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Papstkritische Kardinäle: Glaubenspräfekt fürchtet Polarisierung

1. Dezember 2016 in Weltkirche, 49 Lesermeinungen
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Kardinal Müller: Brief der Purpurträger ist an Papst persönlich gerichtet - Dieser könnte allerdings Glaubenskongregation "ad hoc beauftragen, den Meinungsstreit zu schlichten"


Rom-Madrid (kath.net/KAP) Der Vatikan wird vorerst nicht auf den Brief der vier Kardinälen - darunter die Deutschen Joachim Meisner und Walter Bandmüller - antworten, die vom Papst mehr Klarheit im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen fordern. Die Glaubenskongregation handle und spreche "mit der Autorität des Papstes" und könne sich "am Streit der Meinungen nicht beteiligen", sagte ihr Präfekt, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, am Donnerstag in einem "Kathpress"-Interview in Rom. Er sieht dabei die Gefahr einer Polarisierung.

Müller verwies darauf, dass der Brief an den Papst persönlich gerichtet sei. Dieser könne allerdings die Glaubenskongregation "ad hoc beauftragen, den Meinungsstreit zu schlichten". Die Glaubenskongregation ist für alle Fragen der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre zuständig.

Neben Meisner und Brandmüller sind der US-amerikanische Kardinal Raymond Leo Burke sowie der frühere Erzbischof von Bologna, Carlo Caffarra, Unterzeichner. Sie fordern vom Papst unter anderem eine Klärung, ob eine Kommunionzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen nach seinem Schreiben "Amoris laetitia" nun in Ausnahmefällen möglich sei. Die Veröffentlichung des Briefs begründeten die vier Kardinäle damit, dass Franziskus entschieden habe, ihnen nicht zu antworten und sie die weitere Debatte über dieses Thema fördern wollten.


Der Präfekt der Glaubenskongregation rief zu einer Versachlichung der Debatte über das päpstliche Schreiben "Amoris laetitia" auf. "Im Moment ist es für jeden von uns wichtig, sachlich zu bleiben und sich nicht in eine Polarisierung hineintreiben zu lassen oder sie gar noch anzuheizen", sagte Müller.

Zum strittigen Punkt selbst, ob nach "Amoris laetitia" wiederverheiratete Geschiedene in begründeten Einzelfällen zur Kommunion zugelassen werden dürfen, äußerte sich Kardinal Müller in dem Interview nicht direkt. Er betonte jedoch, dass dieses Schreiben nicht so interpretiert werden dürfe, als seien frühere Aussagen von Päpsten und der Glaubenskongregation nicht mehr gültig.

Verweis auf Antwort Ratzingers von 1993

Ausdrücklich nannte er die offizielle Antwort der Glaubenskongregation auf das Hirtenschreiben der drei süddeutschen (oberrheinischen) Bischöfe von 1993 zum Kommunionempfang von wiederverheirateten Geschiedenen. Darin lehnte Kardinal Joseph Ratzinger als damaliger Präfekt der Kongregation den Vorstoß der Bischöfe ab, den Betreffenden in Einzelfällen den Kommunionempfang zu ermöglichen.

Die Unauflöslichkeit der Ehe müsse die "unerschütterliche Lehrgrundlage für jede pastorale Begleitung" sein, betonte Müller. Zugleich wolle Franziskus allen, deren Ehen und Familien sich in einer Krise befinden, helfen, "einen Weg in Übereinstimmung mit dem immer gnädigen Willen Gottes zu finden".

Müller wies zudem Berichte über angebliche Grabenkämpfe im Vatikan zurück. Gerüchte und Stereotypen vom "Machtkampf hinter den Kulissen oder den 'hohen Mauern des Vatikans' zwischen Reformern und Bremsern" zeigten nur, "wie das Denken und Wahrnehmen von Machtkategorien verdorben sind". Es gehe um "den Sieg der Wahrheit und nicht um den Triumph der Macht".

Die Causa "Vier Kardinäle" hatte am Dienstag und Mittwoch weltweit für großen Wirbel gesorgt, weil das spanische Internetportal "Religion Confidencial" den Dekan des vatikanischen Ehegerichts Rota Romana, Pio Vito Pinto, mit den Worten zitierte, Meisner, Brandmüller, Burke und Caffarra "könnten die Kardinalswürde verlieren". Am Donnerstag korrigierte das Portal allerdings.

"Dieser Satz ist nicht korrekt", schrieb "Religion Confidencial" jetzt. Laut der Tonaufzeichnung des Interviews habe der Dekan der Rota vielmehr betont, dass Franziskus eben kein Papst vergangener Zeiten sei, der den Kardinälen den Titel entziehen würde. "Franziskus wird das nicht tun", wird Pinto jetzt zitiert.

Weitere kritische Passagen ließ das Portal auch nach der Überrpüfung unverändert, darunter die Frage Pintos: "Welche Kirche verteidigen diese Kardinäle?" Ihr offener Brief an den Papst sei "ein schwerwiegender Skandal".

Archivfoto Kardinal Müller


Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Müller (c) Bistum Regensburg


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Lesermeinungen

 Tonika 5. Dezember 2016 
 

Verkehrte Welt. Kardinäle die die Lehre verteidigen, schützen gelten als Schismatiker u. Spalterer


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 A.Reik 2. Dezember 2016 

@Veritasvincit

Sie nehmen diese Passage aus der Bergpredigt wörtlich und das ist Ihr gutes Recht. Nur: Warum tut man das nicht beim Eidverbot?


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 Veritasvincit 2. Dezember 2016 

Die Aussagen Jesu als göttliches Gesetz

Jesus sagt (Mt 19,9): "Wer seine Frau entlässt ... und eine andere heiratet, begeht Ehebruch." Ich dachte zuerst, man könne das so auslegen, dass in diesem Fall die Frau frei sei wieder zu heiraten, da nicht sie es war, welche die Ehe getrennt hatte. Wenn man aber die andere Stelle im Evangelium zum gleichen Thema liest (Mt 5,32), wird klar, dass auch in diesem Fall das erste Eheband für die Frau noch gültig ist. Dort sagt Jesus: "Wer seine Frau entlässt ... liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch."


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 Montfort 2. Dezember 2016 

@IMEK - "SENSUS FIDEI IM LEBEN DER KIRCHE"

DANKE für die Erinnerung an das Dokument der Internationalen Theologische Kommission - eine hervorragende, gründliche Studie, die von der Kongregation für die Glaubenslehre unter Kard. Gerhard L. Müller authorisiert wurde.
Gute Lektüre!

Zu finden HIER: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_cti_20140610_sensus-fidei_ge.html


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  2. Dezember 2016 
 

Der “sensus fidei” hat nichts mit subjektiven Gefühlen oder Meinungen zu tun

Vinzent von Lerins, (um 445 AD gestorben) lehrte „was überall, immer und von allen geglaubt" als normativ. (quod ubique, quod semper, quodo ab omnibus creditum est)

Alle großen neuzeitlichen Konzile sind auf den sensus fiedei eingegangen, zuletzt II. VK, s. Lumen gentium, 12: „Darum müssen Katholiken sich völlig dessen bewusst sein, dass sie wirklich die Freiheit der Meinungsäußerung besitzen.
Diese Freiheit gründet im Glaubenssinn und in der Liebe; im Glaubenssinn, der vom Geist der Wahrheit geweckt und genährt wird, sodass das Gottesvolk unter der Leitung des heiligen Lehramtes in dessen treuer Gefolgschaft den e i n m a l den Heiligen übergebenen Glauben unverlierbar festhält, in ihn mit rechtem Urteil immer tiefer eindringt und ihn im Leben umfassender zur Auswirkung kommen lässt;

2014 veröffentlichte die Int. Theologische Kommission die in über fünf Jahren erarbeitete Schrift SENSUS FIDEI IM LEBEN DER KIRCHE, die inzwischen sogar ins Deutsche übersetzt wurde.


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 lakota 2. Dezember 2016 
 

@Seewinkler

Wenn die von Ihnen angesprochenen Kommunionempfänger nach ihrem Gewissen handeln, müssten sie auch öfter zur Beichte gehen, und dann wüßte der Priester, ob sie wie Bruder und Schwester zusammenleben oder nicht. Und dann kann ein Priester raten, helfen oder auch urteilen. Aber ich habe das Gefühl, die Kommunion wollen viele empfangen, von der Beichte ist keine Rede.


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 Montfort 2. Dezember 2016 

@Seewinkler- Gewissensbildung und Sakramentendisziplin

"Welcher Priester hat das Recht zu urteilen, ob ein Kommunionempfänger "außerehelichen Geschlechtsverkehr" betreibt oder nicht?" Darüber urteilt sicher das Gewissen der beiden selbst (und muss es auch verantworten!) - aber für die den Geboten Gottes und der Lehre dee Kirche entsprechende Gewissensbildung der Gemeindemitglieder und für die katholische Sakramentendisziplin hat der Priester eben doch eine wesentliche Verantwortung - allerdings nicht nur bzgl. Sexualmoral. Wenn dem nicht so wäre, hätte auch Jesus sich jegliche Ermahnung "sparen" können - hat er aber Gott sei Dank nicht.


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 Bernhard Joseph 2. Dezember 2016 
 

@Elster

Man kann noch so oft versuchen, solch ehrbare Kardinäle wie Kardinal Meisner und Kardinal Brandmüller in den Schmutz zu ziehen, ihre signifikanten(!) Fragen an den Papst entspringen der Hirtenpflicht, den Glauben unverfälscht und klar zu verkünden. Hierzu ist es für jeden Hirten, insbesondere aber für die Bischöfe wichtig, sich in Einheit mit dem Papst zu wissen. Um aber diese Einheitlichkeit der Lehre zu gewährleisten, muss man als Bischof wissen, wie die vier signifikaten Fragen, die AL aufwirft, zu beantworten sind. Darum haben die vier Kardinäle ihre signifikaten Fragen an den Papst gestellt, der sie aber nicht beantworten will.

