08 Dezember 2016, 11:00
Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand
 
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Demo-für-alle-Sprecherin reagiert auf den Berliner Pädophilenskandal - Berliner Senat vermittelte Jugendliche an zuvor verurteilte Pädophile - Beverfoerde: Kentlers Geist ist virulent wie nie

Magdeburg (kath.net/idea) „Die moderne Sexualpädagogik muss auf den Prüfstand.“ Das fordert die Sprecherin und Koordinatorin des Aktionsbündnisses für Ehe und Familie – „Demo für alle“ –, Hedwig von Beverfoerde (Magdeburg), nach der Vorstellung einer Studie zu einem Pädophilenskandal um den Psychologen Prof. Helmut Kentler (1928–2008) am 2. Dezember in Berlin. Kentler-Schüler betrieben bis heute „mit Hochdruck die flächendeckende Einführung“ der von ihm begründeten Pädagogik.

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Berliner Senat vermittelte Jugendliche an zuvor verurteilte Pädophile

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Hamburg) berichtet, hat der Berliner Senat in den 1970er Jahren ein Projekt finanziert, bei dem obdachlose Jungen an Pädophile vermittelt wurden. Dabei seien mindestens drei Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren 1969 und 1970 im Rahmen eines Experimentes in die Obhut von Männern gegeben worden, die zuvor wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden waren. Sie wurden sexuell von den Männern missbraucht. Man habe so herausfinden wollen, wie sich die Jugendlichen unter einer „liebevollen Erziehung“ entwickelten. Die Mitarbeiter des Senats hätten der Studie zufolge von der Neigung der „Pflegeväter“ gewusst. Kentler habe damals als Angestellter des Pädagogischen Zentrums Berlin die Mitarbeiter des Senats überzeugt, das Experiment durchzuführen. Später seien die Jugendlichen vom Senat zur Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim geschickt worden. An dem inzwischen geschlossenen Internat kam es ebenfalls zu zahlreichen Missbrauchsfällen. Die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres (SPD), zeigte sich bei der Vorstellung der Studie fassungslos. Was den Jugendlichen passiert sei, nannte sie ein „Verbrechen“. Scheeres: „Wir können das erlittene Leid nicht wieder gut machen. Aber wir müssen das weiter aufarbeiten.“ Kentlers Überzeugungen wurden nach seinem Tod als Verharmlosung der Pädophilie kritisiert.

Beverfoerde: Kentlers Geist ist virulent wie nie

Wie dazu Beverfoerde erklärte, „ist der Geist von Kentler virulent wie nie“. Er habe die Schule der „neoemanzipatorischen Sexualpädagogik“ gegründet. Unter dem Etikett „sexuelle Vielfalt“ und „Missbrauchsprävention“ werde die Pädagogik „in immer mehr Bundesländern gegen den teilweise massiven Widerstand von Eltern, Lehrern, Kirchen und Experten in Schulen und Kita durchgedrückt“.

Verantwortlich dafür seien neben anderen ein Kentler-Schüler, der Sexualpädagoge Prof. Uwe Sielert (Kiel). Er werde unterstützt durch die Soziologin und Erziehungswissenschaftlerin Prof. Elisabeth Tuider (Kassel).

Sielert tritt für eine Gender-Sexualpädagogik ein, mit der er die Kernfamilie, die Heterosexualität und die Grenzen zwischen den Generationen auflösen möchte, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bereits 2014. Tuider hat zusammen mit einigen Kollegen das Standardwerk „Sexualität der Vielfalt“ verfasst.

In dem Buch werden laut FAZ „Praxismethoden“ vorgestellt, durch die Kinder und Jugendliche lernen sollen, „wo der Penis sonst noch stecken“ könnte, um so die „Vielfalt“ zu veranschaulichen.

Kinder sollen zeigen, was sie sexuell schon immer mal ausprobieren wollten. Dafür sollen 14-jährige Jungen und Mädchen für eine Gruppenübung Sexartikel erwerben.

Laut Beverfoerde darf sich die Wissenschaft nicht auf die Erforschung der Pädagogik Kentlers beschränken. Nötig sei vielmehr eine breite Debatte „über die brisanten Verflechtungen und giftigen Urspünge der heutigen Sexualerziehung“.

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