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Zeugnis: Sieben Monate bei den Schwestern von Mutter Teresa

21. Juni 2003 in Jugend, keine Lesermeinung
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Jesus in den "Ärmsten der Armen" zu lieben. Über ihre Erfahrungen bei den "Missionarinnen der Nächstenliebe" in Portugal berichtet die 19-jährige Julia Blaimschein im KATH.NET-Interview.


Linz (www.kath.net/rcb/jb)
KATH.NET: Du warst sieben Monate lang in Portugal bei den Missionarinnen der Nächstenliebe, den Schwestern der Mutter Teresa. Was hast du dort genau gemacht?

Julia: In dem Haus, wo ich gearbeitet habe, leben die Missionarinnen der Nächstenliebe (M.C.s) mit alten, verwahrlosten und kranken Leuten. Ich habe dort, so weit das für einen Laien möglich ist, den Tagesrhythmus der Schwestern mitgelebt: Anbetung, Rosenkranz, Hl. Messe, Brevier; Putzen, Bettenmachen, Wäschewaschen, Leute pflegen, mit ihnen lachen, tanzen, singen....

KATH.NET: Das hört sich nach einem sehr einfachen Lebensstil an. Trotzdem ist Mutter Teresa so populär. Wie passt das zusammen?

Julia: Meiner Meinung nach ist es gerade die Einfachheit, die die Leute an Mutter Teresa so anzieht. Einerseits sprach sie durch ihr Leben in Armut und Einfachheit die Menschen in den armen Ländern an, da sie sich mit ihnen auf eine Ebene stellte, andererseits faszinierte sie Leute in den reichen Ländern dadurch, da sie ihnen - im Gegensatz zu dem, was sie in den Medien hören und sehen - vorlebte, dass es nicht der Reichtum ist, der glücklich macht. Auch ich erlebte in diesen Monaten, wie viel Freiheit durch Armut entsteht und wie viel Platz dadurch für wirklich wichtige Dinge, wie z.B. zwischenmenschliche Beziehungen bleibt.

KATH.NET: Durch das Gebetsleben mit den M.C.s bist du in dieser Zeit sicher auch tiefer in den Geist von Mutter Teresa eingedrungen. Könntest du unseren Lesern etwas von dieser Spiritualität vermitteln?

Julia: Mutter Teresa ist für ihre besondere Liebe und Wertschätzung für die "Ärmsten der Armen" bekannt. Was es allerdings heißt, die "Ärmsten der Armen" zu lieben, vor allem, Jesus in ihnen zu lieben, dessen sind sich viele wohl nicht bewusst. Denn es heißt, im Volksmund ausgedrückt, dem „Gesindel“, dem „Abschaum der Gesellschaft“ zu dienen. Und nicht nur das, es heißt, ihnen in der gleichen Weise zu dienen, wie man Jesus Christus dienen würde.Um das zu erreichen sind zwei Dinge unbedingt notwendig.

Erstens bedarf es eines intensiven Gebetslebens. Da die Schwestern allerdings viel Arbeit und deswegen wenig Zeit zum Gebet in der Kapelle haben, müssen sie den kürzesten Weg zu Gott gehen. Und der kürzeste Weg ist bekanntlich die Muttergottes. In einem ihrer Gebete, das von Mutter Teresa selbst stammt und das sie dreimal täglich wiederholen, heißt es: „Maria, Mutter Jesu, sei auch mir jetzt eine Mutter. Hilf mir all das Gute zu tun, das ich tun kann, damit ich Jesus durch dich, in dir und mit dir erfreuen kann.“

Zweitens: Um Jesus in den „Ärmsten der Armen“ zu dienen, muss man zuerst ihn als den „Ärmsten der Armen“ lieben. Jesus, der am Kreuz alle Leiden und Sünden der Menschheit auf sich genommen hat und in völliger Einsamkeit, in der Verlassenheit Gottes gestorben ist, war der „Ärmste der Armen“. Mutter Teresa und ihre Schwestern nennen sich die „Bräute des gekreuzigten Jesus“. Neben jedem Kruzifix, das in der Kapelle der Schwestern angebracht ist, stehen die Worte „Ich habe Durst“. Diese Worte Jesu am Kreuz drücken seine Liebe, seine Leidenschaft nach Seelen aus. Jesus dürstet nach meiner und deiner Seele, und er dürstet danach, dass du und ich Seelen zu ihm bringen, die Seelen der „Ärmsten der Armen“. Der erste Schritt, um diese Liebe zum gekreuzigten Jesus ausdrücken zu können, ist, sein eigenes Kreuz auf sich zu nehmen und es zu lieben. Erst dann gelingt es, ihm auch in den leidenden Mitmenschen zu dienen.

KATH.NET: Inwieweit hat der Aufenthalt dein Leben beeinflusst? Würdest du auch an anderen Jugendlichen empfehlen, so etwas zu machen?

Julia: Natürlich habe ich bei den Schwestern viel gelernt. Vor allem spirituell. Es ist natürlich schwer, das in Österreich weiter umzusetzen, da das Leben hier ganz anders abläuft als bei den M.C.s. Was ich mir auf alle Fälle mitnehmen konnte, sind ein geistlicher Nutzen, sowie die Freiheit, die durch ein Leben in Armut entsteht. Weiters die Erfahrung, dass man selbst mit einfachen und kranken Leuten sehr viel Spaß haben kann und dass es letztendlich nur die „Liebe ist, die zählt“. Das hört sich vielleicht nicht nach sehr viel an, aber es sind grundlegende Dinge, die viele Leute ihr ganzes Leben lang nicht erfahren. Deswegen möchte ich jeden auffordern, den Mut aufzubringen, um etwas ganz anderes kennen zu lernen. Vertraut euren Lebensweg der Muttergottes an, sie wird euch sicher an den richtigen Ort führen.

Julia Blaimschein ist derzeit im Leitungsteam von "Amici di Dio" engagiert.

Hinweis:
KATH.NET-Leserreise zur Seligsprechung von Mutter Teresa

Foto: (c) kath.net



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