07 Juli 2016, 11:00
Kardinal Schönborn: «Amoris laetitia» ist verbindlich
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Schönborn'
Wiens Kardinal Christoph Schönborn ist Behauptungen entgegengetreten, das jüngste Schreiben von Papst Franziskus zu Ehe und Familie habe keinen lehramtlichen Charakter und sei damit weniger verbindlich.

Rom (kath.net/KNA) Wiens Kardinal Christoph Schönborn ist Behauptungen entgegengetreten, das jüngste Schreiben von Papst Franziskus zu Ehe und Familie habe keinen lehramtlichen Charakter und sei damit weniger verbindlich. Es sei «offensichtlich», dass «Amoris laetitia» ein Akt des kirchlichen Lehramts sei, da es sich um eine «Apostolische Exhortation» handele, sagte Schönborn in einem Interview, das die italienische Tageszeitung «Corriere della Sera» am Donnerstag veröffentlichte. Alle früheren lehramtlichen Äußerungen zu Ehe und Familie müssten nun im Licht von «Amoris laetitia» gelesen werden, betonte Schönborn; ebenso wie heute das Erste Vatikanische Konzil (1869-1870) im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965)interpretiert werde.

Werbung
Ordensfrauen


Der konservative US-amerikanische Kardinal Raymond Burke hatte «Amoris laetitia» einen lehramtlichen Charakter abgesprochen und das Schreiben als persönliche Äußerung von Papst Franziskus eingestuft.

Schönborn widersprach mit seiner Äußerung auch konservativen Kardinälen wie dem früheren Erzbischof von Bologna, Carlo Caffarra, oder dem deutschen Kurienkardinal Walter Brandmüller. Sie hatten gefordert, «Amoris laetitia» müsse in der Perspektive früherer kirchlicher Verlautbarungen interpretiert werden, weil seine Aussagen zu einem etwaigen Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene unklar seien. Nach ihrer Lesart ist deshalb eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion weiterhin nicht möglich.

Das Anfang April veröffentlichte päpstliche Schreiben zu Ehe und Familie ist nach Schönborns Worten eine «authentische Lektion der heiligen Lehre», das diese für die heutige Zeit aktualisiere. Er sagte weiter, Kardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der römischen Glaubenskongregation habe ihm seinerzeit gesagt, man dürfe nicht alle Fälle von wiederverheirateten Geschiedenen nach einer allgemeingültigen Regel behandeln.

Bei dem Schönborn-Interview im «Corriere della Sera» handelt es sich um eine Vorabveröffentlichung eines Gesprächs, das in der aktuellen Ausgabe der italienischen Jesuiten-Zeitchrift «Civilta Cattolica» erscheint.

Amoris Laetitia - TEXT als PDF




(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Erzbischof Viganò kritisiert AIDS-Benefizabend im Stephansdom (46)

Papst an Klimakonferenz: Welt zu weit von Klimazielen entfernt (42)

Wegen Franziskus die Kirche verlassen? Niemals! (38)

Ehemaliger französischer Innenminister: Islam wird Europa übernehmen (37)

Drewermann fordert „Sanftmut Jesu“ gegen kirchliche Missbrauchstäter! (37)

Appell zum Beenden des synodalen Weges (32)

Wie der Bischof von Basel katholische Priester vertreibt (31)

Bischof Voderholzer zum Synodalen Weg (27)

FAZ: „Vatikan finanziert Elton-John-Film“ mit Peterspfennig (27)

'Je leerer die Kirchen, umso größer die Friday for Future Umzüge' (26)

Kardinal Barreto meint: "Die Kirche ist nicht gespalten" (23)

Kardinal Kasper zum 'Synodalen Weg': Bin sehr skeptisch (20)

Kardinal Schönborn und die Legende von der ‚Homo-Madonna’ (20)

CNN wittert in deutscher katholischer Kirche Schismagefahr (18)

Franziskus: Kirchliche Eherichter müssen Mitgefühl entwickeln (17)