19 Mai 2016, 12:00
Ismail Tipi: Eine Scharia-Partei hat in Deutschland keinen Platz
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA ''
Hessischer CDU-Integrationsexperte: „Wir sollten alle fundamentalistischen, salafistischen Bestrebungen in Deutschland durch ein Betätigungsverbot verbieten, damit solche Strukturen gar nicht erst parteipolitisch agieren können.“

Wiesbaden (kath.net/pm) „In manchen europäischen Ländern haben sich muslimische Parteien etabliert. Allein schon auf Grund der Anzahl des möglichen Wählerpotentials ist die Möglichkeit groß, dass sich auch in Deutschland muslimische Parteien in nächster Zeit gründen werden. Für manche mag das eine Bereicherung der Demokratie sein, aber auf der anderen Seite müssen wir genau darauf achten, dass sich in unserem demokratischen Rechtsstaat keine parteipolitischen Parallelstrukturen bilden, die sich im extremistisch religiösen Bereich aufhalten“, warnt der hessische CDU-Landtagsabgeordnete und Integrationsexperte Ismail Tipi.

Werbung
syrien1


Die Anzahl der in Europa lebenden Muslime steigt zunehmen, mittlerweile sind es etwa 12 Millionen. Circa 4,7 Millionen davon wohnen in Deutschland. Durch den Flüchtlingsstrom, den wir letztes Jahr erlebt haben, kamen über eine Millionen Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Irak und weiteren orientalischen Ländern zu uns. Davon sind 80 Prozent Muslime. Mit dieser steigenden Anzahl zeichnen sich inzwischen auch Tendenzen ab, dass sich die muslimische Bevölkerung politisch organisieren will.

Genauso wie links- und rechtsgerichtete extremistische Parteien unsere Demokratie gefährden, seien auch extremistisch, fundamentalistisch tendierende religiöse Parteien eine große Bedrohung für unser friedliches Zusammenleben, mahnt der CDU-Politiker. „Wir müssen rechtzeitig Vorkehrungen treffen und die Menschen, die bei uns leben, für unsere westlichen Werte begeistern. Aus parteipolitischen Interessen oder aus falschverstandener Toleranz dürfen wir Bürger muslimischen Glaubens weder aus unserer Parteilandschaft ausschließen noch für politische Interessen instrumentalisieren.“

Die Politik sollte Menschen mit Migrationshintergrund, egal welcher Glaubensrichtung, für demokratische Werte begeistern und sie zu einer demokratischen Teilhabe in der Gesellschaft bewegen. Für Tipi steht fest: „Politikverdrossenheit, so wie wir sie bereits in unserer Gesellschaft kennen, könnte in der Migrantenpolitik integrationshinderlich sein. Es ist wünschenswert, wenn Migranten oder Flüchtlinge, die dauerhaft hier bleiben wollen, sich politische engagieren, gesellschaftliche Teilhabe zeigen und sich in einheimischen demokratischen Parteien organisieren. Es ist hingegen nicht integrationsförderlich, wenn sich rein-muslimische Parteien, die eine fundamentalistische Gesinnung haben, in der Parteilandschaft etablieren würden. Wir sollten alle fundamentalistischen, salafistischen Bestrebungen in Deutschland durch ein Betätigungsverbot verbieten, damit solche Strukturen gar nicht erst parteipolitisch agieren können. Was wir in unserer Gesellschaft nicht brauchen, ist eine muslimische Partei, die für Fundamentalismus, Salafismus und am Ende für einen Scharia-Staat steht. Das muss mit allen demokratischen Mitteln verhindert werden.“

Foto Landtagsabgeordneter Tipi (c) Ismail Tipi

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

„Der Schutz des Lebens hat für die CDU überragende Bedeutung“ (56)

Anglikanische Kirche führt Feier für Transgender-Personen ein (39)

Das wäre der Dschungel... (37)

Causa 'Alois Schwarz' - Rom untersagt Pressekonferenz der Diözese Gurk (36)

„Deutsche Bischöfe überschritten klar ihre lehramtliche Kompetenz“ (33)

Bischof: Keine Untersuchung eines möglichen eucharistischen Wunders (31)

R. I. P. Robert Spaemann (31)

Piusbruderschaft-Oberer: "Dieser Papst erschüttert uns zutiefst" (28)

Weihbischof Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda (27)

Was am Katholizismus so klasse ist: Die Verbindlichkeit! (26)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

Argentinien: Erzbischof spricht von „einer Art klerikaler Homolobby“ (21)

"Eine Frage hätte ich noch..." (20)

Die Todesengel von links (20)

Polen und Ungarn blockieren erfolgreich die „LGBTIQ-Rechte“ in der EU (20)