21 Februar 2016, 12:16
Die Apostolische Reise nach Mexiko im Zeichen von Guadalupe
 
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Franziskus: dringlicher Appell zur Abschaffung der Todesstrafe. Auch ein Krimineller besitzt ein unverletzliches Recht auf Leben. Die Medizin der 'Misericordina'. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) In seiner Ansprache vor dem traditionellen Gebet des Angelus am zweiten Fastensonntag verwies Papst Franziskus auf das Tagesevangelium von der Verklärung des Herrn (Lk 9,28b-36), um dann von seiner Apostolischen Reise nach Mexiko zu berichten. Diese Reise sei eine Erfahrung der Verklärung gewesen. Der Herr habe das Licht seiner Herrlichkeit durch den Leib seiner Kirche gezeigt.

Der geistliche Schwerpunkt der Reise sei das Heiligtum der Gottesmutter von Guadalupe gewesen. In Stille vor dem Gnadenbild zu verweilen sei das gewesen, was sich der Papst vorgenommen habe. So habe er betrachtet und sich betrachten lassen, von Maria, die in ihren Augen die Blicke all ihrer Kinder eingeprägt trage und die Schmerzen, Gewalttaten, Entführungen und Morde bei vielen armen Menschen und vielen Frauen sammle.

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Das Erbe, das der Herr Mexiko gewährt habe, bestehe darin, den Reichtum der Unterschiedlichkeit zu bewahren und gleichzeitig die Harmonie des gemeinsamen Glaubens zu offenbaren, eines aufrechten und starken Glaubens, der sich durch besondere Vitalität auszeichne: "Wie meine Vorgänger bin auch ich gekommen, um den Glauben des mexikanischen Volkes zu stärken, aber auch um gleichzeitig meinerseits durch ihn gestärkt zu werden; ich habe dieses Geschenk mit vollen Händen angenommen, damit es zum Wohl der universalen Kirche gereiche".

Ein leuchtendes Beispiel hätten die Familien gegeben, die den Papst vor Freude als Boten Christi und Hirt der ganzen Kirche aufgenommen hätten. Franziskus würdigte das starke Zeugnis eines gelebten Glaubens, der das Leben verkläre, dies zu Erbauung aller christlichen Familien der Welt. Dasselbe gelte für die Jugendlichen, die Ordensleute, Priester, Arbeiter und Häftlinge.

So dankte Franziskus der Jungfrau von Guadalupe für das Geschenk dieser Pilgerreise. Besonderen Lobpreis erhob der Papst zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit für die Gelegenheit des Treffens mit dem russischen Patriarchen, dem "teuren Bruder Kyrill" in Kuba. Auch hierbei habe es sich um ein prophetisches Licht der Auferstehung gehandelt, dessen die Welt heute so sehr bedürfe.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus an eine internationale Tagung der Gemeinschaft Sant’Egidio zur Abschaffung der Todesstrafe, die in diesen Tagen in Rom stattfindet. Erneut sprach der Papst die Hoffnung aus, dass es dazu kommen werde, da auch die öffentliche Meinung immer mehr gegen diese Form der Strafe sei. Das Problem "muss in die Perspektive eines Strafrechts eingeordnet werden, die immer mehr der Menschenwürde und dem Plan Gottes für den Menschen und die Gesellschaft und auch einem Strafrecht entspricht, das für die Hoffnung auf die Wiedereingliederung in die Gesellschaft offen ist. Das Gebot ‚Du sollst nicht töten!’ ist von universalem Wert!“ und betreffe sowohl den Unschuldigen aus auch den Schuldigen.

Auch ein Krimineller behalte das unverletzbare Recht auf Leben, das ein Geschenk Gottes sei. Der Papst appellierte an das Gewissen aller Regierenden, auf internationaler Ebene zu einer Abschaffung der Todesstrafe zu kommen. In diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit solle kein Todesurteil vollstreckt werden. Diesen Aufruf richtete Franziskus vor allem an die katholischen Verantwortungsträger. Auch die Situation der Häftlinge solle verbessert werden, in Achtung der Menschenwürde jener Personen, die ihrer Freiheit beraubt seien.

Erneut wurde dann abschließend an die Pilger und Besucher die "Medizin" der "Misericordina" verteilt: ein Rosenkranz zusammen mit einem Bild des barmherzigen Jesus.


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