
Bürgermeister und Christ verklagt Süddeutsche Zeitung10. August 2016 in Deutschland, 19 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Hollemann: Verleumdung verhinderte Wahl zum Dezernenten in München
München (kath.net/idea.de) Der Bürgermeister der südbadischen Gemeinde Denzlingen, Markus Hollemann (Ökologisch-Demokratische Partei/ÖDP), hat die Süddeutsche Zeitung wegen Verleumdung verklagt. Wie er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bestätigte, reichte sein Anwalt die Klage am 9. August beim Landgericht Köln ein, das als besonders erfahren in Medienprozessen gilt. Die Süddeutsche Zeitung hatte im Januar vergangenen Jahres am Tag vor seiner geplanten Wahl zum Leiter des Referates für Gesundheit und Umwelt in der Münchner Stadtverwaltung gemeldet, dass Hollemann mit radikalen Abtreibungsgegnern und christlichen Rechtsradikalen sympathisiere. Dabei bezog sie sich auf seine Mitgliedschaft bei der christlichen Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA). Die Opposition im Münchner Stadtrat sowie Teile der SPD-Fraktion und zahlreiche Medien forderten die CSU auf, den von ihr nominierten Kandidaten zurückzuziehen. Daraufhin nahm der 43-Jährige seine Bewerbung zurück. Wie Hollemann sagte, entschied er sich zu dem jetzigen Schritt, nachdem die Süddeutsche Zeitung ihm trotz schriftlicher Bitten nicht einen Zentimeter entgegengekommen sei. Ein Aufforderungsschreiben zu einer außergerichtlichen Einigung habe sie ignoriert. Mit seiner Klage kämpfe er für das Recht auf Meinungsfreiheit, erklärte Hollemann. Jemanden als rechtsradikal zu bezeichnen, ist seiner Ansicht nach eine unzulässige Schmähkritik, besonders wenn es keine Tatsachengrundlage dafür gebe. Er habe sich nie rechtsradikal betätigt oder geäußert. Er sei vielmehr Christ und privat passives Mitglied bei einer gemeinnützigen und anerkannten Organisation, die sich für den Lebensschutz einsetze. Hollemann ist seit 2009 direkt gewählter Bürgermeister der 14.000-Einwohner-Stadt Denzlingen und Mitglied des Kreistages Emmendingen. 
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