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'Amoris laetitia': Theologen sehen Ortskirchen am Zug

12. Juni 2016 in Weltkirche, 38 Lesermeinungen
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"Roma locuta, causa finita" - wohl kein päpstliches Dokument der vergangenen Jahre widerlegt dieses geflügelte Wort so sehr wie das letzte Papstschreiben "Amoris laetitia". Analyse von Henning Klingen (Katholische Presseagentur)


Wien (kath.net/KAP) "Roma locuta, causa finita" - wohl kein päpstliches Dokument der vergangenen Jahre widerlegt dieses geflügelte Wort, dass eine "Causa" nach einem vatikanischen Machtwort abgeschlossen sei, so sehr wie das letzte Papstschreiben "Amoris laetitia". Denn das am 8. April im Vatikan von Kardinal Christoph Schönborn und Kardinal Lorenzo Baldisseri präsentierte Dokument "Über die Liebe in der Familie" - so der Untertitel - stellt nicht nur die Synthese der beiden Bischofssynoden zu Ehe und Familie der Jahre 2014 und 2015 dar, sondern es wurde innerhalb kürzester Zeit zum Zankapfel unter Theologen wie auch unter Bischöfen: Den einen geht das Dokument etwa beim Streitthema wiederverheiratet Geschiedene nicht weit genug, den anderen ist es Sinnbild einer Verwässerung kirchlicher Ehelehre.

Nach anfänglichen - auch der medialen Dynamik geschuldeten - kurzen ersten Stellungnahmen hat sich inzwischen auch die akademische Theologie des Dokuments angenommen und differenzierter analysiert. Die jüngsten Stellungnahmen kommen dabei zumeist zu dem Schluss, dass es nun an den Ortskirchen und nationalen Bischofskonferenzen liege, konkrete Schlüsse aus "Amoris laetitia" zu ziehen und nächste pastorale Schritte zu setzen bzw. Weichenstellungen vorzunehmen.

Der Mainzer Moraltheologe Stephan Goertz hatte bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des Dokuments "den Weg frei für ortskirchliche Interpretationen" gesehen; der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher spricht von einer notwendigen "Rekontextualisierung von Moraltheologie und Kirchenrecht" in Folge des Schreibens und die Schweizer Fundamentaltheologin Eva-Maria Faber kommt - gemeinsam mit ihrem Brixner Kollegen Martin Lintner - zu dem Schluss, dass sich maßgebliche Weichenstellungen von "Amoris laetitia" auch in einer Revision des Katechismus niederschlagen sollten.

Lüdicke: Eucharistie niemandem verwehren

Ähnlich wie bereits Kardinal Christoph Schönborn bei seiner Präsentation des Schreibens im Vatikan, so sieht auch der emeritierte Münsteraner Kirchenrechtler Klaus Lüdicke den entscheidenden Perspektivenwechsel des Schreibens nicht etwa in der Frage der Unauflöslichkeit der Ehe, wie mancherorts befürchtet, sondern in der Betrachtung der sogenannten "irregulären Situationen" (CIC, can. 915). Das geltende Kirchenrecht spricht im Blick auf nichteheliche Gemeinschaften, reine Zivilehen und Zweitehen Geschiedener von eben solchen "irregulären Situationen". Der Papst arbeite nun heraus, dass es für die Kirche nicht mehr möglich sei zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner "irregulären" Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befänden, erklärt Lüdicke in einer vom "Münsteraner Forum für Theologie und Kirche" veröffentlichten Abhandlung. Aufgrund der individuellen Person, ihrer Fähigkeit, Werte zu erkennen oder ihrer Lage, nicht anders handeln und entscheiden zu können, bedeute ein negatives Urteil über eine objektive Situation nach den Worten des Papstes kein Urteil über die Anrechenbarkeit oder Schuldhaftigkeit der Betreffenden.


Lüdickes Fazit: Wenn die objektive Situation kein Urteil des Sündenstatus der Person erlaube, sei es nicht möglich, die Voraussetzungen des can. 915 zu verifizieren. Alle Gläubigen, auch die Wiederverheirateten, hätten also das Recht, die Eucharistie gereicht zu bekommen. Dies befreie allerdings den einzelnen nicht von der Pflicht, sein Gewissen zu bilden und zu befragen. Diese Verantwortung könne dem Menschen durch keine Instanz abgenommen werden.

Der Grazer Pastoraltheologe Rainer Bucher geht einen Schritt weiter und sieht in "Amoris laetitia" nichts weniger als eine "pastoraltheologische Rekontextualisierung von Moraltheologie und Kirchenrecht". Mit dem Schreiben vollziehe die Kirche jene Wende zu einem "Lehramt von vorrangig pastoralem Charakter", wie es Johannes XXIII. in seiner Rede zur Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962 gefordert hatte. Anders gesagt: Kirche komme nun endlich in der postmodernen Realität an, die von einer "Pluralität der Wirklichkeiten" und dem "situativen Primat der Praxis" bestimmt sei, so Bucher in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe der "Herder Korrespondenz" (Ausgabe 6/2016). Das Konzil habe eine pastorale Kehrtwende formuliert, die jedoch bis heute nicht im Kirchenrecht angekommen sei. Um eine solche "Neuformatierung des Kirchenrechts" werde man nach "Amoris laetitia" laut Bucher "auf Dauer nicht herumkommen". Der Weg dorthin werde vom Papst durch eine Strategie der "Dezentralisierung und Synodalisierung" der Kirche geebnet.

Weg vom "defizitorientierten Blick"

Die wohl ausführlichste und detailreichste Analyse des Dokuments haben indes die Schweizer Fundamentaltheologin Eva-Maria Faber und ihr Brixner Kollege Martin M. Lintner vorgelegt: In einem ebenfalls im "Münsteraner Forum für Theologie und Kirche" veröffentlichten Beitrag legen sie ausführlich dar, wie sehr sich Papst Franziskus um die lehramtliche Kontinuität mit seinen Vorgängern müht, während er zugleich aus den Vorgaben durch leichte Akzentverschiebungen zu anderen pastoralen Folgerungen komme. Folgerungen, die gerade im Blick auf den Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen auch in eine Revision etwa des Katechismus der Katholischen Kirche münden sollten, so die Autoren.

Grundlegend sei - bei aller Kontinuität in der Lehre - in "Amoris laetitia" ein neuer Wind zu spüren, der den Blick von einem beharrlichen Starren auf ein lehramtliches (Ehe)Ideal weg lenkt auf die tatsächliche Lebensrealität der Menschen. Ausdrücklich schließe sich der Papst dabei dem Abschlussdokument der Synode von 2015 ("Relatio Synodi") an, demzufolge Urteile "zu vermeiden (sind), welche die Komplexität der verschiedenen Situationen nicht berücksichtigen". Es sei vielmehr darauf zu achten, wie die Menschen leben "und aufgrund ihres Zustands leiden", so der Papst. Der Blick geht von einer "defizitorientierten Wahrnehmung" hin zu einer die "gelebten Werte" würdigenden Perspektive. In diesem würdigenden Blick, der auch in einer neuen Wertschätzung der "Gewissenskompetenz der Gläubigen" zum Ausdruck komme, liegt laut Faber und Lintner "eine der entscheidenden Weichenstellungen" des Dokuments.

Bereits im Dokument "Familiaris consortio" (1981) sei zwar eine Unterscheidung der verschiedenen Situationen angemahnt worden, allerdings sei diese Unterscheidung ohne Konsequenz geblieben. Dies ändere "Amoris laetitia", so die Autoren; nicht, indem die Lehre geändert werde, sondern indem die bisherige Interpretation von "irregulären" Situationen als Situationen vollkommener Sündigkeit durchbrochen wird: So sei es "nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner sogenannten 'irregulären' Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben", so Papst Franziskus.

"Upgrade" für Gewissen und Forum internum

Ort der pastoralen Lösung soll künftig das sogenannte "Forum internum" sein, also das einen freien Gewissensentschluss fördernde Gespräch zwischen Betroffenen und einem geistlichen Beistand. Wohlgemerkt: Auch darin folgt Franziskus den Empfehlungen der Synodenväter - und er widerspricht damit zugleich einer abschlägigen Einschätzung der Glaubenskongregation, die noch 1994 einer Aufwertung des "Forum internum" eine Absage erteilt hatte. Hier eröffne gerade im Blick auf die Frage des Sakramentenempfangs für wiederverheiratet Geschiedene das neue Papst-Schreiben deutlich mehr Handlungsoptionen als Johannes Paul II., so die Autoren. Relativiert werde in "Amoris laetitia" der noch von Johannes Paul II. vorgegebenen Weg der "Josefsehe", also des Zusammenlebens Wiederverheirateter in Enthaltsamkeit. Dies sei ein faktisch nicht lebbares Gebot und berge außerdem das Problem, dass der Verzicht auf Ausdrucksformen der Intimität die Treue der Ehepartner in Gefahr bringe. Schon Benedikt XVI. habe darum gewusst und nur mehr eine "Ermutigung" zur "Josefsehe" ausgesprochen, erinnerten die Autoren.

"Amoris laetitia" überwindet damit nicht nur die bisherige negative Sichtweise auf neue partnerschaftliche Verbindungen, sondern das Dokument lenkt den Blick auf die konkreten Lebensumstände der Menschen und relativiert die Absolutheit der Ausschließungsgründe von den Sakramenten. Es liege nun an den Ortskirchen, diese Punkte weiter auszubuchstabieren, so Faber und Lintner. Gleichwohl lasse der Papst die Ortskirchen mit dieser Aufgabe nicht allein: "In einem Punkt nimmt er seine Vollmacht als Papst in Anspruch, um eine Entscheidung zu treffen: Die Sakramentenordnung ist (...) für nach Scheidung Wiederverheiratete nicht mehr pauschal verschlossen." Und an die Adresse der Bedenkenträger appellieren die Autoren: "Wer befürchtet, die Differenziertheit (...) könne anfällig für Missbrauch sein, sollte sich fragen, wie missbräuchlich die 'unerbittlichere Pastoral' pauschal alle Wiederverheiratet-Geschiedenen von den Sakramenten ausgeschlossen hatte."

Zusammengefasst: Nach "Amoris laetitia" sind aktuellen theologischen Einschätzungen zufolge die Ortskirchen und Bischofskonferenzen am Zug, ihre jeweiligen pastoralen Schlüsse aus dem Dokument zu ziehen. Einspruch gegen diese Einschätzung kommt - wenig überraschend - indes von der Glaubenskongregation: So sei es "durchaus skeptisch zu sehen, wenn jemand sagt, der Papst gebe den Bischofskonferenzen bestimmte Vollmachten", betonte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, in einem Interview in der "Herder Korrespondenz" (Ausgabe 6/2016). Gerade im Blick auf den Sakramentenempfang könne man "nicht Katholiken im Stande der Todsünde die heilige Kommunion erlauben und dort nach den Bestimmungen anderer Konferenzen sie verweigern". Das Ringen um die "wahre" Interpretation von "Amoris laetitia" geht wohl in eine nächste Runde.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 Paddel 14. Juni 2016 

@Magdalena77

AL wurde im Hl. Geist geschrieben.


