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Sagrada Familia: Baustart für sechs bis zu 172 Meter hohe Türme

24. September 2016 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Jesus-Turm, Marien-Turm und Evangelisten-Türme werden laut Chefarchitekt Fauli "Skyline Barcelonas verändern" - Fertigstellung 2026 weiterhin in Reichweite


Barcelona (kath.net/KAP) Die Fertigstellung von Barcelonas Wahrzeichen, der Kirche "Sagrada Familia", geht zügig voran. Im Oktober beginnt der Bau des 140 Meter hohen Muttergottes-Turms, bereits Monate darauf jener der vier Evangelisten-Türmen sowie des zentrale Jesus-Turms, der mit 172,5 Metern "die Skyline Barcelonas verändern wird", hat der Direktor des spanischen Architektenteams, Jordi Fauli, am Donnerstag vor Journalisten in Aussicht gestellt. 2018 sollen die neuen Türme erstmals sichtbar sein, berichtet das Onlineportal "LaVanguardia.com" am Freitag.

Ein rascher Baufortschritt bei den Türmen ist laut Fauli dank der Entwicklung einer neuen Technik möglich, bei der steinerne Wandverkleidungen mit einer innen gespannten Stahlkonstruktion in Werkstätten vorgefertigt und als Fertigteile zur Sagrada Familia transportiert werden. Beim zentralen Jesus-Christus-Turm werden demnach zwölf Etagen davon zum Einsatz kommen, bei den Evangelisten-Türmen jeweils 13 und beim Muttergottes-Turm sogar 19.

Das Steinmaterial für die insgesamt 800 Wandelemente der Türme stammt aus den Provinzen Kantabrien und Galizien sowie auch aus England; der Muttergottes-Turm erhält zudem Kanten aus blauem Granit aus Brasilien. Für den höchsten Turm, der Jesus geweiht ist, werden laut Angaben Faulis gerade die ersten Steinreihen angebracht. Innen sei eine Wendeltreppe vorgesehen sowie auch ein Lift, mit dem künftige Besucher bis zum Kreuz gelangen sollen.


Seit dem Vorjahres-Herbst wurde bei der "Sagrada Familia" der obere Säulengang der sogenannten "Passions-Fassade" mit 18 Säulen fertig gestellt, sowie auch einer der Sakristeien, bilanzierte der Chefarchitekt. Bei der "Geburts-Fassade" wurden Voruntersuchungen abgeschlossen, sodass nun eine Restaurierung möglich ist; nach einer sorgfältigen Reinigung soll dieser Teil der Basilika wieder wie im Originalzustand aus dem Jahr 1930 aussehen.

Geht alles nach Plan, sollen laut Fauli die Türme 2022 und die gesamte Kirche 2026 - zum 100. Todestag des Sagrada-Erstarchitekten Antoni Gaudi (1852-1926) - vollendet sein. "Nach Plan" bedeutet vor allem, dass der Besucherzustrom von derzeit jährlich 3,8 Millionen zahlenden Besucher anhält, wird doch aus den Einnahmen der Touristen das Baubudget von derzeit 25 Millionen Euro pro Jahr bestritten. Keinen Eintritt bezahlen die Besucher hingegen am Samstag und Sonntag auf der Kirchenbaustelle: Aus Anlass des Hauptfestes Barcelonas, der Stadtpatronin Virgen de Merce, gibt es einen "Tag der offenen Tür".

Bewegte Baugeschichte

Das nördlich der Altstadt gelegene Gotteshaus, 2010 von Papst Benedikt XVI. zur Basilika geweiht, ist ein Wahrzeichen Barcelonas und eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Spaniens. Der Sakralbau vereint die Stile der Neugotik und der Moderne. Seit 2005 steht die Kirche in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Von ihren 18 Türmen wurden bislang acht fertiggestellt, wobei Fauli der bereits neunte Architekt in der bislang 134-jährigen Bauzeit ist. Er leitet ein rund 40-köpfiges Team.

Antoni Gaudi, für den ein Seligsprechungsverfahren läuft, hatte 1883 die Leitung der im Jahr zuvor eröffneten Kirchenbaustelle übernommen. Nach mehr als 40 Jahren Arbeit daran verunglückte er am 10. Juni 1926 in unmittelbarer Nähe der Kathedrale bei einem Straßenbahnunfall. Danach wurden die Bauarbeiten immer wieder unterbrochen. 1935 konnten die Arbeiten an der "Geburtsfassade" endgültig abgeschlossen werden.

Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) gingen die ursprünglichen Baupläne verloren. Auch die Gipsmodelle wurden schwer beschädigt. Um die Arbeit fortsetzen zu können, mussten daher zunächst die Modelle aus den übriggebliebenen Trümmern und den erhaltenen Fotos rekonstruiert werden. Die Verwendung von Regelflächen in den Entwürfen erwies sich dabei als Glücksfall, da schon aus einem kleinen Bruchstück einer Regelfläche die gesamte Fläche mathematisch exakt rekonstruiert werden kann.

Ab 1950 konnte der Bau fortgesetzt werden. Die späteren Architekten Francesco Quintana, Isidre Puig Boada und Lluis Gari versuchten anhand der rekonstruierten Modelle und mündlich überlieferter Gedanken, Gaudis Ideen so gut wie möglich umzusetzen. 1976 wurden die vier Aposteltürme über der "Passions-Fassade" vollendet.

So sollen die Türme der Sagrada Familia/Barcelona in den nächsten 10 Jahren wachsen


Papst Benedikt XVI. in Spanien: Heilige Messe mit Weihe der Kirche "Sagrada Familia" und des Altars in Barcelona, 7.11.2010


Gut gemachtes Minivideo über das Wachsen der bisherigen Türme der Gaudí-Kirche ´La sagrada familia´ in Barcelona


Die Kirche ´Sagrada familia´ in Barcelona (planender Architekt: Gaudí)


Der Trailer: SAGRADA - Das Wunder der Schöpfung


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Alle Rechte vorbehalten
Foto (c) kath.net


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Lesermeinungen

  28. September 2016 
 

Ich hatte inzwischen schon mehr als einmal die Ehre

durch meine Eintrittsgelder und Souvenirkäufe einen kleinen Beitrag zum Baufortschritt der Sagrada Familia zu leisten.

Und vor allem auch in der Krypta am Grab Gaudis zu beten:

Antonius Gaudi Cornet
Reusensis annos natus LXXIV
Vitae exemplaris vir
Eximiusque artifex
Mirabilis operis huius templi auctor
Pie obiit Barcinone die X Iunii anni MCMXXVI.
Hinc cineres tanti hominis
Resurrectionem mortuorum expectant

Im Gebetszettel für seine Seligsprechung wird er um die Fürsprache und als Vorbild für Intellektuelle, Künstler (Exzentriker?) und Perfektionisten angegangen.


0
 
 Silvio 26. September 2016 
 

Es mag paradox klingen,

so sehr ich mich auf das Jahr 2026 freue, also auf die Fertigstellung der Sagrada Familia, so sehr fürchte ich mich vor dieser Zeit, denn bis dahin wird wohl in Deutschland jede zweite (mindestens) Katholische Kirche insbesondere im ländlichen Raum geschlossen und säkularisiert sein, außerdem der Islam die Oberhand gewinnen.


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