10 November 2016, 09:45
Moskauer Metropolit Hilarion: Trumps Wahl macht Hoffnung
 
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Außenamtschef des Moskauer Patriarchats: Bildung einer geschlossenen weltweiten Koalition gegen den Terrorismus jetzt leichter

Moskau (kath.net/KAP) Die russisch-orthodoxe Kirche hat den Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl in den USA begrüßt. Trumps Erfolg gebe "Hoffnung für eine Verbesserung des ganzen Systems der internationalen Beziehungen und der Bildung einer geschlossenen weltweiten Koalition gegen den Terrorismus", sagte der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Er verwies darauf, dass Trump die Nahostpolitik der USA und eine mangelnde Zusammenarbeit Washingtons mit Russland kritisiert habe.

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"Ich glaube nicht, dass wir in Euphorie über den Sieg des republikanischen Kandidaten verfallen sollten", so Hilarion weiter. Die Zeit werde zeigen, was Trump für ein Präsident sein und ob er seine Wahlversprechen erfüllen werde. Ihn interessiere vor allem, wie sich die Wahl auf den Nahen Osten auswirken werde. Die bisherige US-Politik für Syrien und der Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein seien "kurzsichtig und falsch" gewesen. Amerika habe der Region keine Demokratie und keine Freiheit gebracht, sondern Chaos gestiftet. Trump hatte angekündigt, dass er die syrische Opposition nicht mehr unterstützen werde.

Als einer der ersten Staatschefs weltweit gratulierte Russlands Präsident Wladimir Putin Donald Trump zu seinem. Er hoffe, dass es ihnen gemeinsam gelingen werde, die russisch-amerikanischen Beziehungen aus der Krise zu holen, schrieb Putin in einem Telegramm. Er vertraue auf den konstruktiven Dialog zwischen Moskau und Washington, gleichberechtigt und mit gegenseitigem Respekt und im Interesse beider Nationen und der Welt.

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sind derzeit äußerst angespannt, unter anderem wegen des Syrienkrieges und russischer Aggressionen in Osteuropa. Putin hatte sich während des US-Wahlkampfs lobend über den Republikaner geäußert. Trump hatte sich mit Kritik an Russland zurückgehalten und Putin als starken Anführer gepriesen.

Zuletzt hatte Trump gesagt: "Ich liebe Putin nicht, ich hasse ihn nicht. Wir werden sehen, wie es läuft. Wir werden sehen. Vielleicht haben wir eine gute Beziehung. Vielleicht haben wir eine schreckliche Beziehung. Vielleicht haben wir eine Beziehung genau dazwischen."

Putin hofft deshalb auf eine Annäherung an die USA. "Wir sind uns bewusst, dass es kein leichter Weg wird angesichts des Verfallszustands, in dem sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland befinden", sagte er. Aber daran sei nicht Russland schuld, betonte er. "Wir sind bereit, unseren Teil beizutragen, um das russisch-amerikanische Verhältnis auf eine stabile Bahn zu lenken."

Trump hatte während des Wahlkampfes bessere Beziehungen zu Moskau angekündigt. Mehrfach hatte er das US-Engagement in der Nato hinterfragt und die transatlantischen Partner mit nachsichtigen Tönen gegenüber Russlands Präsident Putin verstört.

Russland wünsche sich, seine Beziehungen zu den USA in allen Bereichen zu verbessern, sagte Putin. "Das ist im Interesse der russischen und der amerikanischen Bürger und wird das allgemeine Klima der internationalen Beziehungen positiv beeinflussen, in Anbetracht der besonderen Verantwortung Russlands und der USA für die Sicherung der weltweiten Stabilität und Sicherheit", sagte Putin.

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