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 Magdalena77 14. Juni 2016 

@Liebes Paddel

Ihre Lesart von AL ist zwar beruhigend und einfach katholisch, aber die diskutierte Frage ist doch, in welchem "Geist" AL GESCHRIEBEN wurde, und nicht, in welchem sie gelesen werden soll. Man kann zwar sagen: "Das verstehe ich so und so", aber nicht, ohne dem Text Gewalt anzutun. In der Fußnote 329/330 z.B. wird die Passage aus "Gaudium et Spes", in der es heißt, dass Enthaltsamkeit eine Gefahr für die Treue der Ehegatten sein und somit das Wohl der Familie gefährden kann, in unerlaubter Weise in den Kontext der nichtehelichen Partnerschaften gesetzt, um anschließend zu verkünden, dass man nun nicht mehr in jedem Fall Enthaltsamkeit verlangen kann etc. Ich empfinde das als Missbrauch des päpstlichen Dokuments "Gaudium et Spes" und als Irreführung der Gläubigen. Und dies ist nur EIN Beispiel.


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 Bernhard Joseph 14. Juni 2016 
 

Was wollen uns Bucher und Lüdecke eigentlich sagen?

Doch dass der christliche Glaube in der "postmodernen Realität" mit ihrer "Pluralität der Wirklichkeiten" und dem "situativen Primat der Praxis" nichts mehr zu suchen hat und lediglich noch die Institution Kirche als Sozialorganisation erhalten bleiben sollte, damit sie Menschen, die nach bisheriger negativen Sichtweise neue(!) "partnerschaftliche Verbindungen" eingegangen sind, bei der Gestaltung plauraler Wirklichkeiten fördert und unterstützt.

Ehe wird ganz kla entwertet, indem sie zur "partnerschaftlichen Verbindung" mutiert, die man je nach situativen Primat der Praxis aufgeben und gegen eine neue ersetzen kann.

Zudem sei Enthaltsamkeit kein lebbares Gebot und damit das Recht auf einen sexuell attraktiveren Partner gleich impliziert.

Man erkläre mir, was an solcher Rezeption noch katholisch sein soll und wie das mit dem übereinstimmen könnte, was der heilige Apostel Paulus verkündet hat.


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 Bernhard Joseph 14. Juni 2016 
 

@Paddel

Nach der Lesart des Grazer Pastoraötheologen Rainer Bucher und dem emeritierten Münsteraner Kirchenrechtler Lüdecke von AL ist eine Beichte letzendlich sinnlos, weil ja die "Pluralität der Wirklichkeiten" und das "situative Primat der Praxis" eine postmoderne Realität darstellen, in der wir leben und die uns restlos bestimmt. Einen Schuldstatus (Lüdecke) kann es dann wohl nicht mehr geben und da die "objektive Situation" kein Urteil über den Sündenstatus der Person erlaubt, ist Beichte sinnlos, weil ja nichts mehr objektiv zu beichten respektive zu vergeben ist.

Entsprechend zieht Lüdecke die Konsequenz aus seiner Hermeneutik von AL und fordert eine generelle Zulassung zur Eucharistie, da diese ein Grundrecht darstelle. Aus Gnade wird dann flugs ein einklagbares Recht.

Wenn man christlichen Glauben auf den Kopf stellen will, dann muss man wie Bucher unbd Lüdecke vorgehen.


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 carolus romanus 13. Juni 2016 

Die Konsequenz von AL

ist eine andere, evangelische Kirche. Natürlich muss auch der Katechismus des Vatikanum 2 geändert werden. Das Konsil und die vorherigen, die Kirchenväter und Kirchenlehrer einschließlich der bisherigen Stellverteter Christi haben sich schließlich grundlegend geirrt! Und das alles haben Papst Franziskus und einige deutsche Bischöfe in nur 3 Jahren geschafft.
Das wird so nicht bleiben!


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 carolus romanus 13. Juni 2016 

Die Relativierung der Glaubensinhalte durch AL

führt zum Verlust der Autorität der Kirche und Verlust des Glaubens. Wir Menschen leben doch alle in "irregulären Situationen" - in Sünde. Also kann man auch in Sünde zur Hl. Kommunion gehen. Natürlich!! Verstoß gegen die zehn Gebote, ernste und lässliche Sünden? Wer mag da noch unterscheiden? Gott hat doch alles schon bezahlt. Da seine Barmherzigkeit unendlich ist, können wir uns in Sicherheit fühlen und weiter leben, ohne nach Umkehr zu streben. Warum sich also weiter abplagen?


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 Wuna 13. Juni 2016 
 

10 Gebote

@Thomas Moore
Krasser geht es wohl nicht mehr? Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis, das sieht mittlerweile auch die Kirche so. Morden würde ich nicht in diese Kategorie einreihen.


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 Magdalena77 13. Juni 2016 

Liebes @Paddel,

bitte klären Sie mich auf: Worin besteht der extreme Anspruch von AL an die WvG und warum ist der Wortlaut von AL nicht das Problem?

Und wie passt diese Ihre Meinung zu Ihrem sehr richtigen Kommentar weiter unten, in dem Sie fragen, ob Untreue jemals treu sein kann usw.?? Diesen Kommentar von Ihnen habe ich empfohlen, weil er sehr triftige Fragen stellt und eben diese Argumentationsakrobatik aufdeckt.


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 ThomasMoore 13. Juni 2016 

Enthaltsamkeit nicht lebbar?

Mit einer Argumentation nach diesem Schema kann man sämtliche der 10 Gebote und anderen moralische Vorschriften als nicht lebbar abqualifizieren. Ein Killer hält sicher das Gebot „Du sollst nicht töten“ für nicht lebbar, ein Atheist die ersten 3 der 10 Gebote, ein Dieb „Du sollst nicht stehlen“ und so weiter..
Hat Jesus zur Ehebrecherin gesagt: Sündige nicht mehr, falls Du das für lebbar hältst, ansonsten sündige halt weiter?
Man kann wirklich nur noch Kopfschütteln über die „moderne Theologie“..


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 ThomasMoore 13. Juni 2016 

@Paddel

Zitat: „Nicht AL ist das Problem, sondern in welchem Geist AL gelesen wird.
AL ist extrem anspruchsvoll, in keinster Weise lax, auch nicht für die WvG.“

Nein, es ist durchaus ein Problem, wenn ein päpstliches Lehrschreiben so formuliert ist, dass es alle möglichen und auch gegensätzlichen Interpretationen zulässt. So etwas führt zur Verwirrung der Gläubigen und Hirten, und das kann nicht Ziel der Hirtensorge des Oberhirten sein.
Wenn dann auch noch jede Ortskirche in Fragen der Lehre und des Glaubens macht was sie für richtig hält ist es mit der Katholizität vorbei.


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 Ebu 13. Juni 2016 
 

Besteht nicht ein Hauptproblem darin

dass die Kirche glaubt, Menschen keine Opfer mehr abverlangen zu können (dürfen?) Zweifellos gibt es viele sehr schwierige Situationen im Leben eines Menschen und eine der Schwierigsten ist es sicherlich, vom Ehegatten verlassen zu werden, evtl. noch mit Kindern und selber sich als "schuldlos" daran zu fühlen. Aber: Warum diese Situation nicht als Opfer für die Sünden der Welt annehmen? Warum nicht Gott um Führung des nun weiteren Lebensweges bitten? Warum nicht einfach sein Kreuz auf sich nehmen in dem Bewusstsein, dass dieses Leben kurz - aber das ewige Leben das Endziel ist? Warum nicht einfach nur Gott vertrauen?
Weil der starke, unerschütterliche Glaube fehlt ? Dann muss die Frage lauten, wie kann die Kirche bei ihren Schäfchen diesen Glauben stärken.
Es gab und gibt immer Vorbilder die diesen Weg gegangen sind/gehen und so in ihrer Seele Frieden finden. Es kommt auf den inneren Blick auf unser Leben an! Suchen wir Christus oder die Welt?


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 ecclesiam 13. Juni 2016 
 

Revision Katechismus - was als nächstes?

Um niemandem mehr ein anstrengendes "Starren auf ein lehramtliches Ideal" zuzumuten und um einfacher von der "tatsächliche Lebensrealität der Menschen" ausgehen zu können wäre es für die genannten fortschrittlichen Theologen doch konsequent, nicht nur den Katechismus einer Revision zu unterziehen sondern gleichzeitig auch die Wurzel dieser störenden Festlegungen anzupassen - die Bibel.

Dann ist der Humanismus am Ziel und die Welt dreht sich endlich nach den jeweiligen Bedürfnissen der einzelnen Menschen, ohne von lehramtlicher Moral und biblischen Idealen in ihrem individuellen Lebensentwurf gestört zu werden.


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 Ulrich Motte 13. Juni 2016 
 

Bernard Joseph

Sie fragen: "Welche Autorität legt in den Freikirchen fest, ob ein Bekenntnis biblisch korrekt ist? Wo die Autorität der kirchlichen Lehre fehlt, kann es auch keine gültige Festlegung geben"
Evangelische Bekenntnisse entstehen ja gerade durch die kirchliche Bestätigung, daß sie biblisch sind... Und solche Bekenntnisse werden in bibeltreuen Kirchen gegenüber geistlichen und Laien meist viel mehr durchgesetzt als bei "Rom", die insofern (!)mehr kirchliche Autorität ausüben als "Rom"... Luthers Schriftauslegung hat noch nie irgendeine Kirche als ewige Wahrheit angesehen. Sie sind Privatmeinung. Evangelisch ist ja gerade, daß ewige Wahrheit nur der Bibel zuzusprechen. Wahre ev. Kirchen halten an der Bibel als alleiniger objektiver Wahrheit fest, billigen das eben gerade nicht Subjekten (weder Laien noch Kirchenleitungen zu). Soweit Bekenntnisse Offenbarungswahrheiten nicht vertiefen, ergänzen sie andere wie etwa das Augsburger durch andere Bekenntnisse im Konkordienbuch und spätere.


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

@Ulrich Motte

Welche Autorität legt in den Freikirchen fest, ob ein Bekenntnis biblisch korrekt ist? Wo die Autorität der kirchlichen Lehre fehlt, kann es auch keine gültige Festlegung geben.

Das Augsburger Bekenntnis ist doch ein monolithischer Block, der keine Vertiefung der Offenbarungswahrheit kennt. Somit wird Luthers Auslegung zur ewigen Wahrheit, da seine Auslegung als schriftgemäß angesehen wird. Ob sie es ist, dürfte die Frage sein, da kann man durchaus seine Zweifel haben.

Das Grundproblem liegt doch darin, dass das Gewissen fehlgeleitet sein kann, es häufig sogar ist. Ob eine Tat böse ist, hängt ja nicht vom subjektiven Empfinden des Täters ab. Nicht anders bei der Frage, ob eine Lebenssituation sündhaft ist.

Subjektivität ist eben kein Kriterium für Objektivität, in ihr verschwindet Wahrheit. Das gilt auch für Offenbarungswahrheiten.

Wo aber Wahrheit verschwindet, verschwindet über kurz oder lang auch der Glaube, wer es sehen will, sieht es heute überdeutlich in der Kirche.


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 Thomas05 13. Juni 2016 
 

Papst Franziskus hat eine neue theologische

Kategorie kreiert, nämlich die "kleine Heiligkeit des Aushandelns", "la santidad pequeñita del negociado" (vgl. infovaticana.com vom 9. Juni 2016).

Die Dinge sind nicht mehr absolut zu sehen, also "losgelöst, für sich betrachtet". Es gilt immer in den (Lebens)zusammenhang einzuordnen und das Erreichbare auszuhandeln. Der Kontext wird zum alles entscheidenden Maßstab für sittliche Qualität menschlichen Tuns. Das ist "sano realismo", gesunde Realität, die allein in den Worten des Papstes katholisch genannt werden darf.

Papst Franziskus bestätigt also ausdrücklich diejenige Lesart von AL, der ein klar und offen denkender Mensch nicht ausweichen kann und die sich in den Ortskirchen durchsetzen wird, sofern sie nicht längst Gültigkeit besitzt.

Allerdings kann ich in dieser Form der Erreichbarkeitsethik den Zusammenhang zum NT nicht mehr finden, denn ich habe keine Worte von Jesus gefunden, die sagten: "Gehe hin, und bemühe dich fortan im Rahmen deiner Möglichkeiten weniger zu sündigen."


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 Stefan Fleischer 13. Juni 2016 

Der grosse Denkfehler

der modernen Theologie - das wird mir je länger je mehr bewusst - ist es zu glauben, das individuelle Gewissen können den allgenmein gültigen Tatbestand an sich beurteilen. Dazu ist es gar nicht in der Lage. Es kann nur die Schuldfrage beurteilen, und auch das nur richtig, wenn es den Tatbestand richtig kennt, und sich immer bemüht, auf dieser Basis die Dinge mit den Augen Gottes zu sehen. Der Auftrag der Kirche ist nicht, die Schuldfrage (öffentlich) zu beurteilen. Sie hat aber den Auftrag den Tatbestand an sich klar und unmissverständlich zu verkünden, sodass ein ehrliches Gewissen keine falschen Schlüsse zieht. Diese Verantwortung kann ihr und ihren Hirten niemand abnehmen.


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 tünnes 13. Juni 2016 
 

Wenn ein Mann die Frau verlässt(oder umgekehrt) und sich neu bindet, muss der verlassene Teil dann deshalb lebenslänglich auf die Ehe verzichten? Ist nicht derjenige der die Ehe verlässt schuldig, dass sein Partner in die irreguläre Situation gerät?
(Mt. 5,32) Objektiv leben Beide irregulär. Aber wen trifft die größere Schuld? Und wenn ich jetzt nicht sagen kann, dass die Ehe gleich im Anfang nicht in Ordnung war?
Ich denke schon, dass man unterscheiden muss! Man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Das wäre zu einfach.
Auf der anderen Seite ist es der falsche Weg alle irregulären Situationen so zu behandeln als wären sie in der Ordnung.
Dabei ist mir wohl bewusst, dass jede Ausnahme die große, große Gefahr in sich birgt, aus Bequemlichkeit zur Regel erklärt werden wird.


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 raph 13. Juni 2016 
 

Ich bin der vielen Worte und Interpretationen überdrüssig. Warum sprechen die Theologen nicht einfach und klar aus, dass sie keine Lust mehr haben den Geboten Gottes zu folgen?
Da brauchen sie sich doch nicht seitenlang rechtfertigen, warum sie das denn nun nicht mehr müssen.


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

Die Folgen der Zerstörung von Ehe und Familie

Heutige Schlagzeile: Krefeld: Mutter wirft ihre Kinder aus dem Fenster

"In Krefeld hat eine Mutter am frühen Morgen ihre drei Kinder aus dem Fenster einer Etagenwohnung geworfen.

Die Kinder schweben in Lebensgefahr, die Frau wurde vorläufig festgenommen...
Nach den bisherigen Erkenntnissen lebte die Frau mit ihren drei, fünf und sechs Jahre alten Kindern allein der Wohnung im Stadtteil Hüls." SPIEGEL Online

27. Mai 2015 Tötung gestanden: Mutter wirft Neugeborenes aus dem Fenster - FrankfurterRundschau

14. Mai 2016 Mann wirft sein Baby aus dem Fenster: Kind stirbt - FOCUS Online

18. Juni 2012 Berlin - Mutter wirft Baby aus Fenster

27. Mai 2015 ... Duisburg Mutter wirft Baby aus dem Fenster - tz

11. Apr. 2013 Eine 38-Jährige hat im badischen Bühl ihr Baby aus dem dritten Obergeschoss aus dem Fenster geworfen und ist anschließend selbst gesprungen. - Badische Zeitung

19. März 2014 Familiendrama in Franken: Mann wirft Kinder aus Fenster

Kinderschänder wirft Baby aus dem Fenster


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 Ulrich Motte 13. Juni 2016 
 

Verzeihung bitte, Herr Joseph-

aber darf ich Hinweise gebe? Über Luthers Nähe oder Ferne zum Staat habe ich(anders als Sie schreiben) rein gar nichts angedeutet. Und kirchlich verbindliches Bekenntnis und Staatsnähe sind Zweierlei. Das Augsburgische Bekenntnis ist wie andre Bekenntnisse sehr wohl mit "Allein die Schrift" vereinbar. "Allein die Schrift" verneint ja "nur" außerbiblische göttliche Offenbarung als Grundlage für die Auslegung (wie durch Bekenntnisse)! Bekenntnisse (lehren alle bibel- und bekenntnistreuen - !) evangelischen Kirchen) haben nur Verbindlichkeit, weil und insoweit sie der Heiligen Schrift entsprechen. Diese ist norma normans (Regelnde Regel) Bekenntnisse nur norma normata (Geregelte Regel). Daß diese Bekenntnisse, eben weil biblisch, gelten, legen die Kirchen genau fest. Es ist also gerade kein Ersatz kirchlicher Lehre. Luther ist keinesfalls ewiger Papst: Alles, was er sagte, ist ganz im Gegensatz sogar völlig unverbindlich, soweit er nicht (eher selten) kirchlichen Bekenntnisse schrieb.


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  13. Juni 2016 
 

"Lehramt von vorrangig pastoralem Charakter"

ist imperativ dazu verpflichtet sich um das Seelenheil jedes einzelnen zu kümmern und entsprechend zu lehren.

Offenbar übersehen viele geflissentlich die Herrenworte. Kein Ehebrecher kommt ins Himmelreich sagte Jesus dem jungen Mann, den er die Gebote zu halten lehrte.
Den Pharisäern sagte Jesus: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.
In Mk10: Wer seine Frau aus der Ehe entläßt und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch.Auch eine Frau begeht Ehebruch, wenn sie ihren Mann aus der Ehe entläßt und einen anderen heiratet.
Klare Worte

Jesus Christus, unseren Herrn und Gott zu widersprechen hieße sich zum Diener Belials zu machen.

Wer AL gegen die Lehre der Kirche verwendet, auch wenn die z. T. nebulöse Sprache dazu verleiten sollte,
ist nicht in der Wahrheit.


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 Magdalena77 13. Juni 2016 

Der "neue Realismus" in der Kirche

Immer mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass sich in "Amoris Laetitia" unter verständnisvollen, einfühlsamen und ach so "barmherzigen" Worten im Grunde eine Bankrotterklärung der christlichen Moral und der kirchlichen Glaubenslehre verbirgt. Man macht geistige Akrobatik, um zu beweisen, wie sich an der Lehre der Kirche doch gar nichts ändert, nur die Praxis, die wird jetzt etwas anders aussehen (bzw. wird die in manchen Diözesen eh schon gängige Praxis nun legitimiert). Nein, ich kann mit diesem "neuen Realismus" nichts anfangen, und ich kann ihn auch nicht in den Worten und im Leben Jesu erkennen.


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 bernhard_k 13. Juni 2016 
 

Ortskirchen am Zug?

Das kann nur fürchterlich in die Hose gehen!

Stellen wir uns das einmal am Bsp. der Mathematik oder der Rechtschreibung vor: Jeder Lehrer solle vor Ort selber entscheiden, welches 1x1 bzw. welche Rechtschreib-Regeln gelten sollen ...

Der Schwarze Peter wir auf die Priester abgewälzt; sie müssen den Gnadenstand jedes Betroffenen recherchieren - absolut unmöglich!


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 Paddel 13. Juni 2016 

WvG als Zeugen für die Heiligkeit der Ehe

WvG, verzichten auf die Hl. Kommunion auch als Zeugnis für die Unauflöslichkeit der Ehe und aus Liebe zu Gott und zur Kirche.
Auch wenn sie subjektiv im Stand der Gnade sind( das weiß Gott allein), tragen sie Verantwortung für ihre Brüder und Schwestern im Glauben. Niemand empfängt die Hl. Kommunion eigennützig sondern immer auch zum Heil der anderen. Theologen mögen mir widersprechen, wenn ich falsch liege.
Jeder der kommuniziert tut das auch in Verantwortung gegenüber anderen. Das kann heißen, dass ich selbst evtl. Anspruch auf die Hl. Kommunion hätte, aber trotzdem darauf verzichten muss, aus Liebe zu meinem Glaubensgeschwistern und zur Kirche.
Ich lege Zeugnis ab für die anderen.


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 Paddel 13. Juni 2016 

Kann Untreue, treu sein?

"Die Treue in Gefahr", "Enthaltsamkeit nicht lebbar".

1.Kann denn Untreue überhaupt treu sein?
2.Nicht die Enthaltsamkeit zerstört die Sexualität und/oder die Treue sondern u.a. die Verhütung.


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

@Karlmaria

Wie war vdas noch mit Mose auf dem Berg und dem goldenen Kalb?

Wo die Lehre keine Verbindlichkeit mehr hat, sondern lediglich zum netten Beiwerk wird, das man subjektiv beachten oder auch nicht kann, dann braucht es nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie dann die Realität des Bundes der Ehe bald aussehen wird.


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 Herbstlicht 13. Juni 2016 
 

Gilt Jesus Christus noch etwas?

"Grundlegend sei - bei aller Kontinuität in der Lehre - in "Amoris laetitia" ein neuer Wind zu spüren, ..."

Wir wissen: Ein Wind kann auch zum Orkan werden, der alles hinwegfegt und Chaos hinterlässt.
Jesu Lehre, die angeblich nicht angetastet wird, sie wird in späteren Jahren oder Jahrzehnten zu Worten geronnen sein. Man wird sie noch nachlesen können, so wie man in einem Buch liest, aber ohne nennenswerte Bedeutung für das eigene Leben.
Jesu Gebote werden dann nicht mehr verbindlich sein oder höchstens jene, die den Menschen nichts mehr abverlangen und ein angenehmes Glaubensleben sichern.

So wie der Opfercharakter in der hl. Messe mehr und mehr durch das gemeinsame Mahl ersetzt wurde, so könnte es geschehen, dass auch einmal das persönliche Opfer um Jesu willen in der Lebensführung keinen hohen Wert mehr an sich hat.
Dieser "neue Wind" wird dies bewerkstelligt haben und die modernen Theologen dürfen sich freuen.
Und Jesus Christus? Könnte es sein, dass Er weint?


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 Robert S 13. Juni 2016 
 

Nachtrag:Kirche Göttlichen Ursprungs oder nicht

Gelobt seien JESUS CHRISTUS und MARIJA,
ein Nachtrag zu meinem vorherigen Posting.WEnn die Kirchliche Hierarchie essentielle Teile der Lehre ändert werden sich viele Menschen die den Glauben ernst nehmen und nach GOTT und nach Wahreheit suchen dann fragen ob unsere Kirche wirklich die wahre Kirche ist und unsere Religion wirklich die wahre Religion ist.Denn wenn unsere Religion wirklich die wahr ist so kann sie sich nach menschlichen Gutdünken nicht einfach so ändern. Diese ganze Situtation in unserer Kriche gibt vielen Menschen ein Ärgerniss. Ich meinerseits werde dem HERRN JESUS CHRISTUS und der überlieferten Lehre treu bleiben. +PAX+CHRISTI+ Robert S


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 Ulrich Motte 13. Juni 2016 
 

Bernhard Joseph

In den protestantischen Kirchen, die ich besuche, gibt es unendlich weniger Staatsnähe als im Katholizismus seit Jahrhunderten (weder Kirchensteuer noch Kirchensubventionen noch usw.) und auch feste Maßstäbe (basierend auf dem festen Glaubensgrund "Schrift"),die auch durch Gemeindezucht durchgesetzt werden. Könnte es sein, daß sie die EKD und ihr ähnliche Kirchen, die ja gerade nicht den Grundsatz leben "Allein die Schrift" mit wahrhaft evangelischen Kirchen im Sinne des Artikels 7 des Augsburgischen Bekenntnisses von 1530 verwechseln?
Gerade die betont-lutherisch-konservative Evangelisch-Lutherische Freikirche und ihre Us-Schwester Wisconsin Evangelical Lutheran Synod (WELS) sind besonders staatsfern. Die WELS etwa hat im Gegensatz zu "Rom" ihre Militärgeistlichen nicht ins Staatsmiltärsystem eingegliedert. Und gerade zu Ehe, Scheidung und Wiederheirat finden sich im berühmtesten evangelischen Bekenntnis (von 1647) weltweit klare Regeln!


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 Karlmaria 13. Juni 2016 

Liebe und dann mache was du willst

Dieser Spruch ist schon richtig. Es kommt halt darauf an wirklich zu lieben. Und natürlich Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Und nicht die Selbstsucht oder den Geschlechtsgenusss mehr als Gott und den Nächsten zu lieben. An dieser Stelle könnte die Gewissensbildung anfangen. Dabei ist aber größte Vorsicht insofern geboten als dass der Geschlechtsgenuss so eine große Wirkung der Vernebelung des Gewissens hat dass es schwer wird da sein Gewissen zu bilden. Und wie kommt man aus dieser Falle raus? Natürlich durch das volle Programm des Glaubens und Gebetslebens. Ohne ein volles Glaubens und Gebetsleben wird in dieser Zeit keiner bestehen können. Und für die anderen die sowieso nur gelegentlich zur Kirche gehen sollten klare Regeln gegeben werden. Das hilft natürlich niemand wenn jemand er kein großes Glaubens und Gebetsleben hat dazu aufgefordert wird sein Gewissen zu bilden und entsprechend seinem Gewissen zu handeln. Ohne Gaubens und Gebetsleben geht es nicht!


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 Robert S 13. Juni 2016 
 

Wegen AL kann man sich wirklich die Frage stellen ob die Kirche GÖTTLICHEN Ursprungs ist oder nich

Gelobt seien JESUS CHRISTUS und MARIJA,wie kann es sein dass die Kirche von heute-in der Person des Papstes und der Bischöfe-in solchen essentiellen Fragen wie der Ehe-welche das Fundament der menschlichen Gesellschaft ist- etwas anderes lehrt und sagt als die Kirche von gestern und vorgestern? Wenn die Kirche wirklichen GÖTTLICHEN Ursprungs ist so ist ihre Lehre unveränderbar denn GOTT ist unveränderbar.Die Kirche macht sich durch solche Veränderungen unglaubwürdig sie verkommt zu einer Menschlichen Vereinigung wo die Menschen nach ihren Gutdünken entscheiden was gut und was böse ist und sie ist nicht mehr die Gemeinde GÖTTLICHEN Ursprungs die Gemeinde JESU CHRISTI.Die Sünde Adams und Evas war das sie von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen assen. Das tut die Hierarchie und ein Teil der Kirche heute.Sie wollen alleine entscheiden was gut und was böse ist ohne auf die zweitausendjährige Lehre zu hören welches uns unser GÖTTLICHER HERR JESUS hinterlassen hat.+PAX+CHRISTI+


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

@Stefan Fleischer

Ja, Sie sehen das richtig, Katholizität löst sich zunehmend in der Kirche in unserem Land auf. Sie wird druch einen etwas kascheirten Protestantismus ersetzt, in dem der Relativismus der letzte Maßstab ist.

Das Grundübel der heutigen Kirche liegt in der Staatsnähe, die von Luther verabsolutiert wurde und so den Glauben der Herrschaft Untertan werden ließ.

Auf einen so lauen Glauben, wie von Theologen wie Stephan Goertz formuliert, kann man sein Leben nicht aufbauen. Ein solcher Glaube ist moralisch so indiffernet, da in ihm Gut und Böse ununterscheidbar sind, dass er als moralische Orientierung untauglich ist.

Am Ende ist ales erlaubt, sofern das subjektigve "Gewissen" sich dispensiert. Die Ehe als unlösbarer Bund vor Gott wird nicht nur relativiert, sie wird völlig entwertet, weil ihr der objektive Bindungscharakter abhanden kommt. Was ist dann noch Ehe? Lebensabschnittsgemeinschaft?


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

Der neue Protestantismus in der katholischen Kirche

Man beachte die Formulierung "das Recht, die Eucharistie gereicht zu bekommen", was ja nichts anderes besagt also einen Anspruch.

Und wenn der emeritierte Münsteraner Kirchenrechtler Klaus Lüdicke dann auch noch folgert, dass dies allerdings den Einzelnen nicht von der Pflicht befreie, sein Gewissen zu bilden und zu befragen, dann ist das reinster Protestantismus. Wenn der Einzelne völlig autonom über Gut und Böse entscheidet, fällt die objektive Instanz eben weg, dann hat die Kirche tatsächlich keine Autorität mehr, sie wird schlicht überflüssig.

So langsam läuft die Diskussion um Amoris laetitia auf einen theologischen Bankrott zu, mit durchaus erheblichen Folgen für die Kirche, die immer mehr an Autorität und Glaubwürdigkeit verliert.


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 Stefan Fleischer 13. Juni 2016 

Man mus sich das einmal auf der Zunge zergehen lasse!

„Relativiert werde in "Amoris laetitia" der noch von Johannes Paul II. vorgegebenen Weg der "Josefsehe", also des Zusammenlebens Wiederverheirateter in Enthaltsamkeit. Dies sei ein faktisch nicht lebbares Gebot und berge außerdem das Problem, dass der Verzicht auf Ausdrucksformen der Intimität die Treue der Ehepartner in Gefahr bringe.“ Enthaltsamkeit ist also nicht lebbar. Die Treue hängt von der sexuellen Intimität ab. Wiederverheiratete sind im gleichen Sinn Eheleute, wie jene, die in einer sakramentalen Ehe leben.


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 Stefan Fleischer 13. Juni 2016 

Des Weiteren,

hat man schon vergessen, welche Folgen es hatte, als man aufhörte - aus „pastoralen Gründen“ – die Sünde des ausserehelichen Geschlechtsverkehrs eine (schwere) Sünde zu nennen? Sieht man denn nicht, dass nicht zuletzt dadurch diese „irregulären“ Taten zu einer Selbstverständlichkeit, ja zu einem „Menschenrecht“ geworden sind? Wollen wir die gleiche Entwicklung auch bei der Ehescheidung und der Wiederverheiratung? Bei der „Zulässigkeit“ der Scheidung sind wir ja bereits so weit. Dass sich dadurch ein „Recht“ auf Wiederverheiratung durch die Hintertüre einschleicht, ist nur logisch.


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 Bernhard Joseph 13. Juni 2016 
 

Ideologische Wahrnehmung

In seinem Gastbeitrag hat Prof. Stephan Kampowski sehr anschaulich die Grenzen analysiert, in denen die Kirche zu urteilen imstande ist.

Die Kernsätze seiner Analyse lauten:"Deswegen läuft die Praxis der Kirche, die zivil „wiederverheirateten“ Geschiedenen nicht zum Kommunionempfang zuzulassen, es sei denn sie zeigen ein objektives Zeichen der Reue dafür, dass sie die neue Verbindung eingegangen sind (der Entschluss, enthaltsam zu leben), nicht auf das Urteil hinaus, dass sie in Todsünde leben. Es ist ein Urteil über ihren Lebensstand – als einer, der in objektivem Widerspruch zum Geheimnis der treuen Einheit Christi mit seiner Kirche steht, wie dies in der Eucharistie gefeiert wird – und kein Urteil über ihre Seele, deren Zustand Gott allein kennt."

http://www.kath.net/news/55481

Die progressiven Theologen arbeiten jedoch konsequent weiter daran, sich an die Stelle Gottes zu setzen. Der objektiv sündhafte Zustand wird einfach zum Verschwinden gebracht.


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 DamianBLogos 13. Juni 2016 
 

@Stefan Fleischer: Richtig!

Das ist dann vergleichbar mit der aktuellen Rechtsprechung bei Abtreibung: "Illegal, aber straffrei". Jeder weiß, was das in der Praxis bedeutet. "Barmherzigkeit" den Erwachsenen gegenüber bedeutet auch hier letztlich Gnadenlosigkeit den Kindern gegenüber.


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 Stefan Fleischer 13. Juni 2016 

Wann endlich

werden sich die Theologen bewusst, dass man immer und überall unterschieden werden muss - so wie es Christus auch tat, wenn ich seine Worte und Taten richtig interpretiere - zwischen der Tat, dem Tatbestand, und der Schuld. Man darf doch nicht den Tatbestand verharmlosen, nur weil im Einzelfall - und seien derer noch so viele - keine oder auch nur eine geringe Schuld gegeben ist. Man darf doch nicht eine "irreguläre Situation" tolerieren, nur weil die Betroffenen schuldlos hinein geraten sind. Man darf doch bei aller pastoraler Sorge für den Einzelnen nicht vergessen, dass jede "irreguläre Situation" eine Wunde am Leib Christi ist, die es zu heilen gilt. Und man darf auch nicht vergessen, dass "irreguläre Situationen", die - unter welchem Vorwand auch immer - toleriert werden, dazu neigen, schnell einmal "regulär" zu werden.


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