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Milli Görüs will europaweit um Sympathie für Muslime werben

14. März 2016 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Die umstrittene islamische Organisation wurde wegen islamistischer und antisemitischer Tendenzen über Jahre vom Verfassungsschutz beobachtet.


Köln (kath.net/KNA) Die umstrittene islamische Organisation Milli Görüs (IGMG) will mit einer europaweiten Straßenaktion Vorurteile gegenüber Muslimen abbauen. Unter dem Motto «Gestatten, Muslim.» sollen am Samstag in verschiedenen europäischen Städten Tausende Muslime das Gespräch mit Mitbürgern auf der Straße suchen, wie die Organisation am Freitag in Köln mitteilte.

«Studien belegen, dass die Fremden- und Islamfeindlichkeit an den Orten am größten ist, wo es die wenigsten Begegnungen gibt. Vorurteile sind dort am größten, wo Menschen sich nicht austauschen, sich nicht kennenlernen», erklärte Bekir Altas, Generalsekretär der IGMG.


Mit der Aktion möchte die IGMG nach eigener Darstellung an die guten Erfahrungen aus dem Vorjahr anknüpfen. Damals hätten sich mehr als 1.000 Muslime aktiv beteiligt. An über 100 Standpunkten in fünf Ländern hätten weit über 61.000 Begegnungen stattgefunden. In diesem Jahr soll «Gestatten, Muslim.» in mindestens acht Ländern und an fast 150 Standpunkten stattfinden. Verantwortlich sind 500 Moscheegemeinden. In Deutschland findet die Aktion unter anderem in Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Frankfurt a.M., Stuttgart und Nürnberg statt.

Die Milli Görüs, die dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland angehört, wurde wegen islamistischer und antisemitischer Tendenzen über Jahre vom Verfassungsschutz beobachtet. Im Verfassungsschutzbericht 2014 ist die Organisation zwar noch erwähnt. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen stellte aber in Aussicht, dass sie aus der Beobachtung durch seine Behörde herausfallen könnte. Im Bericht heißt es: «Nicht alle Mitglieder/Anhänger der IGMG verfolgen oder unterstützen jedoch islamistische Ziele.» Die Zahl der Mitglieder wird auf rund 31.000 geschätzt; verlässliche Zahlen gebe es allerdings nicht.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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