Die vier Kardinäle haben dem Papst keine Vorgaben gemacht, wie er zu antworten hat. Aber eine Antwort muss er geben, denn die Aufgabe des Nachfolgres Petri ist es, den Glauben zu wahren, nicht ihn durch Unklarheiten zu verdunkeln.

Alle Katholiken, auch die Laien, haben also ein Recht auf Beantwortung dieser signifikanten Fragen!


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 doda 2. Dezember 2016 

Doch, @maska

Gott interessiert unsere persönliche Heiligung unserer Sexualität.
Denn er schenkte sie uns als eine wertvolle Aufgabe der Mitwirkung an seiner Schöpferkraft in seinem Sinne!
Ich bin sicher, daß uns unsere Sünden diesbezüglich auch sehr schmerzen werden, wenn wir nach unserem Tod vor ihm stehen werden.


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 Seewinkler 2. Dezember 2016 

@Montfort

Welcher Priester hat das Recht zu urteilen, ob ein Kommunionempfänger "außerehelichen Geschlechtsverkehr" betreibt oder nicht? Es gibt ja angeblich auch zivile Ehepartner, die wie "Brüder und Schwester" zusammenleben. Letztendlich bleibt es eine Frage des Gewissens des Kommunionsempfängers.


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 Antiklerikalist 2. Dezember 2016 
 

Zuständig

"Die Glaubenskongregation ist für alle Fragen der kirchlichen Glaubens- und Sittenlehre zuständig."
Das stimmt eben nicht mehr. Nach AL ist da jeder Pfarrer selbst zuständig und demnächst dann wohl die Gemeindereferentin oder man wird einen neuen, dafür Beauftragten erschaffen.


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 agnese 1. Dezember 2016 
 

Papst Franziskus hat fast noch nie auf an ihm gerichtete Fragen eine direkte, klare Antwort gegeben, das wäre zu verbindlich, würde ihn zwingen, sich daran zu halten, auch wenn er einmal gegenteilig entscheiden möchte.
Kardinal Müller muss sich nach den Willen und Entscheidungen des Papstes richten, es sei denn,es geht um gewichtige Lehraussagen, Dogmen.


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 Montfort 1. Dezember 2016 

@Seewinkler - Kirchenrechtliche Relevanz ziviler Ehen

Sie schreiben: "Hätte eine Zivilehe kirchenrechtliche Relevanz, dann müßte dieser Sakramentalcharakter zugestanden werden."

Eine Zivilehe von Katholiken hat "kirchenrechtliche Relevanz", aber NICHT, weil diese Zivilehe "Sakramentalcharakter" hätte oder als "besser als gar nicht verheiratet" anerkannt würde, sondern WEIL diese (zivil-)eheliche Vereinigung von Katholiken ohne sakramentale Eheschließung eben SÜNDE IST wie jede andere Form "außerehelichen Geschlechtsverkehrs" (vor oder während einer bestehenden, gültigen sakramentalen Ehe)! Katholiken, die ohne kirchliche Eheschließung (nur "zivil verheiratet") der Ehe vorbehaltene Vereinigung vollziehen, leben in schwerer Sünde und sind genauso wie Katholiken, die ohne Zivilehe zusammenleben (die der Ehe vorbehaltene Vereinigung vollziehen) und wie "Wiederverheiratete" von der Kommunion ausgeschlossen. Sie täten gut daran, die Kommunion nicht unbedacht oder trotzig zu empfangen, sondern die Mahnungen der Kirche zu ihrem Heil anzunehmen.


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 Montfort 1. Dezember 2016 

@elija paul - zwei Links

Zwei Links, die auch für manche Forumsdiskussion hilfreich wären für ein besseres Verständnis und weniger Streit:
Die Erklärung der Glaubenskongregation von 1994:
http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_14091994_rec-holy-comm-by-divorced_ge.html

Und ein schönes Zeugnis der Dialogfähigkeit von Kard. Ratzinger zu Einwänden, die auf die Erklärung von 1994 folgten, aus einer Einleitung von Kardinal Joseph Ratzinger zum Band 17 der von der Glaubenskongregation veröffentlichten Reihe „Documenti e Studi“: Sulla pastorale dei divorziati risposati. Documenti, commenti e studi, Città del Vaticano 1998:
http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19980101_ratzinger-comm-divorced_ge.html#_ftn1


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 maska 1. Dezember 2016 
 

Wenn

wir uns nur alle Worte Jesu so zu Herzen nehmen wollten, wie die, welche die Sexualität betreffen. Christus hat so viel Schönes, so viel uns Herausforderndes gesagt. Und wir kreisen stets nur um dies Eine, als hinge davon unsere Seligkeit ab. Und ich fürchte, er wird uns nicht darüber examinieren, wenn wir einmal vor Ihm stehen dürfen....


