Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  4. Der Graben zwischen Rom und der deutschen Ortskirche wird immer tiefer
  5. Vatikan besorgt über Einbrüche im weltweiten Tourismus
  6. Die Welt heilen
  7. Hubschrauber am Landeplatz der Arche Noah
  8. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  9. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  10. Ich glaube an … Engel?
  11. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie
  12. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  13. Papst fordert Abschaffung der Atomwaffen
  14. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  15. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche

Schönborn: Christenverfolgung fordert Kirchen gemeinsam heraus

25. April 2016 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kardinal Schönborn erinnerte an einen syrisch-orthodoxen Priester, der 2006 entführt wurde und dem Papst abschwören sollte. Das wäre für den Nichtkatholiken kein Problem gewesen. Er weigerte sich trotzdem und wurde erschossen.


Wien (kath.net/KAP) Wenn auch in der Ökumene die theologische Diskussion über strittige Themen unbedingt notwendig ist, sind doch Erfahrungen persönlicher Freundschaften genauso bedeutend. Das betonte Kardinal Christoph Schönborn am Freitagabend in seinen Ausführungen zum Abschluss eines prominent besetzten ökumenischen Symposions im "International Theological Institute" (ITI) im niederösterreichischen Trumau, zu dem der "Neue Schülerkreis von Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt XVI." geladen hatte. Dieser "Ökumene der Freundschaft" maß der Wiener Erzbischof "eine besondere Kraft für die Zukunft der Ökumene" zu. Weiters unterstrich der Kardinal die "Ökumene des Martyriums" und wies auf die massive weltweite Christenverfolgung hin. Die Gegner und Verfolger des Christentums machten keinen Unterschied zwischen den Konfessionen.

"Von außen werden wir darauf festgemacht, dass die Kirche eine einzige ist", sagte Schönborn. Das sei eine - wenn auch unfreiwillige - Herausforderung, gemeinsam als Christen Zeugnis zu geben. Der Kardinal erinnerte in diesem Zusammenhang an das Schicksal eines syrisch-orthodoxen Priester im Irak, der unmittelbar nach der "Regensburger Rede" von Papst Benedikt 2006 verschleppt worden war. Seine Entführer forderten ihn auf, dem Papst abzuschwören. Das wäre eigentlich für einen syrisch-orthodoxen Christen, der sich nicht zur katholischen Kirche bekennt, kein Problem. Der Priester habe sich jedoch mit dem Hinweis geweigert, dass dies in dieser Situation ein Verrat am Christentum sei, erinnerte Schönborn. Die Entführer hätten den syrisch-orthodoxen Priester im Anschluss ermordet.


Metropolit bedauert Stillstand im Dialog

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) räumte in seinem Vortrag einen gewissen Stillstand im katholisch-orthodoxen Dialog ein. Er rief zugleich aber zur Wiederbelegung dieses Dialogs auf. Dieser müsse in Wort und Tat sowie auf höchster Ebene und auch an der Kirchenbasis erfolgen.

Der Metropolit verwies u.a. auf das ökumenische Sozialwort der christlichen Kirchen in Österreich aus dem Jahr 2003, das zehn Jahre später neue aufgegriffen und im Prozess Sozialwort 10+ weiterentwickelt wurde. Das Ergebnis sei schließlich die Broschüre "Solidarische Gemeinde". Dahinter stehe der Konsens, dass alle Kirchen gemeinsam in die Gesellschaft hineinwirken müssen.

Dieses gemeinsame Auftreten der Kirchen sei auch hinsichtlich der dringend notwendigen Neuevangelisierung Europas vonnöten. Alle Kirche seien gemeinsam dafür verantwortlich, dass sich Europa wieder auf seine christlichen Wurzeln besinnt und ein christlicher Kontinent bleibt, zeigte sich der Metropolit überzeugt.

Er plädierte im Hinblick auf die Kirchenbasis u.a. für gemeinsame Wallfahrten und weiters u.a. für eine verstärkte gemeinsame Ausbildung katholischer und orthodoxer Theologiestudenten sowie für gemeinsame theologische Foren. "Nur so kann es gelingen, persönliches Vertrauen aufzubauen", so Arsenios wörtlich.

Sehr erfreut zeigte sich der Metropolit darüber, dass zum neuen Ratzinger-Schülerkeis auch einige orthodoxe Mitglieder gehören.

Nachdenken über das Papstamt

Eines dieser Mitglieder ist der Wiener rumänisch-orthodoxe Theologe und Priester Ioan Moga. Er ging in seinen Ausführungen auf die von Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben "Ut unum sint" verfasste Einladung an die anderen Kirchen ein, gemeinsam über das Papstamt nachzudenken. Diese Einladung sei von orthodoxer Seite allerdings so gut wie gar nicht nachgekommen worden, räumte der Theologe ein und ortete auch eine mögliche plausible Begründung dafür.

Moga betonte, dass man hinsichtlich des Papstamtes zwischen einen dogmatischen lehramtlichen Dimension und einer praktischen kirchenrechtlichen unterscheiden müsse. Für die katholische Kirche besitze das Papstamt eine theologische Dimension, die der Orthodoxen Kirche fremd sei. Über die praktische Ausübung des päpstlichen Primats, welche kirchenrechtlichen Befugnisse damit verbunden sind, könne man wohl diskutieren, über die dogmatische Verankerung des päpstlichen Primats hingegen vermutlich nicht. "Dann stellt sich allerdings die Frage, ob wir nicht aneinander vorbeireden", so Moga. Darauf müsse man ehrlich hinweisen. Und daraus ergebe sich die Frage: "Ist die katholische Kirche bereit, auf über ihre Primatslehre selbst zu diskutieren und nicht nur über die praktische Ausformung?"

"Ut unum sint"

Das Symposion in Trumau stand unter dem Titel "Ut unum sint". So hieß die Aufsehen erregende Enzyklika von Johannes Paul II. vom 25. Mai 1995, in der der Papst den Wunsch nach der Einheit aller Christen bekräftigte und zum Dialog über die Ausübung des Petrusamts durch den Bischof von Rom aufforderte.

Zu den prominenten Referenten zählten neben Kardinal Schönborn und Metropolit Arsenios u.a. auch der Präsident des Päpstlichen Rates zur Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch. Unter den zahlreichen Teilnehmern der Tagung war auch der emeritierte Grazer Bischof Egon Kapellari. Beleuchtet wurden bei dem Symposion neben der Ökumene-Theologie von Papst Benedikt XVI. u.a. die katholisch-orthodoxen Beziehungen gut 50 Jahre nach der Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation sowie die Beziehungen zur evangelischen Kirche im Vorfeld des Reformationsjubiläums bzw. -gedenkens 2017.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 25. April 2016 

Leider

erschöpfen sich viele ökumenische Initiativen hierzulande mit einem "so tun als ob" bei dem die eigentlichen Differenzen, nicht zuletzt auch die innerkonfessionellen Differenzen, einfach übertüncht und/oder belanglos erklärt werden. Das aber ist - meiner Meinung nach - mangelnder Respekt vor der Position des Anderen und verletzt die auch in der Ökumene notwendige Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit.


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. Bewegendes Foto von rosenkranzbetendem Arzt in Corona-Krankenhaus geht viral!
  2. Bloße Aussage, Corona ist keine Strafe Gottes, völlig unzureichend
  3. Einheit ist nicht hauptsächlich das Ergebnis unseres Handelns, sondern Gabe des Heiligen Geistes
  4. 'Das Virus zeigt, dass wir so vieles nicht in der Hand haben'
  5. „Beistand, Trost und Hoffnung“
  6. „… in der Gemeinschaft mit unseren christlichen Brüdern…“
  7. „Werdet nicht so, Ihr Katholiken, wie wir Evangelischen sind“
  8. Katholische Messe in Genfer Kathedrale – Einladung zur Interkommunion
  9. Keine Ordination einer Episkopal-Bischöfin in katholischer Kirche
  10. Rein ökumenische Gemeinden in Deutschland?








Top-15

meist-gelesen

  1. Papst em. Benedikt XVI. an Gesichtsrose erkrankt und „äußerst gebrechlich“
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. Der Graben zwischen Rom und der deutschen Ortskirche wird immer tiefer
  4. Die Theologie versagt auf ganzer Linie
  5. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  6. „Papst Benedikt selbst ist optimistisch, dass er bald wieder zu Kräften kommt“
  7. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  8. Tödlich verunglückt: Trauer um zwei Seelsorger
  9. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  10. Vatikanist Edward Pentin: Franziskus-Nachfolger ist „wahrscheinlich konservativ“
  11. Kathedrale von Sheffield löst um „Inklusion“ willen traditionsreichen Kirchenchor auf
  12. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  13. Französische Nationalversammlung stimmt für neues Bioethikgesetz – „So sterben Zivilisationen“
  14. LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe
  15. Dichter Reiner Kunze: Sprachgenderismus bringt Sexualisierung und Verarmung der Sprache 

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz