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Stat Crux dum volvitur orbis

15. Dezember 2016 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Benedikt XVI. – Licht des Glaubens: Das Kreuz Christi ist der ruhende Pol inmitten der Veränderungen und Umwälzungen der Welt. Das wahre Glück geht über das Kreuz. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Führen das Streben nach Erfolg, die Sehnsucht nach Prestige und die Suche nach Bequemlichkeit, wenn sie das Leben völlig in Anspruch nehmen, bis hin zum Ausschließen Gottes aus dem eigenen Horizont, wirklich zum Glück?“, fragte sich Benedikt XVI. in seiner Katechese bei der Generalaudienz am 6. Februar 2008: „Kann es echtes Glück geben, wenn man von Gott absieht?“

Die Erfahrung zeigt für den Papst, „dass man nicht deshalb glücklich ist, weil die Erwartungen und die materiellen Bedürfnisse befriedigt werden. In Wirklichkeit ist die einzige Freude, die das menschliche Herz erfüllt, jene Freude, die von Gott kommt: Wir bedürfen nämlich der grenzenlosen Freude. Weder die Alltagssorgen noch die Schwierigkeiten vermögen jene Freude auszulöschen, die aus der Freundschaft mit Gott entsteht. Die Aufforderung Jesu, sein Kreuz auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen, mag in einem ersten Augenblick hart und dem entgegengesetzt erscheinen, was wir wollen, demütigend für unseren Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Wenn wir aber näher hinschauen, können wir entdecken, daß dem nicht so ist: Das Zeugnis der Heiligen beweist, dass im Kreuz Christi, in der Liebe, die man schenkt, wenn man auf den Besitz seiner selbst verzichtet, sich jene tiefe Gelassenheit findet, die Quelle der hochherzigen Hingabe an die Brüder, besonders an die Armen und Bedürftigen, ist. Und dies schenkt auch uns selbst Freude. Der Weg der Umkehr (...) wird daher zu einer guten Gelegenheit, zu einer »Zeit der Gnade« (vgl. 2 Kor 6,2), um unsere kindliche Hingabe in die Hände Gottes zu erneuern und in die Praxis umzusetzen, was Jesus uns wiederholt: »Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach« (Mk 8,34), und begebe sich so auf den Weg der Liebe und des wahren Glücks“.


Die Theologie des Kreuzes „ist keine Theorie – sie ist die Wirklichkeit des christlichen Lebens“, so Benedikt XVI. bei der Generalaudienz am 5. November 2008: „Im Glauben an Jesus Christus zu leben, die Wahrheit und die Liebe zu leben, schließt täglich Verzicht und Leid ein. Das Christentum ist kein bequemer Weg, es ist vielmehr ein anstrengender, ein zu erklimmender steiler Weg, freilich erleuchtet vom Licht Christi und von der großen Hoffnung, die von ihm ausgeht.

Der hl. Augustinus sagt: Den Christen wird das Leiden nicht erspart, ja es trifft sie noch etwas mehr, denn den Glauben zu leben, ist Ausdruck des Mutes, sich dem Leben und der Geschichte mit größerer Tiefe zu stellen. Doch nur so, durch die Erfahrung des Leids, erkennen wir das Leben in seiner Tiefe, in seiner Schönheit, in der großen Hoffnung, die der gekreuzigte und auferstandene Christus weckt. Der Glaubende sieht sich also zwischen zwei Pole gestellt: auf der einen Seite die Auferstehung, die in gewisser Weise schon in uns gegenwärtig und wirksam ist (vgl. Kol 3,1–4; Eph 2,6); auf der anderen Seite die Dringlichkeit, sich in jenen Prozess einzubringen, der alle und alles zu der Fülle führt, wie sie im Brief an die Römer mit einem kühnen Bild beschrieben wird: Wie die ganze Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt, so seufzen auch wir in Erwartung der Erlösung unseres Leibes, unserer Erlösung und Auferstehung (vgl. Röm 8,18–23)“.

Christus ist vom Himmel auf das Kreuz herabgestiegen, „der letzte Gehorsam“, unterstrich Benedikt XVI. in seiner „Lectio divina bei der Begegnung mit dem römischen Klerus am 10. März 2011: „Und in diesem Augenblick vollzieht sich die Verwirklichung dieses Wortes des Propheten: Vor dem gekreuzigten Christus beugen der ganze Kosmos, alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie (vgl. Phil 2,10–11). Er ist wirklich der Ausdruck der wahren Größe Gottes.

Die Demut Gottes, die Liebe bis zum Kreuz zeigt uns, wer Gott ist. Vor ihm knien wir, wenn wir ihn anbeten. Niederknien ist nicht mehr ein Ausdruck von Knechtschaft, sondern gerade der Freiheit, die uns die Liebe Gottes schenkt, die Freude, erlöst zu sein, sich mit dem Himmel und der Erde, mit dem ganzen Kosmos zusammenzutun, um Christus anzubeten, mit Christus vereint und dadurch erlöst zu sein“.

Das Leiden in verschiedenen Formen gehört zwangsläufig zu unserem Leben, so der Papst am 25. Juli 2005 vor den Priestern der Diözese Aosta: „Es ist ein edles Leiden, würde ich sagen. Wiederum muss man verständlich machen, dass das Vergnügen nicht alles ist; dass das Christentum uns Freude schenkt, wie die Liebe Freude schenkt. Aber die Liebe ist auch immer Selbstverzicht. Der Herr selbst hat uns die Formel dafür gegeben, was die Liebe ist: Wer sich selbst verliert, findet sich; wer sich selbst gewinnt und bewahrt, verliert sich.

Es ist immer ein Exodus und deshalb auch ein Leiden. Die wahre Freude unterscheidet sich vom Vergnügen; die Freude wächst und reift immer im Leiden in Gemeinschaft mit dem Kreuz Christi. Nur hier entsteht die wahre Freude des Glaubens, von der auch diese Personen nicht ausgeschlossen sind, wenn sie lernen, ihr Leiden in Gemeinschaft mit dem Leiden Christi anzunehmen“.


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