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Singen verbindet die Konfessionen

22. Mai 2016 in Chronik, keine Lesermeinung
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Freikirchlicher Bischof Voigt: Haben Katholiken das Evangelium besser bewahrt?


Herford (kath.net/idea) Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (Bielefeld), hat die konfessionsverbindende Kraft des gemeinsamen Singens hervorgehoben. Singen sei „eine durch und durch ökumenische Bewegung“, sagte sie am 16. Mai den 220 Besuchern in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) in Herford bei Bielefeld. Zu dem ökumenischen Gottesdienst hatten mehrere evangelische Freikirchen eingeladen. Was immer auch protestantische und katholische Christen oder unterschiedliche evangelische Bekenntnisse voneinander trenne: „Singen und musizieren, das können und das tun wir zusammen.“ Dies mache stark und sei ein Befreiungsakt, erklärte die Theologin weiter. „Der Protest gegen die Mächtigen erhebt sich in der Geschichte immer als Protestsong.“ Auch der Bischof der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, Hans-Jörg Voigt (Hannover), lobte in seiner Predigt die Kraft des gemeinsamen Musizierens. Die Reformation sei auch eine Singebewegung gewesen: „Das Evangelium von der Liebe Gottes ist der Urgrund des geistlichen Singens.“


Freikirchlicher Bischof: Haben Katholiken das Evangelium besser bewahrt?

Ferner sagte Voigt, dass Christen vor Gott nicht durch ihren Glauben gerecht würden, „denn auch glauben können wir nicht allein, sondern nur aus Gott“. Protestanten hätten ihn im Gefolge der Aufklärung zu einem Werk gemacht. Er sei aber ein unverdientes Geschenk: „Manchmal denke ich, dass unsere römisch-katholischen Brüder und Schwestern das Evangelium durch die Jahrhunderte besser bewahrt haben als wir Protestanten, weil ihnen das Tun Gottes, seine Liebe in den Sakramenten immer vor Augen war.“ Mit dem Gottesdienst wurde die ökumenische Bibelwoche in Herford eröffnet. Er sollte zum Ausdruck bringen, „dass wir unter Ökumene nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner verstehen, sondern die Vielfalt der Schöpfung auch in unseren Kirchen widergespiegelt wissen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beteiligten Freikirchen. An der Gestaltung des Gottesdienstes wirkten ferner Vertreter der Evangelisch-methodistischen Kirche und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Nordrhein-Westfalen mit.


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