Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  3. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  4. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  5. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  6. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  7. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Katholische Beerdigung für italienischen Gitarristen wurde abgesagt, weil er Freimaurer war
  10. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  11. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  12. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  13. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  14. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  15. Deutschland: Katholische Kirche verzeichnet mehr Erwachsenentaufen trotz Mitgliederrückgang

Staatsrechtler warnt vor pseudoreligiöser Überhöhung Europas

29. Juni 2016 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach der Entscheidung der Briten für den EU-Ausstieg warnt der Göttinger Rechtswissenschaftler Hans Michael Heinig vor einer pseudoreligiösen Überhöhung der europäischen Integration.


Bonn (kath.net/KNA) Nach der Entscheidung der Briten für den EU-Ausstieg warnt der Göttinger Rechtswissenschaftler Hans Michael Heinig vor einer pseudoreligiösen Überhöhung der europäischen Integration.

«Wer das bisherige Einigungswerk zu einem eschatologischen Heilsakt überhöht, provoziert Gegenreaktionen», schreibt der Professor für öffentliches Recht und Staatskirchenrecht in der neuen Ausgabe der in Bonn erscheinenden «Zeit»-Beilage «Christ und Welt». «Wer das Ziel einer immer engeren Union verfolgt, ohne ihren Zweck zu erklären, verliert Vertrauen und Zuspruch der Bürger.»

Heinig unterstreicht, dass es gute politische Gründe für eine enge Zusammenarbeit Europas gebe. Europa-Enthusiasten neigten aber zu dem Glauben, der Weltenlauf folge einer planmäßigen Gesetzmäßigkeit, die zu einer Überwindung des Nationalstaats führe. «Vielleicht besteht Europas größte Gefahr heute nicht in antieuropäischen Populisten, sondern in Integrationisten, die von ihrer Sache so beseelt sind, dass sie weitere Fortschritte auch dann noch durchsetzen wollen, wenn diese keine demokratische Akzeptanz finden», so der Wissenschaftler.


Heinig erinnert daran, dass Europa eine Vielzahl von Krisen durchlaufen hat - vom Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft über de Gaulles Politik des leeren Stuhls bis zur «Eurosklerose» der 1970er Jahre, eine Art Stillstand. Vor diesem Hintergrund sei der Brexit «weder ein Auszug in das Gelobte Land noch das Fanal für einen dritten Weltkrieg und ganz sicher auch nicht der Anfang vom Ende einer politischen Union europäischer Staaten».

Nach den Worten von Heinig ist die EU «keine dem Nationalstaat vergleichbare Schicksalsgemeinschaft, sondern ein Zweck- und Wertebündnis», dessen Gestaltung offen ist. Nach Meinung des Rechtswissenschaftlers ist Europa aber zu sehr zu einer Sache der Eliten geworden. Und weil Eliten weltweit massiv an Vertrauen eingebüßt hätten, schlage die Elitenkrise ungebremst auf die europäische Integration durch.

Als realistische Vision skizziert der Staatsrechtler ein «Europa der konzentrischen Kreise»: Ganz außen die mit der Union assoziierten Staaten, die lediglich den Zugang zum Binnenmarkt suchen. In einem zweiten Kreis bewegen sich die Staaten, die die Union in ihrem bisherigen Stand aufrechterhalten. «Vielleicht bildet sich auf Dauer aber auch noch ein dritter Kreis heraus, der Nukleus eines bundesstaatlichen europäischen Gemeinwesens mit vertieften Kompetenzen in Fragen innerer, äußerer und sozialer Sicherheit.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Europa

  1. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  2. EU-Bischöfe zu „My Voice, My Choice“: „Eine Entscheidung, die ernsthafte Bedenken aufwirft“
  3. Bischofskonferenzen Europas beten in der Fastenzeit für Frieden
  4. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  5. Menschenrecht auf Abtreibung?
  6. CDL: „EU-Parlament entscheidet ein weiteres Mal gegen das Recht auf Leben“
  7. Katholische Bischöfe zeigen sich besorgt vor Abtreibungs-Abstimmungen des EU-Parlaments
  8. Papst fordert Schutz des religiösen Erbes Europas
  9. Wegweisend! - COMECE unterstützt Polen gegen EU-Druck zur Anerkennung sogenannter „Homo-Ehen“!
  10. Kardinal Filoni: "Europa braucht Re-Evangelisierung"






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  3. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  4. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  5. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  6. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  7. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  8. "Die meisten kommen wegen der Sozialleistungen"
  9. Frust beim Klima-Kleber-Jesuiten
  10. Grösse
  11. Angeklagt, weil er einen schismatischen Bischof nicht rehabilitierte: Armeniens Patriarch Karekin II
  12. Scharfe innerorthodoxe Kritik an Kyrills Atomwaffen-Predigt
  13. Salzburg: Opernstar bereitete Franziskus-Rolle im Kapuzinerkloster vor
  14. Ceuta: Integrationsministerin Bauer fordert mehr Außengrenzschutz und effektive Rückführungen
  15. ALfA startet „von-Galen-Projekt“ zum 85. Jahrestag der Predigt von St. Lamberti

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz