Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  4. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  5. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  6. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  7. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  8. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  9. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  10. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  11. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  12. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  13. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"

Amatrice statt Palmyra... Italiens Kulturblauhelme haben Ersteinsatz

27. August 2016 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Italiens Kulturblauhelme haben den Ersteinsatz im eigenen Land - Von Burkhard Jürgens (KNA).


Rom (kath.net/ KNA)
Die sinnlose Gewalt von Islamisten gegen antike Denkmäler gab den Anstoß für eine internationale Kulturschutztruppe. Jetzt haben die italienischen Spezialisten ihre bittere Bewährungsprobe im Erdbebengebiet.

Sie traten an, um antike Stätten vor dem «Islamischen Staat» zu retten - und erleben nun ihre Feuertaufe in Italien. Die «Kulturblauhelme», eine Spezialeinheit aus Polizei und Kunstsachverständigen, waren im Februar von Italien und der Weltkulturorganisation Unesco ins Leben gerufen worden, um in Konflikten Kulturgüter zu schützen, die für die Identität einer Gemeinschaft stehen. Doch um diese Identität zu treffen, braucht es keine sprengstoffbewehrten Fanatiker. Es genügt ein banales Erdbeben.

293 Gebäude umfasst die erste Schadensliste, die Italiens Kulturminister Dario Franceschini und dem Chef der für Kunstdelikte zuständigen Abteilung der Carabinieri, Fabrizio Parrulli, bei einem Krisentreffen am Donnerstag vorlag. Dazu gehört das Benedikt-Kloster, das an die Geburt des Begründers des Abendländischen Mönchtums in Norcia (Nursia) erinnert, das archäologische Museum von Ascoli Piceno oder der Dom von Urbino, der einige Risse aufweist.


Schlimm ist es in Amatrice: San Francesco, Sant'Agostino, San Giovanni, Sant'Agnese, Santa Maria del Suffragio, San Giuseppe, Sant'Emidio und die Chiesa del Crocifisso - eingestürzt. «Es gibt keine einzige Kirche mehr», sagte Bürgermeister Sergio Pirozzi laut italienischen Medien - ratlos, wo die Gemeinde die Trauerfeiern für ihre Toten halten soll.

Und das Verzeichnis der kulturhistorisch bedeutenden Bauten, die zerstört oder beschädigt sind, wird noch länger werden. Das erwartet jedenfalls die Generalsekretärin des Kulturministeriums, Antonia Pasqua Recchia. Erst am Freitagmorgen gab es ein kräftiges Nachbeben. Auch sind noch längst nicht alle Orte in der Gebirgsregion gesichtet.

Nun sollen gut 30 Mann der Kulturschutztruppe die historischen Bauten in Amatrice und Umgebung in Augenschein nehmen, darunter etliche mittelalterliche Kirchen von hohem kunstgeschichtlichen Wert. Zum Einsatz kommen nach staatlichen Angaben eigens geschulte Carabinieri, die in Abstimmung mit den Bergungskräften ihre Ortsbegehungen vornehmen. Erst in einer zweiten Phase, wenn keine unmittelbare Lebensgefahr mehr besteht, sollen Architekten, Kunsthistoriker und Restauratoren hinzugezogen werden.

Ihre Bewährungsprobe dürfte sich die Sondereinheit anders vorgestellt haben. Nachdem die Unesco-Mitgliedstaaten im Juni 2015 in Bonn eine stärkere internationale Zusammenarbeit beim Schutz des Kulturerbes beschlossen hatten, brachte Italien die Idee von «Kulturblauhelmen» ins Spiel. Auslöser waren die planmäßigen Zerstörungen archäologischer Schätze durch Milizen des «Islamischen Staats» in Nimrud, Hatra oder Palmyra.

Im Februar unterzeichneten Italiens Kulturminister Franceschini und Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova ein Memorandum zur Schaffung einer Spezialeinheit: Sie sollte für Krisen- und Konfliktsituationen geschult und zugleich kunsthistorisch ausgebildet sein. Auf Anforderung eines Mitgliedstaats soll sie nach Katastrophen oder in Krisen tätig werden und Schäden an Kulturgütern erheben, Rettungspläne erarbeiten, Restaurierungen fachlich begleiten und Kunstraub verhindern.

Außenminister Paolo Gentiloni sprach bei der Gründung von einem «typisch italienischen Beitrag zum Anti-Terror-Kampf». Darin schwang Stolz mit auf den reichen Kunstschatz Italiens und die herausragenden Fähigkeiten italienischer Archäologen und Restauratoren - Kenntnisse, die sie zugunsten anderer Staaten einbringen wollten. Nun stehen sie vor den Trümmern eigener Städte.

Für Sentimentalität ist freilich wenig Zeit. Wenn die historischen Ortskerne einmal wieder aufgebaut werden sollen, gilt es nach Worten Franceschinis, schon bei den Räumungsarbeiten Trümmer und Fragmente für die Restaurierung zu sichern. Auch liegt unter dem Schutt noch eine unbekannte Zahl von Kunstwerken wie Bilder und Skulpturen.

Dennoch schwingt Bitterkeit mit, wenn Blauhelm-Leiter Brigadegeneral Marco Minicucci die Premiere seiner Leute kommentiert: «Sie sind ausgebildet und trainiert für Auslandsmissionen in Situationen wie der von Palmyra», sagte er italienischen Medien. «Stattdessen ist ihr erster Einsatz in Italien.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Italien

  1. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  2. Erzbischof von Neapel lässt LGBT-Aktivisten während einer Messe sprechen
  3. Nach Verherrlichung der Hamas: Italien schiebt Imam ab
  4. Kirchen-Abgabe in Italien geht überwiegend in die Seelsorge
  5. Kardinal Zuppi: Wahltag in Italien kein "schwarzer Tag"
  6. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  7. Italienischer Bischof weist Priester nach unwürdiger Messfeier zurecht
  8. 'Ja zur natürlichen Familie! Nein zur LGBT-Lobby!'
  9. Italien: Militärbischof verurteilt kirchliche Verschwörungstheoretiker
  10. Bischof untersagt Mitwirkung von Paten bei Taufe und Firmung






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  8. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  9. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  10. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  11. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  12. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  13. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  14. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  15. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz