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Jürgen Moltmann: Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors

5. April 2016 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Der evangelische Theologieprofessor sieht in der Hoffnung eine große Kraft


Tübingen (kath.net/idea) Der evangelische Tübinger Theologieprofessor Jürgen Moltmann hat dazu aufgerufen, trotz der aktuellen Kriege und Ungerechtigkeiten hoffnungsvoll zu bleiben. Er sagte im Interview mit der Stuttgarter Zeitung: „Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors. Hoffnung ist eine Vorwegnahme der Freude.“ Die Furcht vor einem „wie auch immer gearteten Weltuntergang“ lähme: „Nichts befördert einen Weltuntergang so sehr wie die Angst vor ihm.“ Man überwinde die Furcht, indem man Enttäuschungen akzeptiere und das Leben liebe: „Nichts zu hoffen bedeutet nicht zu leben.“ Moltmann rief auf, die bereits geschehenen politischen Wunder nicht zu vergessen. „Niemand hatte die deutsche Einheit erwartet, und plötzlich war sie da.“ Die halbe Welt sei einst vom Kommunismus beherrscht gewesen und sei daran nicht zugrunde gegangen. Auch die Überwindung der Apartheid in Südafrika zeige, dass auf dieser Welt „überraschend Positives“ passiere.


Evangelische Kirche könnte an ihrer eigenen Harmlosigkeit sterben

Eine Beteiligung der Bundeswehr an der Bekämpfung der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) lehnte Moltmann ab. Der Einsatz in Afghanistan habe gezeigt, dass mit militärischen Mitteln nichts erreicht werden könne: „Warum versuchen wir es nicht mal mit Friedensdiensten und Versöhnungsdiensten?“ Der IS sei in den Köpfen und Herzen von Menschen entstanden und könne auch nur dort bekämpft werden. Dass die meisten nach Deutschland kommenden Flüchtlinge Muslime sind, bereite ihm keine Sorgen: „Christus ist nicht gegen die Muslime, sondern für sie gestorben. Das muss die Haltung von gläubigen Christen gegenüber den Muslimen prägen.“ Moltmann kritisierte ferner die evangelische Kirche. Sie laufe Gefahr, an ihrer eigenen Harmlosigkeit zu sterben: „Wir sagen zu allem Ja, zeigen für alles Verständnis. Wir müssen wieder deutlich Nein sagen, etwa zu Pegida und anderen fremdenfeindlichen Gruppierungen.“

Jesus ist auferstanden

Auf die Frage, wie er sich die Zeit nach dem Tod vorstelle, sagte Moltmann: „Ich bin neugierig, was ich sehen werde.“ Es werde kein „Nichts“ eintreten: „Jesus ist auferstanden. Wir werden ihm folgen, ob wir an ihn glauben oder nicht.“ Moltmann feiert am 8. April seinen 90. Geburtstag. Er gehört zu den bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen unter anderen „Theologie der Hoffnung“ (1964), „Der gekreuzigte Gott“ (1972) und „Kirche in der Kraft des Geistes“ (1975).


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Lesermeinungen

 doda 5. April 2016 

Enttäuschend und langweilig

"Wir sagen zu allem Ja, zeigen für alles Verständnis. Wir müssen wieder deutlich Nein sagen"
An dieser Stelle regte sich aufmerksames Interesse in mir.
Aber dann kam lediglich:"etwa zu Pegida und anderen fremdenfeindlichen Gruppierungen“.
Mein Interesse wich dem Desinteresse.
Chance verpasst Herr Moltmann!


5
 

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