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Westliche Medien stellen Bürgerkrieg in Syrien einseitig dar18. November 2016 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Christlicher Arzt berichtet aus der Hölle von Aleppo
Korntal (kath.net/idea) Westliche Medien berichten einseitig über den Bürgerkrieg in Syrien. Diesen Vorwurf hat der syrische Arzt Jany Haddad (Aleppo) bei einem Vortrag in Korntal bei Stuttgart erhoben. Nach seinen Worten wird der syrische Präsident Baschar al-Assad als Mörder hingestellt, die Rebellen als Opfer. Assad setze sich aber für die Christen ein und bekämpfe die islamischen Rebellengruppen mit Hilfe Russlands. Diese Kämpfer stammten bis zu 80 Prozent aus Ländern wie England, Frankreich, Kanada, Tschetschenien, Tunesien und Afghanistan. Allein 500 seien aus Belgien gekommen. Haddad warf den genannten Ländern vor, diese Kämpfer nicht mehr aufzunehmen, nachdem sie von Assads Soldaten gefangen genommen wurden. Er beklagte auch, dass Rebellen Nahrungsmittel beschlagnahmten, die von der Regierung in den belagerten Osten Aleppos geschickt wurden. Sie verkauften diese bis zum fünfzigfachen Preis an die notleidende Bevölkerung. Aleppo eine Stadt des Todes Wie Haddad ferner sagte, gibt es keinen friedlichen und moderaten Islam. Jeder Muslim könne aufgrund seines Glaubens zum Terroristen werden. In jedem stecke ein potenzieller Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat. Immer wieder komme es zu unvorstellbaren Gräueltaten durch Rebellen, indem sie Christen kreuzigten, die sich weigerten, zum Islam überzutreten. Aleppo sei zu einer Stadt des Todes geworden. Lebten vor dem Bürgerkrieg rund sechs Millionen Menschen in der Metropole und ihrer näheren Umgebung, seien es heute nur noch 1,8 Millionen. Es gebe kaum funktionierende Krankenhäuser und wenige Ärzte. Haddad zufolge können außerdem drei Millionen syrische Kinder keine Schulen besuchen, da sie von Rebellen zerstört, von Flüchtlingen belegt seien oder aufgrund fehlender Transportmittel nicht erreicht werden könnten. Dem Bürgerkrieg seien bislang rund 500.000 Menschen zum Opfer gefallen, 12,1 Millionen Syrier lebten als Flüchtlinge im eigenen Land, 7,5 Millionen seien ins Ausland geflohen. Vor dem Krieg hätten in Aleppo 400.000 Christen gelebt, heute seien es nur noch knapp 40.000. Syrische Christen helfen einander über Konfessionsgrenzen hinweg Haddat, der auch Pastor einer baptistischen Gemeinde ist, berichtete, wie Christen über Konfessionsgrenzen hinweg einander helfen: Die Kirche lebt trotz des Bürgerkriegs. So unterstützten Christen traumatisierte Kinder, Witwen und Waisen. Gemeinsam habe das christliche Hilfskomitee 37 Brunnen bei Kirchen, Gemeindehäusern und Schulen gebohrt. Dadurch erhielten 400.000 Menschen frisches Wasser. Rund 5.000 Familien bekämen außerdem monatlich Essenspakete. In der St.- Lukas-Klinik arbeiten rund 30 Fachärzte ehrenamtlich mit. Für umgerechnet einen Euro erhielten die Patienten eine umfassende Untersuchung. Haddat rief die Besucher dazu auf, für verfolgte Christen zu beten: Seid Fürsprecher vor dem Herrn! Setzt euch für die verfolgten Christen bei euren Politikern ein! Erhebt eure Stimme für die, die keine Stimme haben! 
Foto: Archivbild
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