Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  6. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  11. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  14. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  15. Die Heilige Schrift als Wort Gottes und Raum der Offenbarung in menschlicher Sprache

Ein sonderbarer Kampf gegen Rechts in der Kirche

19. April 2016 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus“ folgt dem Trend, jedes konservative Gedankengut als „rechts“ zu diskreditieren – Tweet des BDKJ NRW präsentierte den Grünenpolitiker Volker Beck. kath.net-Kommentar von Peter Winnemöller


Geseke (kath.net/pw) Es gibt eine Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche & Rechtsextremismus. Die BAG K+R ist nach eigenen Angaben ein ökumenisches Netzwerk von Projektstellen, Organisationen und Basisinitiativen, die sich mit der Wahrnehmung und präventiven oder interventiven Bearbeitung von GMF(d.h. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) und extrem rechten Orientierungen im Raum der Kirche befassen. Ihr gehören, laut Auskunft der Webseite, aktuell 38 Mitgliedsorganisationen aus allen Regionen Deutschlands an. Darunter ist auch die umstrittene Amadeo-Antonio-Stiftung. Es ist ein illustrer Reigen an sehr unterschiedlichen Organisationen, die zumeist dem linksevangelischen Spektrum zuzurechnen sind. Allerdings finden sich auch katholische Einrichtungen darunter. Der BDKJ Diözesanverband Mainz ist ebenso darunter wie die Bischöfliche Fachkommission „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ des Bistums Magdeburg.

Die BAG K+R veranstaltete am vergangenen Wochenende ihre 5. bundesweite Ost-West- Konferenz in Schwerte. Kirche im »christlichen Abendland ...« Positionierungen im Spannungsfeld von neo-konservativen Tendenzen und gesellschaftspolitischem Engagement. Es fällt auf, dass der Begriff christliches Abendland in Anführungszeichen steht. Aus dem Programm geht durchaus hervor, dass man sich, obwohl man sich einen christlichen Anstrich gibt, mit der abendländischen Tradition nicht viel anzufangen weiß.

So finden sich im Programm einige Punkte, die sich recht klar gegen kirchliche Positionen aufstellen. So heißt es im Programm unter der Überschrift: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im religiösen Gewand am Beispiel von Homophobie und Genderhass“.

Hass auf Homosexuelle und Gender Mainstreaming sind keine Randthemen im rechtspopulistischen und -extremen Diskurs. Mit ihnen werden vielmehr neurechte Deutungsangebote an religiös-konservative Milieus herangetragen und strategische Partnerschaften entwickelt.


Damit dürfte die Zielrichtung klar sein, es ist alles im Visier, was dem gegenwärtigen Mainstream in Sachen Gender und Homosexualität widerspricht. Sehr bewusst wird auch hier mal wieder jede kritische Haltung als „Hass“ verleumdet, konservative Christen werden mutwillig mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Kräften in Verbindung gebracht.

Das entspricht voll und ganz dem aktuellen Trend, jedes konservative Gedankengut als „rechts“ ohne jegliche nähere Umschreibung zu diskreditieren. Ferner findet keine begriffliche Definition statt, was genau „rechts“ sein soll.

Konservative Denker und politisch Aktive sollen damit aus dem gesellschaftlichen Diskurs gedrängt werden. Es ist nur ein kleiner Schritt von der Unterstellung von „Hass“ zu „Hasskriminalität“, die dann zu bestrafen wäre. Alternativ bietet sich über die Deklaration einer kritischen Haltung als *-phobie die Pathologisierung einer Meinung an. Damit könnte ein unangenehm kritisches Denken als krank und behandlungsbedürftig interniert werden. Diese Gefahren sind virulent und müssen benannt werden, auch wenn derzeit keine konkrete Gefahr besteht. Mit Kriminalisierung oder Pathologiesierung von Meinungen findet bereits eine Unterhöhlung der Meinungsfreiheit statt.

Ferner typisch für das „Kampf gegen Rechts“-Klima ist die von Neologismen geprägte Sprache, die sich jeglicher Konkretisierung und begrifflichen Festlegung verweigert. Ein Ausdruck wie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ lässt sich wie ein Kaugummi in jede Ritze pressen. Es ist wohl zu bezweifeln, dass die weltweit steigende Christenverfolgung in dem vorliegenden Kontext mitgemeint ist.

Bei aller Notwendigkeit, sich mit extremistischen und gewaltbereiten politischen Milieus in unsrem Land auseinander zu setzen, erschreckt die Einseitigkeit, die hier wieder vorliegt. Zwar gibt es durchaus gewaltbereite rechtsextreme Milieus in Deutschland. Nur ein Dummkopf könnte dies bezweifeln.

Doch Gewalt ist kein rechtes Monopol. Ein insgesamt zunehmendes Gewaltpotential aus anderen politischen und religiösen Richtungen sollte jeden Bürger aufhorchen lassen. Während allerdings linke Gewalt als „aufgebauschtes Problem“ bezeichnet wird, bauschen sich wöchentlich in Berlin brennende Autos auf. Auch Gewalt gegen Personen, insbesondere bei politischen Kundgebungen aus dem bürgerlichen Milieu, verübt durch linke Gewalttäter machen zunehmend Sorgen. Auf diesem Auge ist die BAG K+R allerdings völlig blind.

Als Bonbon von der 5. bundesweite Ost-West- Konferenz in Schwerte präsentierte dann ein Tweet des BDKJ NRW den ehemaligen religionspolitischen Sprecher der Grünen, Volker Beck. Beck hatte jüngst Schlagzeilen gemacht, als er mit Drogen erwischt wurde und daraufhin von allen Fraktionsämtern zurücktrat. Ungeklärt ist nach wie vor die Haltung des grünen Bundestagsabgeordneten zur Pädophilie. Ein Gastbeitrag von Beck in einem Buch aus dem Jahr 1988 fordert die Straffreiheit für pädophile Handlungen. Vom Autor erhobene Fälschungsvorwürfe treffen nach Recherchen des SPIEGEL von 2013 nicht zu. Bei aller Bereitschaft zum Dialog wäre eine etwas distanziertere Haltung von einem katholischen Jugendverband hier empfehlenswert und zu erwarten. Nachdenklich stimmt in dem Zusammenhang, dass nachdem der Referent im Veranstaltungsprogramm aus dem Februar 2016 angekündigt wurde, während ein Veranstaltungsprogramm aus dem März 2016. Nur „N.N“ das Impulsreferat verlesen lässt.

Es verbliebt erneut ein bitterer Nachgeschmack einer doch sehr einseitigen Sichtweise auf gewaltbereite Szenen in Deutschland sowie der gleichzeitigen Diffamierung legitimer politischer und gesellschaftlicher Ansichten. Indem man das eine mit dem anderen recht munter vermischt, kommt es zudem noch zu gefährlichen Ausgrenzungen und Diffamierungen, die bis hin zu Kriminalisierung und Pathologisierung gehen.

Derartige Methoden sind inakzeptabel und müssen sowohl von der Kirche als auch von jedem Politiker, dem die Freiheit etwas bedeutet, klar und offen kritisiert werden.


Veranstaltungsprogramm:
- Februar 2016
- März 2016

Katholische Presseschau von KIRCHE IN NOT: Mai 2016 (mit Peter Winnemöller)


Foto Winnemöller (c) kath.net/Michael Hesemann


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  8. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  9. Meinungsfreiheit auf katholisch
  10. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  6. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  9. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  10. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz