11 April 2016, 09:00
Lohmann: 'Nicht Leidende beseitigen, sondern Leid verringern'
 
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Fachtagung „Woche für das Leben“ – BVL-Vorsitzender gegenüber kath.net: „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese ganz schleichende Änderung des Bewusstseins, die bei der Abtreibung gekommen ist, sich nun auch bezüglich des Lebensendes verbreitet.“

Mainz (kath.net/pl) Sehr zufrieden äußerte sich Martin Lohmann, Vorsitzender des „Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), im Anschluss an die BVL-Tagung zum Auftakt der bundesweiten „Woche für das Leben“, die die DBK und die EKD bereits seit mehr zwanzig Jahren gemeinsam ausrufen. Die BVL-Tagung, die in Räumen des Priesterseminars St. Bonifatius/Mainz stattfand, hatte zum Thema „Würde im Alter - bedingungslos und bis zuletzt“. Lohmann fasste direkt im Anschluss an die Fachtagung gegenüber kath.net mündlich seine Haupteindrücke zusammen. Außerdem dokumentiert kath.net das Eröffnungsstatement des BVL-Vorsitzenden.

„Schwester Lumena von den Missionarinnen der Nächstenliebe hat uns ganz deutlich gemacht, wie wichtig es ist, dass wir jeden Menschen als Geschöpf Gottes anerkennen erkennen. Dass wir uns Zeit, nehmen den Menschen zu begegnen und dass wir als diejenigen, die Menschen in Leid und in Not begegnen, auch selber reich beschenkt werden. Darin leuchtet etwas vom Wesentlichen des Menschseins auf, darin leuchtet auch etwas vom Himmlischen auf. Die Missionarin der Nächstenliebe, die Mutter-Teresa-Schwester Lumena, hat unglaublich beeindruckend zum Ausdruck gebracht, dass jeder von uns ins Leben geliebt ist von Gott. Wir haben die wunderbare Berufung, in diesem Leben die Liebe, die wir empfangen haben – von Gott, auch falls uns Menschen diese Liebe vielleicht vorenthalten haben – erstmal zu erwidern als Antwort an Gott und weiterzugeben an andere Menschen. Das war beeindruckend und bewegend.

Der Fürther Sozialethiker Prof. Dr. Elmar Nass hat uns deutlich gemacht, wie sehr wir eigentlich vom christlichen Menschenbild her in der Lage sind oder in die Lage gesetzt werden, vom Naturrecht her zu denken, d.h. von dem her zu denken, was vorgegeben ist und uns geschenkt ist. Und dass „Du sollst nicht töten“ eben nicht nur Abmachung ist, sondern ein Geschenk, das voraussetzungslos gegeben wurde und das gleichzeitig als Pflicht und Chance gegeben ist.

„Du sollst nicht töten“ heißt: Du bist berufen, anderen Menschen zu helfen, du kannst nicht überlegen, ob du eine solche Berufung hast oder nicht, sondern du hast die Fähigkeit in dir, anderen zu helfen. Christen müssen helfen – im positiven Sinne gesagt –, sie haben die Chance, sie haben die Gelegenheit, sie haben die Begnadung und die Begabung, den Auftrag, anderen zu helfen, wie uns Prof. Nass sehr deutlich vor Augen geführt hat. Den Hospizgedanken gibt es ja, seit es Christen gibt, es geht hier um einen urchristlichen Gedanken. Dieser christliche Hospizgedanke ist der wahre Humanismus. Deshalb sind Christen die eigentlichen Humanisten.

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Und dann haben wir sehr beeindruckend den Palliativmediziner Prof. Dr. Martin Weber hier erleben dürfen. Er hat uns deutlich gemacht, wie sehr auch ein Arzt bei der Schmerzbehandlung an die Grenzen kommen kann, wie sehr er mit existentiellen Fragen konfrontiert wird, dass man nicht auf jede Frage eine Antwort haben kann oder muss, aber dass es viele Möglichkeiten gibt, Menschen wirklich zu helfen. Die Palliativmedizin ist heute viel weiter als vor fünf oder zehn Jahren, man kann jetzt sehr vielen Menschen helfen, weil man ihnen Schmerzen nehmen kann, weil wir ihnen das Leid erleichtern können – wohlwissend, dass es ein Leben ganz ohne Leid nicht geben kann, doch dies kann man niemandem abnehmen. Wir können vielfach das Leid und den Schmerz und die Verzweiflung wegnehmen.

Jene Menschen aber, die dann nach Hilfen fragen, die wir vielleicht nicht für die Richtigen halten, stoßen einen großen Hilfeschrei aus. Sie wollen begleitet werden. Man kann solchen Menschen deutlich machen, was heute palliativmedizinisch alles möglich ist, wie man Krankheiten auf lange Zeit gewissermaßen zurückdrängen kann und wie man Schmerz zurückdrängen kann.

Es geht nicht darum, LEIDENDE zu beseitigen – das wäre eine Form der Kapitulation, das ist niemals ärztliche Aufgabe –, sondern es geht darum, das LEID zu beseitigen, zu minimieren.

Wir haben heute in dieser Tagung sehr dicht erfahren, wie wichtig es ist, dass wir uns mit dem Grenzfragen am Ende des Lebens in aller Klarheit, Offenheit und aller Bewusstheit in aller Aufmerksamkeit zu befassen, weil diese Frage an die Grenze führen und weil die Grenze am Ende des Lebens und die Grenze am Anfang des Lebens zusammenfallen.

Inzwischen ist im Bewusstsein vieler Menschen unklar geworden ist, dass man auch in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft bei der Abtreibung schon einen Menschen tötet. Viele vertreten ja – gar nicht mal böse meinend –, dass man doch in den ersten drei Monaten abtreiben dürfe, man dürfe einen Menschen töten. Doch nein, das darf man nicht! Abtreibung ist grundsätzlich immer Unrecht, doch das Bewusstsein vieler Menschen ist ein anderes geworden. Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Selbstverständlichkeit, die bei der Abtreibung gekommen ist, diese ganz schleichende Änderung des Bewusstseins auch verbreitet bezüglich des Lebensendes verbreitet. Wir dürfen auch im mentalen Bereich Euthanasie nicht salonfähig werden lassen.

Es gibt keine überflüssigen Menschen! Das Gebot „du sollst nicht töten“ ist ein Angebot und eine Chance zum Leben. Es ist gewissermaßen eine starke Einladung: Du sollst anderen helfen zu leben, du bist ein Lebensüberbringer, du bist ein Helfer! Ansonsten nähern wir uns der Barbarei und dem Ende der Freiheit und des Friedens und damit auch dem Ende der Freiheit des Lebens. Deshalb ist es so wichtig, in der Woche für das Leben immer wieder klar zu machen: Wir brauchen in Europa eine Gesellschaft und eine Wirklichkeit ohne Euthanasie. Wenn wir uns mutig und freundlich zu den Koordinaten der Verantwortung (vor denen wir nicht fliehen dürfen, wir dürfen keine Verantwortungsphobie haben) bekennen und diese freundlich in diese Gesellschaft hineintragen, weil viele einfach die Antworten nicht haben oder auch die Fragen nicht richtig stellen können und ratlos zurück bleiben, dann helfen wir vielen Menschen.

Wir müssen diese Form, um Prof. Nass noch einmal aufzugreifen, diese Form der Humanität mit aller Freundlichkeit ein mitten in unsere Gesellschaft hineintragen, mit einem Lächeln, doch mit aller Ernsthaftigkeit, aller Konsequenz und aller Liebenswürdigkeit. Das ist gelebte Barmherzigkeit!

kath.net dokumentiert das Einführungsstatement des BVL-Vorsitzenden Lohmann zur Fachtagung in voller Länge:

Würde. Was ist Würde? Die Frage erinnert geradezu automatisch an die Pilatusfrage:
Was ist Wahrheit? Hängen Würde und Wahrheit vielleicht sogar zusammen?
Hat die Wahrheit des Lebens und seines Geheimnisses etwas mit dem zu tun, was wir Würde nennen?
Woher kommen Wahrheit und Würde?
Christen können nicht nur so fragen, sie müssen es sogar.
Doch das ist nicht einfach in einer Gesellschaft, die sich die Frage nach der Wahrheit nicht mehr leistet, sich vor ihr fürchtet und panisch in Ersatzfelder zu fliehen scheint. Es ist auch nicht einfach in einer gesellschaftlichen Wirklichkeit, die bisweilen inflationär mit dem Wort Würde umzugehen versteht – aber nicht zu verstehen bereit ist, was Würde ist und was sie verlangt. Von uns, von jedem einzelnen.

Es ist schön, wenn jetzt bei der Woche für das Leben die Frage nach einem Alter in Würde im Mittelpunkt steht. Wir vom BVL wissen uns darüber hinaus verpflichtet, die Grenzfragen zu stellen. Denn die Perspektive auf die allerletzte Wegstrecke kann nich abgeschnitten werden von der Frage nach dem, was Würde im Alter sein kann und sein muss. Gerade jetzt, zum 25. Geburtstag der Woche für das Leben, will ich darauf hinweisen, dass sie entstand aus der Sorge um das Leben der noch nicht Geborenen, aber schon Lebenden. Und wenn wir heute beim Eröffnungsgottesdienst das Wort "Überalterung" hörten, dann sage ich: Wir habe keine Überalterung, wir haben eine Unterjüngung. Anfang und Ende hängen also untrennbar zusammen.

Woher kommt Würde eigentlich?
Ist sie etwas, das man sich erarbeiten muss? Wofür es einer anstrengenden Leistung bedarf, die dann im Gegenzug belohnt wird?
Verstehen wir heute noch, was wirklich mit dem Artikel Eins des Grundgesetzes gemeint ist? Wird da ein Prozess beschrieben, ein vertragliches Abkommen, oder nicht doch eine vorgegebene Wirklichkeit als etwas Gesatztes in einen Satz gebracht, der eine undiskutierbare Pflicht beschreibt und fordert? Wann fängt sie an, die Würde?
Vor der Geburt? Mit der Geburt?
Wann hört sie auf? Im Koma? Vor dem Koma? Im Leiden?
Kann Würde filetiert werden?
Am Anfang? Am Ende?
Und hängen nicht das unbedingte Lebensrecht und die bedingungslose Würde zusammen?

Warum ist es offenbar so schwierig, das ganz Logische und das ganz Normale als logisch und normal zu erkennen - um es anerkennen zu können?

Seit Jahren mahnen wir vom BVL ein Europa an, das frei ist von Abtreibung und Euthanasie. Eine unbequeme Forderung. Aber eine logische. Schon früher wurde gewarnt, dass die gewissenlose Akzeptanz der Tötung noch nicht geborener Menschen geradezu automatisch die Akzeptanz der Tötung kranker, behinderter und leidender Menschen nach sich zieht.

Dabei dachte man einmal, der - in Anführungsstrichen - "gute" Tod, also die Euthanasie, würde gerade in Deutschland nie wieder salonfähig. Ein fataler Irrtum. Sie schleicht sich in die mentalen Salons ebenso ein wie die Abtreibung, die von marxistischen Diktatoren vor hundert Jahren erstmals gesetzlich salonfähig gemacht wurde.
Auf dieser Spur surft inzwischen sogar ein Teil des Europaparlaments. Und in beiden Grenzverletzungen, am Anfang des Lebens und am Ende, wird viel mit der Würde hantiert, so als könne man diese instrumentalisieren gegen das Recht auf Leben.

Das aber ist ein Missbrauch dieses Begriffes, der gefüllt ist mit einer Wahrheit über das Geschöpf Mensch: Du bist geliebt, von Anfang bis Ende! Du sollst leben, von Anfang bis Ende! Du hast Würde – vom Anfang bis zum Ende! Ohne Wenn und Aber!

Wegdrücken, Ignorieren und Ausblenden dieser Wahrheit ist nicht nur ein Missbrauch des Wortes Würde. Es ist ein himmelschreiender Missbrauchsskandal - ob erkannt, versteckt, geleugnet oder nicht.

Du hast Würde - vom Anfang bis zum Ende, ohne Wenn und Aber --- weil das so ist, gibt es eigentlich nur eine Alternative:

Entweder die Würde zu respektieren – oder zu missachten.

Und es gilt grundsätzlich: Es gibt kein Recht auf Töten. Es gibt aber sehr wohl ein Recht auf Leben. Und sicher auch ein Recht auf Hilfe, zum Beispiel durch Beistand und Schmerz- sowie Leidminderung.

Nicht der Leidende darf beseitigt werden, sondern das Leid. So weit wie möglich. Das gebietet der Respekt vor jedem Menschen mit Würde. Also vor jedem (!) Menschen.
Es gibt keine überflüssigen Menschen. Gleichwohl gibt es viele äußerst schwere und leidvolle Situationen.
Der Leidende, der Kranke braucht besonders viel Liebe. Die aber will niemals die Vernichtung des Geliebten. Jeder, der in Not ist, hat ein Recht auf Hilfe - in Liebe und Würde.

Das Leben ist immer konkret.
Und es gibt kein Leben ohne Leid.
Eine Dauergarantie auf Dauerglück ist nichts Irdisches. Aber es ist eine himmlische Zusage.

Was aber, wenn wir an die Grenzen unserer Antworten kommen, wenn Fragen bohren, stumm machen, zum Schweigen verpflichten oder den Atem nehmen?
Darf man dann die Koordinaten des Lebens gegen die Versuchung des Tötens eintauschen?
Steuern wir auf eine gesellschaftliche Wirklichkeit zu, in der Alte wegen der selbstverschuldeten Sprachlosigkeit aktiver Generationen Angst um ihr Leben haben müssen?

Weil statt Nähe und Hilfe, statt Antwort und Weitsicht, statt Ehrfurcht und Dienst nur der Schierlingsbecher gereicht wird – aus Verzweiflung und Verantwortungsphobie in einer Welt, die wie nie zuvor Leid produziert und es zugleich nicht wahrhaben will?

Es passt heute sehr gut, dass Papst Franziskus gestern sein Schreiben „Amoris Laetitia“, die „Freude der Liebe“, veröffentlichte. In diesem Dokument über die Liebe findet sich in Ziffer 48 auch dies:

»Die meisten Familien achten die alten Menschen, umgeben sie mit Liebe und betrachten sie als einen Segen. Besondere Wertschätzung gebührt den Familienvereinigungen und -bewegungen, die sich unter geistlichem und sozialem Aspekt für die alten Menschen einsetzen [...] In den hochindustrialisierten Gesellschaften, in denen ihr Anteil an der Bevölkerung wächst, während die Geburtenrate zurückgeht, besteht die Gefahr, dass sie als eine Last wahrgenommen werden. Andererseits stellt die Pflege, derer sie bedürfen, ihre Angehörigen oftmals auf eine harte Probe.« »Je mehr versucht wird, auf alle mögliche Weise den Moment des Todes auszublenden, desto notwendiger wird heute die Wertschätzung der abschließenden Lebensphase. Schwäche und Abhängigkeit der alten Menschen werden manchmal auf bösartige Weise zum reinen wirtschaftlichen Vorteil ausgenutzt. Zahlreiche Familien lehren uns, dass es möglich ist, den letzten Abschnitten des Lebens zu begegnen, indem der Sinn der Vollendung und der Einbindung des ganzen Daseins in das Ostergeheimnis hervorgehoben wird. Eine große Zahl alter Menschen wird in kirchlichen Einrichtungen aufgenommen, wo sie auf materieller und geistlicher Ebene in einem ruhigen und familiären Ambiente leben können. Euthanasie und assistierter Suizid stellen für die Familien auf der ganzen Welt eine schwere Bedrohung dar. In vielen Staaten ist diese Praxis erlaubt. Die Kirche, die sich entschieden gegen diese Praxis wendet, fühlt sich verpflichtet, den Familien zu helfen, die sich um ihre alten und kranken Mitglieder kümmern.«

Soweit Franziskus, der uns gegenüber unseren Einsatz für das Leben ausdrücklich lobte: „Es ist sehr, sehr wichtig, was ihr da tut“, sagte er uns, gleich zweimal hintereinander. Wie wichtig unsere heutige Fachtagung ist, zeugt uns auch ein Blick ins Nachbarland Niederlande. Dort wird kräftig an der Legalisierung von Todespillen gearbeitet. Dann kann man sich gleichsam ganz raushalten, wie Pilatus die Hände in Unschuld waschen, weil ja der Kranke und Alte sich selbst das Leben nehmen kann. Sauberes Töten und sauberer Selbstmord. Doch: Sind und bleiben unsere Hände sauber, wenn wir diese Todesmechanismen schaffen und die eigentlichen Hilferufe vor lauter Selbstkomatisierung des Gewissens nicht mehr hören wollen und können?

Unsere Referenten haben da sehr konkrete Vorschläge: Hingehen statt wegsehen – das machen seit Jahrzehnten die Schwestern von Mutter Teresa. Sie sind buchstäblich das, was ihr offizieller Namen sagt und was dieser Name auch uns als Auftrag anbietet: Missionarinnen der Nächstenliebe. Sie sind im alles andere als leichten Alltag Boten und Pfleger der Würde. Schwester Fabijan und Schwester Lumena: Wir sind sehr froh und dankbar für Ihr wunderbares Zeugnis gegen Tod, Würdelosigkeit und Resignation, aber FÜR das Leben. Auch und gerade beim Sterben. Danke, dass Sie hier sind!

Professor Elmar Nass danke ich ebenfalls sehr. Er ist Experte für Ethik und Leben. Er wird uns – ebenfalls sehr an der Praxis orientiert – erhellen, warum und wie auch Sterben Leben ist. Und er beleuchtet einen selbstverständlich aus dem christlichen Menschenbild erwachsenen und die Wirklichkeit des Menschenlebens seit vielen Jahrhunderten bereichernden Gedanken der Humanität: das Hospiz. Es ist logisch christlich und christlich logisch, Sterbende nicht allein zu lassen, sondern ihnen Heimat zu schenken. Wir werden hören und sehen, warum die Gestaltung der Humanität im Sterben die Gretchenfrage unserer Kultur war und ist:
Die Würde im Alter zeigt sich gerade in der Annahme ihrer Gebrechlichkeit und nicht in ihrer radikalen und frühzeitigen Beseitigung.

Und Professor Martin Weber, ein großer Experte der Palliativmedizin, wird herausstellen, dass die breit gefächerte palliativmedizinische Versorgung in Deutschland sehr wohl auch in Grenzsituationen die würdevolle Alternative zum Assistierten Suizid darstellt. Vieles ist möglich, auch und gerade, wenn die Würde geachtet werden soll.

Zum Schluss werden wir in einem Podiumsgespräch mit allen Referenten eine erste Bilanz ziehen wollen. Ich freue mich, dass daran auch der Vorsitzende unseres Mitgliedsvereins „Ärzte für das Leben“, Professor Paul Cullen, teilnehmen wird.

Meine Damen und Herren, liebe Freunde des Lebens, wir wollen diesen Aspekt unserer Fachtagung auch deshalb heute leisten, weil die Bundestagsentscheidung zum Assistierten Suizid vom 6. November 2015 leider nicht zu größerer Rechtssicherheit geführt hat, da die Beihilfe zum Suizid nun „mit dem Segen des Bundestags“ weitgehend straffrei gestellt statt verhindert wurde. Die faktische Verunsicherung ist eher größer als kleiner geworden. Ärzte und medizinisches Personal sowie Angehörige und nahestehende Personen können nun ohne staatliche Kontrolle und ohne Angst vor Strafverfolgung gelegentlich zu Tötungsassistenten werden. Niemand hat jedoch das Recht, einen anderen Menschen zu töten oder ihm dabei zu helfen. Und deshalb gilt:

Finger weg von jeder Form von Euthanasie! Altern und Sterben in Würde für alle Menschen können nur sichergestellt werden, wenn wir als Gesellschaft wieder hinter die Grenze des Tötungsverbots zurück gehen. Dass das möglich ist, dazu werden uns die Experten dieser Tagung wichtige Hilfen und Erkenntnisse vermitteln.

Herzlich willkommen beim BVL!
Dieser "Tag für das Leben" ist wichtig. Und es ist zugleich eine herzliche Einladung, am 17. September in Berlin dabei zu sein beim diesjährigen "Marsch für das Leben". Das Leben aller braucht die Sensibilität und den Einsatz aller.

Ich danke Ihnen sehr.

Martin Lohmann eröffnet die BVL-Fachtagung 2016 zur 'Woche für das Leben'





Woche für das Leben 2016: Alter in Würde - Eröffnungsgottesdienst von DBK und EKD in Mainz




Foto Lohmann (c) kath.net/Petra Lorleberg



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