feines Gespür dafür, ob wir etwas aus ganzem Herzen bejahen – also authentische Zeugen sind – oder es nur sagen, weil andere es uns aufgetragen haben. Wenn junge Menschen spüren, dass Christus der Freund ihres Lebens schlechthin ist, dann finden sie auch zur Kirche."


Schwaderlapp erinnerte in den Zusammenhang auch an Kardinal Meisner, der einmal davon sprach, dass die Kirche in Deutschland einem Fahrzeug gleiche, das einen zu schwachen Motor für eine zu große Karosserie habe. "Wir dürfen uns nicht zu sehr auf die Karosserie fixieren. Wir müssen über unsere Schätze reden, Christus und die Sakramente." Der Kölner Erzbischof kritisiert, dass man zu häufig „alternative Unterhaltungsprogramme“ anbiete und man in den Programmen unserer Bildungswerke eine Fülle an kulturellen Angeboten anbiete. "Auch gibt es viele Veranstaltungen aus dem Bereich der Lebenshilfe und alles aus christlichem Geist. Aber jene, die mehr über Christus wissen wollen, die eine Vertiefung ihres Glaubenswissens anstreben, suchen oft vergeblich." Die Kirche müsse sich laut Schwaderlapp wieder neu "unserer Schätze" bewusst werden. "Nehmen Sie die Sexualmoral. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Lehre der Kirche zur Sexualität der beste Weg zu Liebe und Glück ist. Stattdessen scheinen wir uns ihrer geradezu zu schämen. Wir dürfen aber unsere Verkündigung nicht so weichspülen, dass wir niemanden zum Widerspruch reizen. Wenn wir niemanden zum Widerspruch reizen, werden wir auch niemanden zur Zustimmung führen.", betont der Theologe.

Foto: (c) Erzbistum Köln


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