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'Vielleicht liegt es auch an Ihnen, Frau Bednarz?'

4. Februar 2016 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
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„Selten habe ich einen derartigen Rundumschlag voller Anschuldigungen, Pauschalisierungen und Panikmache lesen dürfen“ wie im FAZ-Beitrag der Juristin Liane Bednarz. Gastkommentar von Dennis Riehle (Humanistische Alternative Bodensee)


Konstanz (kath.net) Hätte sich hinter dem Autor ein Mann verborgen, wäre ich davon ausgegangen, dass er in diesem Artikel seinen Testosteronspiegel abbauen wollte: Selten habe ich einen derartigen Rundumschlag voller Anschuldigungen, Pauschalisierungen und Panikmache lesen dürfen – der Beitrag „Konservative Christen - Die Radikalen“ der Juristin Liane Bednarz vom 1. Februar 2016 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hat es nicht nur in sich. Er ist Ausdruck tiefgehenden Populismus‘ – also dessen, was die selbsternannte Kennerin der Szene um AfD und die „Neue Rechte“ auch in einem weiteren Interview mit „t-online“ eigentlich so umfassend leidenschaftlich zu kritisieren versuchte.

Mit Wertungen spart Bednarz nicht, im Gegenteil. Dabei ist sie in der Auswahl ihrer Attribute allerdings nicht sonderlich einfallsreich. Alles, was im Zweifel nicht in ihr Weltbild zu passen scheint, ist im Bedarfsfalle populistisch, radikal oder extrem. Und dabei täuscht der Titel im FAZ-Beitrag darüber hinweg, dass ein Feindbild, welches Bednarz ihren auserwählten Gegnern anzulasten vermag, auch bei ihr existiert – allerdings ein anderes, als man es erwarten könnte: Denn nicht allein die „konservativen Christen“ sind es, die sich die Juristin vorknöpft. Auch die „säkularen und atheistischen Rechtspopulisten“ müssen herhalten – denn sie unterscheiden sich ja nicht zu den religiösen, wie Bednarz attestiert.

Wie eine Aufreihung liest sich auch die Liste der Persönlichkeiten, die die 1974 geborene Autorin im Sammelbecken verortet, das AfD und „Pegida“ die nötige Nahrung und geistliche Grundlage liefert: Anerkannte Journalisten finden sich in Bednarz‘ Repertoire der geistigen Brandstifter – ebenso wie eine Vielzahl an Medien, die die offenbare „Parallelwelt“ widerzuspiegeln scheinen, in der Evangelikale und Katholiken gleichermaßen leben. Von Kissler über Matussek bis Hahne, Kuby und Kelle – von „idea“ zu „Medrum“ und „Junge Freiheit“. Frau Bednarz versucht krampfhaft, Netzwerke offenzulegen, deren Skandalisierung mir bislang unverständlich geblieben ist. Denn dass weltanschauliche und religiöse Gruppierungen schon seit jeher mit der Politik in Verbindung stehen, ist nichts Neues. Lobbyismus nennt man das – und den gibt es auch in Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft. Man mag ihn für ein demokratisches System als störend brandmarken, dann aber bitte auch fair!

Denn Einflüsse gibt es überall und an allen Orten, zunächst ist das nichts Verwerfliches. Dass politische Strömungen auch Religionen und Weltanschauungen eine Stimme geben, ist dabei ebenso unaufgeregt zu respektieren wie die Tatsache, dass Bednarz mit ihren Ausführungen leider genau die Vorwürfe bestätigt, welche die „Kreise“ der Extremen und Radikalen offenbar zurecht erheben: Meinungsfreiheit unerwünscht, so unterstellt sie den katholischen und evangelikalen Christen eine entsprechende Haltung, die Bednarz aber eigens vorzuleben anstrebt, wenn es um die Redefreiheit für die von ihr als Autoritäre eingestuften Islam-, Homosexuellen- und Feminismus-Feinde geht. Da mäkelt sie an legitimer Kritik an der Bundeskanzlerin, hält wohl Gegenreden zum CDU-Innenpolitiker Bosbach für unzulässig und zeigt sich irritiert darüber, dass sich nicht alle in Deutschland der Abwertung von „Pegida“ anschließen möchten.

Doch wie steht es nun um diese armen Seelen, die Christen, die nach Ansicht von Bednarz auf „Abwege“ gelangten? Sie wisse es auch nicht, erkenne aber, dass AfD und Parteien in andere europäischen Ländern mithilfe dieses Rückhalts der radikalisierten Gläubigen wohl in die Parlamente einziehen dürften. Auch das wäre ein demokratischer Vorgang, Frau Bednarz – und vielleicht liegt es auch an Ihnen, dass dieser Aufwind zustande kam. Denn wer in einem seitenlangen Artikel nicht mehr schafft, als für einen freiheitlichen Rechtsstaat gültige Selbstverständlichkeiten aufzuzeigen und sich damit abmüht, Aufmerksamkeit zu erhaschen und Lob der „Gutmenschen“ einzufahren, der wird es auch schwer haben, seine Thesen über eine „konzertierte“ Gegenbewegung innerhalb der deutschen Gesellschaft mit Belegen zu unterfüttern. Nicht jeder laute Aufschrei ist es wert, auch gehört zu werden – weder beim „ultrakonservativen Milieu“, aber eben auch nicht bei angeblichen „AfD“-Expert*innen…

Der Autor, Dennis Riehle, ist der Sprecher der Humanistischen Alternative Bodensee (HABO)

Weitere Gastkommentare von Dennis Riehle auf kath.net:
- „Toleranz einfordern, Intoleranz leben?“
- „Amnesty verabschiedet sich von den universellen Menschenrechten“


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Lesermeinungen

 Stormarn 4. Februar 2016 
 

Gelegentlich auch für die "Tagespost"?!?

Der nachfolgende Hinweis findet sich im Netz. Was soll man da noch kommentieren. Am besten bei der "Tagespost" nachfragen!

"Liane Bednarz arbeitet als Rechtsanwältin im Bereich Mergers & Acquisitions in München. Sie war Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung und schreibt gelegentlich für das Feuilleton der katholischen „Tagespost“. Ihr dort am 17. Oktober
2013 erschienener Essay zur klassischen Literatur ist vom Medienportal Der Umblätterer als einer der zehn besten Feuilleton-Artikel des Jahres 2013 mit dem Goldenen Maulwurf 2013 ausgezeichnet worden."


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 queenie 4. Februar 2016 
 

Allgemeiner Hinweis

Ohne Glaubwürdigkeit kann weder eine Zeitung noch ein Blogger im Internet viel erreichen.
Aufschlußreich der Artikel der Volkswirtin und Sozialpsychologin Catarina Katzer in der FAZ vom 04.02.2016: Warum sich Menschen online daneben benehmen.


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 piet50 4. Februar 2016 
 

Frau Bednarz sucht Anerkennung und Bestätigung!

Ihre journalistische (?) Arbeitsweise (keine Recherche, oberflächliches Zusammenklauben von sinnentstellenden Einzelinformationen, Unterstellungen, Diffamierungen) in Kombination mit dem narzisstischen Wunsch nach Anerkennung (Impertinenz, Rechthaberei, Rachsucht für vermeintliche oder echte manchmal auch vielleicht zu polemische Angriffe) sind ein Giftcocktail! Vergiftet wird der Dialog, die sachliche Betrachtung und das Zuhören können und auch der gute Wille!

Dazu merkt sie nicht, dass sie Liberalen antikirchlichen oder sogar kirchenhassenden Kreisen missbraucht wird. Jeder Applaus ist ihr Recht. Sie ist voll im Rausch (Ich stehe jetzt in der FAS!!!) und verfolgt eine eingebildete Mission... vom Go! Go! Go! der Halbgebildeten und Kirchenhassern im Netz angetrieben. Eigentlich gehört so jemand dringend in die Kur und versorgt mit Einzelgesprächen durch Fachpersonal. Es wird noch so kommen!
Hoffentlich hält sie der Schaden dieser Hetzerin und Spalterin bis dahin in Grenzen.