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 Montfort 1. Dezember 2016 

DANKE kath.net, DANKE Kardinal Müller!

Nachdem ich gestern zum "Pinto-Artikel" gefragt hatte, warum denn Kard. Müller nichts sagt, überrascht und erfreut mich heute dieses Interview. Darin "wagt" Kard. Müller wohltuend viel an Dialog, Verständnis und theologisch-pastoraler Klarheit. DANKE!!!


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 martin fohl 1. Dezember 2016 
 

Danke Kardinal Müller,

Hoffentlich nicht einer der letzten Leuchttürme des Glaubens im Sturm der Zeit!


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 Selene 1. Dezember 2016 
 

Kardinal Müller

wird den Streit hoffentlich entschärfen können.

Ansonsten gilt , jedenfalls für mich, "Tu es Petrus".


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Klares Wasser (4)

Kardinal Ratzinger:
ZU EINIGEN EINWÄNDEN GEGEN DIE KIRCHLICHE LEHRE ÜBER DEN KOMMUNIONEMPFANG VON WIEDERVERHEIRATETEN GESCHIEDENEN GLÄUBIGEN

Was die Position des Lehramts zur Frage der wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen anbelangt, muß zudem betont werden, daß die neueren Dokumente der Kirche in sehr ausgewogener Weise die Forderungen der Wahrheit mit jenen der Liebe verbinden. Wenn früher bei der Darlegung der Wahrheit vielleicht gelegentlich die Liebe zu wenig aufleuchtete, so ist heute die Gefahr groß, im Namen der Liebe die Wahrheit zu verschweigen oder zu kompromittieren. Sicherlich kann das Wort der Wahrheit weh tun und unbequem sein. Aber es ist der Weg zur Heilung, zum Frieden, zur inneren Freiheit. Eine Pastoral, die den betroffenen Menschen wirklich helfen will, muß immer in der Wahrheit gründen. Nur das Wahre kann letzten Endes auch pastoral sein. „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8,32).
Das klärt doch eigentlich alles!


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Klares Wasser (3)

Kardinal Ratzinger

Man kann ohne weiteres zugeben, daß die Ausdrucksform des kirchlichen Lehramtes manchmal nicht gerade leicht verständlich erscheint. Diese muß von den Predigern und Katecheten in eine Sprache übersetzt werden, die den Menschen und ihrer jeweiligen kulturellen Umwelt gerecht wird. Der wesentliche Inhalt der kirchlichen Lehre muß dabei allerdings gewahrt bleiben. Er darf nicht aus angeblich pastoralen Gründen verwässert werden, weil er die geoffenbarte Wahrheit wiedergibt. Gewiß ist es schwierig, dem säkularisierten Menschen die Forderungen des Evangeliums verständlich zu machen. Aber diese pastorale Schwierigkeit darf nicht zu Kompromissen mit der Wahrheit führen. Johannes Paul II. hat in der Enzyklika Veritatis splendor sogenannte pastorale Lösungen, die im Gegensatz zu lehramtlichen Erklärungen stehen, eindeutig zurückgewiesen (vgl. ebd. 56).


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Klares Wasser (2)

Kardinal Ratzinger

Viele behaupten, daß die Haltung der Kirche zur Frage der geschiedenen wiederverheirateten Gläubigen einseitig normativ und nicht pastoral ist.

Eine Reihe von kritischen Einwänden gegen die kirchliche Lehre und Praxis betrifft Fragen pastoraler Art. Man sagt etwa, daß die Sprache der kirchlichen Dokumente zu legalistisch sei, daß die Härte des Gesetzes über dem Verständnis für dramatische menschliche Situationen stehe. Eine solche Sprache könne der Mensch von heute nicht mehr verstehen. Jesus habe ein offenes Ohr für die Nöte aller Menschen gehabt, besonders für jene am Rande der Gesellschaft. Die Kirche hingegen zeige sich eher als Richterin, die verwundete Menschen von den Sakramenten und bestimmten öffentlichen Diensten ausschließt.


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Klares Wasser (1)

Kardinal Ratzinger:

Epikie und Aequitas canonica sind im Bereich menschlicher und rein kirchlicher Normen von großer Bedeutung, können aber nicht im Bereich von Normen angewandt werden, über die die Kirche keine Verfügungsgewalt hat. Die Unauflöslichkeit der Ehe ist eine dieser Normen, die auf den Herrn selbst zurückgehen und daher als Normen göttlichen Rechts bezeichnet werden. Die Kirche kann auch nicht pastorale Praktiken – etwa in der Sakramentenpastoral – gutheißen, die dem eindeutigen Gebot des Herrn widersprechen. Mit anderen Worten: Wenn die vorausgehende Ehe von wiederverheirateten geschiedenen Gläubigen gültig war, kann ihre neue Verbindung unter keinen Umständen als rechtmäßig betrachtet werden, daher ist ein Sakramentenempfang aus inneren Gründen nicht möglich. Das Gewissen des einzelnen ist ausnahmslos an diese Norm gebunden


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 Divus Iulius 1. Dezember 2016 

Kirche ist das falsche Schlachtfeld

Ein sekularer Staat wie die BRD der katholische Staatsbürger die nach kirchlicher Lehre nicht geschieden sein können aber als Geschiedene anerkennt, begibt sich, vielleicht sogar unbewußt, in die Situation das Lehramt aushebeln zu wollen. Die Hausarbeiten die eigentlich gemacht werden müssten liegen in der Staatsjuristerei (!) bez. Zivilehe und nicht im Lehramt Roms. Für die Kirche stellt sich wenn überhaupt nur die Frage hat man genügend seelsorgerischen Beistand der gescheiterten Ehe geleistet, aber am Lehramt ändert es nichts. Der Staat muss seine Hausaufgaben machen, die Kirche tat dies juristisch zumindest ausreichend, vermutlich aber nicht seelsorgerisch sorgfältig zur Genüge. Aber das sind die giftigen Früchte wenn im Religionsunterricht nicht mehr von Religion gesprochen wird - "Katechismus, was ist denn das, kann man das essen?"


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 Stefan Fleischer 1. Dezember 2016 

Ich als Papst würde in diesem Fall

würde in diesem Fall ganz einfach sagen: "Ich habe die Glaubenskongregation beauftragt Richtlinien für die einheitliche Umsetzung von AL auszuarbeiten. Bis dann gelten die Regelungen des Schreibens der Glaubenskongregation vom 14.9.1994 in dieser Frage."


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 Toribio 1. Dezember 2016 
 

@Waldi

Die meisten Katholiken haben praktisch kaum eine Ahnung, worum es eigentlich geht und wie groß das Problem wirklich ist. Verstehen können das Ganze nur jene, die sich ernsthaft mit marianischer Prophetie und mit den Schriften von kirchlich anerkannten Mystikern beschäftigt haben. Um das Problem der letzten Jahrzehnte und die jetzige Zuspitzung zu verstehen, muss man die Visionen der A.K. Emmerick kennen. Dann versteht man auch die Vision im 3. Fatimageheimnis und weiß, wie das Ganze jetzt ausgehen wird. Das ist der Beginn der Reinigung der Kirche! Das sollte uns zuversichtlich stimmen - Resignation und Apathie sind daher fehl am Platz!
Das Gebet ist jetzt wichtig! Vor allem für Papst Franziskus und seine Mannen, deren Weg kein einfacher werden wird.
Nebenbei bemerkt: Die Medien der angestrebten neuen Katholizität - Centrum Informationis Catholicum CIC im Verbund mit KNA, katholisch.de, domradio.de, KAP und kath.ch - haben die Stellungnahme von Kard. Müller in Windeseile verbreitet.


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 Mr. Incredible 1. Dezember 2016 
 

Klarheit ist doch IMMER gut, finde ich zumindest.

Ich kenne keinen Fall, wo Klarheit hinderlich gewesen wäre.
Politisches Kalkül usw. benutzen Unklarheit etc., aber doch nichts was mit uneigennütziger Wahrheit zu tun hat.
Wenn also nur unklar formuliert wurde, dann stelle man es doch einfach richtig/klar. Was ist denn da Schlimmes dran, frage ich?
Wenn ich will, dass die Menschen etwas verstehen dann muss ich es auch so formulieren.
Ansonsten halte ich es mit: "Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen"
Das klingt jetzt vielleicht etwas aus dem Zusammenhang der Bergpredigt gerissen (du sollst nicht schwören..), aber ich meine, daß Jesus uns da schon auch einen KLAREN Hinweis über das miteinander Sprechen gegeben hat. Wer will denn im Trüben fischen? (Alle Angler weghören, wir wissen es besser :-))


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 Kurti 1. Dezember 2016 
 

Irgendjemand hat schon vor Jahren einmal gesagt:

Ich glaube an das, was die Kirche immer gelehrt hat, da können die in Rom sagen, was sie wollen. So soll es auch sein.


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 Maulwurf 1. Dezember 2016 

@ Elster

Es ist doch ganz einfach so: Nach 2 Runden Familiensynode und dem begleitenden medialen Breittreten des Themas der Wiederverheirateten Geschiedenen und des Kommunionempfangs, welches dem Heiligen Vater ganz sicher sehr wohl bewusst war, war es an ihm, im nachsynodalen Schreiben hierzu eine klare Antwort zu geben.

Dieser Klarheit fehlt es in den entsprehcenden Passagen von AL. Dafür erhält Papst Franziskus jetzt eine Art Quittung. Aus meiner Sicht muss er auf die 5 nüchtern vorgetragenen aber sehr präzisen Fragen antworten. Er muss nun für (zumindest deutlich mehr) Klarheit sorgen. Darauf hat nicht zuletzt auch der betroffene Personenkreis aus meiner Sicht ein Anrecht. Zunächst mal auch egal, in welche Richtung das Pendel seiner Antwort ausschlägt.


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 Waldi 1. Dezember 2016 
 

Noch ein kurzer Gadankengang!

Das Problem, das die kath. Kirche heute mit sich selber hat, scheint weit größer und hartnäckiger zu sein, als die Probleme mit ihren Gläubigen, die ja letztendlich auch nur ein Opfer der innerkirchlichen Probleme sind!


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 ecclesiam 1. Dezember 2016 
 

Sachlichkeit wäre vor allem aus Rom gefragt

„Der Präfekt der Glaubenskongregation rief zu einer Versachlichung der Debatte über das päpstliche Schreiben AL auf.“

Sachlicher und klarer als die Dubia kann man dieses komplexe Thema wohl nicht angehen. Das Durcheinander und all die Debatten stammen vom bewusst unklar gehaltenen Dokument AL mit all den Kommentaren der „Interpreten“, um durch pastorale Praxis die katholische Lehre zu umgehen.

Kard. Müller scheint auch besorgt zu sein über den Zustand der Kirche, die neue Führung in Rom polarisiert und spaltet die Gläubigen. Kard. Müller ist ein Mann der klaren Worte, hält nun wohl bewusst zurück, da das Thema durch Rom an die Wand gefahren wurde.

Ausgelöst ist das alles nicht durch die Kardinäle, sondern durch den Papst. Die Fragen könnten innert kürzester Zeit beantwortet werden und es würde Ruhe einkehren in Rom.


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Klares Wasser vom Thron des Lammes!

Würde man das Schreiben der Glaubenskongregation von 1994 als Grundlage in der gegenwärtigen Diskussion nehmen,wäre ein Weg geöffnet.AL könnte dann in diesem Licht gesehen und die Fußnote 351 nicht in dem Sinne interpretiert werden,wie es jetzt leider oft genug geschieht.Die vorgepreschten Bischöfe müßten zurückrudern und ihr Bemühen um die sog. WvG auf eine solide lehramtsmäßige Basis stellen. Die Anregungen des Papstes könnten dazu dienen die Situation der Einzelfälle besser und nachsichtiger zu beurteilen, ohne aber eine Türe zu öffen, die um der Wahrheit willen verschlossen bleiben muß!Wenn dann einzelnen Bischöfe oder gar Bistümer Wege des Ungehorsams gehen, dann ist das zwar sehr tragisch, aber wenigstens nicht stillschweigend geduldet oder gar von der Kirchenleitung gefördert!Ich hoffe sehr,daß unser Papst sich bewegen läßt eine Kurskorrektur durchzuführen! Das geht nicht gegen seine Ehre, sondern würde ihn auszeichnen! Vielleicht erreicht ihn die Gottesmutter,die er so
liebt!


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 Waldi 1. Dezember 2016 
 

Durch dieses Gezeter

und das fieberhafte und endlose Ringen um die Wahrheit und Bewahrung der kath. Kirchenlehre auf höchster Ebene der Kirchenhierarchie, kommt man sich als Gläubiger vor wie ein Tor - nur noch verwirrter als zuvor! Ich frage mich nur, wie will die kath. Kirche in diesem Wirrwarr von unauslotbaren und innerkirchlich in aller Schärfe ausgetragenen Meinungsdifferenzen den Auftrag erfüllen, der ihr von Jesus Christus für alle Zeiten auferlegt wurde. Ihre Repräsentanten sind doch unaufhörlich damit beschäftigt, ihre unklaren und oft unbedachten Äußerungen zu korrigieren. Die innere Zerrissenheit der kath. Kirche hat damit selbst ihre treuesten Gläubigen in eine hoffnungslose Resignation und Apathie getrieben! Die Verantwortlichen werden aber nicht zur Einsicht kommen - ehe das ganze Tafelsilber restlos verscherbelt ist!


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 Elster 1. Dezember 2016 

Missbrauch mittels medialer Erpressung III

3. Gedanke:
geniale Erfindungen, gute Gedanken,Erkenntnis oder gar das Hören auf die Stimme Gottes, lassen sich nicht herbeizerren oder herbeischreien. Diese wohl wichtigen,sehr sensiblen, sorgfältigen u tiefgründigen Fragen der Kardinäle im Breich der Seelsorge in den Fleischwolf der Öffentlichkeit zu werfen halte ich -ganz gleich von welchem Standpunkt aus -grundsätzlich zunehmend für das größte Übel an der ganzen Sache, welches die Kirche u auch die Menschen, für die sie Verantwortung trägt, am tödlichsten trifft. Wahrheit und Klarheit in Fragen des Glaubens sind unverzichbar. Vorhersehbare Mechanismen in Massen auszulösen, die gegenseitige Anstachelung zu Empörung, Hass, Spaltung um der Wahrheit willen? führen, ist nicht Liebe, sondern Vernichtung in der Kirche u durch sie. Wie haben denn Bischöfe vor 10 oder gar vor 20 oder gar 2000 Jahren in strittigen Fragen zu handeln gewusst ohne PC? In der Apg stehen Begriffe wie: beteten, fasteten, einmütig, schickten eine Gesandtschaft ...


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 Toribio 1. Dezember 2016 
 

Die Wortwahl dieser Stellungnahme...

... ist m.E. für Kard. Müller eigentlich völlig untypisch.
- "Streit der Meinungen" - geht's bei dieser Auseinandersetzung wirklich nur um Meinungen oder nicht doch vielmehr um kath. Glaubenswahrheiten, die durch AL bei entsprechender Interpretation infrage gestellt werden?
- "Er sieht dabei die Gefahr einer Polarisierung" - die haben wir schon seit Jahrzehnten!
- "Übereinstimmung mit dem immer gnädigen Willen Gottes" - nein, sondern entscheidend ist die Übereinstimmung mit den 10 Geboten Gottes! So eine Aussage von einem Präfekten der Glaubenskongregation ist eine herbe Enttäuschung!
Diese Stellungnahme hat die gleiche Qualität wie AL selber... wie schon mit AL wird auch hier wieder nur versucht, mittels völliger Unverbindlichkeit beide Seiten ruhig zu stellen.


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Antwort der Glauenskongregation 1994

Obigen Titel muß man anklicken nach dem ersten Klick!


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 Elster 1. Dezember 2016 

Missbrauch mittels medialer Erpressung II

2. Gedanke:
Angesichts der Brisanz dieses Themas, der Wucht ihrer Wogen in Diskussionen gleich welcher Richtung und auf dem Hintergrund all des bereits diskutieren und Veröffentlichten - finde ich es nicht nur klug, sondern auch wohltuend, dass der Papst dazu erst mal schweigt. Was bäche dann gerade alles wieder los oder gar wieder zusammen, wenn er sich auf diese Fragen äußern würde, egal wie und egal in welche Richtung.


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Zwei Klicks!

Hier der erwähnte Text von Kardinal Müller. Man braucht einen Klik, dann ist der Text herunterzuladen. Lohnt sich sehr!

www.google.co.il/search?q=Text+Glaubenskongregation+1994&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b&gfe_rd=cr&ei=ljRAWK7GCbDb8AfOoKiADg


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 Seewinkler 1. Dezember 2016 

@Chris2

Hätte eine Zivilehe kirchenrechtliche Relevanz, dann müßte dieser Sakramentalcharakter zugestanden werden. Als angenommen jemand heiratet ausschließlich vor dem Standesamt und lässt sich nach einiger Zeit wieder scheiden. Darf diese Person dann trotzden noch kirchlich heiraten? Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand: Selbstverständlich darf er es, denn die erste Ehe war keine kirchliche. Auch obwohl die erste Ehe "vollzogen" wurde. Der Betroffene wird nicht vom Kommunionempfang ausgeschlossen. Warum soll es dann in umgekehrter Reihenfolge nicht auch funktionieren?


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 Laus Deo 1. Dezember 2016 

Link zum Schreiben von 1993

https://www.domradio.de/nachrichten/2012-06-24/der-kirchliche-umgang-mit-wiederverheirateten-geschiedenen


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 Elster 1. Dezember 2016 

Missbrauch mittels medialer Erpressung I

"Das, was wir tun, ist also ein Akt der Gerechtigkeit und der Liebe." -So lautet einer der einleitenden Sätze der 4 Kardinäle in ihrem Brief an Papst Franziskus. Wenn Bischöfe, Priester oder Laien sich in einer wichtigen Angelgegenheit in tatsächlicher Sorge um das Heil v Menschen, für die sie Verantwortung tragen an den Papst wenden ist das nicht nur Liebe, sondern auch einfache Hirtenpflicht.
Doch wie soll man das bezeichnen, wenn dann erwartet wird, dass der Papst in einer nun ja wohl offenkundig so viel diskutieren, in der Mehrheit d Kirche nicht zur Einstimmigkeit gefundenen Frage innerhalb von 6-maximal 10 Wochen dazu geantwortet haben soll. Diesem auch dem Papst so dringende Anliegen hat er bereits eine Zeit von der Dauer von 2! Bischofsynoden eingeräumt und schließlich selbst dazu eingeladen. Doch könnte es sein, dass auch ein Papst noch andere Hirtenpflichten hat, als sich unentwegt einem einzgigen Thema und einem bestimmten Personenkreis zu widmen, so wichtig es auch ist?


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 Theodor69 1. Dezember 2016 
 

Sehr gute Stellungnahme

Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese Stellungnahme von Kardinal Müller angenommen wird. Er kennt sich - so nehme ich einmal an - besser aus, als die Foristen hier.
Auch stellt er in Abrede, dass es "Grabenkämpfe im Vatikan" gäbe. Auch wenn einige "Vatikan Insider" und Experten es glauben besser zu wissen, vertraue ich auf Kardinal Müller mehr!


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 Chris2 1. Dezember 2016 
 

"Zivilehe" irrelevant?

@Seewinkler Eine Zivilehe einzugehen, obwohl eine bestehende kirchliche Ehe nicht für ungültig erklärt wurde, hat sehr wohl einen immensen Symbolcharakter, und zwar nach innen wie nach außen: "Seht alle her, mein neuer Mann / meine neue Frau". Dies als Kirche einfach hinzunehmen, wäre inakzeptabel, da es das Sakrament der Ehe untergraben würde. Demut und Buße" in Ehren, aber, wenn jemand z.B. Frau und Kinder verlassen hat, muss er - will er auch vor Gott glaubwürdig sein - alles ihm mögliche tun, um die Ehe zu retten. Auch, demütig zurückzukehren und den Fehler nach Kräften wiedergutzumachen, ein guter Vater sein. Wie schon gesagt, bei uns leiden Kinder vielleicht "nur" seelisch, wenn Papa weg ist (und vielleicht sogar im Cabrio mit der "Neuen" vorbeirauscht), anderswo verhungern sie. Pauschale "Wiederzulassungen" aller WvG sließlich können vor diesem Hintergrund nur als Verbrechen an den Familien und dem Gesetz Gottes bezeichnet werden...


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 carl eugen 1. Dezember 2016 

Das ist richtig, @Seewinkler!

Es gibt für die Kirche keine WvG. Deshalb hat der hl. Johannes Paul II. auch verlangt, dass zivile Partner wie Bruder und Schwester zusammenleben müssen und dann, und NUR dann, können sie die Eucharistie empfangen, denn Sex außerhalb einer sakramental gültigen Ehe ist verboten.
Das haben Sie sicher nur vergessen zu erwähnen, weil es eine Selbstverständlichkeit ist, nicht wahr?


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 Seewinkler 1. Dezember 2016 

Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene

Natürlich bleibt die Unauflöslichkeit der Ehe eine unerschütterliche Lehrgrundlage der katholischen Kirche. Da aber eine Zivilehe aus kirchenrechtlicher Sicht bedeutungslos ist, können Sakramente auch wiederverheiratete Geschiedene in Ausnahmefällen gespendet werden, schließlich gibt es ja kirchenrechtlich gar keine "wiederverheirateten Geschiedenen". Wenn, dann müsste der erste Ehepartner verstorben sein bzw. die erste Ehe annulliert werden. Und wenn ein reuiger Christ in zweiter Ehe zivilrechtlich verheiratet ist und dies mit Demut und Busse verbunden ist, dann kann ihm kein Priester den Kommunionempfang verwehren!


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 Smaragdos 1. Dezember 2016 
 

Das Problem ist nicht, dass Papst Franziskus die Frage der Kommunion für WvG nicht klären kann, sondern dass er sie nicht klären will! Darin liegt der Skandal.


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 Elija-Paul 1. Dezember 2016 
 

Kleine Korrektur!

Die ausführliche Antwort und Korektur Kardinal Ratzingers auf das Anliegen war am 15. Oktober 1994, die Anfragen 1993.
Der Verweis auf dieses Schreiben läßt tief blicken. Hier sind alle Argumente theolgisch einwandfrei gefaßt, daß es keine Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene geben kann! So mag der Papst Emeritus mit der Klarheit seiner Schriften helfen die Verwirrung um AL aufzulösen! Bitte einen link zu diesem Text, er ist ungemein hilfreich, klar wie reines Wasser!


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 Chris2 1. Dezember 2016 
 

"niemand jemals"?

@A. Reik Das ist ja das Fatale, dass der Papst sich nicht abschließend zu dem äußert, was er so lange hat diskutieren lassen. Immerhin werden sich alle Bischöfe, Priester und andere Kirchenvertreter vor Gott verantworten müssen, wenn sie das Ehesakrament de facto aufgehoben haben. Der Verweis auf eine von vielen Fußnoten aus einem nachsynodalen Schreiben eines von 266 Päpsten dürfte dann wohl kaum für eine Entlastung ausreichen...


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 A.Reik 1. Dezember 2016 

Gut gemacht!

Gut gemacht, Kardinal Müller. In der Tat hat niemand jemals die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage gestellt, weder der Kardinal, noch der Papst. Ich bewundere den Kardinal für seine Loyalität.


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 bernhard_k 1. Dezember 2016 
 

... sehr gut!

"Er betonte jedoch, dass dieses Schreiben nicht so interpretiert werden dürfe, als seien frühere Aussagen von Päpsten und der Glaubenskongregation nicht mehr gültig."

DAS ist ein klares Wort!


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