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Kirche in Not: Religiöser Fundamentalismus ist verbreitet wie noch nie

20. November 2016 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Das katholische Hilfswerk warnt vor „islamistischem Hyper-Extremismus“ mit grausamer Behandlung der Opfer, etwa die Verbrennung von Menschen bei lebendigem Leibe, Kreuzigungen und das Herabstürzen von hohen Gebäuden


München (kath.net/idea) Der religiöse Fundamentalismus ist so verbreitet wie noch nie. Er tötet, zerstört und macht Menschen in einem nie dagewesenen Ausmaß heimatlos. Das geht aus dem „Bericht zur Religionsfreiheit weltweit 2016“ des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (München) hervor. Im Vergleich zum vorigen Bericht 2014 habe sich die Situation hinsichtlich der Religionsfreiheit in 14 Ländern – darunter Niger, Pakistan, Indonesien und Libyen – deutlich verschlechtert. Die Organisation warnt ferner vor einem „islamistischen Hyper-Extremismus“. Zu dessen zentralen Merkmalen gehörten systematische Versuche, alle andersdenkenden Gruppen zu verjagen, eine beispiellos grausame Behandlung der Opfer – etwa die Verbrennung von Menschen bei lebendigem Leibe, Kreuzigungen und das Herabstürzen von hohen Gebäuden –, ein globales Agieren und der effiziente Einsatz der sozialen Medien, um Anhänger zu rekrutieren. In den vergangenen zwei Jahren habe es in jedem fünften Land der Welt mindestens einen gewalttätigen islamistischen Anschlag gegeben: „In Teilen des Nahen Ostens, darunter in Syrien und im Irak, zerstört der Hyper-Extremismus jegliche religiöse Vielfalt.“ Dieselbe Gefahr drohe auch in Teilen Afrikas und Asiens. Laut dem Bericht sind es häufig nicht die Regierungen, die Schuld an religiöser Verfolgung tragen. In zwölf der 23 Länder mit den schwerwiegendsten Verstößen gegen die Religionsfreiheit seien „nichtstaatliche Akteure“ dafür verantwortlich.


Laut dem Bericht ist die Religionsfreiheit nicht nur durch den militanten Islamismus bedroht, sondern es werde beispielsweise auch aus dem kommunistischen China über ein „erneutes hartes Durchgreifen“ gegen religiöse Gruppen berichtet. Es gebe aber ebenso erfreuliche Nachrichten: So hätten sich für religiöse Minderheiten in Bhutan, Ägypten und Katar in den vergangenen beiden Jahren die Möglichkeit verbessert, ihren Glauben zu leben.

Syrisch-katholischer Priester: Die Welt bewegt sich am Rande einer Katastrophe
Das Vorwort zum Bericht verfasste der syrisch-katholische Priester Jacques Mourad. Nach fünf Monaten in der Gefangenschaft der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) konnte er im Oktober 2015 fliehen. Er schreibt: „Unsere Welt bewegt sich am Rande einer vollendeten Katastrophe. Der Extremismus droht, alle Spuren von Vielfalt in der Gesellschaft zu vernichten.“ Er wolle sich aber trotz seiner Gefangenschaft beim IS für Religionsfreiheit und den Aufbau von Verständnis zwischen Christen und Muslimen einsetzen. Es müsse möglich sein, leidenschaftlich an die eigenen religiösen Überzeugungen zu glauben und zugleich das Recht anderer Menschen zu respektieren, „ihre eigene Antwort auf die Liebe Gottes zu leben“. Der Bericht zur Religionsfreiheit erscheint alle zwei Jahre. Er berücksichtigt Glaubensgemeinschaften in 196 Ländern und wird in sieben Sprachen veröffentlicht.

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

"Brich das Schweigen!" - KIRCHE IN NOT-Report zur Religionsfreiheit 2016


Verschließe Deine Augen nicht vor religiöser Verfolgung!


Religionswechsel ist ein Menschenrecht!



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