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 Stephaninus 4. Februar 2016 
 

@sttn

volle Zustimmung. Und danke, dass Sie die Auseinandersetzung nicht scheuen. Mich hat es persönlich geärgert, dass nirgends die Möglichkeit bestand (wie sonst häufig), den Artikel zu kommentieren.


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 JP2B16 4. Februar 2016 
 

Inmitten eines geistigen Kulturkampfes

Man möge sich einmal die Kommentare auf ihrem twitter account anschauen, auch weitere von Frau Bednarz selbst verfasste: https://twitter.com/L_Bednarz.
Um die evangeliums-treuen Christen wird´s sehr duster. Überwiegende Zustimmung, ihre journalistischen Unzulänglichkeiten gar nicht wahrnehmend. Wir befinden uns inmitten eines geistigen Kulturkampfes, der geprägt ist von einer totalen Unfähigkeit zu differenzieren und damit von der Unmöglichkeit des Führens eines fairen, grundsätzlich ergebnisoffenen Dialoges. Man ist geneigt zu fragen, ob es nicht ein typisches Problem der jüngeren Generation ist (Jahrg. 1974), die ganz offensichtlich das kritische Hinterfragen nicht mehr gelernt haben (eine beinahe tägliche Erfahrung an meinem hochkomplexen Arbeitsplatz).
Dieser geistige Kulturkampf sollte in diesen Zeiten vielleicht noch mehr Sorge bereiten als ein unkontrollierter Zuwanderungsstrom, weil er zu einer gefährlichen Verrohung der Sitten und Menschlichkeit führen wird.


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 sttn 4. Februar 2016 
 

@Stephaninus

Ich habe mit Frau Bednarz so einige Diskussionen, auf Facebook eben weil es lustig war sie vorzuführen. Sie kann die Meinung Andersdenkender einfach nicht akzeptieren und tut sich entsprechend schwer damit es zu begründen.

Das man bei der FAZ nun so weit ist das man nicht einmal mehr merkt wen man da eine Plattform gibt, ist sehr bedauerlich. Liest man dort die Artikel nicht mehr bevor sie veröffentlicht werden?


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 Rolando 4. Februar 2016 
 

„Konservative Christen - Die Radikalen“ , wer schon mal beim Marsch fürs Leben in Berlin dabeiwar der weiß, das die konservativen Christen nicht radikal sind, doch die, die uns als radikal bezeichnen zeigen überdeutlich, das sie sehr wohl das leben, welches sie uns vorwerfen, nämlich radikal zu sein, sie haben halt keine Argumente, wie sollten sie sich Geltung verschaffen, beten wir für sie, auch für Frau Bednarz.


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 girsberg74 4. Februar 2016 
 

So muss man sich einen weiter führenden Diskurs vorstellen

Riehle macht es vor, wie man achtungsvoll mit anderen Andersdenkenden umgeht.

Das könnte vor allem ein Muster für die Redaktion der FAZ sein, die ihren früheren Maßstab verstoßen zu haben scheint.

Die Papierindustrie beklagt einen Rückgang ihrer Produktion an Zeitungspapier. Das hat, wie man aus der FAZ schließen mag, nicht nur mit dem demographischen Wandel zu tun.


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 Stephaninus 4. Februar 2016 
 

Als ich den FAZ-Artikel las

hielt ich es nicht für möglich, dass sich dieses altehrwürdige Blatt als Plattform für einen derartig undifferenzierten Rundumschlag hergibt. Hier wird wirklich ganz offen der Versuch der Ausgrenzung Andersdenkender betrieben. Die Autorin möchte das vielleicht nicht, aber sie begibt sich damit in eine Linie mit dem Vorgehen autoritärer Systeme. Liebe Frau Bednarz, ich gehöre auch zu diesen bösen, konservativen Katholiken, aber ich habe keinerlei Sympathie für die AfD oder für Pegida. Ja, so ist es, auch wenn dies Ihr einfaches Weltbild erschüttern sollte.


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 Max Emanuel 4. Februar 2016 

Unterstes Niveau

Es ist eine Schande wie tieft die einst sehr seriöse FAZ zwischenzeitlich gesunken ist, daß sie dieses höchst unseriöse Machwerk von Frau Bednarz publiziert hat.
Ich werde jetzt diese Zeitung abbestellen.


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