10 Oktober 2016, 12:00
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Indiskretion von Weihbischof Schepers - Papst Franziskus sieht in Genderideologie eine dämonische Ideologie und „Weltkrieg gegen die Familie“ - Es braucht ein klares öffentliches Wort der DBK gegen Gender. kath.net-Kommentar von Peter Winnemöller

Bonn (kath.net/pw) Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Vollversammlung der Bischofskonferenz sich auch einmal mit dem umstrittenen Genderflyer aus ihrem Hause beschäftigen würde. Das Papierchen war unter Verantwortung der „Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz“ und der „Kirchliche Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen e.V.“ erschienen. Weil die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz ist, trägt der Flyer das Logo der DBK im Logo der Arbeitsstelle. Aus diesem Grund wurde der Flyer in der Öffentlichkeit als eine Veröffentlichung der deutschen Bischöfe wahrgenommen. Ferner wurde er mit einer Pressemeldung der DBK der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Einige Bischöfe hatten sich bereits kurz nach Erscheinen zu dem Flyer äußerst kritisch geäußert.

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Laut einer KNA-Meldung, die unter anderem auch katholisch.de verbreitet hatte, soll es auf der vergangenen Vollversammlung der DBK wegen dieses Flyers „geknallt“ haben. Der Essener Weihbischof Ludger Schepers wird als Quelle genannt. Eine Auseinandersetzung um den Flyer ist nicht weiter verwunderlich. Eigenartig ist der Vorgang, wie diese Diskussion öffentlich wurde. Nicht das Sekretariat der DBK ist hier die Quelle und hat den Sachverhalt, dass in der Konferenz darüber diskutiert wurde, veröffentlicht. Vielmehr war es die Indiskretion eines einzelnen Weihbischofs, die den Sachverhalt öffentlich gemacht hat. Das ist insofern verwunderlich, als in der Regel aus der Vollversammlung nur das Sekretariat berichtet und sich Bischöfe und Weihbischöfe sehr zurück halten.

Weihbischof Schepers äußerte sich im Rahmen einer Veranstaltung der katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart offensichtlich recht umfassend und öffentlich genug, dass es der KNA einer Meldung wert war. So wurde gemeldet, der Weihbischof habe ein Wort der deutschen Bischöfe zu Gendermainstreaming angekündigt. In dem Zusammenhang unterstellte Schepers seinen Mitbrüdern im bischöflichen Amt eine Angst, die sich bei der aufgeladenen Debatte zeige. Wie üblich im gesellschaftlichen Diskurs dieser Tage unterstellt man Angst immer demjenigen, der eine andere Position vertritt. In Wirklichkeit ist es allerdings Schepers selber der sich ängstlich an den Mainstream der Genderideologie anbiedert, indem er seine Kirche aufrief, zur Kenntnis zu nehmen, dass es mehr gebe als Mann und Frau. Was das sein soll, ließ der Weihbischof allerdings offen.

Die weihbischöfliche Indiskretion darf wohl vor allem so interpretiert, dass rechtzeitig auf diejenigen Bischöfe öffentlicher Druck ausgeübt wird, die die Genderideologie angemessen kritisch beurteilen.

Nicht erst seit gestern ist bekannt, dass die dekonstruktivistische Genderideologie mit einer seriösen schöpfungstheologischen Sicht auf Mann und Frau sowie auf deren Verhältnis zueinander nicht zu vereinen ist. Bereits 2012 hatte Papst Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsansprache an die Kurie die Genderideologie mit den Worten „Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig. Der Mensch bestreitet, dass er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist“ verurteilt. Papst Franziskus sieht in der Genderideologie eine dämonische Ideologie und einen „Weltkrieg gegen die Familie“. Das sind sehr plastische und drastische Worte, die keine Fragen offenlassen.

Für ein Wort der deutschen Bischöfe reichte es nun im Grunde, diese Worte auf deutsche Verhältnisse anzuwenden und entsprechende Beispiele auszukommentieren. Da wären die (vor-)schulischen Experimente an unseren Kindern, die bereits in Kindergarten- und Grundschulalter „sexuelle Vielfalt“ lernen sollen. Da wären die zahlreichen Studenten, die Probleme bekommen, wenn sie ihre Arbeiten nicht gendern. Da sind aber auch nicht zuletzt die vielen Millionen Euro, die für sogenannte Genderforschungsprojekte zum Fenster hinausgeworfen werden. Kein Zweig der Wissenschaften widersetzt sich allerdings eine Evaluation so heftig, wie die Genderforscherinnen. Sie werden wissen warum.

Es ist vor der Gefahr zu warnen, dass Gender der neue dialektische Materialismus wird. Wie in der DDR niemand ohne „DiaMat“ erfolgreich eine wissenschaftliche Arbeit schreiben konnte, so droht dies in unseren Tagen mit Gender. Davor ist zu warnen. Die Gefahr ist virulent, denn Gender dringt in allen Wissenschaftsbereiche vor und verlangt auch von Naturwissenschaften. Perspektiven der Genderideologie zu berücksichtigen.

Es ist Aufgabe der Bischöfe hier gesellschaftlich zu intervenieren. Es braucht ein klares öffentliches Wort der Bischöfe gegen Gendermainstreaming. Die politisch aktiven Laien brauchen dringend den Rückhalt ihrer Bischöfe, wenn sie gegen die Genderideologie und deren praktische Folgen kämpfen. Wir dürfen unsere Kinder und unsere Familien nicht dem Einfluss der Genderideologen und ihrer politischen Helfershelfer überlassen. Der Rückhalt aus Rom ist wertvoll. Der Papst ist in seinen Worten hier klar und eindeutig. Der Rückhalt von den Hirten im eigenen Land ist geradezu unverzichtbar. Es muss deutlich werden, dass genderkritische Politiker und politisch aktive Bürger sich des Rückhalts ihrer Kirche sicher sein können.

Zur Dokumentation: Der Gender-Flyer der Deutschen Bischofskonferenz










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