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Handzahmer Himmelhund

28. Juni 2016 in Chronik, 9 Lesermeinungen
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Bud Spencer ist tot. Der «Dampfhammer» des Schauspielers war legendär. Als Mensch schlug Carlo Pedersoli jedoch immer ruhigere Töne an. Von Rainer Nolte (KNA)


Bonn/Rom (kath.net/KNA) Zwei Fäuste sorgen ab jetzt im Himmel für ein Halleluja. Der Schauspieler Carlo Pedersoli alias Bud Spencer (Archivfoto) ist am Montag im Alter von 86 Jahren in Rom gestorben, wie sein Sohn Giuseppe der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bestätigte. «Er hat nicht gelitten. Er hatte uns alle bei sich, und sein letztes Wort war 'Danke'. »Der «Dampfhammer» von Bud Spencer ist legendär. Im Leben zeichneten den Darsteller eher Gutmütigkeit aus.

Angst vor dem Tod hatte Spencer nicht. Er glaube daran, «dass man nicht wirklich stirbt», sagte Spencer im Interview der «Welt am Sonntag». Irgendwann werde jeder Mensch «vor die Augen des ewigen Vaters treten, ob es nun der christliche oder der islamische ist».

Berühmt wurde Pedersoli durch seine schlagkräftigen Westernkomödien mit Terence Hill. «Gott vergibt... Django nie» war 1967 der Startschuss des Duos. Auch wenn einige Filme wie «Vier für ein Ave Maria», «Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle», «Vier Fäuste für ein Halleluja» oder «Zwei Missionare» den Glauben nicht ganz so ernst betrachteten, liefen sie auch in kirchlichen Filmsälen. So durfte Bud Spencer - der Künstlername entstand aus seiner Bewunderung zu Schauspieler Spencer Tracy und Budweiser-Bier - auch mal einen Priester aus dem Beichtstuhl zerren und ihn mit drohender Faust ans Beichtgeheimnis erinnern.


«Die Kirche hat unsere Filme sofort verstanden und geschätzt, dass darin kein Tropfen Blut zu sehen ist und erst Recht keine Toten», wird Pedersoli in der Tageszeitung «Avvenire» zitiert. Zudem sei er katholisch und habe das Bedürfnis zu glauben. Im fortgeschrittenen Alter benötigte er nach eigenen Worten die Religion mehr denn je:

Immer stärker erkenne er, «wie nichtig all das ist», worauf er früher großen Wert gelegt habe. Wer sich nur für vergängliche Dinge wie Sport und Berühmtheit einsetze und nur nach Ruhm und Erfolg strebe, «der ist ein Dummkopf».

Als solcher präsentierte er sich meist im Film. Doch außerhalb von schallernden Backpfeifen und staubigen Raufereien hatte er keineswegs ein Brett vor dem Kopf. 1929 in Neapel geboren, übersprang er später zwei Schulklassen und begann 1946 ein Jurastudium. Ein Jahr darauf emigrierte Carlos Familie nach Südamerika. Schon zu Beginn der 50er startete Pedersoli in seinem Heimatland durchtrainiert eine Sportlerkarriere: Als Schwimmer wurde er mehrfach italienischer Meister und war Olympiateilnehmer 1952 und 1956.

parallel zu seiner sportlichen Laufbahn die ersten kleinen Filmauftritte («Quo Vadis», «Hannibal»). Doch vor seinem Durchbruch als Haudegen kam er erst mal unter die Haube: 1960 heiratete er in Rom seine Maria, die er schon 15 Jahre kannte und die bis zum Tod an seiner Seite stand. Das Ehepaar bekam einen Sohn, Giuseppe, und zwei Töchter, Christiana und Diamante.

Außer der Familie legte Pedersoli auch viel Wert auf Freunde. «Ich glaube, dass sich die echten Freunde im Leben an den Fingern einer Hand abzählen lassen», schrieb er in seinem im Frühjahr erschienenen Buch «Was ich euch noch sagen wollte...». Meist entstünden diese Bindungen bereits in der Schulzeit. «Ganz selten erlebt man unverhoffte Begegnungen mit Menschen, die ein ganz ähnliches Schicksal haben wie man selbst. Mir ist das mit Terence passiert.»

Die Freundschaft mit Mario Girotti alias Terence Hill war ein wesentlicher Garant für den Erfolg des Duos mit insgesamt 17 gemeinsamen Filmen - der letzte war 1994 «Die Troublemaker». «Ich habe meinen besten Freund verloren, ich bin erschüttert», sagte Girotti nun dem «Corriere della Sera».

Bud Spencer sagte noch zuletzt, in Deutschland sei er bekannter als in Italien. Entsprechend groß zeigt sich nun hierzulande die Anteilnahme: «Harte Faust, weiches Herz, toller Mensch. Ein Held meiner Kindheit. Ruhe in Frieden, Carlo Pedersoli», twitterte etwa Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD).

Außerdem war der gewichtige Vollbart-Träger auch noch erfolgreicher Erfinder, Komponist, Autor - und Feinschmecker. Auf die Frage nach dem Wunsch für seine Henkersmahlzeit sagte er der «Welt am Sonntag»: «Spaghetti. Mit Jesus Christus.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Archivfoto Bud Spencer 2015 (c) Wikipedia/Michel Buchmann/CC-BY-SA 4.0


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