Login




oder neu registrieren?

Ein Hinweis: Die mobile Version von kath.net startet in einigen Tagen. Bitte noch um etwas Geduld!

Aktuelles Chronik Deutschland Österreich Schweiz Kommentar Interview Weltkirche
Prolife Familie Jugend Spirituelles Kultur Buchtipp Reise English

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kommt Corona-Impfpflicht?
  2. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  3. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  4. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  5. Weihwasser aus der Spritzpistole
  6. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  7. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  8. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  9. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  10. Mexiko: Priester nimmt während der Messe Anruf des Papstes entgegen

Selten, aber nicht nie: CDU-interne Kritik an Merkel

13. Dezember 2016 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Delegierter Eugen Abler in Rede auf CDU-Bundesparteitag: „Wir haben immer noch keine ausreichende Kontrolle in der Zuwanderung!“; Das Thema Lebensschutz „habe ich in Ihrer Rede, Frau Bundeskanzlerin, schmerzlich vermisst“.


Essen-Berlin (kath.net) kath.net dokumentiert den Redebeitrag des Delegierten Eugen Abler beim CDU-Bundesparteitag 2016 in voller Länge. Der CDU-Parteitag fand vom 5-7.12. in Essen statt. Alber ist Mitglied der "Christdemokraten für das Leben" (CDL).

Frau Präsidentin, Frau Bundeskanzlerin, meine sehr geehrten Damen und Herren,

Sie haben uns auf den Wahlkampf eingestimmt, Frau Bundeskanzlerin und wichtige Akzente gesetzt. Albert Einstein wird das Wort zugeschrieben: „Ein Abend, an dem alle der gleichen Meinung sind, ist ein verlorener Abend.“ In diesem Sinne sehe ich meine Wortmeldung. An drei Punkte möchte ich anknüpfen.

Zur Situation der CDU: „Politik beginnt beim Betrachten der Wirklichkeit“. Dazu gehört auf diesem Parteitag unbedingt eine Analyse der letzten Wahlergebnisse und der hieraus abzuleitenden Konsequenzen für die Zukunft. Wir haben die letzten drei Landtagswahlen krachend verloren und sehen uns einer stark gewordenen AFD gegenüber. Es ist falsch, diese Partei ignorieren zu wollen. Und falsch ist es, zu glauben, dass Entwicklungen wie in Amerika mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten und im europäischen Umfeld zu beobachten sind, bei uns nicht denkbar wären. Diese Wahl muss ein Weckruf auch für uns in Deutschland sein! Frau Bundeskanzlerin, Sie haben im Kielwasser des Zeitgeistes die CDU nach links geführt und damit ein wesentliches Feld auf der rechten Seite des politischen Spektrums aufgegeben. Dieses Vakuum füllt nun die AfD. Zwei Zahlen geben zu denken. Rund drei Viertel der AFD-Wähler geben der AFD aus Protest ihre Stimme. Und 70 Prozent der AFD-Wähler hätten CSU gewählt, würde diese bundesweit antreten. Wenige wählen die AFD aus Überzeugung, viele aus Protest.

Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass in der CDU die Konservativen weitgehend heimatlos geworden sind. Früher galt: „Wo CDU draufstand, war auch CDU drin“. Das ist nicht mehr so! Wir haben viele christdemokratische Prinzipien über Bord geworfen: Beispiele sind die Anerkennung der Homo-Ehe, das Adoptionsrecht für Homosexuelle, die Gender-Ideologie, Quotendenken, Verharmlosung der Islamisierung. Häufig werden Gottesdienste schon durch interreligiöse Feiern ersetzt und Kreuze abgehängt. Ergebnis: Links gewinnen wir wenige Wähler, rechts verlieren wir viele. Wir brauchen eine Erneuerung und Schärfung unseres Profils im Geiste des „C“ und damit eine Rückbesinnung auf christliche Grundwerte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Lebensschutz, Bewahrung der Schöpfung, Ehe und Familie als Eckpfeiler unserer Gesellschaft und einen Patriotismus in gutem Sinne!

Stichwort Zuwanderung: Frau Bundeskanzlerin, Sie sagten heute generell „ich habe Ihnen einiges zugemutet“. Bei mir war das beim Thema Einwanderungspolitik, was ein entscheidender Grund für unser schwindendes Vertrauen bei den Wählern ist. Ihre in der Abschiebungspolitik erst vor kurzem vollzogene Haltungsänderung hätte uns im Frühjahr wesentlich bessere Landtagswahlergebnisse beschert!

Wir haben immer noch keine ausreichende Kontrolle in der Zuwanderung! Viele Flüchtlinge sind immer noch nicht registriert, mehrfach registriert oder abgetaucht. 550.000 abgelehnte Asylbewerber plus 70.000 geduldete Ausländer leben in unserem Land. Die Illegalität blüht. Es ist unsere Pflicht zu wissen, wer in unser Land kommt! Ihr humanitärer Beweggrund zur Grenzöffnung ist ehrenwert. Aber Sie haben einen Ausnahmefall zur Regel gemacht! Dadurch werden Gesetze ständig gebrochen. Dafür tragen Sie die Verantwortung!

Seit 2014 sind ca. 1,5 Mio Menschen zu uns gekommen. Selbst optimistische Experten gehen davon aus, das höchstens 30 Prozent in ein Arbeitsverhältnis gelangen, d.h. rund 1 Million Menschen erhalten Sozialleistungen. Bei rund 25.000 Euro für einen Hartz IV-Empfänger sind das 25 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz durch Familiennachzug und weiteren Zustrom von Flüchtlingen stark steigend!

Wir brauchen auf jeden Fall: eine Abschiebungspolitik, die auch in der Praxis den Namen verdient, eine Leitkulturdiskussion. Die FAZ hat vor kurzem geschrieben, dass dreiviertel der Deutschen eine solche Diskussion wünschen. Wir brauchen schnellere Verfahren, mehr Hilfen für Griechenland und Italien zur Sicherung der Außengrenzen, die Einrichtung von Transitzentren an den europäischen Außengrenzen, die Aufhebung der doppelten Staatsbürgerschaft und ein Burka-Verbot.

„Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt“, sagte vor wenigen Wochen unser Bundesinnenminister. Eigentlich müsste es heißen: „Wir haben den Islam unterschätzt“. 80 Prozent der Asylbewerber sind Muslime. Sie haben meist keine realistische Vorstellung von Menschenrechten, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freiheitlicher Ordnung; Frauen sind nicht gleichberechtigt. Der Islam kennt aus seiner Heimat keine Toleranz gegen andere Religionen. Der Islam gehört nicht zu Deutschland, doch wenn es so weiter geht, gehört Deutschland in einigen Jahrzehnten zum Islam! Erdogan will die Islamisierung auch in Deutschland vorantreiben. Dabei spielen die von der Türkei unterstützten Moscheen in Deutschland für die Radikalisierung von Islamisten weiterhin eine zentrale Rolle. Dieser Islam ist totalitär, da er das gesamte Leben der Menschen beherrschen will, das private wie das öffentliche und das politische. Der Islam möchte unsere Staatsform zerstören. Für ihn gibt es nur zwei Sorten von Menschen: gläubige Moslems und Ungläubige. Christen sind Ungläubige, die man laut Koran belügen, betrügen und töten darf. Ich warne ausdrücklich vor einer Verharmlosung der Islamisierung!

Stichwort Lebensschutz: Dieses Thema habe ich in Ihrer Rede, Frau Bundeskanzlerin, schmerzlich vermisst. In unserem Land werden jährlich bis zu 200.000 Kinder im Mutterleib getötet. Und die CDU schweigt dazu! Wir machen uns mitschuldig, wenn wir diese dramatische Tatsache ignorieren.

Das "C" in unserem Namen ist eine besondere Verpflichtung, sich für den Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum Tode einzusetzen. Das Thema Lebensschutz ist sozusagen der Lackmustest für unsere Partei.

Im Parlament ist eine Überprüfung der gesetzlichen Regelung, wie vom Bundesverfassungsgericht bereits 1992 gefordert, dringend vorzunehmen!
Meine Damen und Herren, wir unterstützen Frauen aus Staatsmitteln bei ungewollter Kinderlosigkeit, während Krankenkassen dagegen die Kosten für Abtreibungen bezahlen. Was für ein Widersinn! Ein Staat, der die Tötung ungeborener Kinder finanziert, trägt aktiv dazu bei, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein vom Unrechtscharakter der Abtreibung schwindet.

Ein großes Zeichen wäre es, wenn Sie, Frau Bundeskanzlerin, im Herbst 2017 am „Marsch für das Leben“ in Berlin teilnehmen würden. Werden wir wieder zu Anwälten des Lebens!

Frau Bundeskanzlerin, für Ihre vierte Amtszeit wünsche ich Ihnen viel Kraft und eine gute Vision für unseren gemeinsamen Weg!

Meine Damen und Herren, besinnen wir uns auf die besondere Verantwortung, die aus dem „C“ kommt. Hören wir bei unseren Bürgern wieder genau hin. Nehmen wir ihre Ängste und Sorgen ernst.

Ab Min. 20: Rede von Eugen Abler - CDU-Parteitag: Aussprache zur Rede der Vorsitzenden (Teil I) am 06.12.2016



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 bergkristall 14. Dezember 2016 
 

Wir in D brauchen Politiker wie Herr Außenminister Kurz in Österreich.


5

0
 
 Steve Acker 13. Dezember 2016 
 

Sehr gut was er sagt, nur ich fürchte

er ist ein einsamer Rufer in der Wüste.


5

0
 
 Chris2 13. Dezember 2016 
 

Aus der Zeit gefallen

Lange her, dass man solche Stimmen aus der CDU gehört hat. Leider muss Herr Abler froh sein, wenn er mit seinen mahnenden (und allzu treffenden) Worten nur ignoriert oder als Relikt längst vergangener Zeiten belächelt wird. Und wenn Frau Merkel am 16.9. - dem womöglich (und hoffentlich) letzten Tag vor der Kanzlerinnendämmerung - tatsächlich zur Kundgebung käme, würde ich Gott fur dieses starke Zeichen für die wirklich Wehrlosesten in unserem Land danken - egal, wie ich mich selbst dabei fühlen würde...


7

0
 
 lakota 13. Dezember 2016 
 

@garmiscj

Ich habe mir auch gerade den Film angesehen und stimme Ihnen vollkommen zu. Die anderen Abgeordneten, inklusive Merkel, hat es nicht die Bohne interessiert was der hervorragende Eugen Abler gesagt hat. Dabei hat er in allen Punkten mehr als recht. Aber wie sagte mal ein kluger Mann: "Alles Gute existiert nur in der Minorität", die Mehrheit der CDU kann man vergessen. Und ich werde mein X tatsächlich davon abhängig machen, ob Frau Merkel beim Marsch für das Leben ganz vorne mitgeht und was sie beim Thema Lebensrecht tun wird.


10

0
 
 PBaldauf 13. Dezember 2016 
 

@JohannBaptist:
Da ist was dran
habe ich in der Eile gar nicht bedacht
Kurioserweise ist ein Verwandter von mir bei der CDU im Umfeld der Merkel-Vertrauten Klöckner (Christian Baldauf)
Sollte ihn mal fragen, was er von der Rede bzw. dem Video hält


7

0
 
 Dottrina 13. Dezember 2016 
 

Gute Rede!

Herr Abler hat vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Aber - ich nehme an, der gute Mann wird von oben (Frau Merkel) weitestgehend ignoriert werden. Langsam ist es nur noch zum Heulen in unserem eigentlich doch schönen Heimatland!


14

0
 
 JohannBaptist 13. Dezember 2016 
 

"C"DU unter Merkel

@PBaldauf
Chamäleon - ja
Demokratie - futsch


8

0
 
 Ulrich Motte 13. Dezember 2016 
 

Auch und gerade

als Liberaler (und früher jahrzehntelanges CDU-CSU-Mitglied vom liberalen Flügel) denke ich relativ weitgehend so wie dieser hervorragende Delegierte. Wir vom liberalen Flügel werden seit Helmut Kohl und besonders unter Angela Merkel und Horst Seehofer noch mehr ausgegrenzt denn die Konservativen. Ich bin seit Ende 2011 nicht mehr Mitglied von CDU/CSU.


8

0
 
 garmiscj 13. Dezember 2016 

Wunderbare Rede

Ich habe mir auch den Film angesehen. Wenn man sich sämtliche CDU-ler während der Rede anschaut, weiß man: Herr Abler und damit auch seine Inhalte werden völlig ignoriert. Und der mutige Eugen Abler hat garantiert Recht. Links gewinnt die CDU wenig, rechts verliert sie viel. Hoffentlich!


16

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Respektlos gegenüber Katholiken, die in DDR-Zeit Repressalien erfuhren
  2. „Auch die Linke hetzt“
  3. Die CDU im Sinkflug: Wenigstens reicht es für Schwarz-Grün nicht mehr
  4. „Änderung des Grundgesetzes ist überflüssig!“
  5. Bosbach zu Werte Union: CDU muss große Volkspartei bleiben
  6. „Wer Menschen und Vereinigungen als ‚Krebsgeschwür‘ bezeichnet…“
  7. Boris Palmer: „Merkel hat so viel SPD und Grün aufgenommen, dass…“
  8. "In der CDU herrscht panische Angst vor Erkenntnis!"
  9. MdB Philipp Amthor (CDU) bekennt sich zum Lebensschutz
  10. Zölibatsträume von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer







Top-10

meist-gelesen

  1. Kirche hat Hunderttausende Menschen alleingelassen
  2. Pius XII., der Vatikan und der neue Kulturkampf gegen die Kirche
  3. Selbstrechtfertigung seiner sündhaften Leidenschaften
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Schweiz: Eine Frau als 'Bischofsvikar'?
  6. Vom Lehramt längst beantwortet
  7. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  8. Weihwasser aus der Spritzpistole
  9. Es gibt Tragödien, die durch keine Ethik zu vermeiden sind
  10. Noch eine letzte Messe

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz | US